Via Jacobi Bregenz auf der Karte

Via Jacobi Bregenz

Die Via Jacobi Bregenz führt in 106,8 Kilometern vom österreichischen Bodenseeufer in Bregenz nach Rapperswil-Jona am Zürichsee, wo sie in die Via Jacobi Richtung Genf mündet. Auf den ersten 30 Kilometern quert sie flach das Rheindelta und wechselt dabei dreimal die Grenze, ab Rorschach folgt sie der nationalen Wanderroute 4 ViaJacobi über St. Gallen mit seinem UNESCO-Stiftsbezirk. Danach geht es auf und ab durchs Appenzeller Hinterland und das Toggenburg, mit dem höchsten Punkt von 1.084 Metern bei Schwellbrunn. Fünf Etappen, 2.744 Höhenmeter bergauf, und zum Schluss die Pilgerherberge mitten in der Rapperswiler Altstadt.

1. Juli 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Bregenz am Bodensee (Österreich) / Rapperswil-Jona am Zürichsee (Schweiz)
  • Länge: 106,8 km, davon rund 18 km in Österreich und rund 89 km in der Schweiz
  • Dauer: 5 Etappen, Ø gut 21 km; mit geteilten Rand-Etappen bequem auch 6 bis 7 Tage
  • Höhenmeter: ↗ 2.744 m / ↘ 2.735 m
  • Höchster Punkt: 1.084 m bei km 63,6, bei Risi oberhalb von Schwellbrunn
  • Landschaft: Bodenseeufer und Rheindelta, dann Appenzeller Hügelland mit Streusiedlungen, Toggenburger Weiden, zum Schluss Blick auf den Zürichsee
  • Träger / Markierung: ab Rorschach nationale Route 4 ViaJacobi von SchweizMobil, Schild mit der Nummer 4 und Muschel; im Vorarlberger Teil Jakobsweg-Beschilderung; Pilgerinfos vom Verein Jakobsweg Schweiz – Compostelle Suisse
  • Jakobus-Spuren: Pilgerhaus auf dem St. Galler Klosterplan um 825, Notkers Eintrag zum Apostelgrab von 896, Jakobus an einem Schrank im St. Galler Dom, Pilgerfigur am Erker Kugelgasse 8, Heiliggeistspital in Rapperswil
  • Unterkunft: Pilgerherbergen in St. Gallen und Rapperswil, dazu Gasthöfe, Hotels und einzelne Pilgerzimmer; dazwischen keine durchgehende Herbergskette
  • Anschlusswege: Via Jacobi ab Rapperswil-Jona, Schaffhauser-Zürcher-Weg endet in Rapperswil-Jona, Appenzeller Weg berührt die Trasse zwischen Schönengrund und St. Peterzell
  • Beste Zeit: Mai bis Oktober; die Herberge Rapperswil öffnet vom 1. April bis 31. Oktober, im Hügelland liegt im Winter oft Schnee

Überblick

Die Via Jacobi Bregenz ist der Ostschweizer Einstieg in das Schweizer Pilgernetz. Das Besondere ist die Abfolge: erst ein ganzer Tag flach durchs Rheindelta, dann der Stiftsbezirk von St. Gallen, dann zwei Tage, in denen du gefühlt jeden Appenzeller Hügel einzeln kennenlernst. Ehrlich gesagt ist der Weg damit zweigeteilt – vorne Spaziergang, hinten Wanderung mit gut 2.000 Höhenmetern auf 60 Kilometern.

Der eigentliche Namensgeber des Weges ist nicht Jakobus, sondern ein Ire. Um 610 wirkten Kolumban und Gallus in Bregenz, 612 trennten sie sich: Kolumban zog nach Italien weiter, Gallus blieb krank zurück und ließ sich an der Steinach nieder, wo später das Kloster St. Gallen entstand. Du gehst also auf den ersten 45 Kilometern genau seinen Umzug nach – nur dass auf dich am Ende kein Bär wartet, sondern eine Pilgerherberge mit zehn Betten. Rapperswil liegt dann nur noch eine Tagesetappe vor Einsiedeln auf der Via Jacobi.

