Elisabethpfad 1 (Frankfurt – Marburg) auf der Karte

Elisabethpfad 1 (Frankfurt – Marburg)

Der Elisabethpfad 1 führt in 135,9 Kilometern von der Deutschordenskirche in Frankfurt-Sachsenhausen zur Elisabethkirche in Marburg, zum Grab der heiligen Elisabeth von Thüringen. Er quert den Taunuskamm, läuft durch das Usinger Land, über Wetzlar an die Lahn und zum Kloster Altenberg, wo Elisabeths jüngste Tochter Gertrud fast 70 Jahre lebte. Er ist kein Jakobsweg, sondern ein evangelisch initiierter Elisabeth-Pilgerweg, berührt aber in Frankfurt und Wetzlar zwei Jakobswege. Markiert ist er mit dem roten Zeichen des Elisabethpfad e.V., ab Altenberg vorwiegend mit dem schwarzen E-Schild des Oberhessischen Gebirgsvereins.

1. Juli 202613 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Deutschordenskirche in Frankfurt-Sachsenhausen / Elisabethkirche in Marburg; die Camino-Ninja-Karte beginnt in Frankfurt am Main und endet in Marburg an der Lahn
  • Länge: 135,9 km laut Camino-Ninja-Karte; der Verein nennt je nach Quelle 130 bis 145 km
  • Dauer: 7 Etappen, Ø knapp 20 km; der Verein gliedert den Weg in 8 Wegabschnitte
  • Höhenmeter: in unserer Datenbank für diesen Weg nicht erfasst; allein für den Taunusabschnitt von Oberursel-Weißkirchen bis Hüttenberg nennt Taunus Touristik ↗ 1.217 m / ↘ 1.134 m
  • Höchster Punkt: nicht in der Datenbank erfasst; die größte Steigung des Weges ist der Übergang über den Taunuskamm am Marmorstein zwischen Oberursel und Usingen
  • Landschaft: Frankfurter Grüngürtel, Buchenwald des Hochtaunus, Usinger Becken, Hügelland um Cleeberg, Lahntal bei Wetzlar, Wiesen und Dörfer im Marburger Land
  • Träger / Markierung: Elisabethpfad e.V., Marburg; rotes Wegzeichen bis Kloster Altenberg, danach vorwiegend weißes E auf schwarzem Schild des Oberhessischen Gebirgsvereins
  • Elisabeth-Spuren: Deutschordenskirche am Start, Kloster Altenberg mit dem Grab ihrer Tochter Gertrud, Elisabethkirche mit dem Elisabethschrein am Ziel
  • Unterkunft: Gasthöfe, Pensionen, Hotels, Jugendherbergen in Wetzlar und Marburg, einzelne einfache Pilgerquartiere in Gemeindehäusern; keine Herbergskette wie in Spanien
  • Anschlusswege: Elisabethpfad 2 (Eisenach – Marburg) und Elisabethpfad 3 (Köln – Marburg) in Marburg, Jakobsweg Fulda – Bingen in Frankfurt, Lahn-Camino ab Wetzlar
  • Beste Zeit: April bis Oktober; Pilgerausweis des Vereins, Stempel in der Küsterstube der Elisabethkirche, keine Compostela

Überblick

Der Elisabethpfad 1 ist der südlichste der drei Elisabethpfade, die in Marburg zusammenlaufen, und der einzige, der in einer Großstadt mit Flughafen beginnt. Du startest an der Deutschordenskirche in Sachsenhausen, einem Haus jenes Ordens, der 1234 das Marburger Hospital der Elisabeth übernahm und über ihrem Grab ab 1235 die Elisabethkirche baute. Am anderen Ende wartet diese Kirche, 1283 geweiht und eine der ersten rein gotischen Kirchen in Deutschland. Dazwischen liegen Taunus, Wetzlar und ein Kloster über der Lahn, in dem Elisabeths jüngste Tochter mit zwei Jahren abgegeben wurde – und das sie als Meisterin fast ein halbes Jahrhundert leitete.

Der Weg ist jung. 1994 legten der Oberhessische Gebirgsverein und der Wanderpädagoge Rainer Brämer einen Wanderweg von Marburg zum Kloster Altenberg an, ab 2000 verlängerte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ihn bis Frankfurt und markierte ihn mit dem roten Pilgerzeichen. Seit 2002 pflegt ihn der Elisabethpfad e.V. Ein evangelischer Pilgerweg zu einer katholischen Heiligen, ausgerechnet in der Kirche, aus deren Schrein der evangelische Landgraf Philipp 1539 die Gebeine holen ließ: Der Weg ist die freundlichere Antwort auf diese Geschichte.

