Elisabethpfad 3 (Köln – Marburg)
Der Elisabethpfad 3 führt in 167,5 Kilometern vom Kölner Dom über Deutz, das Bergische Land, das Oberbergische und das Siegerland bis zur Elisabethkirche in Marburg, zum Grab der heiligen Elisabeth von Thüringen. Bis Siegen folgt er der mittelalterlichen Brüderstraße, auf der 1489 Aachenpilger aus Hildesheim in Overath und Siegen übernachteten. Hinter der Haincher Höhe, der Wasserscheide zwischen Sieg, Dill und Lahn, geht es durch das hessische Hinterland nach Marburg. Eingerichtet wurde er 2007, zum 800. Geburtstag Elisabeths; Richtung Marburg weist das Elisabeth-Zeichen den Weg, Richtung Köln die Jakobsmuschel.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Auf dem Wegzeichen bewirtet Elisabeth einen Jakobspilger
- 08Highlights am Weg
- 09Brüderstraße oder Brückerstraße? Ein Handelsweg wird Pilgerweg
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Kölner Dom / Elisabethkirche in Marburg; die Camino-Ninja-Karte beginnt in Köln und endet in Marburg an der Lahn
- Länge: 167,5 km laut Camino-Ninja-Karte; der Elisabethpfad e.V. nennt je nach Veröffentlichung 165, „ca. 170“ oder „ca. 180“ km
- Dauer: 8 Etappen, Ø knapp 21 km
- Höhenmeter: in unserer Datenbank für diesen Weg nicht erfasst; laut Verein von 53 m in Köln bis über 340 m im Siegerland
- Höchster Punkt: nicht in der Datenbank erfasst; laut Verein die Haincher Höhe zwischen Hainchen und Rittershausen; die Dillquelle knapp südlich liegt auf 567 m
- Landschaft: Königsforst, Bergisches Hügelland, Haubergwald und Fachwerk im Siegerland, Wacholderheiden im hessischen Hinterland
- Träger / Markierung: bis zur Haincher Höhe Landschaftsverband Rheinland, in Hessen der Elisabethpfad e.V., Marburg; Richtung Marburg das 10 × 10 cm große Elisabeth-Zeichen, Richtung Köln die gelbe Jakobsmuschel
- Elisabeth-Spuren: das Wegzeichen mit dem Motiv aus dem Marburger Elisabethfenster, der Elisabethaltar der Marburger Kugelkirche, die Elisabethkirche mit dem goldenen Schrein
- Unterkunft: Gasthöfe, Pensionen, Ferienwohnungen, Jugendherbergen in Köln und Marburg, einzelne einfache Lager in Gemeindehäusern mit eigenem Schlafsack; keine Herbergskette
- Anschlusswege: in Köln Westfälischer Jakobsweg, Nijmegen – Köln, Jakobsweg Köln – Aachen, Via Coloniensis und Linksrheinischer Jakobsweg; in Marburg Elisabethpfad 1 und Elisabethpfad 2
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; Pilgerbüchlein mit Stempelfeldern, Abschlussstempel in der Küsterstube der Elisabethkirche, keine Compostela
Überblick
Der Elisabethpfad 3 ist der westlichste und längste der drei Elisabethpfade, die in Marburg zusammenlaufen, und der einzige, der an einem Weltkulturerbe beginnt. Du startest am Kölner Dom, dessen Grundstein 1248 gelegt und der erst 1880 vollendet wurde, und gehst zur Elisabethkirche, die 1235 begonnen und 1283 geweiht wurde. Man kann es auch so sagen: Du pilgerst vom berühmtesten gotischen Bau Deutschlands zu einem der ältesten, der dreizehn Jahre früher angefangen wurde. Dazwischen liegen vier Mittelgebirgslandschaften und eine Fernstraße, die älter ist als beide Kirchen.
Denn der Weg ist neu, die Trasse nicht. Bis Siegen läuft er auf der Brüderstraße, dem mittelalterlichen Handelsweg zwischen Köln und dem Eisenland an der Sieg. Markiert wurde er 2007, im Elisabethjahr zum 800. Geburtstag der Heiligen, vom Landschaftsverband Rheinland gemeinsam mit der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft und dem Elisabethpfad e.V. Seitdem ist er zweierlei: Wer nach Osten geht, pilgert zu Elisabeth, wer nach Westen geht, ist auf einem Jakobsweg nach Köln unterwegs – mit Anschluss bis Santiago.