Andere Namen

In der Schweiz heißt das Stück ab Rorschach einfach ViaJacobi, offiziell Wanderland-Route 4; Pilgerseiten und Gemeinden sprechen vom Rorschacher Ast oder Rorschacherweg, weil die Strecke Rorschach–Einsiedeln neben dem Konstanzer Zweig der zweite Zulauf aus dem Bodenseeraum ist. Das Teilstück Bregenz–Rorschach führen deutsche und Vorarlberger Portale als Schlussetappe des Münchner Jakobswegs, manche auch als Bregenzerweg. In der Gegenrichtung ist es zudem eine Etappe des Kolumbanswegs. Auf Englisch liest man Via Jacobi from Bregenz oder Rorschach branch.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du aus dem Osten kommst und den Jakobsweg direkt vor der Haustür beginnen willst: Bregenz erreichst du von München, Wien oder Zürich mit dem Zug. Ideal, wenn dich Kultur und Landschaft gleichermaßen reizen – mit der Stiftsbibliothek von St. Gallen am zweiten Tag und Appenzeller Holzhäusern danach. Und ideal als Probewoche vor der Via Jacobi.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du ein Herbergsnetz wie in Spanien erwartest: Zwischen St. Gallen und Rapperswil schläfst du meist in Gasthöfen und Hotels, und die kosten in der Schweiz. Nichts für dich, wenn du die Hügel unterschätzt: Das Appenzeller Hinterland ist kein Gebirge, aber es geht ständig 150 Meter hinauf und wieder hinunter. Und nichts für dich, wenn du Stille vom ersten Schritt an suchst – im Rheindelta läufst du stellenweise neben Autobahn und Lärmschutzwand.

Streckenverlauf & Landschaft

Bregenz bis Rorschach (km 0–29,6): Von der Seepromenade in Bregenz geht es am Kloster Mehrerau vorbei, 1097 von Benediktinern aus Konstanz gegründet, über die Bregenzer Ach, an Hard vorbei (0,9 km neben dem Weg) und über den Neuen Rhein nach Fußach und Höchst. Dann folgt das Grenzspiel: Bei km 13,5 überquerst du den Rhein nach St. Margrethen, über Gaißau bist du kurz wieder in Österreich, bei Rheineck (km 19,1) endgültig in der Schweiz. Über Altenrhein mit seinem kleinen Flugplatz erreichst du Rorschach am Hafen – alles fast topfeben auf rund 400 Metern.

Rorschach bis Rapperswil-Jona (km 29,6–106,8): Ab Rorschach steigt der Weg an Goldach vorbei (0,8 km neben dem Weg) auf 672 Meter nach St. Gallen (km 44,8). Über Herisau (km 55,1) und an Waldstatt vorbei geht es hinauf nach Schwellbrunn und zum höchsten Punkt bei Risi (1.084 m, km 63,6), dann über die Chäserenstrasse bei Schönengrund ins Neckertal nach St. Peterzell (km 69,6). Über den Scherrer (985 m) steigst du steil nach Wattwil im Toggenburg ab, gehst über Walde (839 m) nach St. Gallenkappel, Neuhaus und Eschenbach (km 97,4) und auf den letzten neun Kilometern hinunter zum See nach Rapperswil-Jona (km 106,2). Der Track endet 600 Meter weiter in der Altstadt.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 5 Etappen. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 106,8 km kalibriert. Die erste und die letzte Etappe sind lang; wer kürzer gehen will, übernachtet in Rheineck (km 19,1) und in Eschenbach (km 97,4) und kommt so auf 7 Tage.

  1. Bregenz → Rorschach (29,6 km) — flach durchs Rheindelta, über Fußach und Höchst, drei Grenzübertritte zwischen St. Margrethen, Gaißau und Rheineck.
  2. Rorschach → St. Gallen (15,2 km) — der erste Anstieg, knapp 300 Meter hinauf in die Stadt; kurz genug, um am Nachmittag den Stiftsbezirk zu besuchen.
  3. St. Gallen → Schwellbrunn (16,8 km) — über Herisau und an Waldstatt vorbei auf den Hügelrücken; ab hier beginnt das Appenzeller Auf und Ab.
  4. Schwellbrunn → Wattwil (17,5 km) — gleich zu Beginn der höchste Punkt bei Risi, dann ins Neckertal nach St. Peterzell, über den Scherrer und steil hinunter ins Toggenburg.
  5. Wattwil → Rapperswil-Jona (27,7 km) — über Walde, St. Gallenkappel und Eschenbach hinunter an den Zürichsee in die Altstadt von Rapperswil.

Technisch ist nichts schwierig: Asphalt im Rheindelta und in den Orten, sonst Feld- und Waldwege, Wiesenpfade und viele Viehgatter. Anstrengend ist der Rhythmus im Hügelland: Zwischen St. Gallen und Wattwil sammelst du die meisten der 2.744 Höhenmeter, oft auf nassen Wiesenwegen.

