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Camino Catalán Girona

Der Camino Catalán Girona ist der östlichste Anfang des spanischen Wegenetzes: 235,4 km vom Benediktinerkloster Sant Pere de Rodes über dem Cap de Creus durch das Empordà, Girona, die Guilleries-Stauseen, Vic und Manresa bis zum Kloster Montserrat. Die Generalitat hat ihn am 22. März 2007 zum offiziellen katalanischen Camí de Sant Jaume erklärt — mit blauen Stelen, gelben Pfeilen und erstaunlich wenig Gesellschaft.

17. August 202616 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Monestir de Sant Pere de Rodes → Monestir de Montserrat
  • Länge: 235,4 km
  • Höhenmeter: ↗ 3.355 m / ↘ 3.147 m — Küstengebirge, Guilleries, Moianès, Montserrat
  • Dauer: 8–11 Tage (10 Etappen)
  • Wegzeichen: gelbe Pfeile, dazu die blauen Wegweiser-Stelen der Generalitat und Muschel-Pflastersteine in den Orten; in den Guilleries GPS-Track einpacken
  • Zubringer: aus Frankreich über den Coll de Panissars / la Jonquera (trifft in Vilabertran auf den Weg); aus Barcelona über Sant Cugat und Terrassa nach Montserrat
  • Anschluss: in Montserrat übernimmt der Camino Catalán Richtung Lleida; dahinter Camino del Ebro und Camino Francés
  • Charakter: kulturdichter Klosterweg von Kloster zu Kloster — Empordà-Ebene, einsame Stauseeberge, drei Bischofs- und Klosterstädte; kein Herbergsnetz

Überblick

Der Camino Catalán Girona beginnt oben, nicht am Meer: beim Benediktinerkloster Sant Pere de Rodes am Hang der Serra de Verdera, mit Blick über das Cap de Creus — seit 878 urkundlich, seit 1022 geweiht, und der Legende nach seit dem Jahr 608 im Besitz von Kopf und rechtem Arm des Apostels Petrus. Von dort läuft er in 235,4 Kilometern quer durch Katalonien: durch das Empordà über Peralada und Vilabertran nach Girona, dessen Kathedrale das breiteste gotische Kirchenschiff der Welt hat, dann den Ter aufwärts in die Guilleries — wo aus dem Sau-Stausee der Glockenturm eines 1962 versunkenen Dorfes ragt —, über die Bischofsstadt Vic und das Kloster l'Estany nach Manresa und zuletzt hinauf zu den Felsnadeln von Montserrat.

Es ist der östlichste Anfang des ganzen spanischen Systems, seit dem 22. März 2007 amtlicher Camí de Sant Jaume der Generalitat — und trotzdem ein Weg ohne Warteschlange: kein Herbergsnetz, kaum Pilger, dafür drei Klöster aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, zwei Jakobus-Hospize mit Urkunden von 1210 und 1420 und am Ende eine Übergabe an der Klosterpforte. In Montserrat wartet die Schwarze Madonna — und der Camino Catalán, der die Linie nach Westen weiterträgt. Von Kloster zu Kloster, und dann immer weiter: So fängt Santiago hier an.

608 erfunden, 1370 bezweifelt, 2007 amtlich

Dieser Weg beginnt an einem Kloster, das sich seinen Rang selbst geschrieben hat. Der Legende nach brachten drei Mönche im Jahr 608 Reliquien aus Rom in Sicherheit — den Kopf und den rechten Arm des Apostels Petrus — und versteckten sie dort, wo später Sant Pere de Rodes entstand. Die Forschung liest diese Geschichte heute bemerkenswert nüchtern: als bewussten Nachbau des Santiago-Modells, gebaut, um Jakobspilger abzufangen. Das Museu d'Història de Catalunya formuliert es wörtlich als „un intent de captar aquests pelegrins“. Rodes wollte an der Pilgerroute liegen — und liegt heute an ihrem Anfang.

