Via Francigena del Sud
Die Via Francigena del Sud führt in 946,0 Kilometern vom Petersplatz in Rom bis zur Basilika Santa Maria de Finibus Terrae in Santa Maria di Leuca, am äußersten Absatz des italienischen Stiefels. Der Weg folgt der antiken Via Appia an die Küste von Terracina und Formia, quert Kampanien nach Benevento, steigt über die Monti Dauni auf 985 Meter und läuft auf der Trasse der Via Traiana durch Apulien nach Bari und Brindisi. Den Schluss bilden Lecce, Otranto und die Ostküste des Salento. 42 Etappen, 17.639 Höhenmeter bergauf, seit 2019 von der Europäischen Vereinigung der Vie Francigene als offizielle Fortsetzung der Via Francigena anerkannt.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Der Pilger von Bordeaux ging ihn 333 andersherum
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Petersplatz in Rom / Basilika Santa Maria de Finibus Terrae in Santa Maria di Leuca (km 943,8); die Camino-Ninja-Karte endet bei km 946,0 auf der Landspitze
- Länge: 946,0 km
- Dauer: 42 Etappen, Ø rund 22,5 km; mit Ruhetagen sechs bis sieben Wochen
- Höhenmeter: ↗ 17.639 m / ↘ 17.603 m
- Höchster Punkt: 985 m bei km 416,4 in den Monti Dauni, bei Villaggio San Leonardo (Faeto)
- Landschaft: Albaner Berge, Hügelstädte über der Pontinischen Ebene, Küste bei Gaeta, Flusstäler Kampaniens, Weizen auf dem Tavoliere, Olivenhaine und Steilküste in Apulien
- Träger / Markierung: Associazione Europea delle Vie Francigene (AEVF) mit den Regionen Latium, Kampanien und Apulien; weiß-rote Francigena-Schilder mit Pilgersymbol, im Salento zusätzlich gelbe Pfeile; im Abschnitt Rom–Benevento lückenhaft
- Pilgerpass / Urkunde: Credenziale der AEVF oder der Vie Francigene del Sud; in Leuca das Testimonium der Basilika, ab mindestens 100 km zu Fuß
- Francigena-Spuren: Meilensteine und Pflaster der Via Appia, Trajansbogen in Benevento, Säulen am Hafen von Brindisi, Ordenshäuser von Templern und Johannitern in Bari, Brindisi und Otranto
- Unterkunft: Pilgerquartiere in Pfarreien und Klöstern, Ostelli, viele B&B und Agriturismi; keine durchgehende Herbergskette
- Anschlusswege: in Rom Via Francigena Italien, Cammino di Francesco und Via Romea Germanica Italien; bis Nemi gemeinsam mit dem Cammino di San Tommaso, von Santa Maria delle Mole bis Velletri mit der Via Micaelica
- Beste Zeit: April bis Mitte Juni und September bis Oktober; Juli und August sind im Süden zu heiß
Überblick
Die Via Francigena endet in Rom, für die meisten Pilger jedenfalls. Für die Pilger des Mittelalters war Rom oft nur eine Station: Wer nach Jerusalem wollte, ging weiter nach Süden, zu den Häfen von Bari, Brindisi und Otranto. Genau diese Fortsetzung ist die Via Francigena del Sud. Am 18. Oktober 2019 hat die Europäische Vereinigung der Vie Francigene in Bari den Verlauf von Rom bis Santa Maria di Leuca einstimmig bestätigt, nach vier Jahren Planung, die im März 2015 begonnen hatte.
Der Weg ist älter als jedes Pilgerwesen. Seine Achse ist die Via Appia, die der Zensor Appius Claudius Caecus 312 v. Chr. anlegen ließ, und ihre Abkürzung durch Apulien, die Via Traiana, die Kaiser Trajan im Jahr 109 eröffnete. Auf diesen Straßen reiste 37 v. Chr. der Dichter Horaz nach Brindisi und schrieb darüber eine Satire, auf ihnen kehrte 333 der anonyme Pilger von Bordeaux aus Jerusalem zurück. Ehrlich gesagt ist die Via Francigena del Sud trotz dieser Ahnenreihe noch ein junger Weg: Viel Asphalt, Markierungslücken im Norden, kaum Mitpilger. Wer sie geht, geht den längsten Weg Italiens zu einem Ort, der „am Ende der Erde“ heißt – und kommt dort tatsächlich an.