Andere Namen
Offiziell heißt der Weg Elisabethpfad 3 oder kurz E3, ausgeschrieben Elisabethpfad Köln – Marburg. In Gegenrichtung führen ihn Jakobusgesellschaften als Jakobsweg Marburg – Köln. Für den Abschnitt bis Siegen sind die alten Namen geblieben: Brüderstraße, Kölner Landstraße und, vom Siegerland aus gesehen, Siegener Heerstraße.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du im Rheinland wohnst und eine Pilgerwoche ohne Flug suchst: Du steigst in Köln aus dem Zug und gehst los, unterwegs halten in Overath, Siegen und Marburg Regionalzüge, sodass du teilen oder abbrechen kannst. Ideal auch, wenn dich alte Wege reizen: Hohlwege, Zollstellen und Burgen an der Brüderstraße erzählen, wie man hier vor 500 Jahren reiste.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du dich auf die Markierung verlassen willst. In der Kölner Innenstadt werden die Zeichen regelmäßig entfernt, und zwischen Siegen und Marburg meldeten Pilger 2023 und 2024 Lücken; ohne App oder Pilgerführer verläufst du dich. Nichts für dich, wenn du Pilgergemeinschaft wie in Spanien suchst – du triffst Wanderer, selten Pilger. Und nichts für dich, wenn du flache Tage erwartest: Das Bergische und das Siegerland gehen ständig auf und ab.
Streckenverlauf & Landschaft
Köln bis Denklingen (km 0–59,8): Vom Dom geht es über den Rhein nach Deutz (km 1,9), wo um 1002 Erzbischof Heribert im römischen Kastell eine Benediktinerabtei gründete. Über Kalk und Brück, wo 1439 ein Hospital für „arme kranke Pilger“ belegt ist, ziehst du durch den Königsforst am Kinderdorf Bethanien (km 12,6) vorbei. Über Untereschbach und Heiligenhaus (km 23,9) kommst du ins Aggertal nach Overath (km 28,3) und hinauf zur Wallfahrtskirche Marialinden (km 32,0). Hinter Federath quert die Brüderstraße den Großen Heckberg auf 356 Metern, dann Drabenderhöhe (km 42,2), Elsenroth und das Fachwerkdorf Eiershagen (km 58,1) und schließlich Denklingen (km 59,8) mit seiner Burg.
Denklingen bis Siegen (km 59,8–97,7): Hinter Erdingen wird das Land stiller: Schloss Crottorf bei Krottorf (km 71,6), Friesenhagen (km 73,4), die Wildenburg und die Alte Schanze bei Hohenhain, einst Zollstelle. Freudenberg (km 79,8) mit dem Alten Flecken, nach dem Brand von 1666 im Raster wieder aufgebaut, ist das Fachwerkbild des Siegerlands. Über Oberfischbach (km 85,1) und durch den Siegener Stadtwald kommst du nach Siegen (km 97,7).
Siegen bis Marburg (km 97,7–167,5): Hinter Siegen steigt der Weg zur Gnadenkapelle Eremitage über Niederdielfen (km 105,1), dann über Anzhausen und Irmgarteichen nach Hainchen (km 116,5) mit seiner Wasserburg. Auf der Haincher Höhe überschreitest du die Grenze nach Hessen, die hier seit 1815 verläuft, und die Wasserscheide: Sieg nach Westen, Dill und Lahn nach Süden und Osten. Über Rittershausen (km 124,3) und Ewersbach (km 127,1) im Dietzhölztal geht es übers Hörlebachtal nach Steffenberg und Obereisenhausen (km 140,6), dann über Herzhausen, Diedenshausen und Dilschhausen (km 155,4) und Elnhausen (km 158,8) durch die Marburger Altstadt zur Elisabethkirche.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 8 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 167,5 km kalibriert. Der Verein legt seine 8 Abschnitte anders, mit Köln-Brück, Marialinden, Denklingen, Oberfischbach, Niederdielfen, Steinbrücken und Dilschhausen. Wer die letzte Etappe teilen möchte, übernachtet in Dilschhausen oder Elnhausen.
- Köln → Heiligenhaus (23,9 km) — Über den Rhein nach Deutz, durch Kalk, Brück und den Königsforst, am Kinderdorf Bethanien vorbei; viel Stadt und Asphalt am Anfang, dann Wald.
- Heiligenhaus → Drabenderhöhe (18,3 km) — Durchs Aggertal nach Overath, hinauf nach Marialinden und über den Heckberg, der erste richtige Anstieg.