Die Geschichte wird noch besser: Das Kloster versprach seinen Besuchern dieselben Ablässe wie Rom, gestützt auf ein Privileg Papst Urbans II. — von dem es allerdings nur eine notarielle Kopie besaß. Im 14. Jahrhundert kursierte eine „fabulosa storia“, die erklärte, warum das Original fehlte, und 1370 erklärten der Inquisitor Nicolau Eimeric und der Kanoniker Miquel de Santjoan die Urkunde für verdächtig. Das Kloster feierte trotzdem weiter — noch das ganze 15. Jahrhundert hindurch Jubeljahre samt großzügiger Ablässe. Echt sind dafür die stillen Belege am Weg: 1210 vermacht in Vic eine Frau namens Florència dem Jakobus-Krankenhaus sechs Denare, und 1420 heißt die Kapelle am Nordeingang Gironas in einem Testament wörtlich „Sancti Jacobi de Petreto“ — beide Häuser standen dort, wo Kranke und Fremde versorgt wurden.

Und dann kam alles wie überall — nur gut datiert: 1345 tötet die Pest 24 Mönche in Rodes, 1693 stiehlt ein französischer General die Klosterbibel (sie liegt heute in Paris), 1798 zieht die Gemeinschaft aus, und 1962 versinkt mit Sant Romà de Sau sogar ein ganzes Dorf am Weg im Stausee — seine Kirche von 1061 gilt seit einer Studie von 2021 als die älteste aufrecht unter Wasser erhaltene Kirche der Welt. Das Revival ist dann Staatssache: 1930 Monument Nacional, 1989 bis 1999 Generalrestaurierung, und am 22. März 2007 ruft die Generalitat in Vilajuïga den Camí de Sant Jaume aus — blaue Stelen, gelbe Pfeile, Beschilderung ab 2009. Ein Weg, der mit einer erfundenen Legende begann, ist damit am Ende doch noch amtlich geworden.

Andere Namen

Auf Katalanisch heißt dieser Weg schlicht Camí de Sant Jaume — so steht es auf den blauen Stelen der Generalitat, und so nennen ihn die Leute unterwegs. Weil aber mehrere katalanische Stränge diesen Namen tragen, hängt man das Unterscheidungsmerkmal an: Unsere Trasse ist der Camí de Sant Jaume Gironí, der Girona-Strang — im Unterschied zum Strang ab Barcelona und zur Fortsetzung ab Montserrat, die bei uns schlicht Camino Catalán heißt. Amtlich führt die Generalitat das Ganze als einen Weg „de Sant Pere de Rodes a Alcarràs“, 389 Kilometer bis zur aragonesischen Grenze. Zwischen Girona und Vic folgt unsere Trasse der Guilleries-Variante, dem „Camí de les preses“ an den Stauseen — nicht der Garrotxa-Variante über Amer, die in Wanderberichten oft denselben Namen trägt. Und in Manresa sagst du am besten dazu, dass du nicht den Camí Ignasià meinst: Dort kreuzen sich beide Wege, und die Einheimischen kennen den Ignatius-Weg meist besser.

Für wen ideal — und für wen eher nicht

Dieser Weg ist etwas für dich, wenn du Kulturdichte magst und Menschenmengen nicht brauchst: In zehn Tagen läufst du von einem Benediktinerkloster über dem Cap de Creus zu einem Benediktinerkloster in den Felsnadeln von Montserrat, und dazwischen liegen die breiteste gotische Kirche der Welt, ein versunkenes Dorf, drei Klöster aus dem 10. bis 12. Jahrhundert und die Stadt, in der Ignatius elf Monate an seinen Exerzitien schrieb. Er ist perfekt als Zehn-Tage-Baustein für einen normalen Urlaub, logistisch bequem (Start und Ziel hängen beide am Schnellbahnnetz) und landschaftlich abwechslungsreich wie kaum ein Nebenweg: Küstengebirge, Ebene, Stauseen, Hochflächen, Felsberg.

