Via degli Dei
Die Via degli Dei, der „Weg der Götter“, führt in 132,9 Kilometern von der Piazza Maggiore in Bologna über den Apennin nach Florenz. Unterwegs gehst du über Gipfel mit Götternamen, auf freigelegtem Pflaster der Römerstraße Flaminia militare von 187 v. Chr. und über den Passo della Futa hinunter ins Mugello. Sie ist kein Jakobsweg und kein kirchlicher Pilgerweg, sondern ein Wanderweg, den Bologneser Wanderer in den 1980er und 1990er Jahren zusammengesetzt haben – mit eigener Credenziale, Stempeln und einem Andenken statt einer Urkunde. 3.554 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 1.190 Meter, rund 23.000 Wanderer im Jahr 2024.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Damit die Legion nicht faulenzt: die Römerstraße unter dem Laub
- 08Highlights am Weg
- 09Zwei Schritte und ein großes Essen: wie aus einer Idee ein Weg wurde
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Piazza Maggiore in Bologna / Florenz (km 132,5); die Camino-Ninja-Karte endet im historischen Zentrum
- Länge: 132,9 km
- Dauer: 6 Etappen, Ø gut 22 km; viele gehen in 5 bis 7 Tagen
- Höhenmeter: ↗ 3.554 m / ↘ 3.578 m
- Höchster Punkt: 1.190 m bei km 63,0 zwischen Pian di Balestra und dem Passo della Futa, im Bereich des Monte Bastione
- Landschaft: Bologneser Hügel, Sandsteinwände des Contrafforte Pliocenico am Monte Adone, Buchen- und Kastanienwald auf dem Kamm, Mugello-Tal, Olivenhänge über Florenz
- Träger / Markierung: Wanderweg der Gemeinden zwischen Bologna und Florenz (Protokoll seit 2014, federführend Sasso Marconi), Wegepflege durch den CAI; weiß-rote CAI-Zeichen mit der Wegnummer und eigene Schilder „Via degli Dei“
- Pilgerpass / Urkunde: Credenziale della Via degli Dei, 3,50 € (Stand: Oktober 2026); mit mindestens 5 Stempeln zu Fuß ein offizielles Andenken, keine Compostela
- Jakobus-Spuren: keine am Weg selbst – die Via degli Dei ist kein Jakobsweg; in Bologna steht 500 Meter vom Start die Basilika San Giacomo Maggiore, begonnen 1267
- Unterkunft: Ostelli, B&Bs, Agriturismi und kleine Hotels; keine Pilgerherbergen-Kette, Vorausbuchen ist der Normalfall
- Anschlusswege: in Florenz Cammino di Francesco (über La Verna nach Assisi und Rom) und Cammino Toscana (über Prato, Pistoia, Lucca und Pisa nach Livorno)
- Beste Zeit: Mai bis Juni und September bis Oktober; im Hochsommer heiß in den Tälern, im Winter Schnee auf dem Kamm
Überblick
Die Via degli Dei ist der bekannteste Weitwanderweg Italiens, der zwei Städte verbindet, die man sonst in 37 Minuten mit dem Frecciarossa durch den Tunnel überspringt. Zu Fuß brauchst du sechs Tage dafür, und genau darin liegt der Reiz: Du gehst aus der Arkadenstadt Bologna hinaus, über Sandsteinfelsen und Buchenkämme, über den Pass, an dem sich Emilia und Toskana treffen, und kommst von Fiesole her nach Florenz hinunter, als hätte es die Autobahn nie gegeben. 2017 zählte der Weg rund 8.000 Wanderer, 2024 waren es nach Zahlen von Appennino Slow rund 23.000; im Januar 2025 wurde er als erster Wanderweg nach den Kriterien des Global Sustainable Tourism Council zertifiziert.
Ehrlich eingeordnet: Das ist kein Jakobsweg und kein Pilgerweg zu einem Grab. Der Name ist ein Wanderername, die Credenziale ein Stempelheft der Tourismusbüros, das Ziel eine Stadt und keine Kathedrale. Viele gehen ihn trotzdem wie einen Pilgerweg, mit Stempeln, Gepäck auf dem Rücken und dem Kloster Monte Senario als stillem Höhepunkt kurz vor dem Ziel. Und unter den Füßen liegt Geschichte, die älter ist als jeder Camino: Auf dem Kamm gehst du stellenweise auf Steinen, die römische Legionäre vor über 2.200 Jahren verlegt haben, weil ihr Konsul sie nicht untätig herumsitzen lassen wollte.
