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Innviertler Jakobsweg

Der Innviertler Jakobsweg führt dich auf 236,5 Kilometern von der tschechischen Grenze im oberen Mühlviertel über Passau und das Inntal nach Salzburg — vorbei an vier Stiften und drei Marienwallfahrten, mit dem tiefsten Punkt des ganzen Weges am Fuß der Mariahilf-Stiege. Er beginnt dort, wo der South Bohemian Way endet, verbringt ein Fünftel seiner Strecke in Bayern und endet am Salzburger Dom.

21. August 202619 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: St. Oswald bei Haslach (oberes Mühlviertel, 747 m) → Salzburg (Altstadt, am Dom) — der Weg schließt nahtlos an den South Bohemian Way an
  • Länge: 236,5 km — netto 315 Meter bergab, merken wirst du davon nichts
  • Höhenmeter: ↗ 3.382 m / ↘ 3.697 m — die ersten 89 km sind mit 19,9 m/km steiler als der Camino Francés, die 56 km danach mit 6,7 flacher als fast alles in unserem Netz
  • Höchster / tiefster Punkt: 811,9 m im Kirchdorf Pfarrkirchen im Mühlkreis (km 44,4) / 296,3 m am Inn-Ufer in Passau (km 89,7), am Fuß der Mariahilf-Stiege
  • Etappen: 11 (längste 27,3 km); sportlich gehen 10 oder 9
  • Dauer: realistisch 10 bis 11 Tage — acht Tage stehen in manchen Angaben, gerechnet sind das 29,6 km täglich, inklusive Bergtag
  • Länder: Österreich und Deutschland — 51,7 der 236,5 Kilometer liegen in Bayern, zwei Grenzübertritte
  • Regionen: Oberes Mühlviertel · Passauer Land · Inntal · Innviertel · Salzburger Flachgau
  • Herbergen: keine — null Pilgerherbergen auf 127 Orten in unserer Datenbank; die einzige belegte Pilgeradresse ist die Herberge des Stiftes Schlägl bei Kilometer 8 (41 € mit Credencial)
  • Markierung: in Österreich und Bayern ist die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund üblich; auf den bayerischen Kilometern wechselt das System — mit der Camino Ninja App bist du sicher (komplette Route an Bord)
  • Beste Zeit: April bis Oktober; der Auftakt liegt auf 600 bis 812 Metern, im April kann dort noch Nassschnee liegen
  • Netz: nach Norden lückenloser Anschluss an Böhmen, nach Süden ab Eugendorf (km 222,4) track-identisch mit dem Jakobsweg Österreich

Überblick

Dieser Weg beginnt am Endpunkt eines anderen und endet an einem Dom. Dazwischen liegen 236,5 Kilometer mit drei Gesichtern, und die Trennlinien sind Flüsse: Die ersten 89 Kilometer durchs obere Mühlviertel und den bayerischen Donauhang sind mit 19,9 Höhenmetern pro Kilometer steiler als der Camino Francés — die 56 Kilometer am Inn danach sind mit 6,7 flacher als fast alles in unserem Netz. Derselbe Weg. Sein höchster Punkt ist kein Pass, sondern ein Kirchdorf auf 812 Metern; sein tiefster liegt am Inn-Ufer in Passau, am Fuß einer Wallfahrtsstiege. Und sein Name ist eine Untertreibung mit Pointe: Ein Weg, der „Innviertler“ heißt, verbringt 51,7 seiner 236,5 Kilometer in Bayern — ein knappes Viertel Mühlviertel, ein knappes Fünftel Bayern, ein Siebtel Salzburg, und den Namen gibt das Stück in der Mitte.

Von St. Oswald bei Haslach an der tschechischen Grenze gehst du über Rohrbach und Untergriesbach nach Passau (km 89), dann den Inn hinauf über Schärding und Reichersberg, durchs Innviertler Hügelland an Maria Schmolln vorbei und durch das Salzburger Seengebiet nach Salzburg. Unterwegs kommen dir vier Stifte näher, als es auf Pilgerwegen üblich ist — Reichersberg und Mattsee liegen direkt am Weg —, und drei Marienwallfahrten liegen praktisch auf der Trasse. Was es nicht gibt: Pilgerherbergen. Keine einzige auf 127 Orten — du schläfst in Gasthöfen und organisierst das vorher. Dafür ist das Netz lückenlos: Wer aus Böhmen kommt, hat von der polnischen Grenze bis Passau 566,9 Kilometer ohne eine einzige Lücke hinter sich, und ab Eugendorf, 14 Kilometer vor dem Ziel, gehst du bereits auf demselben Track wie der Jakobsweg Österreich.

