Via Aurelia auf der Karte

Via Aurelia

Die Via Aurelia führt in 561,4 Kilometern von Genua an der ligurischen Riviera entlang nach Westen, über die Grenze nach Menton und dann durch das Hinterland der Côte d'Azur und die Provence bis Arles. Unterwegs liegen Savona, Albenga, Sanremo und Ventimiglia, in Frankreich La Turbie mit dem Siegesmal des Augustus, Vence, Fréjus, die Basilika von Saint-Maximin, Aix-en-Provence und die Alpilles. Höchster Punkt sind 778 Meter kurz vor La Turbie, insgesamt kommen 8.002 Höhenmeter bergauf zusammen. In Genua kommt die Via Postumia an, in Arles beginnt die Via Tolosana nach Toulouse und zum Somport.

10. August 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Genua / Arles; der Kartenpunkt des Genueser Zentrums liegt 1,3 km neben der Trasse, die Karte endet in der Altstadt von Arles
  • Länge: 561,4 km, davon knapp 180 km in Italien, der Rest in Frankreich
  • Dauer: 26 Etappen, Ø gut 21 km; mit Ruhetagen realistisch vier Wochen
  • Höhenmeter: ↗ 8.002 m / ↘ 7.993 m
  • Höchster Punkt: 778 m bei km 189,5, am Hang über Monaco zwischen Roquebrune-Cap-Martin und La Turbie; tiefster Punkt 1 m
  • Landschaft: Steilküste und Badeorte der Riviera, Oliventerrassen, Kalkhügel über Nizza, rotes Porphyr des Esterel, Weinbau und Eichenwald im Var, Sainte-Victoire, Olivenhaine der Alpilles
  • Träger / Markierung: in Frankreich GR 653A, rot-weiß mit Muschel, betreut von der Association PACA-Corse des Amis des Chemins de Saint-Jacques; in Ligurien keine durchgehende Jakobsweg-Markierung, die wir belegen konnten
  • Jakobus-Spuren: in Varazze stammt Jacobus de Voragine her, der Verfasser der Legenda aurea; bei Éguilles eine Jakobusfigur in der Kapelle Saint-Alexis; in Arles der Anfang der ersten Route im Pilgerführer des Codex Calixtinus
  • Unterkunft: in Italien Hotels, B&Bs und vereinzelt Pfarreien; in Frankreich zusätzlich die Chaîne d'accueil, Gastgeber für Pilger mit Credencial
  • Anschlusswege: in Genua die Via Postumia, ab Fontvieille die Via Domitia, in Arles die Via Tolosana
  • Beste Zeit: April bis Juni und September bis Oktober; im Sommer heiß, teuer und im Var mit Waldsperrungen wegen Brandgefahr

Überblick

Die Via Aurelia ist der Weg für alle, die Italien und Frankreich am Mittelmeer zusammennähen wollen. Sie beginnt in Genua, wo die Via Postumia aus Triest ankommt, und endet in Arles, wo die Via Tolosana nach Spanien losgeht. Dazwischen liegt eine Strecke, die du von Postkarten kennst – und die du kaum wiedererkennst, weil der Weg die großen Namen umgeht: Monaco siehst du von oben, Nizza vom Hinterland aus, Cannes gar nicht. Du gehst die Côte d'Azur entlang und bist am Ende überrascht, wie selten du am Strand warst.

Den Namen hat der Weg von einer Römerstraße, die hier streng genommen anders hieß. Die eigentliche Via Aurelia ließ der Zensor Gaius Aurelius Cotta 241 v. Chr. von Rom nach Norden bauen; das Stück an der Riviera und über die Seealpen legte Augustus um 13 v. Chr. als Via Julia Augusta an. Unser Weg folgt dieser Linie in Ligurien fast immer, in Frankreich nur noch stellenweise. Ehrlich gesagt ist die italienische Hälfte oft Promenade und Landstraße, die französische ein richtiger Wanderweg mit Steigungen, die man der Küste nicht zutraut.