Ehrlich gesagt ist er nichts für dich, wenn du das Herbergsleben suchst: Es gibt kein Herbergsnetz — eine Pilgerherberge am Ziel, eine mit vier Betten in Bonmatí, drei Jugendherbergen in Girona, Vic und Manresa, sonst Hotels und Pensionen. Wer abends Stockbetten und zwanzig neue Freunde will, ist auf dem Camino Francés besser bedient. Auch sportlich ist er kein Spaziergang: 3.355 Höhenmeter im Aufstieg, zwei Etappen um 33 Kilometer — und zwischen Anglès und Vic ein Tag durch die Guilleries, an dem du dich auf keine einzige Bar verlassen kannst.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest an einer der schönsten Ecken Kataloniens — und oben, nicht am Wasser: Vom Meer in El Port de la Selva sind es rund 600 Höhenmeter auf gut drei Kilometern hinauf zum Kloster Sant Pere de Rodes. Dann geht es hinunter in den Alt Empordà: Vilajuïga zwischen Dolmen und Weinbergen, Peralada mit Schloss und einer Bibliothek von 80.000 Bänden, Vilabertran mit seiner Kanonika von 1100 — hier mündet der Grenzstrang aus Frankreich ein —, dann Figueres. Über Feldwege und alte Landstraßen läufst du nach Süden, folgst dem Land am Fluvià über Bàscara und erreichst Girona, in das du durch das alte Hospital- und Pilgerviertel Pedret einziehst — vorbei an der Jakobskapelle von 1333.

Hinter Girona wird es grün und dann einsam: Du folgst dem Ter aufwärts, teils auf der stillgelegten Bahntrasse, über Bescanó, Bonmatí und Anglès — und dann biegt der Weg auf den „Camí de les preses“ in die Guilleries ein, an den Stauseen Susqueda und Sau vorbei, über Höhen von mehr als 1.000 Metern, durch Steineichenwald, in dem dir stundenlang niemand entgegenkommt. Aus dem Wasser des Sau-Sees ragt der Glockenturm von Sant Romà de Sau. Dann öffnet sich die Plana de Vic mit Folgueroles und der Bischofsstadt Vic, du steigst ins Moianès zum Kloster l'Estany, läufst durch das hügelige Bages an Sant Benet vorbei nach Manresa — und am letzten Tag wächst dir die zersägte Silhouette von Montserrat entgegen, bis du am Kloster stehst.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Zehn Etappen sind der natürliche Rhythmus — Tagesschnitt knapp 24 Kilometer, und jede Etappe endet an einem Ort mit Bett. Schwer machen diesen Weg nicht einzelne Rampen, sondern die Kombination: 3.355 Höhenmeter, zwei Etappen um 33 Kilometer und ein Mittelteil ohne Infrastruktur. Zwei Tage verdienen echte Planung — Bàscara → Girona (teilbar in Cervià de Ter) und vor allem Anglès → Vilanova de Sau durch die Guilleries, wo du Wasser und Verpflegung für den ganzen Tag trägst. Wer elf Tage hat, teilt die Girona-Etappe; wer es in acht schaffen will, läuft 29 Kilometer im Schnitt — machbar, aber dann sind die Übernachtungen keine Improvisation mehr, sondern Hausaufgabe.