Pilgerbetten auf Pergament: St. Gallen plante die Herberge, bevor es Santiago kannte

In der Stiftsbibliothek liegt unter der Signatur Cod. Sang. 1092 der St. Galler Klosterplan, entstanden um 825 auf der Reichenau: fünf zusammengenähte Pergamentstücke, 112 mal 77,5 Zentimeter, rund fünfzig Gebäude mit 333 Beschriftungen. Gewidmet ist er Abt Gozbert, „Haec tibi dulcissime fili cozberte de posicione officinarum paucis exemplata direxi“ – „Dies habe ich dir, liebster Sohn Gozbert, als kurze Skizze der Anordnung der Klostergebäude geschickt“. Direkt am Eingang des Klosters ist ein eigenes Haus für Pilger und Arme eingezeichnet, mit Schlafsaal, Kammern, eigener Bäckerei und Brauerei. Darüber steht: „Hic peregrinorum laetetur turba recepta“ – „Hier freue sich die aufgenommene Schar der Pilger“.

Die Pointe liegt im Datum. Als der Plan gezeichnet wurde, war das Apostelgrab in Galicien gerade erst entdeckt, und in St. Gallen wusste davon noch niemand. Die Pilger auf dem Plan kamen zum Grab des Gallus. Erst 896 trug der St. Galler Mönch Notker der Stammler in sein Martyrologium ein, was man über Santiago gehört hatte: „Hujus beati apostoli sacratissima ossa ad Hispanias translata, et in ultimis earum finibus, videlicet contra mare Britannicum condita, celeberrima illarum gentium veneratione excoluntur“ – die hochheiligen Gebeine des Apostels seien nach Spanien gebracht und an dessen äußerstem Ende, gegenüber dem Britannischen Meer, beigesetzt worden, wo die Völker sie hoch verehren. St. Gallen hatte also die Betten, bevor es das Ziel kannte.

Gebaut wurde das Kloster nie genau nach Plan. Seit Juni 2013 versucht man es bei Meßkirch nördlich des Bodensees, auf der Baustelle Campus Galli, mit Werkzeugen des 9. Jahrhunderts. In St. Gallen selbst hat der Verein Pilgerherberge Sankt Gallen 2008 eine eigene Herberge eröffnet, an der Linsebühlstrasse 61, zehn Betten in drei Zimmern, eine Nacht, Pilgerausweis Pflicht. Die Inschrift von 825 gilt dort sinngemäß noch immer.

Praktisch heißt das: Plane die zweite Etappe kurz und nimm dir den Nachmittag für den Stiftsbezirk. Den Barocksaal der Bibliothek, gebaut 1758 bis 1767, betrittst du in Filzpantoffeln, über der Tür steht seit 1781 griechisch „Psyches Iatreion“, „Heilstätte der Seele“. Das Ticket für den Welterbe-Bezirk kostet 18 CHF (ca. 19 €) (Stand: Oktober 2026). Den Klosterplan kannst du jederzeit online auf e-codices ansehen.