Andere Namen

Auf Italienisch heißt der Weg Via Aurelia, auf Französisch Voie Aurélienne oder schlicht Via Aurelia; als Wanderweg trägt er in Frankreich die Nummer GR 653A, das A steht für Aurelia, so wie das D beim GR 653D für Domitia steht. Für die Römerstraße an der Riviera liest du in der Fachliteratur Via Julia Augusta, für das Stück davor, das 109 v. Chr. bis Vado Ligure gebaut wurde, Via Aemilia Scauri.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du schon einen großen Weg gegangen bist und einen suchst, auf dem du nicht ständig anderen Pilgern begegnest. Ideal, wenn du Römerzeit, Kunstgeschichte und Landschaft gleichermaßen magst: Albenga, La Turbie, Fréjus und Arles liegen an derselben Straße. Ideal auch als Zubringer zur Via Tolosana.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgerherbergen im spanischen Takt erwartest: Die gibt es hier nicht, du schläfst in Hotels, Gästezimmern oder bei Gastgebern, die du vorher anrufen musst. Nichts für dich, wenn dein Budget unter 50 € am Tag liegt – an der Riviera ist das kaum zu schaffen. Und nichts für dich, wenn du Höhenmeter unterschätzt: Allein der Aufstieg von Menton nach La Turbie sind gut 750 Meter auf zehn Kilometern.

Streckenverlauf & Landschaft

Genua bis Menton (km 0–178,2): Der Weg verlässt Genua nach Westen durch Pegli und Voltri (km 17,0) und bleibt an der Küste: Varazze (km 34,4), Savona (km 45,7), hinter Vado Ligure die Felsküste bis Noli (km 61,2) und Finale Ligure (km 72,2). Bei Albenga (km 92,8) weitet sich die Ebene, dann geht es über die Hügel von Alassio und Cervo nach Imperia (km 125,1) und durch die Riviera dei Fiori über Sanremo (km 149,9) nach Ventimiglia (km 167,1) und über die Grenze nach Menton (km 178,2).

Menton bis Arles (km 178,2–561,4): Ab Roquebrune-Cap-Martin steigt der Weg steil auf, 778 Meter bei km 189,5, und kommt nach La Turbie (km 191,6, der Ortskern liegt 0,9 km neben der Trasse). Dann bleibt er im Hinterland: Laghet (km 195,3), das Paillon-Tal, Aspremont (km 212,2), über den Var nach Vence (km 232,3). Über Valbonne, knapp neben der Trasse, und Mouans-Sartoux erreichst du bei Mandelieu-la-Napoule (km 278,1) wieder das Meer und gehst durch das Esterel nach Saint-Raphaël und Fréjus (km 313,6). Durch das Argens-Tal und das Weinland des Var geht es über Lorgues (km 358,4) nach Saint-Maximin-la-Sainte-Baume (km 424,2), am Südfuß der Sainte-Victoire über Puyloubier nach Aix-en-Provence (km 469,5), über Éguilles nach Salon-de-Provence (km 508,8) und durch die Alpilles über Maussane und Fontvieille nach Arles (km 561,4).

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 26 Etappen. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 561,4 km kalibriert. Im Esterel und zwischen Éguilles und Salon liegt je ein Tag ohne Ort auf der Trasse, daher der kurze Tag ab Aix.

