Rhein-Reuss-Rhôneweg
Der Rhein-Reuss-Rhôneweg führt in 242,8 Kilometern vom Benediktinerkloster Disentis in der Surselva zur Abtei Saint-Maurice im Unterwallis, die seit 515 ohne Unterbrechung besteht. Er überquert den Oberalppass an der Rheinquelle und die Furka, an der unsere Karte mit 2.462 Metern den höchsten Punkt misst, und folgt dann der jungen Rhone durch das Goms, über Brig, Leuk, Sion und Martigny. Drei Sprachen, zwei Pässe, 7.014 Höhenmeter bergauf – und ein Weg, der nur zwischen Sommer und Herbst ganz zu Fuß geht. In Saint-Maurice wartet die Via Francigena.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Ein Enthaupteter am Start, 6.666 am Ziel
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Kloster Disentis/Mustér (Graubünden) / Abtei Saint-Maurice (Wallis)
- Länge: 242,8 km
- Dauer: 12 Etappen, Ø gut 20 km; mit Ruhetag und Wetterpuffer zwei Wochen
- Höhenmeter: ↗ 7.014 m / ↘ 7.757 m
- Höchster Punkt: 2.462 m bei km 52,0 an der Furka, zwischen Realp und Obergoms; der Oberalppass liegt bei rund 2.044 m
- Landschaft: Surselva und Rheinquelle, Urserental, Hochgebirge an der Furka, Lärchen und Holzdörfer im Goms, Felsensteppe und Rebberge im Mittelwallis, Burghügel von Sion, Talenge von Saint-Maurice
- Markierung: eröffnet 2018; signalisiert als Pilgerweg Rhein-Reuss-Rhone
- Jakobus-Spuren: Jakobus an einem Seitenaltar der Kathedrale von Sion, ein ruhender Pilgerapostel in der Marienkirche von Reckingen, Jakobsdetails in der Vigiliuskirche von Sedrun, Rue Saint-Jacques und Pilgerhospiz in Saillon
- Unterkunft: Hotels, Gasthäuser und B&B, Jugendherbergen in Hospental und Sion, Gästehaus im Kloster Disentis; kaum reine Pilgerherbergen
- Anschlusswege: Jakobsweg Graubünden (gemeinsam von Disentis bis Sedrun), Tessiner Anschlussweg (gemeinsam zwischen Andermatt und Hospental), Via Francigena (Schweiz) (gemeinsam von Martigny bis Saint-Maurice)
- Beste Zeit: Juli bis Mitte Oktober für den ganzen Weg; das Rhonetal ab Brig geht auch im Frühjahr
Überblick
Der Rhein-Reuss-Rhôneweg verbindet zwei Klöster, die beide älter sind als die Schweiz, und dazwischen die Quellgebiete dreier Flüsse. Am Oberalppass entspringt der Rhein, bei Andermatt fließt die Reuss, hinter der Furka beginnt mit dem Rhonegletscher die Rhone. Der Weg folgt ihr dann bis Saint-Maurice: erst durch das hochgelegene Goms, dann durch das breite, sonnige Rhonetal, in dem die Sprache bei Salgesch vom Walliserdeutsch ins Französische kippt.
Er ist jung. Eröffnet wurde er am 4. Juli 2018 gleichzeitig in Ritzingen im Goms und in Andermatt, für 180.000 Franken, getragen von Gemeinden, Kanton, Bund, Tourismusorganisationen und der Matterhorn-Gotthard-Bahn. Der Oberwalliser Wanderleiter Peter Salzmann, der den Weg entwickelt hat, begründete das so: „Unsere religiösen Bauten sind kleine Museen.“ Rund 300 Kirchen und Kapellen zählt allein das Oberwallis, eine auf hundert Einwohner. Die ehrlichste Zahl aber nennt der Gästebetrieb des Klosters Disentis: Von rund 11.000 Übernachtungen im Jahr gehen nicht einmal 50 auf Pilger. Du wirst hier also viele Kapellen haben – und wenig Gesellschaft.