Mariahilf, Maria Schmolln, Maria Plain — ein Marienweg mit Jakobus-Ziel

Suchst du auf diesem Weg nach Jakobus, wirst du ehrlich enttäuscht: Jakobus-Patrozinien direkt an der Trasse können wir nicht nachweisen — keine Muschel im Wappen, keine belegte Pilgerherberge aus dem Mittelalter, und genau das sagen wir dir lieber, als etwas zu erfinden. Was der Weg stattdessen vorlegt, ist eine andere Frau: Maria, drei Mal in 142 Kilometern. Die Wallfahrtskirche Mariahilf über der Passauer Innstadt (km 89,7) — und der tiefste Punkt der gesamten Strecke, 296,3 Meter, liegt am Fuß ihrer gedeckten Wallfahrtsstiege. Die Wallfahrtskirche von Maria Schmolln (km 167,5), direkt am Weg, in einem Ort, der den Marientitel im Namen trägt. Und die Basilika Maria Plain hoch über Salzburg (km 231,6), direkt am Weg — zwei von dreien läufst du praktisch durch die Kirchentür.

Das Passauer Mariahilf-Bild ist eine Kopie nach Lucas Cranach dem Älteren — und mit ihm verbindet die Überlieferung den Ruf „Maria hilf!“, mit dem das christliche Entsatzheer vor Wien gegen die Osmanen in die Schlacht zog; von Passau aus verbreitete sich diese Verehrung in den ganzen süddeutsch-österreichischen Raum. Tradition, kein Protokoll — aber sie erklärt, warum an diesem Weg drei Mal Maria steht. Das Cranach-Original übrigens hängt am anderen Ende desselben Netzes: über dem Hochaltar des Doms zu St. Jakob in Innsbruck, an dem der Jakobsweg Österreich vorbeiführt — derselbe Weg, der dich bei Eugendorf einsammelt. Und noch eine Verwechslung räumen wir gleich ab: Der Salzburger Dom, vor dem du ankommst, ist nicht Jakobus geweiht — seine Patrone sind Rupert und Virgil. Jakobus ist auf diesem Weg keine Adresse, sondern die Richtung.

Dass die Richtung stimmt, ist hier keine Behauptung, sondern eine Postanschrift: In Obertrum am See, bei Kilometer 211,1, sitzt der 2008 gegründete Verein „Jakobswege in Österreich“, der die österreichischen Wege betreut und Pilgerbegleiter ausbildet — der Weg läuft auf seiner letzten Etappe an der Adresse vorbei, von der aus er mitverwaltet wird. Die Wiederentdeckung der österreichischen Trasse geht auf Peter Lindenthal zurück, der sie 1999 publizierte; seit 2005 ist der Salzburger Jakobsweg offiziell markiert, seit 2008 der Jakobsweg Österreich durchgehend. Elf Kilometer nach Obertrum, in Eugendorf, legen sich beide Wege übereinander: Ab Kilometer 222,4 verlaufen sie auf ein und derselben Trasse. Ein Marienweg mit Jakobus-Ziel — und die letzten 14 Kilometer gehst du schon zu zweit.

