Der östliche Zubringer der französischen Jakobswege: rund 350 Kilometer von Genf durch Jura, Bugey und das vulkanische Velay bis nach Le Puy-en-Velay, wo die große Via Podiensis beginnt.

Die Via Gebennensis ist der östliche Zubringer zu den großen französischen Jakobswegen. Sie beginnt in Genf am Genfersee und führt in rund zwei Wochen quer durch das südöstliche Frankreich nach Le Puy-en-Velay – dem Startpunkt der berühmten Via Podiensis. Für viele Pilger aus der Schweiz, Deutschland und Österreich ist sie das natürliche Bindeglied zwischen den Jakobswegen nördlich der Alpen und dem klassischen Chemin du Puy.
Der Weg ist kürzer und weniger bekannt als die anderen französischen Routen, aber landschaftlich abwechslungsreich: vom Genfersee über die Höhen des Jura und des Bugey, über die Rhône und schließlich hinauf in die vulkanische Hochebene des Velay. Am Ende wartet Le Puy-en-Velay, eine der eindrucksvollsten Pilgerstädte Europas.
Je nach Sprache und Tradition trägt der Weg verschiedene Namen:
In der Schweiz schließt der Weg an die Via Jacobi an, sodass du bequem schon weiter östlich starten kannst.
Die Via Gebennensis ist ideal, wenn du deinen Jakobsweg in der Schweiz oder am Genfersee beginnen willst und Wert auf eine ruhige, gut zu bewältigende Strecke legst. In rund zwei Wochen ist sie auch für einen längeren Urlaub gut machbar und ein schöner Auftakt vor der Via Podiensis.
Weniger geeignet ist sie als eigenständiges „großes“ Ziel: Sie endet nicht in Santiago, sondern in Le Puy, und ihr Reiz liegt gerade darin, Teil einer längeren Reise zu sein. Wer die berühmten Höhepunkte des Jakobswegs sucht, findet sie eher weiter westlich.
Von Genf steigt der Weg zunächst in die waldreichen Höhen des Jura und des Bugey – sanfte Mittelgebirgslandschaft mit weiten Ausblicken. Nach der Querung der Rhône wird das Land trockener und hügeliger.
Im letzten Drittel erreicht der Weg das Velay, eine vulkanische Hochebene rund um Le Puy. Erloschene Vulkankegel, Basaltfelsen und einsame Hochweiden prägen das Bild, bevor sich der Weg nach Le Puy-en-Velay hinabsenkt.
Mit rund 6.750 Höhenmetern im Aufstieg ist die Via Gebennensis hügelig, aber nicht hochalpin. Die Anstiege im Jura und im Velay sind spürbar, aber gut zu gehen; technisch ist der Weg unkompliziert.
Die meisten Pilger brauchen rund 12 bis 16 Tage. Markierung und Infrastruktur sind solide, aber dünner als auf der Via Podiensis – plane deine Unterkünfte etwas voraus, besonders außerhalb der Hauptsaison.
Die Via Gebennensis ist vor allem eines: ein Verbindungsstück. Sie schließt die Jakobswege der Schweiz und des Alpenraums an das große französische Wegenetz an. Wer in Konstanz, Einsiedeln oder Genf startet, kann ohne Bruch bis nach Le Puy und von dort weiter bis Santiago gehen.
Ihr landschaftlicher Höhepunkt ist das Ziel selbst: Le Puy-en-Velay. Die Stadt liegt in einem Meer erloschener Vulkane; auf einem Basaltfelsen thront die Kapelle Saint-Michel d'Aiguilhe, über der Altstadt die Kathedrale Notre-Dame, von der traditionell die Pilger der Via Podiensis aufbrechen.
Die Via Gebennensis ist selten ein Ziel für sich – sie ist der Auftakt. In Le Puy-en-Velay beginnt nahtlos die Via Podiensis (der Chemin du Puy / GR 65), die in rund fünf Wochen weiter bis Saint-Jean-Pied-de-Port und von dort über den Camino Francés bis nach Santiago de Compostela führt. Viele gehen die Gebennensis genau deshalb: als ruhigen ersten Abschnitt einer langen Reise, die in der Schweiz beginnt und in Galicien endet.
Die beste Zeit ist Mai bis Oktober; im Velay kann es bis ins Frühjahr kühl sein. Übernachtet wird in Gîtes d'étape, Pilgerherbergen und Chambres d'hôtes – das Netz ist dünner als auf den Hauptwegen, vorausbuchen ist ratsam.
Beachte, dass der Auftakt in der Schweiz (Genf) preislich deutlich teurer ist als Frankreich. Ein paar Brocken Französisch helfen sehr. Wie auf allen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Créanciale).
In Frankreich rechne pro Tag grob mit 40–60 €; rund um Genf und in der Schweiz liegen die Preise deutlich höher. Schlafplätze in Gîtes kosten meist 15–25 €, dazu Verpflegung. Wer selbst kocht und kommunale Unterkünfte nutzt, kommt günstiger weg.
Startpunkt ist Genf – mit internationalem Flughafen und Bahnhof bestens erreichbar. Wer schon weiter östlich in der Schweiz startet, reist entsprechend früher an. Das Ziel Le Puy-en-Velay liegt am französischen Bahnnetz.


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