Highlights am Weg

  • Bregenz (km 0) — Galluskirche über der Stadt, benannt nach dem Iren, der 610 mit Kolumban hier eintraf; heutiger Barockbau von 1737 nach Plänen von Franz Anton Beer.
  • Rheindelta (km 7–24) — der Neue Rhein ist ein Kunstfluss: Der Staatsvertrag von 1892 zwischen Österreich und der Schweiz brachte den Fußacher Durchstich, der um 1900 eröffnet wurde; der Alte Rhein bei Rheineck ist das frühere Flussbett.
  • Rorschach (km 29,6) — Hafenstadt mit dem barocken Kornhaus von 1746 bis 1749, gebaut von Johann Caspar Bagnato für Abt Cölestin Gugger; darüber das Kloster Mariaberg.
  • Stiftsbezirk St. Gallen (km 44,8) — Kathedrale, Stiftsbibliothek und Klosterplan, seit 1983 UNESCO-Welterbe; im Dom ist der Kopf des Jakobus an einem Schrank hinten rechts dargestellt, an der Kugelgasse 8 steht eine Pilgerfigur am Erker.
  • Herisau (km 55,1) — 837 als Herinisauva erwähnt, spätgotische Kirche St. Laurentius von 1516 bis 1520; de facto Hauptort von Appenzell Ausserrhoden, auch wenn der Kanton offiziell keinen kennt.
  • Schwellbrunn (km 61,6) — Straßendorf auf schmalem Hügelrücken, das höchstgelegene Dorf des Kantons, 1268 zuerst erwähnt und 2017 zum schönsten Dorf der Schweiz gewählt.
  • St. Peterzell (km 69,6) — 1178 als cella sancti Petri bestätigt, barocke Kirche von 1722 mit Figuren der heiligen Ida und Elisabeth von Thüringen; bis 1963 von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt.
  • Wattwil (km 79,1) — Kloster St. Maria der Engel, 1411 zuerst erwähnt, seit 1621 auf der Wenkenrüti; 2010 löste sich der Konvent auf.
  • St. Gallenkappel (km 93,5) — der Name stammt von einer Galluskapelle des 9. Jahrhunderts; Pfarrkirche von 1754 bis 1764 von Jakob Grubenmann.
  • Rapperswil (km 106,2) — Rosenstadt mit Schloss; das Heiliggeistspital am Fischmarktplatz, im 13. Jahrhundert für Arme, Kranke und Pilger gegründet und 1274 zuerst belegt, liegt neben der heutigen Pilgerherberge.

Gallus vor Jakobus: ein Ire als Wegbereiter

Auf diesem Jakobsweg begegnet dir Gallus häufiger als Jakobus. In Bregenz steht seine Kirche, in St. Gallen sein Kloster, kurz vor dem Ziel trägt ein ganzes Dorf seinen Namen. Die Legende erzählt, Gallus sei 612 an der Steinach in ein Dornengestrüpp gestürzt und habe das als Zeichen genommen, hier zu bleiben; ein Bär soll ihm Holz fürs Feuer gebracht haben und dafür Brot bekommen – der Bär sitzt bis heute im Wappen von St. Gallen. 719 machte Otmar aus der Einsiedelei ein Kloster, und spätestens damit begann die Stadt.

Die Wallfahrten aus dieser Gegend gingen im Mittelalter vor allem nach Einsiedeln. Schon 1337 stellte Ritter Tumb von Neuburg einen Schutzbrief für Pilger aus Vorarlberg nach Einsiedeln aus, wie der Vorarlberger Landeskundler Helmut Tiefenthaler belegt. Und nicht jeder kam ungeschoren durch: 1778 beschwerte sich die Vorarlberger Regierung, dass Wallfahrer aus Alberschwende im reformierten Urnäsch mit Steinen beworfen worden waren. Die Konfessionsgrenze lief mitten durchs Appenzellerland, Ausserrhoden war seit der Reformation 1529 reformiert.

Auch Rorschach hat seine Geschichte mit Steinen. Abt Ulrich Rösch wollte das Kloster St. Gallen ab 1486 an den See verlegen, nach Mariaberg. Am 28. Juli 1489 rissen rund 1.200 Appenzeller und 350 St. Galler den Neubau nieder, weil die Stadt um ihren Leinwandhandel fürchtete. Bürgermeister Ulrich Varnbüler starb im Exil, Mariaberg wurde ab 1497 neu gebaut und 1518 vollendet – als Verwaltungssitz, nicht als Kloster.

Neu markiert ist der Weg seit dem Heiligen Jahr 1999: Damals signalisierten ViaStoria, die Schweizer Wanderwege und die Kantone die Strecke vom Bodensee nach Genf durchgehend, angestoßen durch die Erklärung des Europarats von 1987, die die Jakobswege zur ersten Europäischen Kulturroute machte. 2008 wurde daraus die nationale Route 4 von SchweizMobil. Die Herbergen folgten: 2008 St. Gallen, 2009 Rapperswil.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen mit dem Zug nach Bregenz und starten am Seeufer. Wer schon zu Fuß unterwegs ist, kommt meist über den Münchner Jakobsweg aus Bayern, dessen Schlussetappe dieselbe Strecke Bregenz–Rorschach nimmt; aus Vorarlberg führen weitere Pilgerwege über das Rheintal an den Bodensee.

Mitten im Hügelland berührt der Appenzeller Weg zwischen Schönengrund und St. Peterzell die Trasse – wer aus dem inneren Appenzellerland kommt, steigt hier zu. Und wer in Rorschach oder St. Gallen einsteigt, verkürzt den Weg auf rund 77 beziehungsweise 62 Kilometer; beide Orte haben direkte Bahnanschlüsse.