Andere Namen

Offiziell heißt der Weg Elisabethpfad 1 oder kurz E1, auf Schildern und in Führern oft Elisabethpfad Frankfurt – Marburg. Regional liest man Frankfurter Elisabethpfad und, mit dem alten Fugen-e, Elisabethenpfad. Er ist kein Jakobsweg und trägt auch keine Muschel; sein Pilgerzeichen ist der siebenzackige Elisabethstern des Vereins.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du eine Pilgerwoche in Deutschland suchst, ohne erst lange anreisen zu müssen: Start und Ziel liegen an Fernbahnhöfen, unterwegs halten S-Bahn, U-Bahn und Regionalzüge, sodass du Etappen beliebig teilen oder abbrechen kannst. Ideal auch, wenn dich Geschichte mehr reizt als Kilometer: Elisabeth, der Deutsche Orden und Goethe geben fast jedem Tag einen Faden.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgergemeinschaft wie auf dem Camino Francés erwartest: Du triffst vor allem Wanderer, selten Pilger, und Herbergen mit Schlafsaal gibt es so gut wie keine. Nichts für dich, wenn du dich auf eine Markierung blind verlassen willst – der Wechsel der Wegzeichen bei Altenberg und parallele Wanderwege im Taunus verlangen Karte oder App. Und nichts für dich, wenn du am Ende eine Urkunde wie die Compostela suchst: Am Grab bekommst du einen Stempel, keinen Ablass und kein Zertifikat.

Streckenverlauf & Landschaft

Frankfurt bis Usingen (km 0–45,0): Von der Deutschordenskirche am Mainufer führt der Weg über den Main, durch den Anlagenring und den Grüneburgpark aus der Stadt hinaus. Steinbach am Taunus (km 18,3) und Oberursel (km 21,3, Zentrum 2,7 km abseits) streift der Weg nur am Rand und hält Richtung Hohemark auf den Wald zu. Dann kommt der einzige echte Berg, der Taunuskamm am Marmorstein, und auf der Nordseite geht es am Hessenpark vorbei nach Usingen (km 45,0).

Usingen bis Wetzlar (km 45,0–79,5): Hinter Usingen wird das Land offener. Bei Eschbach (km 47,5) ragen die Eschbacher Klippen aus Quarz aus der Wiese, über Hasselborn (km 54,2) und Waldsolms (km 57,7) geht es nach Cleeberg (km 63,9) unter der Burg. In Volpertshausen (km 71,8) passierst du das Haus, in dem Goethe 1772 tanzte, dann senkt sich der Weg ins Lahntal nach Wetzlar (km 79,5) mit Dom und Altstadt.

Wetzlar bis Marburg (km 79,5–135,9): Lahnaufwärts liegt auf seinem Berg Kloster Altenberg; das Dorf Oberbiel selbst setzt die Karte 1,8 km neben die Trasse. Über Hermannstein und durchs Biebertal (km 101,1, Ortspunkt 1,4 km abseits) am Fuß des Dünsbergs wird es still und ländlich: Krumbach (km 107,4), Kirchvers (km 111,1), Weipoltshausen, Altenvers und Damm (km 117,8) sind Dörfer zwischen Feld und Waldrand. Über Stedebach, Niederwalgern (0,8 km abseits) und Oberweimar (km 126,6) steigt der Weg ein letztes Mal an und kommt über Ockershausen hinunter in die Marburger Altstadt zur Elisabethkirche.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 7 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 135,9 km kalibriert. Der Verein selbst gliedert ihn in 8 Wegabschnitte mit den Etappenorten Oberursel, Usingen, Cleeberg, Wetzlar, Hermannstein, Fellingshausen und Damm; unsere Einteilung fasst Wetzlar bis Fellingshausen zu einem Tag zusammen.

