Gy
In Gy teilt sich der Burgunderweg: links nach Le Puy-en-Velay, rechts nach Vézelay. Dieser Weg ist die rechte Hand — 212 Kilometer westwärts über Gray, das Château de Rosières und die Abtei von Flavigny-sur-Ozerain bis auf den Hügel von Vézelay, wo die Via Lemovicensis beginnt. Die burgundische Bruderschaft führt ihn unter einem alten Namen, den niemand mehr erklären kann: Chemin des Hongrois, der Weg der Ungarn.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03719 gestiftet, 866 mit Reliquien gefüllt, im 12. Jahrhundert von Vézelay überstrahlt
- 04Andere Namen
- 05Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 06Streckenverlauf & Landschaft
- 07Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Gy (Haute-Saône) → Vézelay (Yonne)
- Länge: ca. 212 km
- Etappen: 8 nach Portaleinteilung (Träger-Variante: 10, über Avallon)
- Dauer: 8–10 Tage
- Regionen: Bourgogne-Franche-Comté — Haute-Saône, Saône-Tal bei Gray, Tille-Tal, Côte-d'Or, Auxois
- Höhenlage: ca. 190–507 m — flacher Auftakt, hügelige zweite Hälfte
- Markierung: gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, in Burgund als 6 × 6 cm Klebemarke
- Träger: Association Franc-Comtoise du Chemin de Compostelle und Confraternité de Bourgogne (beide gegründet 2000)
- Anschluss: ab Vézelay über die Via Lemovicensis — ca. 1.100 km bis Saint-Jean-Pied-de-Port
Überblick
Der Jakobsweg Gy–Vézelay ist die westliche Gabel des Burgunderwegs — die 212 Kilometer für alle, die sich in Gy gegen Le Puy und für Vézelay entscheiden. Von dem Weinort mit dem Erzbischofsschloss geht es hinunter an die Saône nach Gray, am Château de Rosières aus dem 15. Jahrhundert über die Grenze nach Burgund, durchs Tille-Tal und über bewaldete Höhen der Côte-d'Or nach Flavigny-sur-Ozerain und Semur-en-Auxois — und zuletzt auf den Hügel von Vézelay, wo an der Basilika Sainte-Marie-Madeleine einer der vier großen französischen Hauptwege beginnt. Flach am Anfang, hügelig in der Mitte, mit einem Schlussanstieg, der sich anfühlt wie ein Tor.
Seinen schönsten Namen trägt der Weg bei der burgundischen Bruderschaft: Chemin des Hongrois, der Weg der Ungarn — und keiner ihrer Träger erklärt, warum. Ansonsten schmückt sich hier niemand mit falschen Federn: kein GR-Fernweg, kein Eintrag bei der nationalen Wegeagentur, sondern ein Verbindungsweg, den zwei im Jahr 2000 gegründete Regionalvereine markieren — gelbe Muschel auf blauem Grund, auf burgundischer Seite als sechs mal sechs Zentimeter kleine Klebequadrate, gepflegt im Ehrenamt. Wer Einsamkeit sucht, hat sie hier mit Ansage.
719 gestiftet, 866 mit Reliquien gefüllt, im 12. Jahrhundert von Vézelay überstrahlt
Zwei Etappen vor dem Ziel steigst du nach Flavigny-sur-Ozerain hinauf, und dort steht die eigentliche Geschichte dieses Weges im Keller. 719 stiftet der burgundische Adlige Wideradus hier die Abtei Saint-Pierre — sein Testament sagt es in einem Satz: « J'ai construit un monastère sur mes propres fonds. » 745 bestätigt das Konzil von Autun die Gründung, und 866 kommen die Reliquien der heiligen Reine aus Alise-Sainte-Reine hierher. Man baut ihnen eine karolingische Krypta, und die Pilger kommen in Strömen. Die Krypta steht noch heute.
Dann der Absturz, und die Quelle benennt den Schuldigen: Ab dem 12. Jahrhundert bricht der Pilgerstrom nach Flavigny ein — ausdrücklich „durch Konkurrenz von Vézelay“. Genau dorthin führt dich dieser Weg, in zwei Tagesetappen: Du gehst die Strecke, die Flavigny die Pilger gekostet hat. Kein anderer Abschnitt unseres Netzes erzählt eine Konkurrenz zweier Wallfahrtsorte so präzise datiert mit den Füßen. Das Ende der Abtei kam später und profan: 1791 als Nationalgut verkauft, die Kirche abgebrochen — geblieben sind die Krypta von 866 und eine Manufaktur, die in den Klostergebäuden bis heute Anis de Flavigny herstellt. Reliquien im Keller, Bonbons im Erdgeschoss.