- Drabenderhöhe → Denklingen (17,6 km) — Hohlwege, Streusiedlungen und Linden des Oberbergischen, über Elsenroth und Eiershagen zur Burg Denklingen.
- Denklingen → Freudenberg (20,0 km) — Der einsamste Abschnitt der Brüderstraße, über Crottorf, Friesenhagen und Hohenhain ins Siegerland; wenig Einkehr.
- Freudenberg → Siegen (17,9 km) — Über Oberfischbach und durch den Stadtwald in die Stadt; Zeit für Nikolaikirche und Oberes Schloss.
- Siegen → Hainchen (18,8 km) — Hinauf zur Eremitage, über Niederdielfen, Anzhausen und Irmgarteichen an den Fuß der Haincher Höhe.
- Hainchen → Obereisenhausen (24,1 km) — Über die Wasserscheide nach Hessen, durch Rittershausen, Ewersbach und das Hörlebachtal; Unterkünfte vorab sichern.
- Obereisenhausen → Marburg (26,9 km) — Die längste Etappe: über Herzhausen, Diedenshausen und Dilschhausen, den Stackelberg und Elnhausen zur Elisabethkirche.
Technisch ist nichts schwierig, aber der Weg ist nie flach. Laut Verein steigt er von 53 Metern in Köln auf 250 Meter in Marialinden und 356 Meter am Heckberg und erreicht an der Haincher Höhe seinen höchsten Abschnitt. Nach Regen werden die Hohlwege schlammig.
Auf dem Wegzeichen bewirtet Elisabeth einen Jakobspilger
Schau dir das Schild genau an, bevor du losgehst. Das 10 × 10 Zentimeter große Zeichen, das dich Richtung Marburg führt, zeigt Elisabeth, wie sie Pilger und Fremde aufnimmt – ein Motiv aus dem Elisabethfenster im Chor der Marburger Elisabethkirche, um 1248 entstanden. Das Fenster stellt in sechs Medaillons die Werke der Barmherzigkeit nach dem Matthäus-Evangelium dar: „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen.“ Im Medaillon mit den Fremden trägt der Gast die Jakobsmuschel. Du läufst also eine Woche lang hinter einem Bild her, auf dem eine Heilige einen Jakobspilger bewirtet – und wer in Gegenrichtung geht, folgt gleich der Muschel selbst.
Das passt genauer, als es aussieht. Elisabeth gründete 1228 vor den Toren Marburgs ein Hospital und pflegte dort Kranke und Durchreisende, bis sie am 17. November 1231 mit 24 Jahren starb. Papst Gregor IX. sprach sie an Pfingsten 1235 heilig, am 1. Mai 1236 wurden ihre Gebeine erhoben. Ins Rheinland reichte der Kult sofort: Die Brüder des Marburger Deutschordenshauses ließen ihre Lebensbeschreibung 1236/37 von Caesarius von Heisterbach schreiben, dem Zisterzienser aus dem Siebengebirge, der in Köln die Dom- und Stiftsschulen besucht hatte. Auf der Brüderstraße waren Pilger ohnehin unterwegs: Die Glocke der Kapelle in Rittershausen, um 1500 gegossen, trägt das Pilgerzeichen von St. Quirinus in Neuss. In der Kirche von Oberhörlen und am Grabmal Landgraf Ludwigs V. in der Marburger Marienkirche steht Jakobus im Pilgergewand.
Dann kam der Bruch. Landgraf Philipp der Großmütige, Elisabeths Nachfahre, führte in Hessen die Reformation ein und schaffte 1527 Heiligenverehrung und Wallfahrten ab; 1539 ließ er ihre Gebeine aus dem Schrein holen. Dass ein Weg zu ihrem Grab fast 470 Jahre später ausgerechnet als ökumenisches Gemeinschaftsprojekt aus dem katholischen Rheinland und dem evangelischen Hessen markiert wurde, ist die eigentliche Pointe des E3. Rechne also nicht mit einer Compostela, aber mit einem Ziel, das seit fast 800 Jahren Pilger empfängt. Und such dir im Chor der Elisabethkirche das Fenster mit dem Muschelpilger – dort hängt das Original deines Wegzeichens.
Highlights am Weg
- Kölner Dom (Start) — Chorweihe 1322; seit 1164 mit den Reliquien der Heiligen Drei Könige ein großes Pilgerziel.
- Alt St. Heribert, Deutz (km 1,9) — Kirche der um 1002 von Erzbischof Heribert gegründeten Abtei im römischen Kastell Divitia.