Andere Namen
Offiziell heißt der Weg Pilgerweg Rhein-Reuss-Rhone, der Pilgerführer von Peter Salzmann nennt ihn Alpen-Jakobsweg, auf Französisch liest man Chemin Rhin-Reuss-Rhône. Die Namen am Weg wechseln mit den Sprachen: Disentis heißt rätoromanisch Mustér (von lateinisch monasterium, Kloster), der Rhein Rein, und im Oberwallis ist die Rhone der Rotten. Unterhalb der Sprachgrenze wird aus Sitten Sion und aus Siders Sierre.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du Berge und Kunstgeschichte gleichermaßen willst: zwei klassische Alpenpässe, Barockkirchen fast in jedem Dorf des Goms, Burgkirchen und Beinhäuser im Rhonetal und am Ende eine Abtei mit 1.500 Jahren Geschichte. Ideal auch, wenn du vom Jakobsweg Graubünden kommst und weiter nach Westen willst oder als Pilger nach Rom den Alpenbogen einmal ganz durchqueren möchtest.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du ein Herbergsnetz wie in Spanien erwartest: Pilgerbetten zum kleinen Preis sind die Ausnahme, du schläfst überwiegend in Hotels und Gasthäusern zu Schweizer Preisen. Nichts für dich, wenn du nur im Mai oder Ende Oktober Zeit hast – dann liegt an Oberalp und Furka Schnee, und du fährst die Pässe mit der Bahn. Und nichts für dich, wenn du durchgehend Bergeinsamkeit suchst: Zwischen Brig und Martigny läufst du viele Kilometer im flachen Talboden neben Rhone, Autobahn, Bahnlinie und Industrie; das Mittelwallis gehört zu den trockensten und im Sommer heißesten Gegenden der Schweiz.
Streckenverlauf & Landschaft
Disentis bis Obergoms (km 0–62,7): Vom Kloster steigt der Weg durch die Surselva über Sedrun (km 9,4) und Rueras (km 11,7) zum Oberalppass auf rund 2.044 Metern, wo der Rhein aus dem Tomasee abfließt und seit 2010 ein Leuchtturm steht. Hinunter geht es nach Andermatt (km 31,9) und durchs baumlose Urserental über Hospental (km 35,4) nach Realp (km 42,3). Dann der lange Aufstieg zur Furka: bei km 52,0 erreichst du 2.462 Meter, gut 30 Meter über der Passstraße, mit Blick auf Rhonegletscher und Berner Alpen. Über Gletsch steigt der Weg ins Obergoms ab (km 62,7).
Obergoms bis Saint-Maurice (km 62,7–242,8): Das Goms ist ein Hochtal auf 1.200 bis 1.400 Metern mit sonnenverbrannten Holzhäusern: Ulrichen (km 68,1), Münster (km 72,8), Niederwald (km 83,5) und Ernen (km 90,3) mit seinem Dorfplatz; Fiesch liegt einen Kilometer neben dem Weg. Über Grengiols und Mörel-Filet fällt die Strecke nach Brig (km 112,2), danach bleibst du im Rhonetal: Visp (km 124,3), Raron (km 133,1), Leuk (km 152,9), über Salgesch zur Sprachgrenze und nach Sierre (km 163,2), weiter nach Sion (km 186,3). Durch Weinberge geht es über Vétroz und Saillon (km 209,0) nach Martigny (km 224,0), wo die Rhone nach Norden abknickt, und durch die Talenge nach Saint-Maurice (km 240,9). Viele Orte in den Hängen des Mittelwallis – Miège, Savièse, Conthey, Chamoson, Leytron – liegen knapp neben der Trasse, nicht an ihr.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 12 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 242,8 km kalibriert. Die ersten vier Tage sind Bergetappen mit kurzen Distanzen, ab dem Goms werden die Tage länger und flacher. Der Oberalppass liegt zwischen Rueras und Andermatt, die Furka zwischen Realp und Obergoms.
- Disentis → Rueras (11,7 km) — kurzer Auftakt durch die Surselva über Sedrun, Zeit für das Kloster am Morgen.
