Von der Hauptstadt zum Hauptweg: rund 325 Kilometer von Madrid über die Sierra de Guadarrama und Segovia bis nach Sahagún, wo der Weg auf den Camino Francés trifft.
Der Camino de Madrid ist der direkte Weg von der spanischen Hauptstadt zum Camino Francés. Er beginnt an der Kirche Santiago el Real im Herzen Madrids und steigt bald in die Sierra de Guadarrama, die er über den alten Römerpass Puerto de la Fuenfría überquert. Danach geht es hinab nach Segovia mit seinem berühmten römischen Aquädukt und weiter durch die weite Hochebene Altkastiliens bis nach Sahagún, wo der Weg auf den Camino Francés trifft.
Es ist ein ruhiger Weg mit wenig Pilgerverkehr, klarer Bergluft im ersten Teil und endlosen Getreidefeldern auf der Meseta – ideal, um die Reise direkt in Madrid zu beginnen.
Anders als viele Wege ist der Camino de Madrid keine historische Hauptroute, sondern eine moderne, gut markierte Verbindung von der Hauptstadt ins Camino-Netz.
Ideal, wenn du in Madrid startest oder einen ruhigen, gut erreichbaren Weg mit Bergauftakt und Meseta-Erfahrung suchst. Auch als erster Abschnitt vor dem Camino Francés ist er beliebt.
Weniger geeignet, wenn du Gesellschaft und dichte Infrastruktur brauchst: Auf der Meseta sind die Etappen lang, heiß im Sommer und kalt im Winter, und die Versorgung ist dünner als auf dem Hauptweg.
Aus Madrid führt der Weg über Tres Cantos und Manzanares el Real ins Gebirge. Der Höhepunkt des ersten Teils ist die Überquerung der Sierra de Guadarrama über den Puerto de la Fuenfría.
Hinter den Bergen wartet Segovia. Danach öffnet sich die Meseta: weite Felder, Pinienwälder bei Coca, kleine Dörfer in den Provinzen Valladolid und León, bis der Weg in Sahagún auf den Camino Francés trifft.
Die einzige echte Herausforderung ist der Guadarrama-Übergang gleich zu Beginn; danach ist der Weg überwiegend flach bis leicht hügelig. Die Meseta verlangt mentale Ausdauer und gute Sonnen- bzw. Kälteplanung.
Die meisten Pilger brauchen rund 12 bis 15 Tage. Die Markierung ist gut, aber plane Wasser und Unterkünfte auf den langen Meseta-Etappen voraus.
Schon nach wenigen Tagen führt der Weg über die Sierra de Guadarrama – auf einem alten Römerweg über den Puerto de la Fuenfría (rund 1.800 m). Der Aufstieg durch Kiefernwälder und der Blick zurück auf die Hochebene von Madrid sind ein starker Auftakt.
Hinter den Bergen liegt Segovia mit seinem gewaltigen, fast 2.000 Jahre alten römischen Aquädukt, dem Alcázar und der Kathedrale – ein lohnender Ruhetag.
Der Camino de Madrid endet nicht in Santiago, sondern in Sahagún – mitten auf dem Camino Francés. Von hier sind es noch rund 350 Kilometer auf dem Camino Francés bis Santiago de Compostela. Viele gehen den Camino de Madrid genau deshalb: als ruhigen, eigenständigen Auftakt von der Hauptstadt, bevor sie sich in den großen Strom des Camino Francés einreihen.
Die beste Zeit ist Frühling und Herbst; der Hochsommer ist auf der Meseta sehr heiß, im Winter kann die Guadarrama Schnee tragen. Übernachtet wird in Albergues und Pensionen. Wie auf allen spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial).
Rechne pro Tag grob mit 25–40 €. Albergues kosten meist 8–15 €, dazu Verpflegung. Wer in Pensionen schläft, zahlt mehr.
Startpunkt ist Madrid – mit internationalem Flughafen und Bahnknoten denkbar einfach zu erreichen.

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