Andere Namen
Offiziell heißt der Weg bei der AEVF Via Francigena nel Sud, im Alltag meist Via Francigena del Sud; die regionalen Vereine treten als Vie Francigene del Sud auf, im Plural, weil es im Mittelalter mehrere Wege nach Süden gab. Im Englischen liest man Via Francigena South oder Southern Via Francigena, im Deutschen Südliche Via Francigena. Abschnitte tragen die Namen ihrer Römerstraßen: Via Appia bis Benevento, Via Traiana von Benevento nach Brindisi. Das Ziel heißt nach der Basilika Santa Maria de Finibus Terrae, „Maria am Ende der Erde“.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du in Rom angekommen bist und merkst, dass du noch nicht aufhören willst. Ideal, wenn dich Geschichte mehr reizt als Gesellschaft: Römerstraßen, normannische Kathedralen und byzantinische Kirchen liegen hier dicht am Weg. Und ideal, wenn du Süditalien jenseits der Ferienorte suchst, in Städten wie Troia oder Cerignola.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du eine Herbergskette wie auf dem Camino Francés erwartest: Jede Nacht will einzeln organisiert sein, oft mit Anruf am Vortag, und Italienischkenntnisse helfen enorm. Nichts für dich, wenn du Asphalt hasst – im Abschnitt durch Latium und Kampanien läufst du lange auf Nebenstraßen, und auf dem Tavoliere fehlt der Schatten. Und nichts für dich, wenn du im Juli oder August gehen musst: Dann zeigt das Thermometer in Apulien regelmäßig weit über 35 Grad.
Streckenverlauf & Landschaft
Rom bis Benevento (km 0–363,8): Über die Via Appia Antica und Ciampino geht es in die Albaner Berge, vorbei an Castel Gandolfo (km 25,6) und dem Kratersee von Nemi nach Velletri (km 47,4). Am Rand der Lepiner Berge folgen Bergstädte wie Cori und Sermoneta über der Pontinischen Ebene, dann die Abtei Fossanova (km 118,6) und bei Terracina (km 139,6) das Meer. Über Gaeta und Formia erreichst du Minturno (km 211,8), wo der Garigliano die Grenze nach Kampanien bildet. Landeinwärts führt der Weg über Sessa Aurunca, Teano und Alife ins Tal des Calore und über Telese Terme nach Benevento (km 363,8).
Benevento bis Santa Maria di Leuca (km 363,8–946,0): Hinter Benevento steigt der Weg in die Monti Dauni, zum höchsten Punkt mit 985 Metern bei km 416,4 nahe Faeto, und fällt nach Troia (km 436,2). Es folgt der Tavoliere, die Kornkammer Apuliens, flach und weit, bis Canosa di Puglia (km 536,8). Durch Olivenhaine geht es über Andria und Bitonto nach Bari (km 630,1), dann an der Adria über Polignano a Mare und Monopoli nach Brindisi (km 778,4). Zuletzt quert der Weg den Salento: Lecce (km 825,1), die griechischsprachigen Dörfer um Martano, Otranto (km 886,0) und die Ostküste bis Santa Maria di Leuca.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 42 Etappen. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 946,0 km kalibriert; Etappenorte sind Orte mit Unterkunft. Die AEVF teilt den Weg in rund 45 Abschnitte.
- Rom → Castel Gandolfo (25,6 km) — über die Via Appia Antica in die Albaner Berge
- Castel Gandolfo → Velletri (21,8 km) — über Albano Laziale und Nemi
- Velletri → Cori (19,0 km) — in die Lepiner Berge, Herkulestempel in Cori
- Cori → Sermoneta (20,5 km) — über Norma, Blick auf die Pontinische Ebene
- Sermoneta → Priverno (23,8 km) — über Sezze, auf und ab
- Priverno → Terracina (28,9 km) — lang: über die Abtei Fossanova an die Küste
- Terracina → Fondi (21,7 km) — über Monte San Biagio
- Fondi → Gaeta (29,0 km) — lang, über Itri an den Golf
- Gaeta → Minturno (21,5 km) — über Formia und Scauri
- Minturno → Sessa Aurunca (29,0 km) — lang, über den Garigliano nach Kampanien
- Sessa Aurunca → Teano (15,7 km) — kurz, am Fuß des Roccamonfina
- Teano → Roccaromana (23,9 km) — über Pietramelara
- Roccaromana → Alife (18,5 km) — über Dragoni ins Volturno-Tal
