Elisabethpfad 2 (Eisenach – Marburg) auf der Karte

Elisabethpfad 2 (Eisenach – Marburg)

Der Elisabethpfad 2 führt in 194,0 Kilometern von Eisenach unter der Wartburg zur Elisabethkirche in Marburg und verbindet damit die beiden Lebensorte der heiligen Elisabeth von Thüringen: die Burg, auf der sie von 1211 bis 1227 lebte, und die Stadt, in der sie 1228 ihr Hospital gründete und 1231 starb. Er folgt weitgehend der mittelalterlichen Handelsstraße der Langen Hessen über Creuzburg an der Werra, das Grüne Band bei Ifta, Spangenberg, Homberg an der Efze, die Schwalm und Amöneburg. Eröffnet wurde er 2007 zum 800. Geburtstag Elisabeths vom Elisabethpfad e.V.; er ist kein Jakobsweg mit Compostela-Anspruch, aber über weite Strecken zugleich mit der Jakobsmuschel markiert. In Eisenach schließt er an die Via Regia an, in Marburg an die beiden anderen Elisabethpfade.

1. Juli 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Wartburg und Altstadt von Eisenach / Elisabethkirche in Marburg; die Camino-Ninja-Karte beginnt in Eisenach und endet in Marburg an der Lahn
  • Länge: 194,0 km laut Camino-Ninja-Karte; der Verein nennt 193 km, die parallel markierte Jakobsweg-Variante misst wegen eigener Abkürzungen rund 178 km
  • Dauer: 10 Etappen, Ø knapp 20 km; der Verein gliedert den Weg in 9 Wegabschnitte mit eigenen Wegepaten
  • Höhenmeter: in unserer Datenbank für diesen Weg nicht erfasst; rechne mit ständigem Auf und Ab zwischen Werratal, Ringgau, Knüll-Ausläufern und Schwalm
  • Höchster Punkt: nicht in der Datenbank erfasst; markantester Höhenpunkt ist die Ruine der Boyneburg bei Wichmannshausen auf rund 490 m, die Wartburg selbst liegt auf 411 m
  • Landschaft: Werratal, Kalkplateau des Ringgaus, Buchenwälder um Waldkappel und Spangenberg, Basaltkegel bei Homberg und Amöneburg, die offene Ackerebene der Schwalm, zuletzt das Ohmtal und die Lahnberge
  • Träger / Markierung: Elisabethpfad e.V., Marburg; rotes Wegzeichen des Vereins, über weite Strecken zugleich gelbe Muschel auf blauem Grund, an heiklen Stellen ergänzende gelbe Pfeile
  • Elisabeth-Spuren: Wartburg mit Elisabeth-Kemenate und Elisabethgalerie, Georgenkirche Eisenach (Hochzeit 1221), Creuzburg (Geburt ihres Sohnes 1222), Elisabethkirche mit Schrein am Ziel; dazu ein Jakobus-Faden im einstigen Kloster St. Jakob in Creuzburg
  • Unterkunft: Pensionen, Gasthöfe, Privatzimmer, einzelne Pilgerquartiere in Kirchen- und Gemeindehäusern auf Spende oder für wenige Euro; der Verein listet 55 Stationen
  • Anschlusswege: Via Regia und Via Scandinavica in Eisenach, Elisabethpfad 1 (Frankfurt – Marburg) und Elisabethpfad 3 (Köln – Marburg) in Marburg
  • Beste Zeit: April bis Oktober; Pilgerausweis des Vereins oder Jakobus-Credencial, Abschlussstempel in der Elisabethkirche, keine Compostela

Überblick

Der Elisabethpfad 2 ist der östlichste und längste der drei Elisabethpfade, und er ist der einzige, der Elisabeths eigener Lebenslinie folgt. Im November 1227 verließ die zwanzigjährige Witwe mit ihren Dienerinnen die Wartburg, nachdem ihr Mann, Landgraf Ludwig IV., am 11. September auf dem Weg zum Kreuzzug in Otranto gestorben war. Den Winter verbrachte sie mittellos in Eisenach, im Sommer 1228 baute sie vor den Mauern von Marburg ihr Hospital. Welche Straße sie nahm, überliefert keine Quelle. Die nächstliegende war die Lange Hessen, und genau ihr folgt dieser Weg: Du gehst von der Burg, auf der eine Landgräfin lebte, zum Grab, in dem eine Heilige liegt.

