Vom Ärmelkanal bis an die Schweizer Grenze: rund 1.007 Kilometer von Calais durch Nordfrankreich, die Champagne und das Jura bis Jougne – der französische Teil der Via Francigena nach Rom.
Die Via Francigena (Frankreich) ist das lange Mittelstück des großen Pilgerwegs nach Rom. Von Calais am Ärmelkanal – wo die Pilger nach der Überfahrt aus England landeten – führt sie durch die Picardie, die Champagne mit ihren großen Kathedralen (Reims!) und über das Jura bis zur Schweizer Grenze bei Jougne.
Es ist der ruhigste, am wenigsten begangene Teil der Via Francigena: weites Ackerland, Weinregionen, stille Dörfer – auf den Spuren des Erzbischofs Sigerich, der diese Route im Jahr 990 beschrieb.
Benannt nach der Reiseroute des Sigerich von Canterbury, der 990 von Rom zurück nach England zog und seine Stationen aufschrieb.
Ideal, wenn du die ruhige, kontemplative Seite des Pilgerns suchst, weite Landschaften und große Kathedralen liebst und die Menschenmengen der spanischen Wege meiden willst.
Weniger geeignet, wenn du dichte Pilgerinfrastruktur erwartest: In Nordfrankreich gibt es kaum Albergues, oft nur Gîtes, Pensionen oder bei Privatleuten/Pfarreien. Französisch hilft sehr.
Von Calais zieht der Weg durch die Picardie und das Artois, über Arras und Laon nach Reims mit seiner Krönungskathedrale. Weiter durch die Champagne und das Hügelland Ostfrankreichs.
Im letzten Teil steigt der Weg ins Jura, über Besançon und Pontarlier bis Jougne an der Schweizer Grenze, wo die Via Francigena CH übernimmt.
Mit rund 1.007 Kilometern und über 30.000 Höhenmetern ist der Weg lang, aber überwiegend moderat hügelig (anspruchsvoller erst im Jura). In 45–50 Tagen machbar; viele gehen Abschnitte. Markierung und Infrastruktur sind dünner als auf den spanischen Wegen.
Der kulturelle Höhepunkt ist Reims mit seiner gotischen Krönungskathedrale, in der die französischen Könige gesalbt wurden – ein UNESCO-Welterbe. Drumherum die Weinregion Champagne mit ihren Rebhängen.
Über weite Strecken folgt der Weg den von Sigerich beschriebenen Stationen – Geschichte zum Gehen.
Der französische Abschnitt ist ein Glied der großen Kette: Davor liegt die Via Francigena Britannica (London → Dover, dann per Fähre nach Calais), danach die Via Francigena CH (Jougne → Grosser St. Bernhard) und schließlich die Via Francigena (Italien) nach Rom. Wer mag, geht so von Canterbury bis zum Petersdom.
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Übernachtet wird in Gîtes, Pensionen und bei Pfarreien/Privatleuten – Vorausbuchen ratsam. Du brauchst eine Pilgerkredenziale.
Frankreich ist teurer als Spanien. Rechne pro Tag grob mit 40–65 € (Gîtes/Pensionen), plus Verpflegung.
Startpunkt ist Calais, gut mit Bahn und Fähre/Eurotunnel erreichbar.

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