- Alife → Faicchio (18,8 km) — über Gioia Sannitica
- Faicchio → Solopaca (17,1 km) — über den Thermalort Telese Terme
- Solopaca → Benevento (29,0 km) — lang, über Vitulano und Foglianise
- Benevento → Buonalbergo (26,1 km) — ins Bergland, Paduli liegt 0,8 km abseits
- Buonalbergo → Faeto (23,9 km) — über Casalbore hinauf nach Villaggio San Leonardo (861 m)
- Faeto → Troia (22,4 km) — über den höchsten Punkt (985 m) und Celle di San Vito
- Troia → Castelluccio dei Sauri (23,3 km) — hinaus auf den Tavoliere
- Castelluccio dei Sauri → Ordona (20,3 km) — Weizen und Feldwege
- Ordona → Stornara (20,1 km) — über Stornarella
- Stornara → Cerignola (17,1 km) — kurz, zum Kuppeldom
- Cerignola → Canosa di Puglia (19,8 km) — über den Ofanto
- Canosa di Puglia → Andria (24,0 km) — durch Olivenhaine
- Andria → Ruvo di Puglia (26,2 km) — über Corato
- Ruvo di Puglia → Bitonto (18,9 km) — von Kathedrale zu Kathedrale
- Bitonto → Bari (24,2 km) — zur Altstadt um San Nicola
- Bari → Mola di Bari (22,7 km) — über Torre a Mare
- Mola di Bari → Monopoli (28,3 km) — lang, über Polignano a Mare
- Monopoli → Savelletri (22,2 km) — Masserien und Küste, nahe Egnazia
- Savelletri → Pozzo Faceto (16,1 km) — kurz, über Torre Canne
- Pozzo Faceto → Specchiolla (27,6 km) — über Costa Merlata und Torre Santa Sabina
- Specchiolla → Brindisi (31,4 km) — lang und flach, über Torre Rossa
- Brindisi → Torchiarolo (23,8 km) — Torchiarolo liegt 9,2 km neben der Trasse
- Torchiarolo → Lecce (22,9 km) — über Surbo
- Lecce → Vernole (17,8 km) — über das befestigte Acaya
- Vernole → Cannole (21,5 km) — durch die Grecìa Salentina
- Cannole → Otranto (21,6 km) — über Giurdignano mit seinen Dolmen
- Otranto → Vitigliano (22,4 km) — über Uggiano La Chiesa
- Vitigliano → Tricase (17,5 km) — über Vignacastrisi und Marittima
- Tricase → Santa Maria di Leuca (20,1 km) — über Gagliano del Capo ans Ende
Technisch ist nichts schwierig, aber die Summe zählt: 17.639 Höhenmeter verteilen sich vor allem auf Latium, Kampanien und die Monti Dauni, Apulien ist danach überwiegend flach. Ein Wort zu Torchiarolo: Zwischen Brindisi und Lecce liegen 46,7 Kilometer ohne Ort direkt an der Trasse. Die Karte führt Torchiarolo als Etappenort, doch der Ort liegt 9,2 Kilometer abseits – du brauchst einen Transfer, eine Abholung durch die Unterkunft oder eine Masseria in der Nähe der Trasse, etwa bei der Abtei Santa Maria di Cerrate.
Der Pilger von Bordeaux ging ihn 333 andersherum
Fast alle, die diesen Weg in den Quellen gegangen sind, kamen dir entgegen. Der anonyme Pilger von Bordeaux setzte 333 auf dem Rückweg aus Jerusalem von Aulona im heutigen Albanien nach Hydruntum über, dem heutigen Otranto, und zog über Via Traiana und Via Appia nach Rom; sein Itinerarium Burdigalense gilt als ältester erhaltener Bericht einer christlichen Pilgerreise. Der französische König Philipp II. August landete 1191 vom Kreuzzug kommend in Otranto und ritt über Lecce, Brindisi und Bari nordwärts. Und nach der Legende von Leuca kam schon der Apostel Petrus hier an, auf dem Weg nach Rom: Die Basilika steht dort, wo er den Tempel der Minerva bekehrt haben soll. Ein Pilgerweg, dessen berühmteste Gänger ihn rückwärts gingen – das hat kein anderer.
Die anderen gingen in deine Richtung, aber mit einem Schiff als Ziel. Der fränkische Mönch Bernhard reiste um 867 von Rom über Benevento nach Bari, um sich dort beim Emir einen Passierschein fürs Heilige Land zu holen. Der isländische Abt Nikulás von Munkaþverá kam um 1154 durch Benevento, „die größte Stadt von Púll“, wie er Apulien nannte, und notierte für Bari knapp: „Dann sechs zu St. Nikolaus in Bár, wo er ruht.“ Der dänische König Erik I. erreichte Bari laut der Knýtlinga saga 1098. Templer und Johanniter unterhielten Häuser in Bari, Brindisi und Otranto.