  1. Sant Pere de Rodes → Figueres — ca. 26 km — Abstieg vom Kloster, dann durch die Empordà-Ebene über Vilajuïga, Peralada und Vilabertran, wo der Grenzstrang aus Frankreich einmündet. Figueres ist die erste bequeme Stadt; wer kürzer will, übernachtet in Peralada oder Vilabertran.
  2. Figueres → Bàscara — ca. 17 km — Flache, kurze Etappe über Borrassà und Pontós durch kleine Empordà-Dörfer. Wer Reserven hat, zieht bis Orriols weiter.
  3. Bàscara → Girona — ca. 33 km — Die längste Etappe. Über Orriols, Cervià de Ter und Sant Julià de Ramis auf dem alten Nord-Süd-Korridor; Einzug in Girona durch das Pilgerviertel Pedret mit der Jakobskapelle von 1333. Teilungspunkt: Cervià de Ter (ca. 19 km).
  4. Girona → Anglès — ca. 23 km — Am Ter aufwärts, streckenweise auf der Via Verda der alten Bahn, über Salt, Bescanó und Bonmatí (Mini-Herberge, 4 Betten, Reservierung Pflicht).
  5. Anglès → Vilanova de Sau — ca. 33 km — Die harte Etappe: der „Camí de les preses“ durch die Guilleries, an den Stauseen Susqueda und Sau vorbei, über 1.000-Meter-Höhen — kein Dorf mit Versorgung, keine Bar. Wasser und Proviant für den ganzen Tag einpacken; die Nacht davor besser in la Cellera de Ter verbringen und früh starten.
  6. Vilanova de Sau → Vic — ca. 18 km — Aussicht auf den Sau-See und den Kirchturm von Sant Romà de Sau, dann hinunter in die Plana de Vic über Folgueroles, den Geburtsort des Dichters Jacint Verdaguer. Vic ist der bequemste Zwischenstopp des Mittelteils.
  7. Vic → l'Estany — ca. 21 km — Über Sentfores und Santa Eulàlia de Riuprimer hinauf ins Moianès zum Kloster Santa Maria de l'Estany mit seinem Kreuzgang von 72 Kapitellen.
  8. l'Estany → Artés — ca. 21 km — Hügeliges Bages-Hinterland über Santa Maria d'Oló — Wein, Getreide, weite Blicke.
  9. Artés → Manresa — ca. 19 km — Über Navarcles und Sant Fruitós de Bages, vorbei am Kloster Sant Benet de Bages (geweiht 972), nach Manresa — Stempel und Pilgerauskunft im Museu Comarcal.
  10. Manresa → Monestir de Montserrat — ca. 25 km — Der Schlussanstieg über Castellgalí und Santa Cecília hinauf zum Kloster — dieselbe Strecke, die der Camí Ignasià in Gegenrichtung geht. Am Ziel: Pilgerherberge, Credencial und die Moreneta.

Für elf Tage teilst du die Girona-Etappe in Cervià de Ter; acht Tage bedeuten 29 Kilometer Tagesschnitt und feste Reservierungen. Die Guilleries-Etappe teilt man nicht — zwischen Anglès und Vilanova de Sau gibt es praktisch kein Bett.