Andere Namen

Der Weg heißt bei uns und in der Routen-Datenbank Innviertler Jakobsweg — benannt nach der Region in seiner Mitte, nicht nach Start oder Ziel. Gerechnet gilt der Name für gut 41 Prozent der Strecke: 53,5 Kilometer liegen im oberen Mühlviertel, 51,7 in Bayern, rund 99 im Innviertel und rund 32 im Land Salzburg. Auf den letzten 14 Kilometern ab Eugendorf trägt dieselbe Trasse zwei Namen, denn dort ist sie track-identisch mit dem Jakobsweg Österreich; das Salzburger Ende läuft zudem durch das Gebiet, das seit 2005 als Salzburger Jakobsweg markiert ist. Der tschechische Betreiber des nördlichen Zulaufs beschreibt die Fortsetzung schlicht mit einer Richtung: „from where it continues towards Santiago via Passau“ — von wo es weitergeht Richtung Santiago, über Passau. Zwei Klarstellungen: Braunau am Inn liegt nicht am Weg — die Trasse quert den Bezirk Braunau 13 bis 20 Kilometer östlich der Stadt. Und wundere dich nicht über den Namen „Inn“: Er gehört dem Fluss, den du 56 Kilometer lang begleitest, nicht einem Gasthaus.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Dieser Weg ist etwas für dich, wenn du zehn oder elf Tage hast und einen Weg willst, der in jeder Hälfte ein anderer ist: vorne die Granitrücken des oberen Mühlviertels mit einem Prämonstratenserstift nach zweieinhalb Stunden und dem höchsten Punkt in einem Kirchdorf auf 812 Metern, in der Mitte Passau — und Passau ist hier kein Etappenort, sondern ein Ereignis: vorbei am Dom und am Dreiflüsseeck, und der tiefste Punkt der gesamten Strecke liegt am Inn-Ufer unter der Mariahilf-Stiege —, hinten Stifte, Seen und Wallfahrtskirchen bis Salzburg. Ideal auch, wenn du Klöster magst und keine Umwege: Stift Reichersberg, Stift Mattsee, Maria Schmolln und Maria Plain liegen alle direkt am Weg. Auf welchem Jakobsweg kommst du vier geistlichen Häusern so nah, ohne abzubiegen?

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Herbergsalltag suchst: Auf diesen 236 Kilometern gibt es keine einzige Pilgerherberge — unsere Datenbank kennt in 127 Orten null Häuser mit Herbergsstatus und Betten überhaupt nur in drei Orten, von denen zwei in den letzten 14 Kilometern liegen. Du übernachtest in Gasthöfen und Privatzimmern zu 60 bis 90 Euro, und du buchst vorher, nicht unterwegs — solche Lücken plant man weg. Nichts für dich ist er auch, wenn du gleichmäßige Tage magst (19,9 Höhenmeter pro Kilometer vorne, 6,7 in der Mitte) oder Wildnis erwartest: 127 benannte Orte auf 236 Kilometern, im Schnitt alle 1,86 Kilometer einer. Das ist Kulturlandschaft — rechne mit Güterwegen und Asphalt, besonders im Inntal.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest 747 Meter hoch an der tschechischen Grenze, und nach acht Kilometern steht die erste große Station: Stift Schlägl, das Prämonstratenserstift mit der einzigen Pilgerherberge der Strecke, wenige Minuten abseits des Weges. Dann geht es westwärts über die Granitrücken des Bezirks Rohrbach — Rohrbach in Oberösterreich (km 20,5), Sarleinsbach (33,9) — bis der Weg bei Kilometer 44,4 in Pfarrkirchen im Mühlkreis mit 811,9 Metern seinen höchsten Punkt erreicht: kein Sattel, ein Kirchdorf. Bei Kilometer 53,5 wechselst du hinter Neustift im Mühlkreis nach Bayern und bleibst dort 52 Kilometer: hoch über der Donau an Untergriesbach und der Abtei Thyrnau vorbei, dann 530 Höhenmeter hinab nach Passau. Dort läuft die Trasse am Dreiflüsseeck vorbei, wo Donau, Inn und Ilz zusammenkommen, und am Dom St. Stephan — und erreicht bei Kilometer 89,7 mit 296,3 Metern ihren tiefsten Punkt, am Inn-Ufer unter der Wallfahrtskirche Mariahilf.