  1. Genua → Arenzano (23,3 km) — durch die westlichen Stadtteile Pegli, Prà und Voltri an die Küste.
  2. Arenzano → Savona (22,4 km) — über Cogoleto und Varazze, die Heimat des Jacobus de Voragine.
  3. Savona → Finale Ligure (26,5 km) — Felsküste bei Bergeggi, das mittelalterliche Noli, Varigotti.
  4. Finale Ligure → Albenga (20,6 km) — über Pietra Ligure und Loano in die Ebene von Albenga.
  5. Albenga → Diano Marina (26,2 km) — Hügel über Alassio, das Dorf Cervo auf dem Felsen.
  6. Diano Marina → Arma di Taggia (24,0 km) — über Imperia und San Lorenzo; Taggia selbst liegt 3 km landeinwärts.
  7. Arma di Taggia → Bordighera (18,9 km) — über Sanremo bis Ospedaletti auf der alten Bahntrasse, heute Radweg.
  8. Bordighera → Menton (16,3 km) — Ventimiglia, Mortola und die Grenze.
  9. Menton → Laghet (17,1 km) — der härteste Tag: rund 760 Meter Aufstieg bis km 189,5, dann La Turbie.
  10. Laghet → Aspremont (16,9 km) — hinunter ins Paillon-Tal und wieder hinauf über Tourrette-Levens.
  11. Aspremont → Vence (20,1 km) — über den Var, Gattières und La Gaude.
  12. Vence → Valbonne (24,7 km) — Tourrettes-sur-Loup, Loup-Tal, Wald bei Roquefort-les-Pins.
  13. Valbonne → Théoule-sur-Mer (26,9 km) — Mouans-Sartoux, Siagne, Mandelieu und zurück ans Meer.
  14. Théoule-sur-Mer → Saint-Raphaël (25,2 km) — durch das Esterel, ohne Ort auf der Trasse.
  15. Saint-Raphaël → Le Muy (29,2 km) — Fréjus, dann das flache Argens-Tal; teilbar in Puget-sur-Argens.
  16. Le Muy → Lorgues (20,1 km) — Hügel und Weinberge des Var.
  17. Lorgues → Carcès (24,9 km) — vorbei an der Abtei Le Thoronet, 0,8 km neben dem Weg.
  18. Carcès → Le Val (14,0 km) — kurzer Tag durch Wald und über Vins-sur-Caramy.
  19. Le Val → Saint-Maximin-la-Sainte-Baume (26,9 km) — über Bras zur Basilika der Maria Magdalena.
  20. Saint-Maximin-la-Sainte-Baume → Puyloubier (20,9 km) — Ollières, Pourrières, an den Fuß der Sainte-Victoire.
  21. Puyloubier → Aix-en-Provence (24,4 km) — die Südflanke des Cézanne-Bergs entlang in die Stadt.
  22. Aix-en-Provence → Éguilles (10,4 km) — kurz, über Les Figons mit der Jakobusfigur.
  23. Éguilles → Salon-de-Provence (28,9 km) — lange Etappe ohne Dorf, Wasser mitnehmen.
  24. Salon-de-Provence → Aureille (17,1 km) — an Eyguières vorbei in die Alpilles.
  25. Aureille → Fontvieille (23,4 km) — Olivenhaine, Maussane, Paradou.
  26. Fontvieille → Arles (12,1 km) — gemeinsam mit der Via Domitia zum Ziel.

In Ligurien gehst du viel auf Asphalt, Promenaden und Radwegen, oft mit Verkehr; die Höhenmeter kommen von den Kaps, über die der Weg nicht herumführt. In Frankreich wird der Weg zum Pfad, steinig im Kalk über Nizza und im Esterel, sandig und schattenlos im Var. Technisch schwierig ist nichts, anstrengend ist die Summe der 8.002 Meter bergauf.

Der Mann, der Europa die Jakobuslegende erzählte, kam aus Varazze

Am zweiten Tag gehst du durch Varazze, einen Badeort mit Werften. Um 1230 wurde hier ein Junge geboren, der später als Jacobus de Voragine berühmt wurde, italienisch Jacopo da Varazze: Dominikaner, Prediger, ab 1292 Erzbischof von Genua, gestorben 1298. Um 1264 schrieb er auf Latein eine Sammlung von Heiligenleben, ursprünglich 182 Kapitel, die bald jeder kannte, der lesen konnte, und jeder, der in eine Kirche ging – die Legenda aurea, die Goldene Legende. Was die meisten Pilger über Jakobus wissen, haben sie, ohne es zu ahnen, von einem Mann von Kilometer 34.

Im Jakobus-Kapitel steht, was später auf Altarbildern zwischen Rhein und Galicien gemalt wurde: das Schiff, das den Leichnam des Apostels ohne Steuermann nach Galicien bringt, die heidnische Königin Lupa, die wilden Stiere, die sich zahm vor den Wagen spannen lassen, das Wunder vom gehenkten Sohn eines deutschen Pilgers bei Toulouse. Schon 1282 gab es eine deutsche Handschrift, um 1470 die ersten Drucke, 1479 einen in Köln, 1483 übertrug William Caxton das Buch ins Englische. Die Heiligenattribute der christlichen Kunst, schreiben Kunsthistoriker, sind ohne dieses Werk kaum zu verstehen.

