Via Francigena (England)
Die Via Francigena (England) führt in 172,1 Kilometern von London an der Themse durch die Kreidehügel der North Downs nach Canterbury und weiter an den Ärmelkanal nach Dover. Der offizielle Rom-Weg beginnt erst am Kilometerstein null im Südportal der Kathedrale von Canterbury, bei Kilometer 140,8; die Strecke davor ist der Zubringer auf dem alten Pilgrims' Way, auf dem schon die Becket-Pilger nach Canterbury zogen. Neun Etappen, 2.312 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 208 Meter in den North Downs bei Wrotham. Ab Dover bringt dich die Fähre nach Calais, wo die Via Francigena (Frankreich) übernimmt.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Kilometer null bei Kilometer 140,8 – warum Sigerichs Liste England auslässt
- 08Highlights am Weg
- 09Der Pilgrims' Way: alt, aber jünger als sein Name
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: London an der Themse / Dover am Ärmelkanal; der offizielle Beginn der Via Francigena liegt dazwischen, in der Kathedrale von Canterbury (km 140,8)
- Länge: 172,1 km, davon 140,8 km Zubringer London–Canterbury und 31,3 km offizielle Via Francigena Canterbury–Dover
- Dauer: 9 Etappen, Ø rund 19 km; sportlich in 7 bis 8 Tagen
- Höhenmeter: ↗ 2.312 m / ↘ 2.307 m
- Höchster Punkt: 208 m bei km 68,6 in den North Downs bei Wrotham
- Landschaft: Themseufer und Industriegürtel im Osten Londons, das grüne Darent-Tal, Kreidehänge mit Buchenwald, Schafweiden und Obstgärten in Kent, zuletzt die Kreideküste bei Dover
- Träger / Markierung: zwischen Canterbury und Dover die Europäische Vereinigung der Vie Francigene (EAVF) mit dem Pilgerlogo; vorher Wegzeichen von Thames Path, Darent Valley Path und North Downs Way (Eichel-Symbol), keine durchgehende Francigena-Markierung
- Francigena-Spuren: Kilometerstein null im Südportal der Kathedrale von Canterbury; Erzbischof Sigerich, dessen Reiseliste von 990 die Route überliefert; der Pilgrims' Way der Becket-Wallfahrt
- Unterkunft: keine Pilgerherbergen; B&Bs, Pubs mit Zimmern, die Gästehäuser von Aylesford Priory, Jugendherbergen in Canterbury
- Anschlusswege: Via Francigena (Frankreich) ab Calais, Augustine Camino zwischen Aylesford und Canterbury, Walsingham Camino ab London
- Beste Zeit: Mai bis September; im Winter matschige Kreidepfade und kurze Tage
- Pilgerpass / Urkunde: Credenziale der Via Francigena; das Testimonium gibt es erst in Rom
Überblick
Die Via Francigena ist der Pilgerweg nach Rom, und ihr englischer Teil hat eine Eigenheit, die man laut vorlesen möchte: Der Kilometer null liegt bei Kilometer 140,8. Bis Canterbury bist du auf dem Weg zum Anfang. Dort, im Südportal der Kathedrale, steht der Stein, an dem die Via Francigena offiziell beginnt, weil von hier im Jahr 990 Erzbischof Sigerich nach Rom aufbrach. Die Camino-Ninja-Karte setzt den Start trotzdem nach London, denn die meisten Pilger kommen genau von dort, und der Weg nach Canterbury ist selbst eine der ältesten Pilgerrouten Englands.
Dieser Zubringer folgt erst der Themse und dem Darent-Tal, dann dem Pilgrims' Way, einem Weg am Südhang der North Downs, den nach 1170 die Wallfahrer zum Grab des ermordeten Erzbischofs Thomas Becket genommen haben sollen. Nach Canterbury sind es noch gut 31 Kilometer bis Dover. Ehrlich gesagt ist das hier kein Camino mit Herbergen und Pilgermenü, sondern eine englische Wanderwoche mit Pubs, B&Bs und Stempelsuche, die am Fährhafen endet und erst auf der anderen Seite des Kanals richtig Fahrt aufnimmt.
