Camino de Madrid
Von der Hauptstadt zum Hauptweg: rund 325 Kilometer von Madrid über die Sierra de Guadarrama und Segovia bis nach Sahagún, wo der Weg auf den Camino Francés trifft.

- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Die Sierra de Guadarrama und Segovia – das Herz des Weges
- 08Jung markiert, alt begangen: die Geschichte des Madrider Wegs
- 09Highlights am Weg
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Madrid → Sahagún
- Länge: 324,9 km
- Höhenmeter: ↗ 2.935 m / ↘ 2.764 m
- Dauer: rund 12–15 Tage zu Fuß
- Andere Namen: Camino de Madrid
- Charakter: ruhiger Zubringer von der Hauptstadt über die Berge und die Meseta zum Camino Francés
Überblick
Der Camino de Madrid ist der direkte Weg von der spanischen Hauptstadt zum Camino Francés. Er beginnt an der Kirche Santiago el Real im Herzen Madrids und steigt bald in die Sierra de Guadarrama, die er über den alten Römerpass Puerto de la Fuenfría überquert. Danach geht es hinab nach Segovia mit seinem berühmten römischen Aquädukt und weiter durch die weite Hochebene Altkastiliens bis nach Sahagún, wo der Weg auf den Camino Francés trifft.
Es ist ein ruhiger Weg mit wenig Pilgerverkehr, klarer Bergluft im ersten Teil und endlosen Getreidefeldern auf der Meseta – ideal, um die Reise direkt in Madrid zu beginnen.
Andere Namen
- Spanisch: Camino de Madrid
- Englisch: Madrid Way
- Deutsch: Madrider Weg
Anders als viele Wege ist der Camino de Madrid keine historische Hauptroute, sondern eine moderne, gut markierte Verbindung von der Hauptstadt ins Camino-Netz.
Für wen der Weg ideal ist – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du in Madrid startest oder einen ruhigen, gut erreichbaren Weg mit Bergauftakt und Meseta-Erfahrung suchst. Auch als erster Abschnitt vor dem Camino Francés ist er beliebt.
Weniger geeignet, wenn du Gesellschaft und dichte Infrastruktur brauchst: Auf der Meseta sind die Etappen lang, heiß im Sommer und kalt im Winter, und die Versorgung ist dünner als auf dem Hauptweg.
Streckenverlauf & Landschaft
Aus Madrid führt der Weg über Tres Cantos und Manzanares el Real ins Gebirge. Der Höhepunkt des ersten Teils ist die Überquerung der Sierra de Guadarrama über den Puerto de la Fuenfría.
Hinter den Bergen wartet Segovia. Danach öffnet sich die Meseta: weite Felder, Pinienwälder bei Coca, kleine Dörfer in den Provinzen Valladolid und León, bis der Weg in Sahagún auf den Camino Francés trifft.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Die einzige echte Herausforderung ist der Guadarrama-Übergang gleich zu Beginn; danach ist der Weg überwiegend flach bis leicht hügelig. Die Meseta verlangt mentale Ausdauer und gute Sonnen- bzw. Kälteplanung.
Die meisten Pilger brauchen rund 12 bis 15 Tage. Die Markierung ist gut, aber plane Wasser und Unterkünfte auf den langen Meseta-Etappen voraus.
Die Sierra de Guadarrama und Segovia – das Herz des Weges
Schon nach wenigen Tagen führt der Weg über die Sierra de Guadarrama – auf einem alten Römerweg über den Puerto de la Fuenfría (rund 1.800 m). Der Aufstieg durch Kiefernwälder und der Blick zurück auf die Hochebene von Madrid sind ein starker Auftakt.
Hinter den Bergen liegt Segovia mit seinem gewaltigen, fast 2.000 Jahre alten römischen Aquädukt, dem Alcázar und der Kathedrale – ein lohnender Ruhetag.
- Plane den Guadarrama-Übergang bei gutem Wetter; im Winter kann oben Schnee liegen.