Jacobus starb in Genua, liegt aber zu Hause: Seine Gebeine ruhen in einer eigenen Kapelle der Kirche San Domenico in Varazze. Wenn du von Genua aus losgehst, ist das deine erste Jakobus-Station, noch bevor du die erste Muschel siehst. Und weil Varazze offenbar Geschichten exportiert: 1312 segelte ein Seefahrer von hier, Lanzerotto Malocello, zu den Kanaren – Lanzarote trägt bis heute seinen Namen.

Highlights am Weg

  • Genua (km 0) — Altstadt und die Commenda di Prè, ein mittelalterliches Pilgerhospiz.
  • Varazze (km 34,4) — Geburtsort des Jacobus de Voragine, sein Grab in San Domenico.
  • Albenga (km 92,8) — das römische Albingaunum, Stadtgemeinde seit 1098; Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert mit Mosaiken im Gewölbe, im Museum Amphoren eines römischen Frachtschiffs aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.
  • La Turbie (km 191,6) — das Siegesmal des Augustus von 7/6 v. Chr. hoch über Monaco.
  • Laghet (km 195,3) — Marienwallfahrtsort mit Hunderten gemalter Votivbilder von Seeleuten und Unfallopfern.
  • Vence (km 232,3) — Altstadt hinter Mauern, die einstige Bischofsstadt; vor dem Ort die Rosenkranzkapelle, die Henri Matisse 1951 vollendete.
  • Fréjus (km 313,6) — das römische Forum Iulii, Amphitheater und Bischofsbezirk mit frühchristlichem Baptisterium.
  • Abtei Le Thoronet (0,8 km neben dem Weg bei km 367,5) — Zisterzienserabtei des 12. Jahrhunderts, schmucklos und berühmt dafür.
  • Saint-Maximin-la-Sainte-Baume (km 424,2) — die größte gotische Kirche der Provence, in der Krypta das Grab der Maria Magdalena, die Orgel des Mönchs Isnard von 1773.
  • Les Figons bei Éguilles (km 477,6) — Kapelle Saint-Alexis aus den 1660er Jahren mit einer Figur des Jakobus als Pilger.
  • Salon-de-Provence (km 508,8) — Burg Empéri, Grab des Nostradamus, der hier 1566 starb.
  • Arles (km 561,4) — Amphitheater, Saint-Trophime, die Alyscamps, Welterbe seit 1981.

Aurelia steht drauf, Augustus hat gebaut: das Siegesmal über Monaco

Die Römerstraße an dieser Küste wuchs in drei Stücken. 241 v. Chr. begann die Via Aurelia in Rom und kam bis Pisa und Luni, 109 v. Chr. führte der Zensor Aemilius Scaurus sie als Via Aemilia Scauri weiter bis Vada Sabatia, dem heutigen Vado Ligure bei km 51,4. Erst nach der Eroberung der Seealpen ließ Augustus 13 v. Chr. die Via Julia Augusta pflastern, über die Küste und die Berge bis Arles. Der Name Aurelia ist also eine Verallgemeinerung, die sich durchgesetzt hat – die heutige Staatsstraße SS 1 in Italien heißt genauso.

Am höchsten Punkt der Augustusstraße, dort wo sie die Alpen überquerte, setzten die Römer 7/6 v. Chr. ein Denkmal: das Trophée des Alpes in La Turbie, ursprünglich rund 50 Meter hoch. Die Inschrift, 17 Meter lang, ist durch Plinius den Älteren überliefert. Sie feiert, dass unter Augustus' Führung „gentes Alpinae omnes quae a mari supero ad inferum pertinebant sub imperium populi Romani sunt redactae“ – alle Alpenvölker, die vom Oberen bis zum Unteren Meer reichten, unter die Herrschaft des römischen Volkes gebracht wurden. Es ist vermutlich das einzige Ortsschild am Jakobsweg, das sich mit der Zahl der unterworfenen Völker vorstellt.