  1. Frankfurt am Main → Oberursel (21,3 km) — Aus Sachsenhausen über den Main und durch Parks und Grüngürtel an den Taunusrand; Oberursels Zentrum liegt 2,7 km abseits, die U3 fährt ab Hohemark zurück in die Stadt.
  2. Oberursel → Usingen (23,7 km) — Der härteste Tag: Aufstieg über den Taunuskamm am Marmorstein, Abstieg am Hessenpark vorbei ins Usinger Becken.
  3. Usingen → Cleeberg (18,9 km) — Über Eschbach mit den Klippen, Hasselborn und Waldsolms durch offenes Hügelland; einfaches Pilgerquartier im Gemeindehaus Cleeberg nach Absprache.
  4. Cleeberg → Wetzlar (15,6 km) — Kurz, damit Zeit für Volpertshausen und die Wetzlarer Altstadt bleibt.
  5. Wetzlar → Biebertal (21,6 km) — Lahnaufwärts zum Kloster Altenberg, über Hermannstein ins Biebertal am Dünsberg.
  6. Biebertal → Damm (16,7 km) — Durch Krumbach, Kirchvers, Weipoltshausen und Altenvers, stille Dörfer und wenig Infrastruktur.
  7. Damm → Marburg (18,1 km) — Über Stedebach, Niederwalgern und Oberweimar nach Marburg, Ziel ist die Elisabethkirche.

Technisch ist nichts schwierig. Anstrengend ist allein der Taunus: Für den Abschnitt von Oberursel-Weißkirchen bis Hüttenberg nennt Taunus Touristik 1.217 Meter bergauf, dazu einen Untergrund aus 23 Prozent Asphalt, 21 Prozent Schotter und viel unbefestigtem Waldweg. Danach wird es sanfter, aber nie flach. Bei Altenberg wechselt das Wegzeichen auf das schwarze E-Schild des OHGV, und gerade dort laufen andere Wanderwege parallel.

Der Weg zu Elisabeths Tochter – und warum ihr Altar am Start steht

Am 29. September 1227 kam Gertrud zur Welt, wenige Wochen nachdem ihr Vater, Landgraf Ludwig IV., auf dem Weg zum Kreuzzug gestorben war. Elisabeth, zwanzig Jahre alt, zog 1228 nach Marburg, baute vor der Stadt ein Hospital und gab das Kind mit etwa zwei Jahren den Prämonstratenserinnen von Altenberg über der Lahn. Elisabeth starb am 17. November 1231, mit 24. Gertrud blieb: Mit 21 Jahren wurde sie 1248 Meisterin, ließ um 1260/1270 die gotische Klosterkirche bauen, versammelte Reliquien ihrer Mutter und machte das Kloster zu einem Wallfahrtsort mit rund siebzig Schwestern. Um 1270 feierte Altenberg bereits Fronleichnam, wenige Jahre nachdem Papst Urban IV. das Fest 1264 eingeführt hatte. Sie starb am 13. August 1297, fast siebzig Jahre nach ihrer Ankunft.

Auf ihrer Grabtumba von 1334 steht bis heute: „ANNO DOMINI MCCXCVII IN DIE BEATI YPOLITI OBIIT BEATA GERTRVDIS FELIX MATER HVIVS CONVENTVS FILIA SANCTE ELISABET LANDGRAVIE THURINGIE“ – im Jahr des Herrn 1297 am Tag des seligen Hippolyt starb die selige Gertrud, glückliche Mutter dieses Konvents, Tochter der heiligen Elisabeth, Landgräfin von Thüringen. Der Oberhessische Gebirgsverein folgte 1994 genau diesem Faden: Marburg–Altenberg, der Überlieferung nach der Weg, den Elisabeth zu ihrer Tochter ging. Belegt ist dieser Gang nicht; dass sie ein Kind in diesem Kloster hatte, schon. Genau das macht den E1 anders als seine Geschwister: Er ist der Weg nicht nur zum Grab einer Heiligen, sondern zum Kloster ihrer Tochter.

Und dann die Pointe, die du in Frankfurt mitnimmst: 1802 wurde Altenberg säkularisiert und fiel an die Grafen zu Solms-Braunfels, die Ausstattung wurde zerstreut. Die Flügel des Altenberger Altars, um 1330 für den Hochaltar über Gertruds Grab gemalt, kaufte das Städel Museum 1925. Im Januar 2026 erwarb das Städel mit 1,25 Millionen Euro der Kulturstiftung der Länder auch die thronende Altenberger Madonna aus dem Schrein, Lindenholz um 1320/1330, 132 Zentimeter hoch, zuvor seit 1981 Leihgabe im Bayerischen Nationalmuseum. Das Städel steht am Sachsenhäuser Mainufer, einen Kilometer von der Deutschordenskirche. Wer vor dem Start eine Stunde ins Museum geht, sieht also zuerst, wonach er sechs Tage später an der Lahn vergeblich sucht.