Andere Namen
Auf Englisch heißt der Weg Via Francigena, im Unterschied zum Kontinent oft mit dem Zusatz England oder UK section; in unserer Datenbank läuft er als Via Francigena Britannica. Der Name kommt vom lateinischen „Frankenweg“, der Straße durch das Land der Franken nach Rom; auf Deutsch liest man daher auch Frankenweg. Der Abschnitt London–Canterbury ist kein Teil der offiziellen Via Francigena, sondern läuft auf Teilstücken anderer Wege: dem Pilgrims' Way, dem North Downs Way und, zwischen Aylesford und Canterbury, auf Orten, die auch der Augustine Camino berührt.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du die Via Francigena wirklich von vorn gehen willst, mit Canterbury als Anfang und nicht als Bahnhof. Ideal auch, wenn du eine kurze Pilgerwoche suchst, die ohne Hochgebirge und ohne Hitze auskommt, mit guter Bahnanbindung an fast jedem Etappenort und einer Kathedrale als Mittelpunkt, die seit 597 Bischofssitz ist.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Pilgerherbergen für 10 € erwartest: In Kent übernachtest du in Pubs und B&Bs, und die kosten pro Nacht so viel wie in Spanien eine halbe Woche. Nichts für dich, wenn du auf durchgehende Markierung angewiesen bist; bis Canterbury wechselst du zwischen drei Wegzeichen, und eine Offline-Karte ist Pflicht. Und nichts für dich, wenn du die ersten 30 Kilometer Großstadt nicht magst: Der Weg aus London hinaus führt an der Themse durch Docklands, Gewerbegebiete und Klärwerke, bevor bei Farningham das Grün beginnt.
Streckenverlauf & Landschaft
London bis Otford (km 0–56,7): Vom Ufer der Themse im Zentrum Londons läufst du flussabwärts nach Greenwich (km 11,3), wo kurz dahinter der Nullmeridian den Weg kreuzt, und weiter an der Themse entlang nach Erith (km 26,6). Ab Dartford (km 36,3) verlässt du den Fluss und gehst das Tal des Darent hinauf: Farningham (km 46,4), Eynsford (km 48,3) mit normannischer Burgruine und Brücke über die Furt, dann Otford (km 56,7), wo die Erzbischöfe von Canterbury einen Palast besaßen.
Otford bis Canterbury (km 56,7–140,8): Hier beginnt der Pilgrims' Way. Er zieht als Hangweg unterhalb der Kreidekante nach Osten, über Kemsing (km 58,7) und Wrotham (km 65,4) zum höchsten Punkt bei km 68,6, 208 Meter, und hinunter ins Tal des Medway nach Aylesford (km 84,4). Danach steigst du wieder in die Downs: Detling (km 93,2), Thurnham (km 94,6), Hollingbourne (km 99,4), an Lenham vorbei, das gut einen Kilometer neben der Trasse liegt, nach Charing (km 112,3) und über Boughton Lees (km 120,1) nach Wye (km 123,8). Durch das Tal des Great Stour und über Chartham (km 134,8) erreichst du Canterbury (km 140,8).
Canterbury bis Dover (km 140,8–172,1): Der offizielle Abschnitt verlässt die Stadt nach Südosten, durch Weizenfelder und kleine Wälder nach Shepherdswell (km 157,9), dann durch das Parkland von Waldershare zur Küste. Lydden und Whitfield bleiben abseits, 2,2 und 1,5 Kilometer neben der Trasse; in Dover (km 172,1) endest du unterhalb der Burg am Hafen.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 9 Etappen; Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 172,1 km kalibriert. Etappenorte sind Orte mit Zimmern und meist auch mit Bahnhof, sodass du jederzeit abkürzen oder aussteigen kannst.
- London → Erith (26,6 km) — flach an der Themse, über Greenwich und durch die Docklands; städtisch und lang.
- Erith → Eynsford (21,7 km) — über Dartford ins Darent-Tal, ab Farningham Wiesen und Flussauen.
- Eynsford → Wrotham (17,1 km) — über Otford und Kemsing auf den Pilgrims' Way, erster steiler Anstieg an die Kreidekante.
- Wrotham → Aylesford (19,0 km) — über den höchsten Punkt (208 m) und den Hang der Downs hinab zum Medway und zur Priory.