- Rueras → Andermatt (20,2 km) — rund 650 Meter hinauf zum Oberalppass und zur Rheinquelle, dann hinab ins Urserental.
- Andermatt → Realp (10,4 km) — flacher Halbtag über Hospental; Kraft sammeln für die Furka.
- Realp → Obergoms (20,4 km) — die Königsetappe: über 900 Meter Aufstieg zur Furka auf 2.462 Meter, Abstieg über Gletsch.
- Obergoms → Ernen (27,6 km) — sanft talwärts durch die Gommer Dörfer über Münster und Niederwald.
- Ernen → Brig (21,9 km) — über Grengiols und Mörel-Filet hinunter ins Haupttal.
- Brig → Gampel (27,1 km) — über Visp und Raron, die erste lange Talboden-Etappe.
- Gampel → Sierre (23,9 km) — über Turtmann und Leuk, durch Salgesch über die Sprachgrenze.
- Sierre → Sion (23,1 km) — über Saint-Léonard und Bramois in die Kantonshauptstadt.
- Sion → Saillon (22,7 km) — durch die Rebberge am Nordhang über Vétroz und Ardon.
- Saillon → Martigny (15,0 km) — über Fully, kurz und warm.
- Martigny → Saint-Maurice (18,8 km) — gemeinsam mit der Via Francigena durch die Talenge zur Abtei.
Technisch schwierig ist keine Etappe, aber die Pässe verlangen Trittsicherheit, Bergschuhe und Wetterverstand: Gewitter, Nebel und Neuschnee sind auch im August möglich. Im Talboden sind es eher Hitze und Asphalt, die müde machen. Wer die Bergetappen 1 bis 4 zusammenzieht, spart einen Tag, verschenkt aber genau den Teil, der den Weg ausmacht.
Ein Enthaupteter am Start, 6.666 am Ziel
Dieser Weg beginnt und endet an einem Märtyrergrab. In Disentis ist es das des Placidus, eines rätischen Grundherrn, den der Churer Präses Victor im frühen 8. Jahrhundert töten ließ; aus dem Mord wurde die Legende einer Enthauptung, aus seinem Grab ein Kloster, das der Franke Sigisbert mit ihm gegründet haben soll. Um 700 bestand die Gemeinschaft, das Testament des Churer Bischofs Tello nennt 765 ihren Besitz, die heutige Barockanlage entstand zwischen 1685 und 1704 nach Plänen von Caspar Moosbrugger, der später Einsiedeln baute. Ihr Fest feiert Disentis am 11. Juli.
In Saint-Maurice ist es das Grab des Mauritius und seiner Thebäischen Legion: 6.666 christliche Soldaten aus Ägypten, die sich nach der Legende um 286 hier bei Agaunum weigerten, den Göttern des Kaisers Maximian zu opfern, und Mann für Mann hingerichtet wurden. Aufgeschrieben hat das Bischof Eucherius von Lyon um 443 bis 450, mit dem Satz, den Mauritius dem Kaiser gesagt haben soll: „Milites sumus, imperator, tui, sed tamen servi, quod libere confitemur, Dei“ – „Wir sind deine Soldaten, Kaiser, aber, wie wir frei bekennen, Diener Gottes.“ Die Forschung hält allenfalls eine Kohorte von gut 500 Mann für denkbar. Ein Enthaupteter am Anfang, 6.666 am Ende: Dazwischen liegen 242,8 Kilometer und rund 1.500 Jahre Verehrung.
Um 370 errichtete Theodor, der erste bekannte Bischof des Wallis, über den Gräbern ein Heiligtum; 515 gründete der Burgunderkönig Sigismund die Abtei, ab 522 sangen dort mehrere Chöre im Wechsel Tag und Nacht das ewige Lob, die laus perennis. Seit 1128 leben Augustiner-Chorherren in Saint-Maurice, und die Abtei gilt als ältestes ohne Unterbrechung bewohntes Kloster des Abendlandes. Als Erzbischof Sigerich von Canterbury 990 aus Rom heimkehrte, notierte er „Sce Maurici“ als 51. Station seines Weges. Peter Salzmann fasst es so: „Saint-Maurice war die Eintrittspforte für Christinnen und Christen in der heutigen Schweiz.“ Praktisch: Plane für das Ziel einen halben Tag ein – der Klosterschatz mit Reliquiaren aus dem Frühmittelalter und die Ausgrabungen am Martolet unter dem Felsen sind nur mit Führung oder zu festen Zeiten zugänglich.