Andere Namen
Auf Italienisch heißt der Weg Via degli Dei oder Via degli Dèi, auf Englisch Way of the Gods, auf Deutsch Weg der Götter oder Götterweg. Wu Ming 2 nannte sein Buch über den Weg 2010 „Il sentiero degli dei“, daher liest man auch Sentiero degli Dei – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Küstenpfad an der Amalfiküste.
Der Name kommt von den Bergen am Weg. Die gängige Deutung: Monte Adone nach Adonis, Monzuno von „Mons Iovis“, dem Berg des Jupiter, Monte Venere nach Venus und Monte Luario nach Lua, einer altrömischen Göttin, die die Römer im Krieg anriefen. Ehrlich gesagt sind das Volksetymologien mit unterschiedlich gutem Fundament – aber sie haben den Wanderern gereicht, um aus vier Bergnamen einen Weg zu machen.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du eine Woche hast und eine echte Bergquerung willst, ohne dafür ins Hochgebirge zu müssen. Ideal, wenn du Kunststädte magst: Bologna und Florenz an beiden Enden, beide mit Bahnhof an der Schnellfahrstrecke, sodass An- und Abreise so einfach sind wie auf kaum einem anderen Weg. Ideal auch für einen ersten Weitwanderweg mit Gepäck – kurze Distanzen zwischen den Orten, gute Markierung, viel Gesellschaft.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du eine Pilgerinfrastruktur wie in Spanien erwartest: Es gibt keine Kette günstiger Herbergen, in der Saison sind die wenigen Betten auf dem Kamm Wochen im Voraus vergeben. Nichts für dich, wenn du Einsamkeit suchst – an Wochenenden im Mai und September laufen auf den Etappen um Monzuno und die Futa Hunderte. Und nichts für dich, wenn du die Höhenmeter unterschätzt: 3.554 Meter bergauf auf 133 Kilometern sind mehr als auf vielen spanischen Wegen der doppelten Länge, und bei Regen werden die Lehm- und Pflasterpassagen rutschig.
Streckenverlauf & Landschaft
Bologna bis Monzuno (km 0–42,3): Von der Piazza Maggiore gehst du durch die Altstadt zum Portikus von San Luca und unter seinen Bögen hinauf zum Wallfahrtsheiligtum auf dem Colle della Guardia. Dann geht es hinunter an den Reno und durch den Parco Talon an Casalecchio di Reno vorbei (der Ort liegt 0,8 km neben dem Weg); Sasso Marconi bleibt 2,1 km abseits. Über Badolo (km 24,2) steigst du in den Contrafforte Pliocenico, eine Kette senkrechter Sandsteinwände, an deren Fuß Brento (km 31,9) unter dem Monte Adone liegt. Über Selve und Tre Fasci erreichst du Monzuno (km 42,3).
Monzuno bis Florenz (km 42,3–132,9): Hinter Monzuno wird der Weg zum Kammweg: Cedrecchia (km 50,6), Madonna dei Fornelli (km 52,5), dann Pian di Balestra (km 57,7), wo die freigelegten Abschnitte der Flaminia militare beginnen. Am Monte Bastione erreichst du bei km 63,0 mit 1.190 Metern den höchsten Punkt; Bruscoli und Traversa liegen jeweils rund einen Kilometer neben dem Weg. Am Passo della Futa (km 68,6) beginnt die Toskana. Von dort geht es über Sant'Agata hinab ins Mugello nach San Piero a Sieve (km 90,2), über Tagliaferro und Tassaia hinauf zum Kloster Monte Senario (km 105,0), über Vetta le Croci und Olmo an Fiesole vorbei (das Zentrum liegt 0,8 km abseits) und hinunter nach Florenz (km 132,5).
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 6 Etappen. Die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 132,9 km kalibriert; die Tagesziele sind Orte mit Unterkunft. Die beliebte Einteilung in 7 Tage teilt die dritte Etappe in Madonna dei Fornelli (km 52,5): 10,2 und 16,1 km, ein entspannter Tag und einer für die Römerstraße.