Den ältesten Reisebericht hat aber ein Heide geschrieben. Horaz fuhr 37 v. Chr. mit Maecenas von Rom nach Brindisi, über Anxur, Fundi und Formiae, also Terracina, Fondi und Formia, über Benevent, Canusium, Rubi, Barium und Gnatia – praktisch die Etappenliste dieses Weges. In Egnazia spottete er über ein Weihrauchwunder im Tempel: „Credat Iudaeus Apella“ – „Das glaube der Jude Apella“, also: wer's glaubt. Sein Schlussvers ist der schönste Satz, den es über diesen Weg gibt: „Brundisium longae finis chartaeque viaeque est“ – „Brindisi ist das Ende der langen Schrift und des Weges.“ Für dich ist Brindisi erst Kilometer 778,4.
Highlights am Weg
- Via Appia Antica (km 0–18,4) — die „Königin der Straßen“ aus dem Jahr 312 v. Chr., mit Pflaster, Grabmälern und dem Mausoleum der Caecilia Metella
- Abtei Fossanova (km 118,6) — Zisterzienserabtei, in der Thomas von Aquin am 7. März 1274 auf dem Weg zum Konzil von Lyon starb
- Terracina (km 139,6) — Tempel des Jupiter Anxur hoch über dem Meer, den schon Horaz auf „weithin leuchtenden Felsen“ sah
- Benevento (km 363,8) — Trajansbogen von 114 n. Chr. am Beginn der Via Traiana, langobardische Kirche Santa Sofia, seit 2011 UNESCO-Welterbe
- Troia (km 436,2) — romanische Kathedrale, begonnen 1093, mit der berühmten Fensterrose
- Canosa di Puglia (km 536,8) — Grabmal des Normannenfürsten Bohemund von Tarent, der 1111 starb
- Basilika San Nicola in Bari (km 630,1) — seit dem 9. Mai 1087 liegen hier die Reliquien des heiligen Nikolaus, die Seeleute aus Myra holten; Pilgerziel für West- und Ostkirche
- Egnazia bei Savelletri (km 703,3) — Ruinenstadt an der Via Traiana, Horaz' Gnatia
- Brindisi (km 778,4) — die Säule am Hafen, die das Ende der Via Appia markiert, und der Hafen der Kreuzfahrer
- Lecce (km 825,1) — Barockstadt aus hellem Kalkstein mit Santa Croce
- Kathedrale von Otranto (km 886,0) — Mosaikboden des Mönchs Pantaleone von 1163 bis 1165 mit Lebensbaum, König Artus und Alexander dem Großen; in der Kapelle die Gebeine der 813 Märtyrer von 1480, heiliggesprochen 2013
- Santa Maria de Finibus Terrae (km 943,8) — die Basilika am Kap, 1755 in heutiger Form geweiht, 1990 von Johannes Paul II. zur Basilica minor erhoben; daneben der Leuchtturm und die Kaskade des Acquedotto Pugliese mit der Säule von 1939
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Der natürliche Zubringer ist die Via Francigena Italien: Sie endet am Petersplatz, genau dort, wo die Via Francigena del Sud beginnt. Wer beide verbindet, geht vom Großen Sankt Bernhard bis Leuca durch den ganzen Stiefel. In Rom enden außerdem weitere Pilgerwege, deren Pilger hier anschließen können:
- Cammino di Francesco — auf den Spuren des heiligen Franziskus aus Umbrien und dem Rieti-Tal
- Via Romea Germanica Italien — der italienische Teil des alten Weges deutscher Rompilger über den Brenner
- Cammino di San Tommaso — teilt sich die ersten Kilometer bis Nemi mit der Via Francigena del Sud
- Via Micaelica — läuft von Santa Maria delle Mole bis Velletri auf derselben Trasse und biegt dann zum Erzengel Michael am Gargano ab
Ohne Vorlauf ist der Einstieg in Rom am einfachsten. Wer nur einen Teil gehen will, steigt in Benevento, Bari oder Brindisi ein; die letzten gut 100 Kilometer ab Lecce reichen für das Testimonium in Leuca.
Weiterpilgern?
Zu Fuß nicht: In Santa Maria di Leuca ist Land zu Ende, hier treffen sich Adria und Ionisches Meer. Im Mittelalter ging es von den Häfen weiter, über Bari, Brindisi und Otranto nach Durazzo, Korfu und ins Heilige Land; der Weg war für viele nur der Zubringer zum Schiff. Heute fahren von Bari Fähren nach Albanien und Griechenland, von Brindisi nach Griechenland – eine Pilgerroute schließt dort nicht an.