Danach kosten 56 Kilometer fast nichts: Der Weg folgt dem rechten, bayerischen Innufer über Neuburg am Inn — wo der Mariensteg, eine Fußgängerbrücke, wenige Minuten neben dem Weg nach Österreich hinüberführt — bis Neuhaus am Inn, quert dort den Fluss und steht in Schärding (km 105,9) wieder in Österreich. Von hier südwärts durchs Innviertel: Suben, Stift Reichersberg (direkt am Weg), Obernberg am Inn, Altheim (km 145) — Braunau bleibt 13,7 Kilometer westlich liegen, der Weg quert den Bezirk, nicht die Stadt. Bei Altheim verlässt er den Inn und steigt mit 458 Höhenmetern ins Hügelland hinauf nach Maria Schmolln (Wallfahrtskirche direkt am Weg), dann über Mattighofen und Lengau ins Salzburger Seengebiet: Mattsee (Stiftskirche direkt am Weg), Obertrum am See, Seekirchen am Wallersee. In Eugendorf (km 222,4) trifft er auf den Jakobsweg Österreich, und ab dort sind es dieselben Kilometer: über die Basilika Maria Plain hinunter nach Salzburg, bis vor den Dom.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Elf Etappen sind der richtige Rhythmus — und diese Einteilung folgt absichtlich nicht den Kilometern, sondern den Höhenmetern und der Substanz. Der zweite Tag ist mit 758 Höhenmetern der einzige echte Bergtag und steht allein; die Tage 7 und 9 sind kurz gehalten, weil dort Reichersberg und Maria Schmolln liegen und man ansehen soll statt Kilometer machen. Keine Etappe über 28 Kilometer. Wer zehn Tage nimmt, bekommt am Ende zwei Tage mit 30 und 29 Kilometern; wer neun nimmt, vorne 33,5 Kilometer mit 769 Höhenmetern am ersten Tag. Acht Tage sind gerechnet 29,6 Kilometer täglich, jeden Tag, inklusive Bergtag — nimm zehn oder elf. Alle Kilometer und Höhenmeter unten sind aus dem Track unserer Routendatenbank gerechnet, alle Etappenorte sind Orte aus der Datenbank.

  1. St. Oswald bei Haslach → Rohrbach in Oberösterreich — 20,1 km (↗ 426 m / ↘ 555 m) — sanfter Auftakt über die Mühlviertler Granitrücken; bei km 8,1 Stift Schlägl mit der einzigen Pilgerherberge des Weges (wenige Minuten abseits).
  2. Rohrbach in Oberösterreich → Pfarrkirchen im Mühlkreis — 23,9 km (↗ 758 m / ↘ 549 m) — der härteste Tag des ganzen Weges; am Ziel der höchste Punkt der Strecke, 811,9 m, mitten im Kirchdorf.
  3. Pfarrkirchen im Mühlkreis → Untergriesbach — 19,2 km (↗ 313 m / ↘ 564 m) — bei km 53,5 der Grenzübertritt nach Bayern, hinter Neustift im Mühlkreis.
  4. Untergriesbach → Passau — 25,4 km (↗ 271 m / ↘ 530 m) — an der Abtei Thyrnau vorbei und lang hinab zur Dreiflüssestadt; vorbei an Dom und Dreiflüsseeck, tiefster Punkt des Weges am Inn-Ufer.
  5. Passau → Schärding — 16,9 km (↗ 106 m / ↘ 99 m) — flach am bayerischen Innufer; bei km 99,8 der Mariensteg nach Österreich (wenige Minuten abseits), die Grenze selbst querst du auf der Innbrücke von Neuhaus am Inn.
  6. Schärding → Reichersberg — 23,4 km (↗ 167 m / ↘ 129 m) — durch die Barockstadt hinaus und am Inn entlang; unterwegs das ehemalige Stift Suben, am Ziel Stift Reichersberg, direkt am Weg.
  7. Reichersberg → Altheim — 15,8 km (↗ 103 m / ↘ 84 m) — kurzer Kulturtag über Obernberg am Inn (Marktplatz direkt am Weg).
  8. Altheim → Maria Schmolln — 22,5 km (↗ 458 m / ↘ 263 m) — raus aus dem Inntal, hinein ins Innviertler Hügelland, bis zur Wallfahrtskirche direkt am Weg.
  9. Maria Schmolln → Munderfing — 16,3 km (↗ 192 m / ↘ 283 m) — bewusst kurz; unterwegs Mattighofen, die Stadt hinter dem M in KTM.
  10. Munderfing → Obertrum am See — 27,3 km (↗ 266 m / ↘ 225 m) — die längste Etappe, hinein ins Seengebiet: Stiftskirche Mattsee direkt am Weg, am Ziel der Sitz des Vereins „Jakobswege in Österreich“.
  11. Obertrum am See → Salzburg — 24,9 km (↗ 324 m / ↘ 401 m) — ab Eugendorf auf dem Track des Jakobswegs Österreich, über die Basilika Maria Plain hinunter zum Dom.