- Bologna → Badolo (24,2 km) — Unter dem Portikus von San Luca hinauf zum Heiligtum, dann am Reno entlang und steil hinauf nach Badolo; der Tag mit den meisten Asphaltmetern.
- Badolo → Monzuno (18,1 km) — Über den Sandsteinkamm des Contrafforte Pliocenico, am Monte Adone vorbei nach Brento und weiter nach Monzuno, viel Auf und Ab.
- Monzuno → Passo della Futa (26,3 km) — Der lange Kammtag: über Madonna dei Fornelli und Pian di Balestra auf die Flaminia militare, höchster Punkt am Monte Bastione, Ankunft am Soldatenfriedhof.
- Passo della Futa → San Piero a Sieve (21,6 km) — Hinunter ins Mugello, über Sant'Agata ins Tal der Sieve; bergab anstrengender, als die Karte vermuten lässt.
- San Piero a Sieve → Monte Senario (14,8 km) — Kurz, aber mit einem steilen Anstieg von gut 200 auf 761 Meter; Übernachtung beim Kloster oder im nahen Bivigliano, 0,8 km neben dem Weg.
- Monte Senario → Florenz (27,9 km) — Über Vetta le Croci und Olmo, an Fiesole vorbei, mit dem ersten Blick auf die Domkuppel; der letzte Abschnitt ist Stadtasphalt.
Technisch ist nichts schwierig, Klettersteige gibt es keine. Anstrengend sind die Summe der Höhenmeter und der Untergrund: Waldwege mit Wurzeln, ausgewaschene Lehmpassagen, auf der Flaminia militare grobes Pflaster, das bei Nässe glatt wird. Nach den Unwettern im September und Oktober 2024 waren einzelne Abschnitte durch Erdrutsche verlegt; frag vor dem Start bei den Tourismusbüros nach aktuellen Umleitungen.
Damit die Legion nicht faulenzt: die Römerstraße unter dem Laub
Titus Livius erzählt es im 39. Buch seiner Römischen Geschichte ganz nüchtern. Der Konsul Gaius Flaminius hatte 187 v. Chr. die Ligurer im Apennin besiegt, und dann: „ne in otio militem haberet, viam a Bononia perduxit Arretium“ – „damit er den Soldaten nicht im Müßiggang hielt, führte er eine Straße von Bologna nach Arezzo“. Die Römerstraße, über die du am dritten Tag gehst, ist also eine Beschäftigungsmaßnahme. Die Historiker nennen sie Flaminia militare, um sie von der berühmten Via Flaminia nach Rimini zu unterscheiden.
Zweitausend Jahre lang war sie verschwunden. Der Anwalt Cesare Agostini und der Kunsthandwerker Franco Santi suchten ab 1977 nach ihr, angeregt von Erzählungen der Alten über eine Straße in den Bergen. Am 25. August 1979 fanden sie nahe dem Gipfel des Monte Bastione unter 60 Zentimetern Erde ein Pflaster aus großen Sandsteinblöcken, 2,40 Meter breit – genau acht römische Fuß. In gut zehn Jahren Handarbeit legten die beiden rund 7 Kilometer frei, bis hinüber zur Futa; im Mai 2000 veröffentlichten sie ihre Ergebnisse. Ehrlich gesagt ist die Datierung jedes einzelnen Steins unter Archäologen nicht unumstritten, und manches Stück wurde im Mittelalter weiter benutzt. Aber wer bei Pian di Balestra auf diesen Blöcken steht, versteht, warum Bologneser Wanderer daraus einen Weg gemacht haben.
Praktisch heißt das: Die freigelegten Abschnitte liegen zwischen Pian di Balestra (km 57,7) und dem Passo della Futa (km 68,6), auf 900 bis 1.200 Metern, und sind ausgeschildert. Plane für diesen Tag Zeit ein und geh nicht am Pflaster vorbei, nur weil daneben ein bequemerer Pfad läuft. Bei Regen ist der Stein glatt; Stöcke helfen.
Highlights am Weg
- Piazza Maggiore, Bologna (km 0) — Start zwischen San Petronio und Neptunbrunnen; 500 Meter weiter die Basilika San Giacomo Maggiore, begonnen 1267, die einzige große Jakobuskirche an diesem Weg.