Unterwegs wechselst du das Bundesland: Hinter dem Grünen Band beginnt Hessen – ein Land, das es ohne Elisabeth so nicht gäbe, denn sein erster Landgraf war ihr Enkel. Dann kommt Homberg, wo Hessen 1526 die Reformation beschloss, und die Schwalm, wo Trachtenhauben und Fachwerk so dicht stehen wie nirgends sonst am Weg. Seit 2007 ist der Pfad markiert, mitsamt Pilgerführer und Wegepaten; ehrlich gesagt bist du trotzdem meist allein unterwegs.

Andere Namen

Offiziell heißt der Weg Elisabethpfad 2 oder kurz E2, in Führern und auf Schildern auch Elisabethpfad Eisenach – Marburg. Als Jakobsweg markiert, heißt er in Jakobsweg-Karten auch Jakobsweg Eisenach – Marburg. Die historische Straße, der er folgt, heißt Lange Hessen – im Gegensatz zur Kurzen Hessen über Alsfeld und Hersfeld. Pilgerzeichen ist der siebenzackige Elisabethstern des Vereins.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn dich eine Lebensgeschichte mehr zieht als ein Kilometerziel: Auf keinem anderen Weg in Deutschland gehst du so wörtlich von einem Lebensabschnitt einer Heiligen in den nächsten. Ideal auch, wenn du Fachwerkstädte und Burgruinen magst und zehn Tage Zeit hast, ohne erst nach Spanien zu fliegen.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgergemeinschaft und Schlafsäle erwartest: Du triffst mehr Rehe als Pilger, und Herbergen im spanischen Sinn gibt es nicht. Nichts für dich, wenn du dich blind auf Zeichen verlassen willst – der Verein selbst warnt vor dem Abzweig hinter der Boyneburg, der zwischen Holzstapeln im Unterholz verschwindet, und meldet nach Baumfällungen bei Waldkappel Umwege von rund 5 Kilometern. Und nichts für dich, wenn du am Ende eine Urkunde willst: Am Grab bekommst du einen Stempel, keine Compostela.

Streckenverlauf & Landschaft

Eisenach bis Waldkappel (km 0–59,7): Unter der Wartburg verlässt du Eisenach Richtung Westen und triffst in Hörschel (km 8,3) auf die Werra – hier beginnt auch der Rennsteig. Dann folgen Creuzburg (km 16,2) mit Burg und Werrabrücke und Ifta (km 25,5), das letzte thüringische Dorf. Zwischen Ifta und Lüderbach (km 29,3) überquerst du das Grüne Band, die frühere innerdeutsche Grenze, heute Biotopkorridor. Über Netra und den Ringgau (km 36,0) steigt der Weg auf das Kalkplateau, passiert die Ruine der Boyneburg und kommt über Wichmannshausen (km 44,6) nach Waldkappel (km 59,7).

Waldkappel bis Marburg (km 59,7–194,0): Durch Wald geht es nach Spangenberg (km 80,5) unter seinem Schloss, dann ins Fuldatal bei Malsfeld (km 92,5) und nach Homberg an der Efze (km 110,5). Dahinter liegt Frielendorf (km 129,2), bei dem das Kloster Spieskappel steht, dann öffnet sich die Ebene der Schwalm: Schwalmstadt mit Ziegenhain (km 142,0) und Treysa (km 146,5). Über Momberg und Speckswinkel – die Stadt Stadtallendorf liegt 1,4 km neben dem Weg – kommst du nach Kirchhain (km 173,1), steigst auf den Basaltkegel von Amöneburg (km 178,7) und gehst über Schröck und die Lahnberge hinunter nach Marburg.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 10 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 194,0 km kalibriert. Der Verein gliedert ihn in 9 Wegabschnitte mit den Wechselpunkten Creuzburg, Wichmannshausen, Waldkappel, Spangenberg, Homberg, Spieskappel, Treysa und Kirchhain; unsere Einteilung legt nach Spangenberg einen kurzen Tag ein und übernachtet in Ringgau, Malsfeld und Frielendorf.

