Vom Bodensee ins Schweizer Pilgernetz: rund 107 Kilometer von Bregenz über Rorschach und das Appenzellerland nach Rapperswil-Jona, wo der Weg auf die Via Jacobi trifft.
Die Via Jacobi Bregenz – traditionell „Rorschacher Ast" genannt – gehört zu den historischen Jakobswegen der Schweiz und entstand bereits vor dem Jahr 1500. Sie ist seit jeher die wichtigste Verbindung für Pilger aus dem Osten und Nordosten, die übers Bodenseegebiet in die Schweiz einreisen.
Von Bregenz am Bodensee führt der Weg über Rorschach ins Appenzellerland, weiter über Herisau und Wattwil, bis er Rapperswil-Jona am Zürichsee erreicht. Dort trifft er auf die Via Jacobi, die zentrale Schweizer Pilgerachse.
Ideal, wenn du aus dem deutschsprachigen Osten kommst und einen naheliegenden, geschichtsträchtigen Einstieg ins Schweizer Pilgernetz suchst – mit dem Bodensee als Auftakt und dem sanften Appenzeller Hügelland. Eine gute Wahl auch als Etappe für ein langes Wochenende oder eine knappe Woche.
Weniger geeignet, wenn du Hochgebirge und große Höhenmeter erwartest: Der Weg bleibt überwiegend im Hügelland, der höchste Punkt liegt bei rund 1.084 Metern.
Von Bregenz geht es entlang des Bodensees nach Rorschach. Auf dem weiteren Weg liegt St. Gallen, dessen Siedlung um das um 720 gegründete Kloster entstand – Jakobspilger wurden hier seit dem Beginn der Wallfahrten nach Santiago betreut.
Anschließend führt der Weg ins grüne, hügelige Appenzellerland über Herisau und Wattwil und erreicht schließlich Rapperswil-Jona am oberen Zürichsee.
Mit rund 107 Kilometern und etwa 2.744 Höhenmetern im Aufstieg ist der Weg in 5–6 Tagen gut machbar. Das Gelände wechselt vom flachen Bodenseeufer ins welligere Appenzeller Hügelland – stetiges Auf und Ab, aber ohne hochalpine Passagen. Der höchste Punkt liegt bei rund 1.084 Metern.
In Rapperswil-Jona trifft die Via Jacobi Bregenz auf die Via Jacobi, die Schweizer Hauptachse von Konstanz nach Genf. Über Rapperswil und die Pilger-Drehscheibe Einsiedeln lässt sich von hier aus weiter Richtung Westschweiz und letztlich über Frankreich nach Santiago pilgern.
Die beste Zeit ist Frühling bis Herbst. Übernachtet wird in Pensionen und Pilgerquartieren entlang der Strecke; ein Pilgerausweis ist für Stempel und Quartiere sinnvoll. Der Weg ist als Schweizer Jakobsweg markiert – folge bei Abweichungen stets der offiziellen Signalisation vor Ort.
Die Schweiz ist teuer. Rechne pro Tag grob mit 60–100 € für Unterkunft, plus Verpflegung; einfache Quartiere und Selbstversorgung senken die Kosten.
Startpunkt ist Bregenz am Bodensee, gut mit der Bahn erreichbar; ab dem österreichischen Bahnnetz und über die Schweizer Bahn.
Die Schweizer Jakobswege werden vom Verein Jakobsweg Schweiz – Compostelle Suisse betreut (bis 2026 „jakobsweg.ch“, nach der Fusion mit „Les Amis“ umbenannt). Der Verein markiert und pflegt die Wege, bildet Pilgerbegleiter aus und gibt Wegbroschüren sowie den Pilgerausweis heraus.

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