Highlights am Weg

  • Monestir de Sant Pere de Rodes — dein Startpunkt: Benediktinerkloster über dem Cap de Creus, 878 erstmals urkundlich, Kirche am 5. Oktober 1022 geweiht. Der Legende nach liegen hier seit 608 Kopf und rechter Arm des Apostels Petrus — und die Ablässe waren angeblich dieselben wie in Rom, auf Basis einer Urkunde, die schon 1370 ein Inquisitor für verdächtig hielt.
  • Santa Maria de Vilabertran — Kanonika, 1100 geweiht; hier heirateten 1295 König Jaume II. und Blanca von Neapel, und hier laufen Küstenweg und Grenzweg aus Frankreich zusammen.
  • Peralada — Schloss, Karmeliterkloster und eine Schlossbibliothek mit rund 80.000 Bänden, darunter etwa 1.000 Don-Quijote-Ausgaben in über hundert Sprachen.
  • Kathedrale von Girona — das breiteste gotische Kirchenschiff der Welt: 22,98 Meter, bei 34 Metern Höhe; nur der Petersdom ist breiter. Im Inneren der Sarkophag der Gräfin Ermessenda (gestorben 1058), am Nordeingang der Stadt die Capella de Sant Jaume de Pedret von 1333, 1420 als „Sancti Jacobi de Petreto“ verbrieft.
  • Sant Romà de Sau — die Kirche von 1061/62 im Sau-Stausee: laut einer 2021 publizierten Untersuchung die älteste aufrecht unter Wasser erhaltene Kirche der Welt. Das Dorf verschwand 1962; der Glockenturm ragt fast immer aus dem Wasser.
  • Vic — Bischofsstadt mit dem 46 Meter hohen romanischen Glockenturm von 1038, den Sert-Fresken (1926–1930 gemalt, nach dem Brand von 1936 noch einmal neu) — und Sant Jaume dels Malalts, dem Jakobus-Krankenhaus von 1210, dem ältesten datierten Jakobus-Haus des Weges.
  • Santa Maria de l'Estany und Sant Benet de Bages — zwei Klöster als Taktgeber: l'Estany (1133 geweiht, Kreuzgang mit 72 Kapitellen, vom Erdbeben 1448 gezeichnet) und Sant Benet (972 geweiht, heute Kulturzentrum „Món Sant Benet“).
  • Manresa und die Cova de Sant Ignasi — hier blieb Ignatius von Loyola ab dem 25. März 1522 elf Monate und legte die Grundlage seiner Exerzitien. Das Museu Comarcal ist seit 2015 offizielles Pilger-Aufnahmezentrum — und stempelt beide Credenciales, die jakobäische und die ignatianische.
  • Monestir de Montserrat — dein Ziel: das Benediktinerkloster zwischen den Felsnadeln, die Schwarze Madonna („Moreneta“), der Knabenchor — und der Übergabepunkt an den Camino Catalán, direkt an der Klosterpforte.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen mit dem Zug und steigen ganz oben ein: Figueres und Girona liegen beide an der Hochgeschwindigkeitsstrecke, die Regionalbahn bringt dich bis Llançà — von dort sind es wenige Kilometer nach El Port de la Selva und die 600 Höhenmeter hinauf zum Kloster. Wer aus Frankreich zu Fuß kommt, nimmt statt des Küstenstarts den Grenzstrang über den Coll de Panissars und la Jonquera: Beide Linien treffen sich in Vilabertran. Und wer in Barcelona landet, kann auch dort losgehen — der Barcelona-Strang ist seit Oktober 2022 komplett markiert und läuft über Sant Cugat und Terrassa nach Montserrat, wo er auf deinen Weg trifft.

Dieser Weg ist selbst ein Zubringer — der östlichste Anfang des ganzen spanischen Systems. In Montserrat übernimmt der Camino Catalán und trägt die Linie über Igualada, Cervera und Lleida nach Westen. Viele gehen deshalb beide in einem Stück: Sant Pere de Rodes bis ins Ebrotal sind zusammen knapp 485 Kilometer — und wer sie zu Ende denkt, steht irgendwann in Santiago.

Weiterpilgern?

In Montserrat endet dieser Weg nicht, er wird übergeben: Ab der Klosterpforte führt der Camino Catalán in zehn Etappen nach Westen — Igualada, Cervera, Tàrrega, Lleida, durch die Monegros bis Pina de Ebro. Dort nimmt der Camino del Ebro den Faden auf und folgt dem Fluss bis Logroño, wo du auf den Camino Francés triffst. Wer stattdessen die Pyrenäenlinie will, biegt über die Aragón-Achse auf den Camino Aragonés ab und erreicht den Francés bei Puente la Reina.

Und dann gibt es die Richtung, die niemand erwartet: In Montserrat kreuzt der Camí Ignasià, der Ignatius-Weg von Loyola nach Manresa — rund 650 Kilometer in 27 Etappen. Seine letzte Etappe ist deine letzte Etappe, nur rückwärts: Montserrat → Castellgalí → Manresa, etwa 25 Kilometer. Am gleichen Kilometerstein gehen zwei Pilgersorten aneinander vorbei — und in Manresa stempelt dasselbe Museum beide Ausweise.

Vorbereitung & Praktisches

Die beste Zeit sind Frühjahr und Herbst. Im Hochsommer sind die Guilleries schattig, die Empordà-Ebene und das Bages dagegen heiß und offen; die Tramuntana im Empordà kann im Winter unangenehm werden. Für den Tag durch die Guilleries nimmst du zu jeder Jahreszeit zwei bis drei Liter Wasser mit — zwischen Anglès und Vilanova de Sau liegt schlicht nichts.