  1. Eisenach → Creuzburg (16,2 km) — An die Werra bei Hörschel und flussabwärts zur ersten Elisabeth-Stadt; die Wartburg am Morgen davor besuchen.
  2. Creuzburg → Ringgau (19,8 km) — Über Ifta und Lüderbach über das Grüne Band nach Hessen, dann über Netra hinauf auf den Ringgau.
  3. Ringgau → Waldkappel (23,7 km) — Auf dem Kalkplateau an der Boyneburg vorbei, über Wichmannshausen, Hoheneiche und Kirchhosbach; Markierung hinter der Boyneburg genau beachten.
  4. Waldkappel → Spangenberg (20,8 km) — Langer Waldtag mit wenig Einkehr.
  5. Spangenberg → Malsfeld (12,0 km) — Der kurze Tag ins Fuldatal; Zeit für Spangenberg am Morgen.
  6. Malsfeld → Homberg (18,0 km) — Über Dagobertshausen, Mosheim und Hombergshausen zur Reformationsstadt; an der Rhünda zwischen Dagobertshausen und Ostheim gilt wegen einer abgebrochenen Brücke eine Umleitung von rund 500 Metern.
  7. Homberg → Frielendorf (18,7 km) — Durch die Hügel vor dem Knüll, mit Abstecher zur Klosterkirche Spieskappel.
  8. Frielendorf → Treysa (17,3 km) — Hinaus in die Schwalm, durch die Wasserfestung Ziegenhain nach Treysa mit der Totenkirche.
  9. Treysa → Kirchhain (26,6 km) — Der längste Tag, flach über Momberg und Speckswinkel; wer teilen will, fährt vom Bahnhof Stadtallendorf ein Stück.
  10. Kirchhain → Marburg (20,9 km) — Hinauf nach Amöneburg, über Schröck und die Lahnberge zur Elisabethkirche.

Technisch ist nichts schwierig, aber flach ist der Weg nur in der Schwalm. Zwischen Werra und Efze sammelst du täglich mehrere hundert Höhenmeter, meist auf Wald- und Feldwegen. Für die Etappen 3 und 4 nimm Proviant für den ganzen Tag mit.

Erst die Witwe, dann der Reformator: zweimal von Thüringen nach Marburg

Elisabeths Abschied von Thüringen dauerte ein halbes Jahr. Elisabeths Schwager Heinrich Raspe übernahm im Herbst 1227 die Regentschaft, das Witwengut bekam sie nicht. Den Winter 1227/28 verbrachte sie in Eisenach, laut ihrer Biographie „unter entwürdigenden Umständen mittellos“. Im April 1228 ließ eine Tante sie auf die Burg Pottenstein zu Bischof Ekbert von Bamberg bringen, der sie wieder verheiraten wollte. Elisabeth weigerte sich. Als im Mai 1228 die Gebeine Ludwigs zur Beisetzung nach Reinhardsbrunn kamen, entzog sie sich und ging zu ihrem Beichtvater Konrad von Marburg. Statt der Witwengüter erstritt Konrad 2.000 Silbermark Abfindung, und noch im Sommer 1228 begann vor den Mauern Marburgs der Bau ihres Hospitals. Als Patron wählte sie Franz von Assisi, der erst im Juli 1228 heiliggesprochen worden war. Über Ludwigs Tod soll Elisabeth gesagt haben: „Nun soll mir die ganze Welt und aller Reichtum … gestorben sein.“ Nach Marburg ging sie trotzdem mit sehr weltlichem Gepäck: einer Geldsumme und einem Bauplan.

Dreihundert Jahre später zog ein zweiter berühmter Wartburg-Bewohner auf dieser Achse nach Marburg. Martin Luther hatte sich vom 4. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 als Junker Jörg auf der Wartburg versteckt und dort das Neue Testament übersetzt. Im Herbst 1529 lud ihn Landgraf Philipp, Elisabeths Nachfahre, zum Religionsgespräch nach Marburg. Auf der Reise übernachtete Luther in der Nacht vom 28. auf den 29. September 1529 im Kloster Spieskappel – das liegt bei Frielendorf, am siebten Tag deines Weges. Drei Jahre zuvor hatte in Homberg die Synode die Reformation in Hessen beschlossen; Franz Lamberts Thesen dafür lehnten ausdrücklich die Heiligenverehrung ab. Du pilgerst also zu einer Heiligen durch genau die Kirche, in der man beschloss, keine Heiligen mehr zu verehren.

Und die Straße? Eine Urkunde von 1569 beschreibt die Lange Hessen als längst etablierte Messestraße zwischen Frankfurt und Leipzig, „eine lange Zeit und weit über Menschengedenken, unverhindert gebraucht“. Creuzburg, Waldkappel, Spangenberg, Homberg und Treysa waren ihre Stationen – und sind deine Etappenorte. Dass Elisabeth sie nahm, ist wahrscheinlich, nicht bewiesen; dass Kaufleute, Fürsten und Reformatoren es taten, ist belegt. Plane in Eisenach einen halben Tag für Wartburg und Georgenkirche ein, in Homberg eine Stunde für die Marienkirche und in Spieskappel Zeit für die romanische Basilika, den stillsten Ort am Weg.

