Via degli Dei
Der Weg der Götter über den Apennin: rund 133 Kilometer von Bologna nach Florenz auf alten Römerstraßen, durch Wälder und über Gipfel mit den Namen antiker Götter.

- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Die Flaminia militare und die Götterberge – das Herz des Weges
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Bologna → Florenz
- Länge: 132,9 km
- Höhenmeter: ↗ 3.554 m / ↘ 3.578 m
- Dauer: rund 5–6 Tage zu Fuß
- Andere Namen: Way of the Gods, Via degli Dèi
- Charakter: wilder Apennin-Trek auf Römerstraßen zwischen zwei Kunststädten
Überblick
Die Via degli Dei – der „Weg der Götter“ – ist einer der bekanntesten Weitwanderwege Italiens. Sie verbindet Bologna und Florenz auf rund 133 Kilometern quer über den Apennin. Ihren Namen verdankt sie den Bergen, durch die sie führt: Monte Adone, Monte Venere, Monzuno (von *Mons Iovis*, „Berg des Jupiter“).
Über weite Strecken folgt der Weg der römischen Flaminia militare, deren originales Pflaster stellenweise noch erhalten ist. Es ist kein Pilgerweg zu einem Grab, sondern eine Reise durch Wald, Geschichte und Stille – mit zwei großen Kunststädten als Anfang und Ende.
Andere Namen
- Italienisch: Via degli Dèi
- Englisch: Way of the Gods
- Deutsch: Weg der Götter
Der Name spielt auf die Gipfel mit antiken Götternamen an, die den Weg säumen.
Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du in rund einer Woche einen wilden, waldreichen Bergweg zwischen zwei großartigen Städten gehen willst – mit guter Bahnanbindung an beiden Enden. Perfekt für einen kompakten Wanderurlaub.
Weniger geeignet, wenn du eine durchgehend einfache, flache Strecke suchst: Der Apennin verlangt Kondition und Trittsicherheit, und im Hochsommer kann es heiß und im Winter nass und kalt sein.
Streckenverlauf & Landschaft
Aus Bologna steigt der Weg über die Hügel hinauf in den Apennin, durch Eichen- und Buchenwälder und über stille Kämme. Höhepunkte sind die erhaltenen Abschnitte der römischen Flaminia militare und Aussichtsgipfel wie der Monte Adone.
Auf der toskanischen Seite führt der Weg über Passo della Futa und durch das Mugello-Tal hinab nach Florenz.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Auf rund 133 Kilometern sammelst du etwa 3.550 Höhenmeter – ein anständiger Bergweg, aber in 5–6 Tagen gut machbar. Trittsicherheit hilft auf den Römerpflaster-Abschnitten. Markierung gut (CAI-Zeichen und eigene Beschilderung).
Unterkünfte (Agriturismi, B&Bs, Rifugi) liegen passend verteilt – in der Hauptsaison aber vorausbuchen.
Die Flaminia militare und die Götterberge – das Herz des Weges
Das Besondere ist die Flaminia militare, eine 187 v. Chr. angelegte Römerstraße, deren originales Steinpflaster auf einigen Bergabschnitten freigelegt ist – du gehst buchstäblich auf 2.000 Jahre alten Steinen.
Dazwischen die Götterberge: Monte Adone, Monte Venere und Monzuno geben dem Weg seinen mythischen Namen und großartige Ausblicke über den Apennin.
- Such die freigelegten Abschnitte der Flaminia militare – sie sind ausgeschildert.
- Plane in Bologna und Florenz je einen Tag für die Kunststädte ein.
- Im Hochsommer früh starten; Wasserstellen sind im Wald nicht überall vorhanden.
Highlights am Weg
- Bologna – Start in der Stadt der Arkaden und der ältesten Universität Europas.
- Flaminia militare – freigelegte römische Pflasterstraße im Apennin.
- Monte Adone / Monte Venere – Aussichtsgipfel mit Götternamen.
- Passo della Futa – höchster Punkt mit großem Soldatenfriedhof.
- Florenz – Ziel in der Wiege der Renaissance.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Die Via degli Dei beginnt mitten in Bologna an der Piazza Maggiore – per Hochgeschwindigkeitszug aus ganz Italien erreichbar, der Flughafen liegt vor der Stadt. Einen pilgernden Zulauf gibt es nicht: Dieser Weg ist ein eigenständiges Abenteuer zwischen zwei Kunststädten.
Weiterpilgern?
Die Via degli Dei endet in Florenz – nicht in Santiago und nicht in Rom. Wer den Pilgermodus nicht abschalten will, wechselt von hier auf die Via Francigena (Italien): Per Bahn bist du in einer Stunde in Siena oder San Miniato und gehst auf dem italienischen Hauptweg weiter nach Rom – und dort, wer mag, auf der Via Francigena del Sud bis ans Ende des Stiefels.
Vorbereitung & Praktisches
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst; der Hochsommer kann heiß sein, der Winter im Apennin nass und kalt. Übernachtet wird in Agriturismi, B&Bs und Rifugi – Vorausbuchen ist ratsam. Ein Pilger-/Wanderausweis ist nicht nötig, aber ein „Credenziale della Via degli Dei“ mit Stempeln ist beliebt.
Was dich der Weg kostet
Italien ist teurer als Spanien. Rechne pro Tag grob mit 40–70 €, je nach Unterkunft (B&Bs und Agriturismi statt Pilgerherbergen), plus Verpflegung.
Anreise
Start und Ziel – Bologna und Florenz – sind perfekt per Hochgeschwindigkeitszug erreichbar.
- Bahn nach Bologna / von Florenz: beide an der italienischen Schnellfahrstrecke. Trenitalia – italienische Bahn, Verbindungen und Tickets.
- Rückreise: in rund 40 Minuten per Zug zwischen Florenz und Bologna zurück. Trenitalia – Verbindungen.
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