- Portikus von San Luca (am Stadtrand) — rund 3,8 km Arkaden, ab 1674 gebaut, angeblich mit 666 Bögen – laut der Stadt Bologna sind es je nach Zählung etwas weniger; seit 2021 Teil des UNESCO-Welterbes der Portici di Bologna. Oben das Heiligtum mit der Marienikone, die seit 1160 auf dem Hügel verehrt wird, Kirche von 1723 nach Plänen von Carlo Francesco Dotti.
- Contrafforte Pliocenico und Monte Adone (um km 32) — Sandsteinwände aus einem urzeitlichen Meer, darüber der Aussichtsgipfel, der dem Weg einen seiner Götter gibt.
- Flaminia militare (km 57,7–68,6) — das freigelegte Römerpflaster von 187 v. Chr. am Monte Bastione, entdeckt 1979.
- Passo della Futa (km 68,6) — der Deutsche Soldatenfriedhof, 1969 eingeweiht, nach Plänen des Architekten Dieter Oesterlen: 30.683 Gefallene der Kämpfe an der Gotenlinie 1944, eine 2 Kilometer lange Mauer windet sich spiralförmig auf den Hügel. Der größte deutsche Soldatenfriedhof in Italien und ein Ort, an dem auch Wanderer leiser werden.
- San Piero a Sieve (km 90,2) — darüber die Medici-Festung San Martino, begonnen am 30. Juni 1569 im Auftrag Cosimos I., nach Baldassarre Lanci von Bernardo Buontalenti weitergebaut, fertig 1608.
- Monte Senario (km 105,0) — Kloster auf 761 Metern, gegründet 1234 von sieben Florentiner Adligen, die den Servitenorden begründeten; seit 1865 stellen die Mönche den Kräuterlikör Gemma d'Abeto her.
- Fiesole (0,8 km neben dem Weg, bei km 119,7) — Etruskerstadt über Florenz mit römischem Theater; der Abstecher ins Zentrum lohnt sich am letzten Tag.
- Florenz (km 132,5) — Ziel in der Altstadt, Weltkulturerbe seit 1982.
Zwei Schritte und ein großes Essen: wie aus einer Idee ein Weg wurde
Erfunden hat die Via degli Dei kein Ministerium, sondern eine Wandergruppe. Zwischen Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre brachen Bologneser Wanderer aus dem Umfeld des CAI um Domenico Manaresi, genannt „Mingàn“, zu Fuß nach Florenz auf; ihre Runde nannte sich „Dû pas e na gran magnè“, im Bologneser Dialekt „zwei Schritte und ein großes Essen“. Das Motiv hatte schon der Regisseur Pupi Avati 1983 in seinem Film „Una gita scolastica“ erzählt: eine Abiturklasse aus Bologna, die 1914 zu Fuß über den Apennin nach Florenz wandert.
Den Durchbruch brachten ein Buch und ein Tourismusbüro. 2010 erschien Wu Mings „Il sentiero degli dei“, eine Wanderung als Erzählung. 2013 startete das Büro in Sasso Marconi ein Förderprojekt, 7.000 Euro aus der Provinz, die ersten 4.000 Karten waren sofort verkauft; 2014 unterschrieben die Bürgermeister aller Gemeinden von Bologna bis Florenz ein gemeinsames Protokoll. Seitdem wächst der Weg Jahr für Jahr. Laut Region Emilia-Romagna stehen hinter den 23.000 Wanderern des Jahres 2024 rund 115.000 Übernachtungen und mehr als 12 Millionen Euro Umsatz in zwölf Gemeinden.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Ehrlich gesagt: kaum über einen anderen Weg. In Bologna mündet kein Weg aus unserem Netz in die Via degli Dei; fast alle kommen mit dem Zug an der Stazione Centrale an und gehen von dort zehn Minuten zur Piazza Maggiore. Bologna ist Knoten der italienischen Schnellfahrstrecken, der Flughafen Guglielmo Marconi liegt am Stadtrand.
Manche gehen den Weg andersherum, von Florenz nach Bologna – dann kommen sie vom Cammino di Francesco oder vom Cammino Toscana, die beide in Florenz ihren Anfang haben. Markiert ist die Via degli Dei in beide Richtungen; die Führer beschreiben meist Bologna–Florenz.