Und Jakobus selbst? Glänzt an diesem Weg durch Abwesenheit — und das sagen wir ehrlich. Die großen Kirchen der Strecke heißen Saint-Symphorien, Notre-Dame, Saint-Florent, Saint-Pierre, Saint-Lazare und am Ziel Sainte-Marie-Madeleine: kein Jakobus-Patrozinium darunter, keine nachweisbare Jakobsbruderschaft, kein Pilgerhospital seines Namens. Dieser Weg ist keine gewachsene Jakobsstraße, sondern eine Zufahrt — und ausgerechnet sein Name bleibt das größte Rätsel: Warum die Bruderschaft ihn Chemin des Hongrois nennt und den Nachbarweg über Langres „chemin des Allemands“, erklärt keine einzige Trägerquelle. Burgund hat seine östlichen Zufahrten offenbar nach den Nationen benannt, die darauf ankamen — aber welcher Ungar hier ging, sagt niemand.
Andere Namen
Drei Namen, drei Perspektiven. Die burgundische Bruderschaft führt den Weg als Chemin des Hongrois — „Weg der Ungarn“, Gray–Lamargelle–Vézelay — und lässt die Herkunft des Namens offen; auch der parallele „chemin des Allemands“ von Langres über Dijon nach Cluny bleibt unerklärt. Für die Association Franc-Comtoise ist er schlicht die Vézelay-Variante ihres Weges, im eGuide als Etappen 8a bis 17a geführt — das „a“ steht für Alternative. Und der Tourismusverband der Haute-Saône nennt ihn die „burgundische Route“, im Gegensatz zur „Franche-Comté-Route“, die nach Le Puy-en-Velay weiterläuft. Nur eines ist er nicht: „der Burgunderweg“ — dieser Name gehört der Hauptachse über Beaune und Cluny. Auf Deutsch sagt man am einfachsten, was der Weg tut: Er verbindet Gy mit Vézelay.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Dieser Weg ist für dich, wenn du schon unterwegs bist. Er ist ein Verbindungsstück und spielt seine Stärke aus, wenn du aus dem Elsass oder der Schweiz über den Burgunderweg kommst und in Gy vor der Wahl stehst: Le Puy oder Vézelay. Wählst du Vézelay, bekommst du rund 212 Kilometer ruhiges, ehrliches Gehen durch die Haute-Saône und die Côte-d'Or — und am Ende einen der vier großen französischen Startpunkte, mit allem, was dort beginnt.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du einen ersten Camino suchst. Fünf der acht Portal-Etappen liegen über 29 Kilometern, die Bruderschaft markiert auf 180 Kilometern ab Gray genau zwölf Orte mit Unterkunft, und zwischen Lamargelle und Flavigny-sur-Ozerain klaffen 27 Kilometer ohne markiertes Bett — solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs. Auch die Markierung ist Ehrenamt: kleine Klebequadrate halten nicht ewig, und die Vereine kommen nicht überall gleich schnell nach — im Februar 2022 zogen vier von ihnen gemeinsam los, um Muscheln aufzufrischen. Wer ohne GPS-Track und Trägerführer losläuft, verläuft sich hier.
Streckenverlauf & Landschaft
Der Weg beginnt in Gy, einem Weinort in der Haute-Saône, über dem das Schloss der Erzbischöfe von Besançon steht — fast sieben Jahrhunderte lang deren Residenz. Westwärts geht es durch Weinberge und Felder über Choye und Villefrancon hinunter an die Saône nach Gray, die einzige echte Stadt der ersten Hälfte: ein Flusshafen, der im 16. Jahrhundert reich wurde, mit einer Wallfahrtsbasilika auf dem Hügel. Am nächsten Tag überquerst du die Saône, läufst durch flaches Land — und stehst am Château de Rosières aus dem 15. Jahrhundert: Hier endet die Franche-Comté, Burgund beginnt.