- Overath (km 28,3) — Pfarrkirche St. Walburga, um 1064 von Erzbischof Anno II. der Abtei Siegburg übertragen, Station der Hildesheimer Pilger von 1489.
- Marialinden (km 32,0) — Wallfahrtskirche mit zwei Pietà-Bildern.
- Denklingen (km 59,8) — Burg von 1404 an der Brüderstraße, Antoniuskirche, die von 1662 bis 1880 Katholiken und Reformierte gemeinsam nutzten.
- Freudenberg (km 79,8) — der Alte Flecken, Fachwerkstadt nach dem Brand von 1666 in strenger Ordnung wieder aufgebaut.
- Siegen (km 97,7) — Nikolaikirche mit dem vergoldeten Krönchen auf dem Turm, Oberes Schloss; Geburtsstadt von Peter Paul Rubens, geboren 1577.
- Eremitage bei Niederdielfen (km 105,1) — Gnadenkapelle von 1677 bis 1685 auf dem Grimberg, Wallfahrt am Karfreitag und am Sonntag nach dem 2. Juli.
- Haincher Höhe (bei km 116,5) — Wasserscheide von Sieg, Dill und Lahn, Landesgrenze NRW–Hessen; unterhalb die Wasserburg Hainchen, 1290 erstmals erwähnt.
- Elisabethkirche Marburg (Ziel) — begonnen 1235, geweiht 1283; Elisabethfenster um 1248, goldener Schrein, Stempel in der Küsterstube.
Brüderstraße oder Brückerstraße? Ein Handelsweg wird Pilgerweg
Woher der Name kommt, ist bis heute umstritten, und beide Antworten sind gute Geschichten. Die eine: Die Brüderstraße sei eine verballhornte Brückerstraße, benannt nach der Brücke über den Flehbach in Köln-Brück; als „Brückerstraße“ ist sie 1386 belegt. Die andere: Auf ihr zogen die Brüder – Mönche, Missionare und die Kölner Jakobusbruderschaften auf dem Weg nach Santiago. Die Urkunden lassen dir die Wahl. 1464 nennt eine Quelle das Stück zwischen Denklingen und Erdingen „alde broeder straisse“, die alte Brüderstraße. Und die Beziehung zwischen Deutz und dem Siegerland begann tatsächlich mit Brüdern: Zwischen 1079 und 1089 schenkten zwei Brüder der Abtei Deutz sieben Güter an der Sieg.
Der Rest ist Eisen und Politik. 1224 teilten Erzbischof Engelbert von Köln und Graf Heinrich von Nassau die junge Stadt Siegen untereinander auf, Köln hatte einen der großen Eisenmärkte des Reiches, und die Straße war seine Leitung ins Erzrevier. Burgen und Zölle säumten sie, von der Wildenburg um 1239 bis Denklingen 1404. 1489 ritt eine Gruppe von Aachenpilgern aus Hildesheim über die Straße, übernachtete in Siegen, Overath und Köln und hielt Mittagsrast in Denklingen – ihr Reiseverzeichnis ist das älteste Pilgerzeugnis für diese Trasse. Mit dem Bau der Köln-Olper Chaussee von 1823 bis 1834 verlor die Brüderstraße ihren Verkehr; die Hohlwege bei Elsenroth sind ihre Spuren. 2007 bekam sie mit dem Elisabethpfad eine zweite Bestimmung.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Köln ist ein Knotenpunkt der Jakobswege, und mehrere davon kommen hier an oder beginnen hier. Wer von Norden kommt, erreicht die Stadt auf dem Westfälischen Jakobsweg oder auf dem Weg Nijmegen – Köln und kann am Dom statt nach Süden nach Osten zu Elisabeth abbiegen. Die übrigen Kölner Anschlüsse führen nach Westen und Süden weiter:
- Jakobsweg Köln – Aachen — der klassische Weg Richtung Belgien und Frankreich
- Via Coloniensis — von Köln durch die Eifel Richtung Trier
- Linksrheinischer Jakobsweg — am linken Rheinufer nach Süden
Die Elisabethpfade sind ein kleines Netz mit einem gemeinsamen Ziel, das der Verein zusammen betreut:
- Elisabethpfad 1 (Frankfurt – Marburg) — von Frankfurt über Taunus, Wetzlar und Kloster Altenberg, der älteste der drei
- Elisabethpfad 2 (Eisenach – Marburg) — von der Wartburg, Elisabeths erster Heimat, ebenfalls seit 2007
- Elisabethpfad 3 (Köln – Marburg) — dieser Weg, der längste, auf der Brüderstraße durchs Bergische und das Siegerland
Weiterpilgern?