- Gönn dir in Segovia einen Ruhetag (Aquädukt, Alcázar, das berühmte Spanferkel „cochinillo“).
- Fülle vor den Meseta-Etappen Wasser auf und schütze dich vor Sonne und Hitze.
Jung markiert, alt begangen: die Geschichte des Madrider Wegs
Als Pilgerroute gehört der Camino de Madrid zu den jüngsten Spaniens – und zugleich zu den ältesten: Begangen wurde die Verbindung schon im 12. Jahrhundert, nach der Wiederbesiedlung der Länder südlich des Duero. Wiederentdeckt und markiert hat ihn ab 1996 die Asociación de Amigos de los Caminos de Santiago de Madrid, gemeinsam mit den Vereinen von Segovia, Valladolid und Medina de Rioseco.
Sein sportlicher Höhepunkt ist zugleich sein historischer: Der Puerto de la Fuenfría (1.796 m) ist der höchste Pass aller spanischen Binnen-Jakobswege – und du überquerst ihn auf einer zweitausend Jahre alten römischen Calzada, deren Pflaster streckenweise noch original liegt. Oben stehst du zwischen Madrid und Altkastilien, und ab hier geht es buchstäblich nur noch bergab in die Meseta.
Highlights am Weg
- Madrid – Start an der Kirche Santiago el Real im Herzen der Hauptstadt.
- Sierra de Guadarrama – Bergüberquerung auf dem Römerpass Puerto de la Fuenfría.
- Segovia – römisches Aquädukt, Alcázar und Kathedrale.
- Coca – mächtige Mudéjar-Burg aus Backstein.
- Sahagún – Treffpunkt mit dem Camino Francés, Mudéjar-Architektur.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Madrid ist der am besten erreichbare Startpunkt Spaniens – Flughafen und AVE-Bahnhöfe bringen dich aus jeder Richtung hin, und losgehen kannst du direkt an der Kirche Santiago y San Juan Bautista nahe dem Königspalast. Einen pilgernden Zulauf gibt es nicht: Dieser Weg ist selbst der Anfang.
Dafür ist das Ziel perfekt gewählt: In Sahagún triffst du fast exakt zur Halbzeit auf den Camino Francés – mit gut 300 eigenen Kilometern in den Beinen und noch einmal rund 360 vor dir. Viele Madrilenen gehen genau deshalb so: erst still durch die eigene Sierra, dann im großen Strom nach Santiago.
Weiterpilgern?
Der Camino de Madrid endet nicht in Santiago, sondern in Sahagún – mitten auf dem Camino Francés. Von hier sind es noch rund 350 Kilometer auf dem Camino Francés bis Santiago de Compostela. Viele gehen den Camino de Madrid genau deshalb: als ruhigen, eigenständigen Auftakt von der Hauptstadt, bevor sie sich in den großen Strom des Camino Francés einreihen.
Vorbereitung & Praktisches
Die beste Zeit ist Frühling und Herbst; der Hochsommer ist auf der Meseta sehr heiß, im Winter kann die Guadarrama Schnee tragen. Übernachtet wird in Albergues und Pensionen. Wie auf allen spanischen Wegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial).
Was dich der Weg kostet
Rechne pro Tag grob mit 25–40 €. Albergues kosten meist 8–15 €, dazu Verpflegung. Wer in Pensionen schläft, zahlt mehr.
Anreise
Startpunkt ist Madrid – mit internationalem Flughafen und Bahnknoten denkbar einfach zu erreichen.
- Anreise nach Madrid: internationaler Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas mit Bahn- und Metroanschluss. Renfe – spanische Bahn, Verbindungen und Tickets.
- Rückreise ab Sahagún: Bahn am Camino Francés gelegen, Verbindungen über León. Renfe – Verbindungen ab Sahagún.
- Weiterpilgern: In Sahagún beginnt der Anschluss an den Camino Francés Richtung León und Santiago.
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