Highlights am Weg

  • Wartburg, Eisenach (Start) — der Palas um 1156 bis 1162, die Elisabeth-Kemenate mit Glasmosaiken von August Oetken aus den Jahren 1902 bis 1906, die Elisabethgalerie mit Fresken Moritz von Schwinds von 1855, die Lutherstube; seit 1999 UNESCO-Welterbe.
  • Georgenkirche, Eisenach (Start) — Hochzeit Elisabeths 1221, Taufe Johann Sebastian Bachs 1685.
  • Creuzburg (km 16,2) — Burg der Ludowinger, Elisabeths bevorzugter Aufenthalt, 1222 Geburtsort ihres Sohnes Hermann; Werrabrücke von 1223, Liboriuskapelle von 1499, gestiftet von der Priorin des Klosters St. Jakob.
  • Boyneburg (bei Wichmannshausen, nach km 36,0) — Ruine der Reichsburg auf dem 513 m hohen Berg; Barbarossa hielt hier 1166 Hoftag und 1188 Reichstag, an Christi Himmelfahrt verteilen die Herren von Boyneburg Brot.
  • Spangenberg (km 80,5) — Schloss auf dem Berg, Bau ab 1235, darunter die Fachwerkstadt.
  • Homberg an der Efze (km 110,5) — urkundlich zuerst 1231, im Todesjahr Elisabeths; Marienkirche, ab 1340 gebaut, Ort der Synode von 1526, seit 2014 Reformationsstadt.
  • Ziegenhain und Treysa (km 142,0 und 146,5) — die Wasserfestung Philipps aus den Jahren 1537 bis 1548 und die Salatkirmes, die Landgraf Karl 1728 mit einem Kartoffelessen begründete; in Treysa die Ruine der Martinskirche, begonnen um 1230.
  • Amöneburg (km 178,7) — auf dem 365 m hohen Basaltkegel gründete Bonifatius 721 eine Klosterzelle; bis 1803 Mainzer Besitz, katholische Insel im evangelischen Hessen.
  • Elisabethkirche, Marburg (Ziel) — über dem Grab Elisabeths gebaut, mit dem goldenen Schrein im Chor; hier liegt auch ihr Enkel, der erste Landgraf von Hessen.

Eine Grenze, zweimal gezogen: wie Hessen aus Elisabeths Erbe entstand

Zwischen Ifta und Lüderbach überschreitest du eine Landesgrenze, die im Kern Elisabeths Tochter zog. Als Heinrich Raspe am 16. Februar 1247 kinderlos starb, erhob Sophie von Brabant für ihren Sohn Heinrich Anspruch auf das Erbe der Ludowinger. Siebzehn Jahre Thüringisch-hessischer Erbfolgekrieg später, 1264, war das Land geteilt: Thüringen fiel an die Wettiner, der hessische Teil an Sophies Sohn Heinrich I., Elisabeths Enkel, genannt „das Kind“, geboren 1244. Er nannte sich nun Landgraf von Hessen, wurde 1292 Reichsfürst – belehnt ausgerechnet mit der Boyneburg, an der du am dritten Tag vorbeigehst – und wurde 1308 in der Elisabethkirche begraben. Hessen ist, wenn man so will, Elisabeths Erbe mit eigenem Landgrafen.

Die zweite Grenze an derselben Stelle war härter. Bis 1989 lag Ifta im 5-Kilometer-Sperrgebiet der DDR, und 1961 wurden bei der „Aktion Kornblume“ als unzuverlässig geltende Familien ins Landesinnere zwangsumgesiedelt. Heute ist der Grenzstreifen auf rund zehn Kilometern ein Biotop des Grünen Bandes; Die barocke Trinitatiskirche von Ifta von 1714 lohnt eine Pause, bevor du nach Hessen hinübergehst.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen mit dem Zug nach Eisenach. Wer bereits zu Fuß unterwegs ist, kommt von Osten: Die Via Regia, als Jakobsweg von Görlitz bis Eisenach markiert, endet für viele hier, und der E2 ist ihr direkter Anschluss nach Westen. Auch die Via Scandinavica kommt durch Eisenach und teilt sich die ersten Orte bis Creuzburg mit diesem Weg.