Markiert ist der Weg mit gelben Pfeilen, den blauen Wegweiser-Stelen der Generalitat (drei Meter hoch, mit Muschel-Fahne) und Muschel-Pflastersteinen in den Ortsdurchfahrten — ausgeführt ab 2009. In den Guilleries und im Moianès läuft die Markierung streckenweise mit Wanderwegnetzen zusammen, und Berichte melden dort einzelne unklare Abschnitte: Ein GPS-Track ist auf diesem Weg Ausrüstung, nicht Komfort. Die Betten planst du vor dem Start, mindestens für den Mittelteil: Pilgerherberge in Montserrat, vier Betten in Bonmatí (Reservierung Pflicht), Jugendherbergen in Girona, Vic und Manresa — alles andere sind Hotels, Pensionen und Landhäuser.

Wie auf allen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial) — in Montserrat bekommst du ihn im Sanktuarium für zwei Euro, in Girona über den örtlichen Jakobsverein. Gestempelt wird in der Kathedrale von Girona, in Sant Feliu (mit Pilgersegen), in Anglès und im Museu Comarcal de Manresa; für die Compostela zählen die letzten hundert Kilometer vor Santiago — die läufst du erst viel weiter westlich, hier sammelst du die Stempel für später. Am besten bestellst du den Ausweis schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Und plane deine Tagesetappen vorher durch, weil die Unterkünfte klein und ungleich verteilt sind — am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Was dich der Weg kostet

Rechne mit 50 bis 75 € pro Tag (Schätzung nach örtlichem Preisniveau, Stand: August 2026) — weil es kaum Herbergen gibt, liegt dieser Weg preislich über den klassischen Caminos. In Girona und Vic zahlst du am oberen Ende, in den Dörfern des Bages am unteren. Wer die günstigen Betten konsequent nutzt, kommt deutlich darunter: die Mini-Herberge in Bonmatí für kleines Geld (10 €, Tarif 2023), die Jugendherbergen in Girona, Vic und Manresa, am Ziel die Pilgerherberge von Montserrat. Dazu kommen Kleinposten: die Credencial für zwei Euro, Eintritte in Sant Pere de Rodes, der Kathedrale von Girona und Món Sant Benet — und, wer mag, die Zahnradbahn von Montserrat hinunter ins Tal.

Anreise

Der Start liegt oben am Berg, aber die Anreise ist erstaunlich bequem: Die Schnellbahn fährt von Barcelona nach Girona in 37 und nach Figueres in 53 Minuten, und ab Figueres-Vilafant gibt es direkte Züge nach Paris, Lyon, Marseille und Toulouse — wer aus Mitteleuropa kommt, erreicht diesen Camino praktisch ohne Flugzeug. Für den Startpunkt nimmst du die Regionalbahn bis Llançà, gehst nach El Port de la Selva und die rund 600 Höhenmeter hinauf zum Kloster. Wer sich das sparen will, startet in Vilajuïga — dort wurde der Weg 2007 ausgerufen — und nimmt das Kloster als Abstecher.

Vom Ziel kommst du mit der Zahnradbahn oder der Seilbahn von Montserrat hinunter nach Monistrol und mit der FGC-Bahn nach Barcelona; von dort weiter zum Flughafen oder zum Fernbahnhof. Wer direkt weiterpilgert, braucht das alles nicht: Der Camino Catalán beginnt an der Klosterpforte.

  • Anreise zum Start: Schnellbahn Barcelona → Girona (37 Min.) / Figueres (53 Min.); Regionalbahn R11 bis Llançà oder Vilajuïga; nächste Flughäfen Barcelona-El Prat und Girona-Costa Brava. Die Nacht vor dem Aufstieg schläfst du am besten unten in El Port de la Selva oder Llançà.
  • Rückreise ab Montserrat: Zahnradbahn oder Seilbahn nach Monistrol, FGC-Linie R5 nach Barcelona Plaça Espanya; von dort Anschluss an Flughafen und Fernverkehr.
  • Zwischeneinstieg: Girona und Vic sind per Bahn erreichbar und teilen den Weg sauber — ab Girona bleiben rund 140 km (6 Etappen), ab Vic rund 86 km (4 Etappen).
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