Plane deshalb in Frankfurt einen halben Tag mehr ein und in Altenberg eine Stunde für Kirche und Grab. Das Kloster ist heute eine evangelische Lebensgemeinschaft; ostpreußische Diakonissen hatten hier nach einem Brand 1952 ihr Mutterhaus eingerichtet, 2009 zogen die letzten nach Wetzlar. Übernachten kannst du im Kloster laut Verein derzeit nicht, wohl aber in Oberbiel.

Highlights am Weg

  • Deutschordenskirche, Frankfurt-Sachsenhausen (Start) — 1221 übernahm der Deutsche Orden hier Haus, Hospital und Kirche, 1309 weihte der Mainzer Erzbischof Peter den gotischen Bau; 1943 brannte das Ordenshaus aus, 1965 wurde das wiederaufgebaute Ensemble geweiht.
  • Taunuskamm am Marmorstein (zwischen km 21,3 und 45,0) — der einzige große Anstieg, Buchenwald und Fernsicht über die Mainebene.
  • Hessenpark (vor Usingen) — Freilichtmuseum mit über hundert versetzten Fachwerkhäusern aus ganz Hessen, eröffnet 1974.
  • Goethehaus Volpertshausen (km 71,8) — das frühere Jagdhaus, in dem Goethe am 9. Juni 1772 Charlotte Buff kennenlernte; geöffnet am zweiten Sonntag im Monat.
  • Wetzlar (km 79,5) — unvollendeter Dom, seit der Reformation Simultankirche, dazu das Lottehaus im Deutschordenshof und die Altstadt über der Lahn.
  • Kloster Altenberg (bei Oberbiel, km 84,6) — gotische Kirche um 1260/1270, Grab der seligen Gertrud, Elisabeths Tochter.
  • Elisabethkirche Marburg (Ziel) — begonnen 1235, geweiht 1283, Türme um 1330 vollendet; der goldene Elisabethschrein im Chor, Stempel in der Küsterstube.

Werther, Lotte und der Orden: Wetzlar auf halbem Weg

Der Deutsche Orden zieht sich wie ein zweiter Faden durch den E1: Frankfurt, Wetzlar und Marburg hatten jeder ein Ordenshaus. In Marburg übernahm der Orden 1234 Elisabeths Hospital, im selben Jahr trat ihr Schwager Konrad von Thüringen ein. Er war 1235 dabei, als Papst Gregor IX. Elisabeth an Pfingsten in Perugia heiligsprach, wurde 1239 Hochmeister und liegt seit 1240 in der Elisabethkirche. Am 1. Mai 1236 hob Kaiser Friedrich II., barfuß und im Büßergewand, selbst den Sarg Elisabeths bei der Erhebung ihrer Gebeine – der prominenteste Pilger, den Marburg je hatte.

In Wetzlar wurde der Ordenshof 1772 zur Bühne der Literatur. Goethe kam im Frühjahr als Praktikant ans Reichskammergericht, das von 1689 bis 1806 in Wetzlar saß. Im Verwaltungsgebäude des Deutschordenshofs wohnte der Amtmann Heinrich Adam Buff mit seinen Kindern, darunter Charlotte, genannt Lotte. Beim Ball in Volpertshausen am 9. Juni 1772 lernte Goethe sie kennen, verliebte sich in die Verlobte von Johann Christian Kestner und verließ Wetzlar am 11. September ohne Abschied. 1774 erschien „Die Leiden des jungen Werthers“. Seit 1863 ist das Lottehaus Museum. Du gehst also an einem Tag von dem Saal, in dem Werther begann, zu dem Haus, in dem Lotte lebte – und beide Male, ohne es zu wollen, über Ordensgrund.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen mit der Bahn nach Frankfurt und gehen direkt los. Wer schon unterwegs ist, kommt über einen Jakobsweg: Der Jakobsweg Fulda – Bingen führt durch Frankfurt, und in Wetzlar beginnt der Lahn-Camino lahnabwärts.

Die Elisabethpfade sind ein kleines Netz mit einem gemeinsamen Ziel. Der Verein betreut zusammen rund 570 Kilometer:

  • Elisabethpfad 1 (Frankfurt – Marburg) — dieser Weg, der älteste der drei, über Taunus, Wetzlar und Kloster Altenberg
  • Elisabethpfad 2 (Eisenach – Marburg) — von der Wartburg her, 2007 zum 800. Geburtstag Elisabeths eröffnet und mit Jakobsweg-Zeichen markiert
  • Elisabethpfad 3 (Köln – Marburg) — aus dem Rheinland, ebenfalls seit 2007, in Gegenrichtung als Jakobsweg nach Köln ausgeschildert

Weiterpilgern?