Danach ändert der Weg den Charakter. Er zieht durchs Tille-Tal, überquert die Wasserscheide zwischen Saône und Seine und steigt in die bewaldeten Höhen der Côte-d'Or — große Wälder, in denen die Wegkreuze Namen tragen wie Étoile de Ranti oder Étoile Noirot, dann der höchste Punkt mit 507 Metern kurz vor Flavigny-sur-Ozerain. Von dort ins Auxois: Semur-en-Auxois mit seiner Burg über dem Armançon, die Querung des Canal de Bourgogne, Ackerland und Weinberge — und zuletzt der Bach Le Cousin und der Schlussanstieg durch Saint-Père auf den Hügel von Vézelay. Alles spielt sich zwischen 190 und 507 Metern ab: kein Gebirge, aber auch kein flacher Weg.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Die Portale rechnen den Weg in 8 Etappen und rund 56 Gehstunden — sportlich gedacht, denn fünf Tage liegen über 29 Kilometern. Die Association Franc-Comtoise teilt dieselbe Strecke in ihrem eGuide in zehn Etappen und schreibt dazu selbst den entscheidenden Satz: « Étapes : elles ne sont qu'indicatives. » Die Etappen sind nur Vorschläge — nimm die zehn, wenn du nicht auf Zeit gehst. Technisch ist nichts schwierig: Die erste Hälfte ist flach, die zweite hügelig, mit gut 600 Höhenmetern auf der Königsetappe nach Flavigny. Was du wirklich planen musst, ist nicht die Steigung, sondern das Bett. Alle Etappenwerte sind gerundete Angaben — verbindlich ist die Gesamtlänge von 212 km.
- Gy → Gray (ca. 23 km) — Aus dem Weinort Gy hinaus durch Choye und Villefrancon mit seinem sehenswerten Schloss, dann über Velesmes-Échevanne und Ancier hinunter an die Saône; Etappenende an der Jugendherberge in Gray. Stetes Auf und Ab, aber nur 102 m Aufstieg.
- Gray → Château de Rosières (ca. 22 km) — Der letzte Tag in der Haute-Saône: Treppen hinab, über die Saône, dann flaches Land über Arc-lès-Gray, Nantilly, Bouhans-et-Feurg und Autrey-lès-Gray. Ziel ist das Schloss aus dem 15. Jahrhundert — Burgund beginnt.
- Château de Rosières → Villey-sur-Tille (ca. 30 km) — Westwärts über Bourberain, durch einen großen Wald mit den Wegsternen Étoile de Ranti, Étoile du Centre und Étoile Noirot, über La Torcelle und den Canal de la Marne à la Saône hinab ins Tille-Tal.
- Villey-sur-Tille → Lamargelle (ca. 29 km) — Der erste wirklich hügelige Tag: über Luxerois, Saulx-le-Duc, Moloy und Frénois durch bewaldete Höhen der Côte-d'Or, 300 m Aufstieg, kleine Dörfer mit Grundversorgung.
- Lamargelle → Flavigny-sur-Ozerain (ca. 30 km) — Die Königsetappe: 612 m Aufstieg, sauber verteilt auf einzelne Anstiege, höchster Punkt des Weges mit 507 m. Über Chanceaux und Gissey-sous-Flavigny zur Abtei Saint-Pierre in Flavigny.
- Flavigny-sur-Ozerain → Semur-en-Auxois (ca. 20 km) — Der kurze Tag. Über Pouillenay, Magny-la-Ville und Saint-Euphrône durch stilles Land, dabei die Querung des Canal de Bourgogne. Semur-en-Auxois ist die schönste Stadt am Weg.
- Semur-en-Auxois → Cussy-les-Forges (ca. 31 km) — Die längste Etappe, deutlich westwärts: viel Ackerland, etwas Wald, Weinberge, vorbei an Bourbilly, Montberthault und Saint-André-en-Terre-Plaine. Start an der Burg von Semur, Ziel an der Kirche von Cussy.
- Cussy-les-Forges → Vézelay (ca. 30 km) — Der Schlusstag: über Magny, Méluzien und Tharoiseau, ein Stück am Bach Le Cousin entlang, durch das Wäldchen Buisson aux Loups, dann durch Saint-Père der Schlussanstieg auf den Hügel von Vézelay.
Die Träger-Variante des eGuides läuft in zehn Etappen und weicht zweimal ab: Sie führt durchs Tille-Tal über Til-Châtel und Is-sur-Tille statt über Villey — beide Stränge treffen sich bei Moloy wieder —, und am Ende über Vieux-Château und Avallon statt direkt nach Vézelay. Avallon ist die gut versorgte Alternative mit Bahnhof; die Bruderschaftstabelle rechnet ab Gray 180,7 Kilometer.
Highlights am Weg
- Château de Gy — fast sieben Jahrhunderte Residenz der Erzbischöfe von Besançon: 1259 belagert und zerstört, 1439/40 neu befestigt, im 18. Jahrhundert von Kardinal Choiseul-Beaupré zur Fürstenresidenz umgebaut. Monument historique seit 1922.