Highlights am Weg
- Kloster Disentis (km 0) — Benediktinerabtei seit um 700, Barockkirche von Caspar Moosbrugger, Brand von 1799, der Archiv und Bibliothek zerstörte.
- Oberalppass und Rheinquelle (zwischen km 11,7 und 31,9) — Tomasee als Quelle des Vorderrheins; der Leuchtturm von 2010 ist ein Nachbau des Unterfeuers von Hoek van Holland, das 70 Jahre die Rheinmündung markierte.
- Furka (km 52,0) — höchster Punkt des Weges mit 2.462 Metern, Wasserscheide zwischen Reuss und Rhone; am 12. November 1779 stapfte Goethe von Münster her im tiefen Schnee hinüber und schrieb von der „ödesten Gegend der Welt“; abends empfing ihn in Realp ein Kapuzinerpater.
- Gletsch und Rhonegletscher — das Vorgängerhaus des Grandhotels stand 1830 noch fast an der Gletscherzunge; heute bist du ein gutes Stück zu Fuß bis zum Eis.
- Ernen und Mühlebach (km 88,7–90,3) — Dorfplatz mit bemalten Häusern; in Mühlebach wurde um 1465 Matthäus Schiner geboren, ab 1511 Kardinal, der die Eidgenossen 1515 in die Schlacht von Marignano führte.
- Brig (km 112,2) — Stockalperschloss von 1658 bis 1678 mit den Türmen Kaspar, Melchior und Balthasar, gebaut vom Salz- und Simplonhändler Kaspar Stockalper; ein Pilgerhospiz ist hier schon 1304 belegt. Im Beinhaus von Naters gegenüber steht: „Was wir sind, das werdet ihr.“
- Raron (km 133,1) — Burgkirche von Ulrich Ruffiner, erbaut 1512 bis 1517, an ihrer Mauer das Grab von Rainer Maria Rilke, beigesetzt am 2. Januar 1927.
- Salgesch und Leuk (km 152,9–158,9) — 1235 gründeten Johanniter in Salgesch eine Herberge für Pilger und Reisende, 1655 kaufte Stockalper die Kommende; Leuk hat ein Beinhaus mit Tausenden Schädeln.
- Sion (km 186,3) — Basilika Valère mit einer Orgel von um 1430, die als älteste noch spielbare der Welt gilt; in der Kathedrale ein Jakobus am Seitenaltar.
- Saillon (km 209,0) — mittelalterliches Burgstädtchen mit Rue Saint-Jacques; am Hang die Vigne à Farinet, drei Rebstöcke auf 1,6 Quadratmetern zu Ehren des Falschmünzers Farinet, gestorben 1880.
- Abtei Saint-Maurice (km 240,9) — Ziel des Weges, gegründet 515, Klosterschatz und Ausgrabungen am Martolet.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Der natürliche Zubringer kommt von Osten: Der Jakobsweg Graubünden führt vom Kloster Müstair durchs Engadin und über Chur in die Surselva und erreicht Disentis; bis Sedrun laufen beide Wege auf derselben Trasse. Wer so geht, verbindet die Klöster Müstair, Disentis und Saint-Maurice zu einer Linie quer durch die Schweizer Alpen.
Von Süden und Norden kreuzt der Tessiner Anschlussweg im Urserental: Er kommt von Locarno über den Gotthard und teilt sich zwischen Hospental und Andermatt die Strecke mit diesem Weg. Pilger aus dem Tessin können hier nach Westen abbiegen. Die meisten anderen steigen schlicht in Disentis aus dem Zug.
Weiterpilgern?