In Marburg ist der E1 zu Ende, und hier entscheidest du dich für eine Richtung. Nach Westen führt der Elisabethpfad 3 als Jakobsweg nach Köln, wo du Anschluss an weitere Jakobswege Richtung Aachen und Frankreich findest. Nach Osten bringt dich der Elisabethpfad 2 zur Wartburg nach Eisenach, auf Elisabeths eigene Anfänge zu – und dort auf das Netz der Jakobswege in Thüringen.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Der Elisabethpfad ist kein offizieller Jakobsweg, eine Compostela gibt es hier nicht. Der Verein gibt aber einen eigenen Pilgerausweis heraus, in dem du Stempel aus Kirchen, Gasthöfen und Gemeinden sammelst; den Abschlussstempel bekommst du in der Küsterstube der Elisabethkirche. Bestell ihn am besten vorab im Pilgershop des Vereins, damit er rechtzeitig bei dir ist; eine Jakobsweg-Credencial tut es auch, wenn du in Köln oder Eisenach weitergehen willst. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei – gerade beim Markierungswechsel bei Altenberg hilfreich; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Unterkunft. Der Verein führt ein Unterkunftsverzeichnis für den E1 online. In Usingen und Cleeberg helfen Privatleute und die evangelische Gemeinde mit einfachen Lagern nach Absprache, sonst schläfst du in Gasthöfen und Pensionen. Zwischen Biebertal und Damm ist das Angebot dünn – hier mindestens einen Tag vorher reservieren.

Jahreszeit und Führer. Gute Zeit ist April bis Oktober; im Frühjahr feiert die Elisabethkirche einen Pilgergottesdienst zum Saisonbeginn mit persönlichem Segen, im September meist ein Pilgertreffen. Der Pilgerführer des Vereins erschien im Oktober 2025 neu, mit 22 Karten 1:50.000. Die Elisabethkirche ist von April bis September täglich 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Winter bis 16 Uhr (Stand: Oktober 2026).

Was dich der Weg kostet

Die Formalien sind billig: Pilgerausweis des Vereins ab 1,20 €, Pilgerführer 15,80 €, Eintritt in die Elisabethkirche frei (Stand: Oktober 2026). Teurer sind die Nächte. Im Landgasthaus Wildhof in Cleeberg kostet das Einzelzimmer mit Frühstück 55 €, das Doppelzimmer 80 €, mit 3 bzw. 6 € Pilgerrabatt; in Wetzlar liegen Hotels zwischen 40 und über 100 €, in Kirchvers eine Ferienwohnung für zwei bei 50 €. Die Jugendherberge Marburg verlangt für Erwachsene ab 27 Jahren 47,80 bis 57,30 € mit Frühstück, dazu brauchst du eine DJH-Mitgliedschaft (Stand: Oktober 2026).

Rechne mit 65 bis 90 € pro Tag mit Zimmer, Frühstück, Proviant und einem Abendessen, mit Gemeindehaus-Quartier und Supermarkt an einzelnen Tagen mit 35 €. Ehrlich gesagt ist eine Woche auf dem E1 damit etwa doppelt so teuer wie eine Woche auf dem Camino Francés – dafür sparst du dir den Flug.

Anreise

Zum Start. Frankfurt erreichst du per Fernzug oder Flug; vom Flughafen fährt die S-Bahn in rund 15 Minuten in die Stadt. Die Deutschordenskirche steht in Sachsenhausen am Südende der Alten Brücke, vom Hauptbahnhof etwa 25 Minuten zu Fuß.

Vom Ziel. Marburg liegt an der Main-Weser-Bahn; Regionalzüge fahren in etwa einer Stunde zurück nach Frankfurt, Fernzüge Richtung Kassel und Hamburg. Unterwegs kommst du an mehreren Stellen an die Bahn: U3 ab Oberursel-Hohemark, Taunusbahn in Usingen, Bahnhof Wetzlar, Regionalbahn in Niederwalgern. Mit dem Deutschlandticket für 63 € im Monat (Stand: Oktober 2026) sind alle Regionalzüge und die Frankfurter U- und S-Bahn abgedeckt.

  • Bahn: bahn.de — Verbindungen Frankfurt und Marburg, Deutschlandticket
  • Nahverkehr: rmv.de — Rhein-Main-Verkehrsverbund, Fahrplan für Taunus und Lahn
  • Weg und Unterkünfte: elisabethpfad.de — Elisabethpfad e.V., Unterkunftsverzeichnis, Pilgerführer und Pilgerausweis
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