- Basilique Notre-Dame de Gray — Wallfahrtskirche der 1613 aus Eichenholz geschnittenen Madonna. Rom lehnte die Krönung 1869 ab und erlaubte sie erst 1907 nach Vorlage von Kapuziner-Zeugnissen aus 170 Jahren; Basilika seit 1948. Im Inneren das Herz des heiligen Pierre Fourier, den Richelieu 1636 nach Gray verbannte.
- Château de Rosières — Schloss des 15. Jahrhunderts, der offizielle Eintrittspunkt nach Burgund. Heute Chambres d'hôtes mit ganzen acht Betten: unbedingt vorher reservieren.
- Église Saint-Florent-et-Saint-Honoré in Til-Châtel — eine Kirche in Til ist schon 801 bezeugt; der romanische Bau begann im 12. Jahrhundert mit dem Chor. Monument historique seit 1862 — an der Tille-Tal-Variante der Bruderschaft.
- Abbaye Saint-Pierre de Flavigny-sur-Ozerain — 719 gegründet, karolingische Krypta für die Reliquien der heiligen Reine von 866. Heute produziert in den Klostergebäuden die Manufaktur der Anis de Flavigny: Kloster und Bonbonfabrik unter einem Dach.
- Collégiale Notre-Dame de Semur-en-Auxois — Bau ab 1225; das Nordportal Porte des Bleds trägt ein Tympanon des 13. Jahrhunderts mit dem ungläubigen Thomas und der Indien-Mission.
- Canal de Bourgogne — die historische Handelswasserstraße Burgunds, heute Freizeitgewässer, gequert am kurzen Tag zwischen Flavigny und Semur.
- Der Schlussanstieg nach Vézelay — nach einem Stück am Bach Le Cousin steigt der Weg durch Saint-Père auf den Hügel. Oben steht die Basilika Sainte-Marie-Madeleine, und ein neuer Weg beginnt.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Fast alle, die hier gehen, kommen aus dem Osten — über den Jakobsweg Héricourt–Beaune, der aus dem Elsass und der Schweiz durch die Haute-Saône zieht. In Gy, 108 Kilometer nach Héricourt und mitten auf jenem Weg, liegt die Gabelung. Der Tourismusverband der Haute-Saône beschreibt sie nüchtern: “At Gy, the Burgundy route heads towards Vézelay, while the Franche-Comté route continues towards Le Puy-en-Velay.“ Wer links geht, läuft nach Le Puy und weiter auf der Via Podiensis; wer rechts geht, nimmt diesen Weg. Der Träger formuliert es genauso knapp: « À partir de Gy (70), continuer vers Gray, à l'Ouest, avant d'entrer en Bourgogne au château de Rosières (21) pour rejoindre Vézelay. »
Die häufigste Zufahrt in diesen Korridor ist die Voie d'Alsace, die aus Straßburg und Basel heranführt und bei Héricourt anschließt. Wer direkt in Gy anfangen will: Der Ort hat keinen Bahnhof — du kommst über Besançon oder Vesoul und legst das letzte Stück mit Bus oder Taxi zurück. Und ruf vorher im Tourismusbüro der Monts de Gy an: Vier Adressen im Ort nehmen Pilger auf, aber keine davon ist eine große Herberge. Das Büro selbst mahnt: „n'oubliez pas votre crédenciale !“
Weiterpilgern?
In Vézelay endet dieser Weg nicht, er übergibt. Oben an der Basilika Sainte-Marie-Madeleine beginnt die Via Lemovicensis — die Voie de Vézelay, rund 1.100 Kilometer bis Saint-Jean-Pied-de-Port, markiert als GR 654 und zusätzlich mit der europäischen Muschel. Sie ist einer der vier historischen französischen Hauptwege, und sie stellt dich gleich hinter Vézelay vor die nächste Wahl: über La Charité-sur-Loire und Nevers oder über Bourges — beide Zweige treffen sich erst in Gargilesse-Dampierre wieder.
Ab Saint-Jean-Pied-de-Port übernimmt der Camino Francés über die Pyrenäen nach Santiago de Compostela. Und hättest du dich in Gy andersherum entschieden, wärst du über Beaune und Cluny nach Le Puy-en-Velay gelaufen und dort auf die Via Podiensis gekommen. Beide Wege führen nach Santiago — nur eben um verschiedene Seiten des Massif Central herum.