- Aylesford → Hollingbourne (15,0 km) — kurzer Tag mit kräftigem Aufstieg nach Detling, dann Hangweg über Thurnham.
- Hollingbourne → Wye (24,4 km) — längster Tag in den Downs, über Charing und Boughton Lees, kaum Einkehr unterwegs.
- Wye → Canterbury (17,0 km) — durch das Stour-Tal über Chartham, Ankunft an der Kathedrale.
- Canterbury → Shepherdswell (17,1 km) — erster Tag der offiziellen Via Francigena, Felder und Dörfer.
- Shepherdswell → Dover (14,2 km) — durch Waldershare und über die Kreidehöhen hinunter zum Hafen.
Technisch ist nichts schwierig. Anstrengend sind die vielen kurzen, steilen Anstiege an der Kreidekante, die sich auf über 2.300 Höhenmeter summieren, und der Untergrund: Kreide wird nach Regen glatt wie Seife, Hohlwege stehen im Winter unter Wasser. Auf dem Pilgrims' Way läufst du streckenweise auf schmalen Landstraßen ohne Gehweg; zwischen London und Dartford fast nur auf Asphalt.
Kilometer null bei Kilometer 140,8 – warum Sigerichs Liste England auslässt
Im Jahr 990 reiste Sigerich, gerade zum Erzbischof von Canterbury gewählt, nach Rom, um von Papst Johannes XV. das Pallium zu empfangen, die wollene Stola seines Amtes. Auf dem Rückweg ließ er die Stationen notieren, 80 an der Zahl, von „Urbs Roma“ bis an den Kanal. Die Liste liegt heute in der British Library in der Handschrift Cotton Tiberius B. V und beginnt mit der Überschrift „Adventus archiepiscopi nostri Sigerici ad Romam“, „Die Reise unseres Erzbischofs Sigerich nach Rom“. Die letzte Station heißt Sumeran, das heutige Sombre bei Wissant an der französischen Küste. Dann hört die Liste auf. England kommt darin gar nicht vor, weil der Schreiber den Weg nach Hause für bekannt hielt.
So entsteht die Pointe dieses Weges: Die Via Francigena wurde aus einem Dokument rekonstruiert, das in Frankreich endet, und beginnt deshalb heute an dem Ort, von dem Sigerich losgegangen war. Den Kilometerstein null im Südportal der Kathedrale hat die Europäische Vereinigung der Vie Francigene gesetzt; den Weg auf dem Kontinent hat ab den späten 1980er Jahren der Anthropologe Giovanni Caselli im Gelände identifiziert, 1994 wurde die Via Francigena Kulturweg des Europarats, 2004 „Großer Kulturweg“. Sigerich selbst blieb wenig Zeit für Ruhm: 991 riet er König Æthelred nach der Schlacht von Maldon, den Wikingern 10.000 Pfund zu zahlen, eine Chronik des 14. Jahrhunderts nennt ihn deshalb „Sigeric Danegeld“, und am 28. Oktober 994 war er tot.
Für Canterbury war Sigerich aber nur ein Kapitel. Am 29. Dezember 1170 erschlugen vier Ritter Heinrichs II. den Erzbischof Thomas Becket im Nordwest-Querschiff, 1173 sprach Papst Alexander III. ihn heilig, am 12. Juli 1174 tat der König barfuß Buße an seinem Grab, 1220 wurden die Gebeine in die Trinity Chapel überführt. Canterbury wurde nach Rom das wichtigste Wallfahrtsziel der Christenheit, bis Heinrich VIII. 1538 den Schrein zerstören ließ. Geoffrey Chaucer hat diese Pilger um 1387 in den Canterbury Tales festgehalten: „And specially from every shires ende / Of Engelond to Caunterbury they wende, / The hooly blisful martir for to seke“, „und besonders aus jedem Winkel Englands ziehen sie nach Canterbury, den heiligen, seligen Märtyrer zu suchen“.
Praktisch heißt das: Plane in Canterbury einen halben Tag ein. Der Besuch der Kathedrale als Pilger, zum Gottesdienst oder zum Gebet ist laut Kathedrale immer frei; Touristen zahlen Eintritt. Priester segnen tagsüber Pilger, die aufbrechen oder ankommen, und es gibt einen „Pilgrim's Pass“ und Stempel.
