Rund 188 Kilometer von Basel durch den Jura und das Schweizer Seeland nach Payerne – über das Marienheiligtum Mariastein, das jurassische Delémont und die Ufer von Bieler- und Murtensee.
Der Drei-Seen-Weg führt von Basel durch den Jura und das Schweizer Seeland bis nach Payerne. Nach einem Rundgang durch die kunst- und kulturreiche Rheinstadt geht es sanft bergan zum Marienheiligtum Mariastein, weiter über die Jurahöhen nach Delémont/Delsberg und durch Schluchten und stille Dörfer zum ehemaligen Kloster Bellelay. Über einen schon von den Römern genutzten Pass erreicht der Weg Biel/Bienne, wo sich das liebliche Dreiseenland öffnet. Entlang des Bielersees durch ausgedehnte Rebberge geht es über La Neuveville und das fruchtbare Grosse Moos – den Gemüsegarten der Schweiz – über Ins, Murten und das alte Avenches bis Payerne.
Der Name „Drei Seen" verweist auf die Seenlandschaft von Bieler-, Neuenburger- und Murtensee.
Ideal, wenn du landschaftliche Vielfalt suchst – Jurahöhen, Schluchten, Rebberge am See und weites Flachland – verbunden mit Klöstern, Wallfahrtsorten und einem Stück alter Jakobus-Geschichte.
Weniger geeignet, wenn du einen kurzen, flachen Weg willst: Mit rund 188 Kilometern und über 5.000 Höhenmetern braucht der Weg Zeit und etwas Kondition für die Jura-Etappen.
Von Basel führt der Weg dem Lauf der Birs entlang in den Jura oder direkt bergan zum Felsgrotten-Heiligtum Mariastein. Über aussichtsreiche Jurahöhen erreicht er das jurassische Delémont, dann über Höhen und durch Schluchten das einsam in den Juraweiden liegende ehemalige Kloster Bellelay.
Nach der Passüberquerung – vorbei an der Kapelle von Péry, die im 9. Jahrhundert nachweislich dem Pilgerheiligen Jakobus geweiht war – geht es durch Wälder und Schluchten nach Biel/Bienne. Entlang des Bielersees durch die Rebberge führt ein seit dem 14. Jahrhundert als Pilgerweg bezeugter Fußweg über die Kirche von Ligerz nach La Neuveville. Durch das Grosse Moos und teils dem Murtensee entlang erreicht der Weg über Ins und Murten das uralte Avenches und schließlich Payerne.
Mit rund 188 Kilometern und über 5.000 Höhenmetern verteilt sich der Weg auf etwa 8–10 Tagesetappen. Der bergigere Teil liegt im Jura zwischen Basel und Biel; das Seeland und der Abschnitt nach Payerne verlaufen deutlich flacher. Die Route ist mit gelben Rauten und Wegweisern markiert; zwischen Basel und Biel folgt sie streckenweise der Via Jura (Zusatzmarkierung „grünes Quadrat mit weisser Zahl 80").
Eine Besonderheit des Weges ist die Kapelle von Péry kurz nach der Passüberquerung im Jura: Sie war im 9. Jahrhundert nachweislich dem Pilgerheiligen Jakobus geweiht und gilt damit als eine der ältesten Zeuginnen der Jakobsverehrung im süddeutschen und Schweizer Raum.
Der Drei-Seen-Weg trifft bei Payerne auf die Westschweizer Hauptachse, die Via Jacobi (Konstanz–Genf). Hier begegnen sich Pilgernde, die von Nordosten her unterwegs sind. Von Payerne führt der weitere Weg über Lausanne nach Genf, wo die Via Gebennensis Richtung Le Puy-en-Velay und letztlich Santiago anschließt.
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Übernachtet wird in Pensionen, Gasthöfen und Pilgerquartieren – ein Pilgerausweis ist für Stempel und Quartiere sinnvoll. Für die Jura-Etappen sind trittsicheres Schuhwerk und etwas Kondition ratsam. Im Seeland kommst du durch zweisprachiges Gebiet (Deutsch und Französisch).
Die Schweiz ist teuer. Rechne pro Tag grob mit 60–100 € für Unterkunft und Verpflegung; einfache Quartiere und Selbstversorgung senken die Kosten.
Start ist Basel, ein internationaler Bahnknoten und gut erreichbar.
Die Schweizer Jakobswege werden vom Verein Jakobsweg Schweiz – Compostelle Suisse betreut (bis 2026 „jakobsweg.ch“, nach der Fusion mit „Les Amis“ umbenannt). Der Verein markiert und pflegt die Wege, bildet Pilgerbegleiter aus und gibt Wegbroschüren sowie den Pilgerausweis heraus.


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