Auf der ältesten Straße Europas: rund 474 Kilometer von Görlitz an der Neiße quer durch Sachsen und Thüringen nach Vacha – der Ökumenische Pilgerweg auf der historischen Via Regia.
Die Via Regia ist die älteste und längste Landverbindung Europas – eine „Königsstraße“, die über Jahrhunderte Ost und West verband, und heute eine Kulturroute des Europarates. Als Pilgerkorridor reicht sie weit über Deutschland hinaus: von der Ukraine und Polen kommend trifft der polnische Camino Via Regia bei Görlitz auf den deutschen Abschnitt, der wiederum Richtung Frankreich an die historischen Jakobswege nach Santiago anschließt.
Ihr deutscher Pilgerabschnitt ist heute der Ökumenische Pilgerweg: Er führt von Görlitz an der Neiße quer durch Sachsen und Thüringen, über Leipzig, Erfurt und Eisenach, bis nach Vacha an der hessischen Grenze – betreut vom Verein Ökumenischer Pilgerweg e.V.
Es ist ein vergleichsweise flacher, geschichtsträchtiger Weg durch das Herz Mitteldeutschlands – mit großen Städten, Reformationsgeschichte und stillem Hügelland.
„Via Regia“ ist Latein für „königliche Straße“ – eine mittelalterliche Reichsstraße unter königlichem Schutz.
Ideal für einen geschichtsreichen, gut erreichbaren Pilgerweg durch Deutschland mit großen Städten und Reformationsorten – und als östlicher Auftakt einer langen Reise Richtung Westen. Überwiegend flach, gut machbar.
Weniger geeignet, wenn du Bergpanoramen und Wildnis suchst: Der Weg führt durch Kulturlandschaft, Felder und Städte.
Von Görlitz, der östlichsten Stadt Deutschlands, führt der Weg durch die Oberlausitz (Bautzen) ins sächsische Tiefland und nach Leipzig.
Weiter durch das thüringische Hügelland über Naumburg und Erfurt nach Eisenach mit der Wartburg, bevor er Vacha an der Werra erreicht.
Mit rund 474 Kilometern und nur etwa 3.600 Höhenmetern ist die Via Regia überwiegend flach bis sanft hügelig – in 19–24 Tagen gut machbar. Der Ökumenische Pilgerweg ist hervorragend markiert (Muschel-Logo). Unterkünfte: Pensionen, Pilgerquartiere, Pfarreien.
Die Via Regia ist ein Weg durch die deutsche Geschichte: In Erfurt trat Luther ins Kloster ein, auf der Wartburg bei Eisenach übersetzte er das Neue Testament. Leipzig und Naumburg (Dom, UNESCO) ergänzen das reiche kulturelle Erbe.
Zugleich folgst du der mittelalterlichen Reichsstraße, auf der einst Kaufleute, Könige und Pilger zogen. Passend dazu: Der erste deutschsprachige Pilgerführer nach Santiago wurde um 1495 von Hermann Künig von Vach verfasst, einem Servitenmönch aus eben jenem Vacha, das heute den westlichen Endpunkt des Weges bildet.
Der deutsche Abschnitt ist ein Glied einer langen Kette. Im Osten, in Görlitz, schließt von Polen her der Camino Via Regia an (und reicht über Krakau und Breslau bis in die Ukraine). Im Westen, in Vacha, wechselt das Wegzeichen von der gelb-blauen Muschel des Ökumenischen Pilgerwegs zur blauen Muschel des Rhön-Jakobswegs Richtung Fulda – von dort führen weitere Jakobswege über Frankfurt und das Rheinland nach Frankreich und letztlich nach Santiago. Wer mag, sieht die Via Regia als mitteleuropäisches Verbindungsstück eines kontinentweiten Pilgerkorridors.
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Entlang des Weges gibt es ein Netz von rund 100 Herbergen in gut erreichbaren Abständen, die ein einfaches Nachtlager bieten; daneben Pensionen und Pfarreien. Adressen, Karten und Wegbeschreibungen veröffentlicht der Verein Ökumenischer Pilgerweg e.V. in einem eigenen Pilgerführer. Ein Pilgerausweis ist für Stempel und Quartiere sinnvoll.
Deutschland ist teurer als Spanien. Rechne pro Tag grob mit 45–75 € (Pensionen/Pilgerquartiere), plus Verpflegung; einfache Quartiere und Selbstversorgung senken die Kosten.
Startpunkt ist Görlitz, per Bahn aus Dresden gut erreichbar.

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