Highlights am Weg
- Greenwich (km 11,3) — die Royal Observatory von 1675 auf dem Hügel über der Themse; kurz hinter dem Ort kreuzt der Weg Längengrad null, rund 130 Kilometer vor dem Kilometer null der Via Francigena.
- Eynsford (km 48,3) — Ruine einer der frühen normannischen Steinburgen Englands; rund einen Kilometer abseits die Römervilla von Lullingstone, deren Hauskirche mit Christusmonogramm aus dem 4. Jahrhundert zu den ältesten christlichen Räumen Britanniens zählt.
- Otford (km 56,7) — Reste des Erzbischofspalasts, den William Warham ab 1514 ausbaute und den Heinrich VIII. 1537 an sich zog; daneben Becket's Well.
- Kit's Coty House (bei Aylesford) — Grabkammer aus Sarsensteinen, rund 4000 vor Christus errichtet.
- Aylesford (km 84,4) — Brücke des 14. Jahrhunderts über den Medway und The Friars, das Karmeliterkloster der 1240er Jahre, 1538 aufgelöst, 1949 von den Karmeliten zurückgekauft; seit 1951 mit Reliquien des heiligen Simon Stock, heute Wallfahrtsort mit Gästehaus.
- Thurnham (km 94,6) — beim Burghügel von Thurnham nennen Urkunden des 13. Jahrhunderts eine „Pilgrim Road“, eines der wenigen alten Zeugnisse für den Pilgrims' Way.
- Wye (km 123,8) — Dorf mit Kirche St Gregory and St Martin und dem 1447 von Kardinal Kempe gegründeten College; über dem Ort die Wye Crown, 1902 von Studenten in die Kreide geschnitten.
- Canterbury (km 140,8) — Kathedrale, 597 von Augustinus gegründet, mit Becket-Märtyrerstätte und Kilometerstein null; dazu St Martin's, die älteste noch genutzte Kirche Englands, alle seit 1988 UNESCO-Welterbe.
- Dover (km 172,1) — Burg mit dem Leuchtturm der Römer aus dem frühen 2. Jahrhundert, der Kirche St Mary in Castro um das Jahr 1000 und den Tunneln, aus denen 1940 die Evakuierung von Dünkirchen geführt wurde.
Der Pilgrims' Way: alt, aber jünger als sein Name
Der Weg am Hang der North Downs ist uralt; Funde belegen ihn für 600 bis 450 vor Christus. Ob aber die Becket-Pilger wirklich hier gingen, ist umstritten. Den Namen „Pilgrims' Way“ schrieb das Ordnance Survey erst nach 1871 auf seine Karten, nachdem Edward Renouard James darüber publiziert hatte; die Landesvermessung selbst spricht heute von einem „enduring archaeological blunder“. 1904 machte Hilaire Belloc den Weg mit seinem Buch „The Old Road“ populär. Für die Gegenseite sprechen Zehntkarten vor 1815, die den Namen schon kennen, und die „Pilgrim Road“ bei Thurnham im 13. Jahrhundert.
Für dich heißt das: Du gehst einen Weg, den Pilger nachweislich seit über hundert Jahren gehen und vermutlich schon im Mittelalter gingen. Ab 1972 wurde er abschnittsweise Teil des North Downs Way, den der Erzbischof von Canterbury im September 1978 bei Wye eröffnete. Zwischen Aylesford und Canterbury berührt dein Weg außerdem den Augustine Camino, der 2017 eröffnet wurde und von Rochester nach Ramsgate führt.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
London ist Startpunkt und Knoten zugleich; wer wenig Zeit hat, fährt dagegen mit der Bahn in knapp einer Stunde nach Canterbury und geht nur die offiziellen 31,3 Kilometer bis Dover. In London und am Weg berühren sich andere englische Pilgerwege:
- Walsingham Camino — 2022 von Andy Bull neu angelegt, von der London Bridge nach Norden zum Marienheiligtum Walsingham
- Eleanor Cross Way — folgt den Kreuzen, die Eduard I. nach 1290 für seine Frau Eleanor von Kastilien bis London errichten ließ
- Augustine Camino — von Rochester über Aylesford und Canterbury nach Ramsgate, als Querverbindung nutzbar
Weiterpilgern?