Weiterpilgern?

In Rapperswil-Jona mündest du in die Via Jacobi, die Schweizer Hauptachse Richtung Genf, auf die hier auch der Konstanzer Zweig trifft. Die Fortsetzung beginnt mit einem Höhepunkt: dem Holzsteg über den Zürichsee nach Hurden, 841 Meter lang, am 6. April 2001 eröffnet. Er ersetzt die Holzbrücke, über die Pilger von 1358 bis 1878 gingen, und führt am Brückenkapellchen Heilig Hüsli vorbei. Dahinter wartet über den Etzelpass das Kloster Einsiedeln.

Rapperswil-Jona ist außerdem das Ziel eines zweiten Zulaufs:

  • Via Jacobi — weiter über Einsiedeln, Brünig, Fribourg und Lausanne nach Genf und Frankreich
  • Schaffhauser-Zürcher-Weg — der Zulauf von Blumberg über Schaffhausen und Winterthur, der ebenfalls in Rapperswil-Jona endet

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen Schweizer Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Pilgerherbergen zu übernachten und deine Stempel bis nach Santiago zu sammeln, wo du am Ende die Compostela erhältst. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; in der Schweiz gibt ihn der Verein Pilgerherberge Sankt Gallen für 12 CHF (ca. 13 €) heraus, mit Versand 15 CHF (ca. 16 €) (Stand: Oktober 2026). Mit der Camino Ninja App hast du Karte und Track offline dabei; am einfachsten planst du den Weg direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Herbergen. Die Pilgerherberge St. Gallen hat 10 Betten, nimmt nur Pilger mit Ausweis für eine Nacht auf, Schlafsack Pflicht, nur Barzahlung. Die Pilgerherberge Rapperswil an der Seestrasse 5 hat 12 Betten in einem Schlafraum, öffnet vom 1. April bis 31. Oktober, Ankunft zwischen 16 und 19 Uhr, ohne Frühstück, aber mit Küche. Dazwischen übernachtest du in Gasthöfen in Herisau, Schwellbrunn, St. Peterzell und Wattwil – reserviere am Vortag, die Häuser sind klein.

Jahreszeit und Wetter. Mai bis Oktober ist ideal. Im Appenzeller Hügelland schlägt das Wetter schnell um, und die Wiesenwege sind nach Regen rutschig. Im Winter liegt oberhalb von 900 Metern oft Schnee, und die Herbergen sind geschlossen.

Was dich der Weg kostet

Die Schweiz ist teuer, Vorarlberg weniger. Die Pilgerherberge St. Gallen kostet 20 CHF (ca. 21 €), die Pilgerherberge Rapperswil 25 CHF (ca. 26 €) mit Pilgerausweis, ohne 35 CHF (ca. 37 €) inklusive Ausweis, Schlafsackmiete jeweils 3 CHF (ca. 3 €) (Stand: Oktober 2026). In Gasthöfen und einfachen Hotels rechnest du mit 90–140 CHF (ca. 95–150 €) für ein Einzelzimmer mit Frühstück; in Bregenz zahlst du in Euro.

Rechne mit 100–160 CHF (ca. 110–170 €) pro Tag mit Gasthof, Frühstück und einem warmen Essen; an den Herbergstagen mit Selbstversorgung kommst du mit 50–70 CHF (ca. 53–74 €) aus (Stand: Oktober 2026). Ehrlich gesagt sind diese fünf Tage teurer als zwei Wochen in Galicien – dafür fährt der Zug pünktlich, wenn du abkürzen musst.

Anreise

Zum Start. Bregenz hat einen Bahnhof direkt am See, mit Verbindungen über Lindau nach München, über Feldkirch nach Innsbruck und Wien und über St. Margrethen nach St. Gallen und Zürich. Der Weg beginnt an der Seepromenade. Vom Ziel. Rapperswil hat einen Bahnhof am Rand der Altstadt, mit S-Bahn nach Zürich und Direktzügen Richtung St. Gallen und Luzern. Wer abbrechen muss, findet in Rorschach, St. Gallen, Herisau und Wattwil jeweils einen Bahnhof am Weg.

  • Bahn Schweiz: sbb.ch — Fahrplan und Tickets ab Bregenz, Rorschach, St. Gallen und Rapperswil
  • Bahn Österreich: oebb.at — Verbindungen nach Bregenz
  • Route und Etappen: schweizmobil.ch — nationale Route 4 ViaJacobi

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