Das Denkmal hatte es danach schwer. 1705 wurde die Ruine teilweise gesprengt und diente danach als Steinbruch. Zwischen 1920 und 1934 richtete der Architekt Jules Formigé es wieder auf, bezahlt vom amerikanischen Mäzen Edward Tuck. Fünf römische Meilensteine stehen in La Turbie unter Denkmalschutz, drei weitere in Ventimiglia. Unser höchster Punkt, 778 Meter bei km 189,5, liegt zwei Kilometer vor dem Ort – du kommst also von oben zum Siegesmal, so wie die Straße, die es feiern sollte.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Wer zu Fuß kommt, kommt meist aus dem Osten: Die Via Postumia führt in 1.021,7 Kilometern von Triest quer durch Norditalien über Verona, Cremona und Piacenza nach Genua. In Genua gehst du einfach weiter.

Die meisten steigen in Genua oder an einem Ort der Riviera mit der Bahn ein; die Küstenlinie Genua–Ventimiglia hält in fast jedem Etappenort. Manche gehen auch nur den französischen Teil ab Menton, den eigentlichen GR 653A. Wer in Piacenza von der Via Postumia abbiegt, nimmt nicht die Via Aurelia, sondern die Via Domitia über die Alpen; sie trifft bei Fontvieille auf unseren Weg und geht die letzten zwölf Kilometer mit nach Arles.

Weiterpilgern?

Ja, und zwar bis Santiago. In Arles beginnt die Via Tolosana, die erste der vier Routen, die der Pilgerführer im Codex Calixtinus im 12. Jahrhundert beschreibt. Sie führt in 786,4 Kilometern über Saint-Gilles, Montpellier und Toulouse zum Col du Somport; dahinter geht es auf dem Camino Aragonés nach Puente la Reina und auf dem Camino Francés nach Santiago.

Wer in Arles aufhört, hat Genua und die Rhône verbunden. Eine Compostela gibt es dafür nicht; die bekommst du erst in Santiago, für mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Pilgerunterkünften zu übernachten und, wenn du bis Santiago weitergehst, am Ende die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Die Association PACA-Corse stellt ihn für 5 € bei persönlicher Abholung oder 8 € per Post aus, für Mitglieder kostenlos (Stand: Oktober 2026). Weil Unterkünfte hier dünner gesät sind als in Spanien, lohnt die Planung doppelt – am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Schlafen. In Ligurien gibt es kaum Pilgerquartiere; du übernachtest in Hotels, B&Bs und gelegentlich in Pfarreien oder Ordenshäusern, wenn du vorher fragst. In Frankreich vermittelt die Association PACA-Corse die Chaîne d'accueil, ehrenamtliche Gastgeber, die Pilger mit Credencial aufnehmen. Ruf überall mindestens einen Tag vorher an.

Jahreszeit und Waldbrand. Frühjahr und Herbst sind ideal. Im Juli und August ist es an der Küste voll und teuer und im Var und in den Bouches-du-Rhône heiß; die Präfekturen sperren dann bei Brandgefahr Waldmassive wie das Esterel tageweise. Prüf vor solchen Etappen die Zugangsampel des Départements, die die Association auf ihrer Website verlinkt.

Was dich der Weg kostet

Die Riviera ist das teuerste Pflaster des Weges. Ein Doppelzimmer im Hotel oder B&B kostet in Ligurien und zwischen Menton und Fréjus meist 80 bis 130 €, allein selten unter 60 €. Im Var und in der Provence sinkt das auf 50 bis 80 € für ein Gästezimmer, Gîtes liegen um 20 bis 35 €, bei der Chaîne d'accueil gibst du eine Spende. Ein Abendessen kostet 20 bis 35 €, ein Mittagsmenü in Frankreich 15 bis 20 € (Stand: Oktober 2026).

Rechne mit 60 bis 90 € pro Tag an der Küste und 45 bis 65 € im Hinterland, wenn du teils selbst einkaufst. Ehrlich gesagt kostet dich der Weg bis Fréjus etwa das Doppelte eines Tages auf dem Camino Francés; danach wird es spürbar entspannter.

Anreise

Zum Start. Genua erreichst du mit dem Zug über Mailand, aus Deutschland und der Schweiz über den Gotthard; Ankunft am besten in Genova Piazza Principe, von dort sind es wenige Schritte in die Altstadt. Zwischeneinstiege sind dank der Küstenbahn bis Ventimiglia und des TER bis Nizza leicht.

Vom Ziel. Arles hat Züge nach Marseille, Avignon und Nîmes, von dort TGV nach Paris und Lyon; nächster Flughafen ist Marseille-Provence.

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