Die Elisabethpfade sind ein kleines Netz mit einem gemeinsamen Ziel, dem Grab in Marburg:

Weiterpilgern?

In Marburg ist das Ziel erreicht. Elisabethpfad 2 und 3 sind laut Wikipedia durchgehend bis Köln rot markiert, teilweise mit Jakobsmuschel: Wer weiter nach Westen will, geht auf dem Elisabethpfad 3 nach Köln und findet dort Anschluss an die Jakobswege Richtung Aachen und Frankreich. Nach Süden bringt dich der Elisabethpfad 1 über das Kloster von Elisabeths Tochter Gertrud nach Frankfurt.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Der Elisabethpfad ist kein offizieller Jakobsweg, eine Compostela gibt es am Ende nicht. Der Verein gibt einen eigenen Pilgerausweis heraus, in dem du Stempel aus Kirchen, Gasthöfen und Gemeinden sammelst; den Abschlussstempel bekommst du in der Elisabethkirche. Bestell ihn am besten vorab im Pilgershop des Vereins, damit er rechtzeitig zum Start bei dir ist. Eine Jakobus-Credencial akzeptieren die Pilgerquartiere ebenso. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei, gerade an den Waldstellen, an denen Zeichen fehlen; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft. Das Vereinsverzeichnis listet 55 Stationen. Pilgerquartiere wie das der katholischen Gemeinde St. Elisabeth in Eisenach oder das Gemeindehaus in Waldkappel verlangen einen Pilgerausweis und meist eine Anmeldung per Mail einige Tage vorher. Zwischen Ringgau und Spangenberg ist das Angebot dünn – am Vortag anrufen.

Jahreszeit und Führer. Gute Zeit ist April bis Oktober. Der Pilgerführer erschien zur Eröffnung 2007, aktuell ist die Ausgabe von 2025. Für 2027 kündigt die Wartburg-Stiftung umfangreiche Bauarbeiten auf der Burg an; geöffnet bleibt sie, aber nicht jeder Raum (Stand: Oktober 2026).

Was dich der Weg kostet

Die Formalien sind billig: Pilgerausweis des Vereins ab 1,20 €, Pilgerführer 9,50 €, Elisabethkirche ohne Eintritt (Stand: Oktober 2026). Für die Wartburg zahlst du 13 € innen, 9 € ermäßigt; Burghof und Außenanlagen sind frei. Privatzimmer am Weg kosten laut Verein meist 15 bis 35 € pro Person ohne Verpflegung, in Creuzburg 18 bis 25 € mit Frühstück; Hotels liegen zwischen 40 und 85 €. Im Gemeindehaus Waldkappel schläfst du auf Matratze für 5 €, in Eisenach im Pilgerquartier auf Spende; das Landgasthaus in Burghofen gibt Pilgern das Doppelzimmer für 69 statt 84 € (Stand: Oktober 2026).

Rechne mit 50 bis 80 € pro Tag mit Zimmer, Frühstück und warmem Essen, mit Pilgerquartier und Supermarkt mit 25 €. Ehrlich gesagt kostet dich eine Pilgerwoche in Nordhessen mehr als eine auf dem Camino Francés – dafür bleiben Anreise und Rückfahrt im Rahmen eines Deutschlandtickets.

Anreise

Zum Start. Eisenach liegt an der Fernbahnstrecke Frankfurt – Erfurt mit ICE-Halt. Zur Wartburg geht es vom Bahnhof bergauf, alternativ fährt der Burgbus.

Vom Ziel. Marburg liegt an der Main-Weser-Bahn; Regionalzüge fahren in etwa einer Stunde nach Frankfurt, Fernzüge Richtung Kassel. Treysa, Stadtallendorf und Kirchhain liegen an derselben Strecke – praktisch zum Abbrechen. Mit dem Deutschlandticket für 63 € im Monat (Stand: Oktober 2026) sind alle Regionalzüge auf der Rückfahrt nach Eisenach abgedeckt.

  • Bahn: bahn.de — Verbindungen Eisenach, Treysa, Kirchhain und Marburg, Deutschlandticket
  • Wartburg: wartburg.de — Öffnungszeiten, Eintritt und Hinweise zu den Bauarbeiten
  • Weg und Unterkünfte: elisabethpfad.de — Elisabethpfad e.V., Unterkunftsverzeichnis, Pilgerführer und Pilgerausweis
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