Vorbereitung & Praktisches
Die gute Zeit liegt zwischen April und Oktober. Der Weg hält sich zwischen 190 und 507 Metern — Schnee ist kein Thema, aber die Waldabschnitte der Côte-d'Or werden im Hochsommer schwül und im Spätherbst matschig. Frühjahr und September sind am angenehmsten, und im September stehen die Weinberge um Gy und Semur am schönsten.
Zwei Trägerführer gehören ins Gepäck. Die Confraternité de Bourgogne stellt ihre Ortstabelle Gray–Vézelay mit kumulierten Kilometern und Unterkunftsmarkierungen kostenlos als PDF bereit; ihr ausführlicher Papierführer kostet 12 Euro (Stand: August 2026). Die Association Franc-Comtoise in Belfort gibt seit 2007 den eGuide heraus, in dem dieser Abschnitt als Etappen 8a bis 17a steht. Beide Vereine wurden 2000 gegründet, beide markieren im Ehrenamt — plane also mit Lücken. Den Pilgerausweis (Credencial) gibt die AF-CCC aus; bestell ihn vorab online, damit er rechtzeitig zum Start bei dir ist. Sogar das Hôtel Pinocchio in Gy gibt seinen « prix spécial pélerin sur présentation de la crédenciale » nur gegen Vorlage.
Und lade die GPS-Tracks vor dem Start herunter — die Klebemuscheln halten nicht ewig. Mit der Camino Ninja App bist du auf der sicheren Seite — sie hat die komplette Route an Bord, und du stellst dir deine Etappen zusammen und planst passende Unterkünfte gleich mit ein.
Was dich der Weg kostet
Rechne mit 35 bis 55 Euro pro Tag, wenn du in Gîtes und Chambres d'hôtes schläfst (Stand: August 2026). Das ist französisches Preisniveau, nicht spanisches: keine Kette günstiger Pilgerherbergen, sondern private Gastgeber, Gemeindeunterkünfte und kleine Hotels. In Gy kostet das Gîte de la fontaine 40 Euro mit Halbpension bei zwölf Plätzen; am Château de Rosières schläfst du in einem Schloss des 15. Jahrhunderts — acht Betten insgesamt, entsprechend höher der Preis und entsprechend früher die Reservierung. Was dich hier wirklich Geld kosten kann, sind die Lücken: Ist zwischen Lamargelle und Flavigny kein Bett frei, zahlst du ein Taxi. Fest einplanen kannst du zwei Posten — die Credencial über die AF-CCC und die 12 Euro für den burgundischen Papierführer. Die kostenlose PDF-Tabelle der Bruderschaft ersetzt ihn nicht: Sie zeigt Kilometer und Unterkunftspunkte, aber keine Wegbeschreibung.
Anreise
Zum Start: Gy liegt im Ognon-Tal und hat keinen Bahnhof. Du fährst mit TGV oder TER nach Besançon-Viotte oder Vesoul und legst die letzten rund 30 Kilometer mit Bus oder Taxi zurück; die Auskunft für die Region läuft über die Plattform Mobigo. Viele Pilger kommen ohnehin zu Fuß — über den Jakobsweg Héricourt–Beaune aus Héricourt oder, weiter östlich beginnend, über die Voie d'Alsace aus Straßburg und Basel.
Vom Ziel: Vézelay selbst hat ebenfalls keinen Bahnhof. Der nächste ist Sermizelles-Vézelay, 10 Kilometer entfernt, mit Shuttlebussen hinauf ins Dorf; Avallon liegt 20 Kilometer entfernt und ist über den GR 13 zu Fuß erreichbar, Auxerre 50 Kilometer mit Anschlüssen nach Paris. Wer weitergeht, braucht die Bahn gar nicht: Ab der Basilika beginnt die Via Lemovicensis. Die Anlaufstelle der Wegvereinigung findest du in Vézelay in der 24 rue Saint-Pierre.
- Anreise zum Start: mit TGV/TER nach Besançon-Viotte oder Vesoul, weiter mit Bus oder Taxi nach Gy; Fahrpläne unter [bahn.de](https://www.bahn.de) und [sncf-connect.com](https://www.sncf-connect.com).
- Rückreise vom Ziel: ab Bahnhof Sermizelles-Vézelay (10 km, Shuttlebus) oder Avallon (20 km) über Auxerre bzw. Dijon Richtung Paris und Deutschland.
- Regionalbusse: Bourgogne-Franche-Comté fährt über die Plattform Mobigo.
- Trägervereine: Credencial und eGuide unter [af-ccc.fr](https://www.af-ccc.fr), burgundische Führer unter [st-jacques-bourgogne.org](https://st-jacques-bourgogne.org).
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