Weiterpilgern?
Ja – und hier wird aus dem Wanderweg auf Wunsch doch ein Pilgerweg. In Florenz beginnen zwei Wege aus unserem Netz:
- Cammino di Francesco — von Santa Croce über den Consuma-Pass, Camaldoli und La Verna nach Assisi und weiter nach Rom, mit eigenem Testimonium
- Cammino Toscana — von der Piazza della Signoria über Prato und Pistoia mit seiner Jakobusreliquie, Lucca und Pisa nach Livorno, gelb-blau mit der Muschel markiert
Wer von Bologna bis Assisi geht, hat am Ende den Apennin zweimal gequert und aus einer Wanderwoche einen Monat gemacht.
Vorbereitung & Praktisches
Credenziale und App. Die Via degli Dei ist kein offizieller Jakobsweg; eine Compostela oder ein kirchliches Testimonium gibt es nicht. Es gibt aber die Credenziale della Via degli Dei, ein Stempelheft für 3,50 € bei Appennino Slow und den Tourismusbüros in Sasso Marconi, Bologna und Fiesole (Stand: Oktober 2026). Mit mindestens 5 Stempeln aus Partnerbetrieben zu Fuß, mit dem Rad 3, bekommst du ein offizielles Andenken; ein Foto der gestempelten Credenziale per Mail an das Büro genügt. Dein Pilgerausweis vom Jakobsweg wird hier nicht gebraucht, Stempel sammelst du aber auch damit. Bestell die Credenziale am besten vorab online, damit sie rechtzeitig bei dir ist. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Unterkünfte und Jahreszeit. Auf dem Kamm zwischen Monzuno und der Futa gibt es nur eine Handvoll Betriebe; im Mai, Juni und September sind sie früh ausgebucht. Viele Gastgeber holen dich gegen Aufpreis von der Route ab, das gehört hier zum Konzept. Beste Zeit sind Frühjahr und Herbst; im Juli und August ist es in den Tälern bei Bologna und im Mugello heiß, im Winter liegt auf dem Kamm Schnee. Wasser gibt es im Wald nicht überall – nimm für die Kammetappe zwei Liter mit.
Gepäck. Mehrere Anbieter transportieren dein Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft; auf diesem Weg ist das eher die Regel als die Ausnahme.
Was dich der Weg kostet
Die Formalien sind billig: Credenziale 3,50 €, das Andenken am Ende kostenlos. Teurer sind die Betten. Ein Platz im Schlafsaal eines Ostello kostet rund 25 bis 35 €, Bettwäsche manchmal extra; ein Doppelzimmer im B&B oder Agriturismo 70 bis 110 €, viele Agriturismi auf dem Kamm bieten Halbpension für 60 bis 80 € pro Person (Stand: Oktober 2026). Ein Abendessen in der Trattoria mit Tagliatelle, Tortelli und Wein liegt bei 20 bis 30 €.
Rechne mit 60 bis 90 € pro Tag, allein im Einzelzimmer eher mehr. Ehrlich gesagt ist die Via degli Dei damit doppelt so teuer wie ein spanischer Camino – dafür isst du in der Emilia und im Mugello besser als auf jedem Pilgermenü.
Anreise
Zum Start. Bologna Centrale erreichst du mit Frecciarossa und Italo aus Mailand, Venedig, Rom und Florenz, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über München, Innsbruck und Verona oder über Mailand. Der Flughafen Bologna wird aus dem deutschsprachigen Raum direkt angeflogen; der Marconi Express fährt in wenigen Minuten zum Hauptbahnhof.
Vom Ziel. Von Florenz Santa Maria Novella fahren Frecciarossa und Italo in rund 37 Minuten nach Bologna zurück, im Sparpreis ab etwa 10 €, sonst eher 20 bis 30 € (Stand: Oktober 2026); Regionalzüge brauchen länger, kosten aber ähnlich wenig. Florenz hat einen eigenen Flughafen, Pisa liegt eine Stunde entfernt.
- Bahn: trenitalia.com — Frecciarossa und Regionalzüge Bologna – Florenz
- Bahn: italotreno.com — Hochgeschwindigkeitszüge Bologna – Florenz
- Credenziale: appenninoslow.it — Stempelheft, Karte und Infos zum Weg
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