Ja, und zwar sehr weit. In Dover setzt die Fähre nach Calais über, und dort beginnt die Via Francigena (Frankreich), gut 1.000 Kilometer über Arras, Reims und Besançon bis an die Schweizer Grenze. Sigerichs Station Sumeran liegt an ihrer ersten Etappe nach Wissant. Zu Fuß über den Kanal geht es nur mit der Fähre: Der Eurotunnel nimmt keine Fußgänger mit, und nicht jede Abfahrt nimmt Fußpassagiere – buche vorab.
Danach geht es weiter in der Reihenfolge, in der Sigerich zurückkam:
- Via Francigena (Schweiz) — vom Jura über Lausanne und das Rhonetal zum Großen Sankt Bernhard
- Via Francigena (Italien) — vom Pass durch Aostatal, Po-Ebene und Toskana bis zum Petersdom
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen Abschnitten der Via Francigena brauchst du einen Pilgerausweis (Credenziale), um unterwegs Stempel zu sammeln und am Ende in Rom das Testimonium zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; den ersten Stempel holst du dir in der Kathedrale von Canterbury, für den Zubringer ab London in Kirchen und Pubs. Eine Compostela gibt es hier nicht, es ist ein Weg nach Rom. Weil die Markierung bis Canterbury wechselt, ist die Camino Ninja App mit Offline-Karte und Track dein wichtigstes Werkzeug; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Einreise. Seit Oktober 2021 reichen Personalausweise für die Einreise nach Großbritannien nicht mehr, du brauchst einen Reisepass. Seit April 2025 verlangt Großbritannien von EU- und Schweizer Bürgern zusätzlich eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA), die du vorab online beantragst.
Unterkunft und Jahreszeit. Pilgerherbergen gibt es nicht. In Canterbury stehen eine YHA-Jugendherberge und das unabhängige Kipps Hostel zur Wahl, in Aylesford das Gästehaus der Priory, sonst Pubs und B&Bs, die im Sommer und an Wochenenden früh ausgebucht sind. Beste Zeit ist Mai bis September; dann sind die Kreidewege trocken und die Tage lang.
Was dich der Weg kostet
England ist das teuerste Pflaster der ganzen Via Francigena. Ein Bett im Schlafsaal in Canterbury kostet rund £25–40 (ca. 29–47 €), ein Doppelzimmer im Pub oder B&B in Kent £90–140 (ca. 110–160 €) mit Frühstück (Stand: Oktober 2026); rechne allein reisend mit £70–110 (ca. 82–130 €) pro Tag für Bett, Pub-Essen und Einkauf. Die Kathedrale von Canterbury verlangt von Besuchern £18 (ca. 21 €) von Oktober bis März und £19,50 (ca. 23 €) im Sommer, an Juli- und Augustwochenenden £21 (ca. 25 €); wer als Pilger zum Gebet kommt, geht kostenlos hinein (Stand: Oktober 2026). Die Fähre Dover–Calais für Fußpassagiere gibt es ab rund £21 (ca. 25 €), je nach Termin auch deutlich mehr (Stand: Oktober 2026). Ehrlich gesagt kostet dich die Woche in Kent so viel wie drei Wochen in Spanien.
Anreise
Zum Start. London erreichst du über die Flughäfen oder mit dem Eurostar aus Paris und Brüssel nach St Pancras. Der Eurostar hält seit 2020 nicht mehr in Ebbsfleet und Ashford, also führt kein Weg aus Kontinentaleuropa direkt nach Kent.
Vom Ziel und unterwegs. Fast jeder Etappenort hat einen Bahnhof von Southeastern; Canterbury und Dover erreichst du von St Pancras mit dem Highspeed-Zug in rund einer Stunde. Vom Bahnhof Dover Priory sind es gut zwei Kilometer zum Fährterminal an den Eastern Docks.
- Bahn in Kent: southeasternrailway.co.uk — Züge London–Canterbury–Dover
- Fähre: poferries.com — Dover–Calais, Bedingungen für Fußpassagiere
- Kathedrale: canterbury-cathedral.org — Pilgerempfang, Segen, Öffnungszeiten
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