Die meisten fahren von Leuca mit Bus und Bahn über Lecce zurück. Wer den Weg andersherum denkt, verbindet ihn mit der Via Francigena Italien: von Leuca nach Rom wäre die Richtung des Pilgers von Bordeaux.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen italienischen Pilgerwegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credenziale), um in den Pilgerquartieren zu übernachten und am Ende das Testimonium zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; die AEVF und die Vie Francigene del Sud geben eigene Credenziali aus, und wer aus Norden über die Via Francigena kommt, nutzt die alte weiter. Plane den Weg am einfachsten direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst; den Track hast du offline dabei, was zwischen Rom und Benevento viel wert ist.
Das Testimonium. In Leuca stellt die Basilika Santa Maria de Finibus Terrae zusammen mit der Stiftung De Finibus Terrae das Testimonium aus, in der Sakristei. Voraussetzung sind mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß oder 200 Kilometer mit dem Rad, belegt durch Stempel; eine Voranmeldung per E-Mail ist möglich.
Unterkünfte und Jahreszeit. Eine Herbergskette gibt es nicht. Du schläfst in Pfarreien, Klöstern und Ostelli, oft gegen Spende, sonst in B&B, Agriturismi und Masserien. Ruf am Vortag an, in kleinen Orten früher. Beste Zeit sind April bis Mitte Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer ist der Tavoliere schattenlos und die Küste ausgebucht; trag auf langen Abschnitten genug Wasser.
Was dich der Weg kostet
Pilgerquartiere in Pfarreien und Klöstern kosten meist 15 bis 25 € oder eine Spende, Ostelli 20 bis 30 €, ein B&B oder Agriturismo 40 bis 70 € für ein Einzelzimmer, an der Küste zwischen Polignano und Otranto im Sommer deutlich mehr (Stand: Oktober 2026). Die Credenziale kostet wenige Euro, das Testimonium in Leuca ist kostenlos.
Rechne mit 45 bis 70 € pro Tag inklusive Bar-Frühstück, Panino und Abendessen; wer regelmäßig in Pfarreien unterkommt, schafft es mit weniger. Ehrlich gesagt ist der Süden günstiger als die Toskana, aber weil es kaum Schlafsäle gibt, zahlst du oft für ein Zimmer.
Anreise
Zum Start. Rom hat zwei Flughäfen, Fiumicino und Ciampino, und den Bahnhof Roma Termini mit Hochgeschwindigkeitszügen aus Mailand, Florenz und Neapel; Vom Bahnhof San Pietro sind es wenige Minuten zum Petersplatz.
Vom Ziel. Von Santa Maria di Leuca fahren Busse nach Gagliano del Capo und Lecce; der Bahnhof Gagliano Leuca der Ferrovie del Sud Est liegt rund 8 Kilometer vor dem Ziel und hat Züge über Maglie und Zollino nach Lecce. Von Lecce geht es mit Trenitalia nach Bari, Neapel und Rom, die nächsten Flughäfen sind Brindisi und Bari.
- Bahn Italien: trenitalia.com — Fernzüge Rom, Lecce, Bari, Brindisi
- Bahn und Bus Salento: fseonline.it — Ferrovie del Sud Est, Lecce – Gagliano Leuca
- Weg und Träger: viefrancigene.org — AEVF mit Credenziale und Etappeninfos
Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel
Alles, was du für den Via Francigena del Sud brauchst, direkt zu dir nach Hause.
Camino Shop besuchen
Weitere Caminos
Appenzeller WegAppenzeller Weg
52,6 km von Rankweil über den Rhein nach St. Peterzell: Jakobskapelle von 1464, 163 Jahre Hochzeitsweg, Anschluss an die Via Jacobi. Etappen, Kosten, Anreise.
Lesen Aqueduct Trail
Aqueduct Trail – Verbindungsweg entlang des Aquädukts von Vila do Conde
Vom Küstenweg auf den Camino Central: 12,9 km entlang des Aquädukts von Vila do Conde nach São Pedro de Rates. Route, Etappe, Herbergen, Kosten — ehrlich erklärt.
Lesen Augsburger Jakobsweg
Augsburger Jakobsweg
Der Augsburger Jakobsweg führt in 11 Etappen und 231,7 km von Oettingen im Ries über Donauwörth, Augsburg, Bad Wörishofen und Ottobeuren nach Ermengerst im Allgäu — Fuggerei, Jakobervorstadt, ein Pilger von 1446 und Mozarts Orgelduell. Etappen, Herbergen, Kosten.
Lesen
