Rund 136 Kilometer von Frankfurt über den Taunus nach Marburg – der erste kirchliche Pilgerweg Deutschlands, der zum Grab der heiligen Elisabeth führt.
Der Elisabethpfad 1 ist der südliche der drei Elisabethpfade und führt von Frankfurt nach Marburg, zum Grab der heiligen Elisabeth in der Elisabethkirche. Wie alle Elisabethpfade hat er dieses Grab als Ziel – vergleichbar mit Santiago de Compostela als Ziel der Jakobswege.
Eingerichtet wurde der Weg ab dem Jahr 2000 von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, aufbauend auf einem älteren Wanderweg zwischen Marburg und Kloster Altenberg (1994). Damit entstand der erste kirchliche Pilgerweg in Deutschland – ein bewusstes Zeichen, dass Pilgern und Wallfahren auch zur evangelischen Frömmigkeit gehören.
Ideal, wenn du einen ruhigen, gut erreichbaren Pilgerweg durch Mittelhessen suchst – mit dem spirituellen Bezug zur heiligen Elisabeth und einer abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft. Gut in einer Woche zu gehen.
Weniger geeignet, wenn du dichte Pilgerinfrastruktur wie in Spanien erwartest: Übernachtet wird in Pensionen, Gasthöfen und bei Privatleuten. In den Wäldern können einzelne Markierungen fehlen – ein Pilgerführer oder eine Karte ist hilfreich.
Der Weg beginnt in Frankfurt-Sachsenhausen an der Deutschordenskirche – der Deutsche Orden war von Beginn an eng mit der Elisabethverehrung verbunden. Durch die Stadt und über Oberursel steigt der Weg auf den Taunuskamm und führt über Hessenpark und Usingen ins Hügelland.
Über Brandoberndorf und Cleeberg erreicht der Weg Wetzlar an der Lahn und das Kloster Altenberg. Weiter über Hermannstein, das Biebertal und den keltischen Dünsberg geht es durch das Lahnbergland bis nach Marburg zur Elisabethkirche.
Offiziell ist der Weg in acht Wegabschnitte gegliedert (Frankfurt–Oberursel–Usingen–Cleeberg–Wetzlar–Hermannstein–Fellingshausen–Damm–Marburg). Das Gelände ist mittelgebirgig mit dem Anstieg über den Taunuskamm als anspruchsvollstem Teil; der Rest verläuft sanfter durch Wald und Feld. Markiert ist der Weg mit dem roten Pilgerzeichen. In Waldabschnitten parallele Wanderwege beachten – eine Karte hilft bei Zweifeln.
Alle drei Elisabethpfade haben dasselbe Ziel: das Grab der heiligen Elisabeth in der Elisabethkirche in Marburg, einer der ersten rein gotischen Kirchen Deutschlands. Elisabeth von Thüringen (1207–1231) verzichtete als Fürstin auf Macht und Ehre und widmete ihr Leben den Armen und Kranken – ihre Glaubensgeschichte ist das verbindende Thema des Weges.
In Marburg treffen alle drei Elisabethpfade zusammen – hier ist das Ziel erreicht. Wer weitergehen möchte, findet in den ebenfalls als Jakobswege ausgeschilderten Pfaden Elisabethpfad 2 (Richtung Eisenach) und Elisabethpfad 3 (Richtung Köln) den Anschluss an das europäische Jakobsweg-Netz.
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Übernachtet wird in Pensionen, Gasthöfen und Pilgerquartieren – ein Pilgerausweis ist für Stempel sinnvoll. Der Verein gibt einen eigenen Pilgerführer mit Wanderkarten heraus.
Deutschland ist teurer als Spanien. Rechne pro Tag grob mit 45–75 € für Unterkunft und Verpflegung; einfache Quartiere und Selbstversorgung senken die Kosten.
Startpunkt ist Frankfurt, ein internationaler Verkehrsknoten.

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