In Saint-Maurice bist du auf der Via Francigena (Schweiz) – genauer: schon seit Martigny, denn die letzten 16,9 Kilometer teilen sich beide Wege. Daraus folgt eine kleine Pointe für alle, die nach Rom wollen: Die Via Francigena führt von Saint-Maurice zurück nach Martigny und dann durchs Val d'Entremont hinauf zum Grossen St. Bernhard. Du gehst das letzte Stück also noch einmal, in Gegenrichtung – oder nimmst für diesen Abschnitt guten Gewissens den Zug.
Richtung Santiago geht es auf der Via Francigena nordwärts an den Genfersee; in Lausanne kreuzt die Via Jacobi, die über Genf nach Frankreich weiterführt. Bis Santiago de Compostela sind es von dort noch viele Wochen zu Fuß.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen Schweizer Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um unterwegs Stempel zu sammeln, Pilgerrabatte zu bekommen und später in Santiago die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; der Pass von Jakobsweg Schweiz – Compostelle Suisse kostet 12 CHF (ca. 13 €) (Stand: Oktober 2026). Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Saison und Pässe. Ganz zu Fuß geht der Weg realistisch von Juli bis Mitte Oktober; in schneereichen Jahren liegen am Oberalp und an der Furka bis in den Juli Schneefelder. Die Furka-Passstraße ist meist von Ende Oktober bis Mai oder Juni gesperrt, und danach ist der Wanderweg nicht automatisch frei. Erkundige dich vor den Etappen 2 und 4 bei den Tourismusbüros in Andermatt oder Realp. Der Ausweg ist bequem: Die Matterhorn-Gotthard-Bahn fährt über den Oberalp und seit dem 25. Juni 1982 durch den 15,4 Kilometer langen Furka-Basistunnel von Realp nach Oberwald. Im Frühjahr kannst du so die Pässe überspringen und ab dem Goms laufen.
Unterkunft. Reserviere vor allem im Hochsommer, wenn Wanderer und Passfahrer die wenigen Betten in Realp, Gletsch und Obergoms teilen. Echte Pilgerunterkünfte gibt es kaum; frag in Pfarrhäusern und Klöstern, in Bed-and-Breakfasts nach Pilgerpreisen und nutze die Jugendherbergen in Hospental und Sion.
Was dich der Weg kostet
Die Schweiz ist teuer, und dieser Weg hat kein Netz billiger Herbergen. Rechne für Gasthaus oder Hotel mit 80–130 CHF (ca. 84–140 €) pro Person und Nacht mit Frühstück, für B&B mit Pilgerpreis mit 40–70 CHF (ca. 42–74 €); im Kloster Disentis liegen die Zimmer bei 110–130 CHF (ca. 120–140 €) mit Frühstück (Stand: Oktober 2026). Einfache Pilgerlager um 25 CHF (ca. 26 €) sind auf Schweizer Jakobswegen die Ausnahme.
Mit Selbstversorgung aus dem Supermarkt und einem warmen Essen am Abend kommst du auf 100–150 CHF (ca. 110–160 €) pro Tag. Ehrlich gesagt sparst du am meisten, wenn du mittags picknickst – die Supermarktpreise liegen nicht weit über deutschen, die Restaurantpreise schon.
Anreise
Zum Start. Disentis/Mustér erreichst du mit der Rhätischen Bahn von Chur in gut einer Stunde, von Andermatt mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn über den Oberalp; auch der Glacier Express hält hier. Das Kloster liegt wenige Minuten oberhalb des Bahnhofs.
Vom Ziel. Saint-Maurice liegt an der Simplonlinie der SBB mit direkten Zügen nach Lausanne, Genf, Sion und Brig; von Lausanne geht es weiter Richtung Deutschland. Die Abtei steht direkt neben dem Bahnhof.
- Bahn Schweiz: sbb.ch — Verbindungen und Tickets
- Pässe: matterhorngotthardbahn.ch — Oberalp, Furka-Basistunnel, Glacier Express
- Pilgerpass: jakobswegschweiz-compostellesuisse.ch — Verein und Credencial
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