In Marburg ist das Ziel erreicht, und von hier führen nur die beiden Geschwisterwege weiter. Nach Osten bringt dich der Elisabethpfad 2 zur Wartburg nach Eisenach und dort auf die Via Regia; nach Süden führt der Elisabethpfad 1 über Wetzlar nach Frankfurt. Wer den E3 umgekehrt geht, endet am Kölner Dom und steht dort direkt am Start des Jakobswegs Köln – Aachen Richtung Santiago.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerbüchlein und App. Der Elisabethpfad ist kein offizieller Jakobsweg, eine Compostela gibt es hier nicht. Der Verein gibt ein Pilgerbüchlein mit Stempelfeldern heraus, das als Pilgerausweis dient; Stempel bekommst du in Kirchen und Pfarrbüros unterwegs, den Abschlussstempel in der Küsterstube der Elisabethkirche. Bestell es am besten vorab im Pilgershop des Vereins, damit es rechtzeitig bei dir ist. Wer Richtung Köln und weiter nach Santiago geht, nimmt besser eine Credencial mit. Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei – bei den Markierungslücken mehr als bequem; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Unterkunft. Der Verein führt ein digitales Unterkunftsverzeichnis. Einige Kirchengemeinden nehmen Pilger mit eigenem Schlafsack im Gemeindehaus auf. Zwischen Denklingen und Freudenberg und im hessischen Hinterland zwischen Ewersbach und Dilschhausen ist das Angebot dünn – hier mindestens einen Tag vorher anrufen.
Jahreszeit und Führer. Gute Zeit ist Mai bis Oktober. Der Pilgerführer 3 erschien im Januar 2023 neu, mit 14 Karten 1:50.000 und QR-Codes. Die Elisabethkirche ist von April bis September täglich 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Winter bis 16 Uhr (Stand: Oktober 2026).
Was dich der Weg kostet
Die Formalien sind billig: Pilgerbüchlein des Vereins ab 1,20 €, Pilgerführer 3 mit 104 Seiten 15,80 €, Eintritt in Dom und Elisabethkirche frei (Stand: Oktober 2026). Teurer sind die Nächte: Eine Ferienwohnung in Hainchen kostet laut Unterkunftsverzeichnis 25 € pro Person ohne und 27 € mit Frühstück, dazu 10 € Endreinigung; für Gasthöfe und Pensionen im Bergischen und Siegerland rechnest du mit 50 bis 90 € für das Einzelzimmer. Die Jugendherberge Marburg verlangt für Erwachsene ab 27 Jahren 47,80 bis 57,30 € mit Frühstück und DJH-Mitgliedschaft (Stand: Oktober 2026).
Rechne mit 65 bis 90 € pro Tag mit Zimmer, Frühstück, Proviant und Abendessen; mit Gemeindehaus-Lager und Selbstversorgung an einzelnen Tagen mit rund 30 €. Ehrlich gesagt kostet eine Woche auf dem E3 damit etwa doppelt so viel wie auf dem Camino Francés – dafür fährt dich das Deutschlandticket zum Start und vom Ziel zurück.
Anreise
Zum Start. Köln Hauptbahnhof liegt direkt neben dem Dom und ist mit ICE aus ganz Deutschland, Belgien und den Niederlanden erreichbar; vom Flughafen Köln/Bonn fährt die S-Bahn in rund 15 Minuten in die Stadt.
Unterwegs und vom Ziel. In Overath hält die Oberbergische Bahn nach Köln, Siegen hat Regionalexpress-Verbindungen nach Köln, Gießen und Frankfurt. Marburg liegt an der Main-Weser-Bahn mit Regionalzügen nach Frankfurt und Kassel; zurück nach Köln geht es über Gießen und Siegen oder über Frankfurt in etwa drei Stunden. Mit dem Deutschlandticket für 63 € im Monat (Stand: Oktober 2026) sind alle Regionalzüge und Busse abgedeckt.
- Bahn: bahn.de — Verbindungen Köln, Siegen und Marburg, Deutschlandticket
- Weg und Unterkünfte: elisabethpfad.de — Elisabethpfad e.V., Unterkunftsverzeichnis, Pilgerführer und Pilgerbüchlein
Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel
Alles, was du für den Elisabethpfad 3 (Köln – Marburg) brauchst, direkt zu dir nach Hause.
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