Wer sportlicher gehen will, streicht Übernachtungen hinten statt vorne: Die 10-Tage-Variante endet mit 30,1 Kilometern nach Mattsee und 28,8 nach Salzburg — flaches Seengebiet, aber 30 Kilometer nach neun Tagen bleiben 30 Kilometer. Die 9-Tage-Variante beginnt mit 33,5 Kilometern und 769 Höhenmetern bis Sarleinsbach, das ist ein ernster erster Tag. Und dank Passau bei Kilometer 89 lässt sich der Weg sauber halbieren: Passau → Salzburg sind 147 Kilometer, sechs bis sieben Tage — die mildere, stiftreichere Hälfte.

Highlights am Weg

  • Stift Schlägl (km 8,1, wenige Minuten abseits) — das Prämonstratenserstift des oberen Mühlviertels, mit Stiftsbrauerei — und mit der einzigen Pilgerherberge der ganzen Strecke: 41 € mit Credencial. Die erste große Station liegt zweieinhalb Stunden nach dem Start; wer aus Böhmen kommt, beendet hier den Grenztag.
  • Pfarrkirchen im Mühlkreis (km 44,4) — der höchste Punkt des ganzen Weges, 811,9 Meter, liegt mitten im Dorf. Kein Pass, kein Gipfel: ein Kirchdorf.
  • Passau (km 89,0) — der Angelpunkt des Weges: vorbei am Dreiflüsseeck, wo Donau, Inn und Ilz zusammenkommen, und am barocken Dom St. Stephan — und der tiefste Punkt der gesamten Strecke, 296,3 Meter, am Inn-Ufer.
  • Wallfahrtskirche Mariahilf, Passau (km 89,7, wenige Minuten abseits) — über der Innstadt, mit gedeckter Wallfahrtsstiege; die Überlieferung verbindet das Gnadenbild mit dem Ruf „Maria hilf!“ des Entsatzheeres vor Wien. Der tiefste Punkt des Weges liegt direkt am Fuß dieser Stiege.
  • Mariensteg Neuburg am Inn – Wernstein (km 99,8, wenige Minuten vom Weg) — eine Fußgängerbrücke nach Österreich, sechs Kilometer bevor der Weg selbst die Grenze überquert.
  • Schärding (km 105,9) — Barockstadt am Inn mit berühmter Giebelzeile am Stadtplatz; der Bahnhof liegt keine fünf Minuten vom Weg — die kürzeste Bahn-Weg-Distanz der ganzen Strecke.
  • Suben (km 110,4, ca. 1 km vom Weg) — ehemaliges Augustiner-Chorherrenstift, heute Justizanstalt: das einzige Kloster am Weg, das du nicht besichtigen kannst.
  • Stift Reichersberg (km 128,8, direkt am Weg) — bis heute aktives Augustiner-Chorherrenstift über dem Inn, direkt am Weg — näher kommt dir auf diesem Weg nur noch ein einziges Kloster.
  • Maria Schmolln (km 167,5, Wallfahrtskirche direkt am Weg) — Marienwallfahrt im Innviertler Hügelland; der Ort trägt den Marientitel im eigenen Namen.
  • Mattighofen (km 177,1)KTM steht für Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen: Zwischen zwei Klöstern liegt eine Motorradfabrik, und der Weg nimmt das mit.
  • Stift Mattsee (km 206,0, direkt am Weg) — Kollegiatstift am Mattsee; näher als hier kommt dieser Weg keinem Kloster.
  • Obertrum am See (km 211,1) — Sitz des 2008 gegründeten Vereins „Jakobswege in Österreich“, der Pilgerbegleiter ausbildet: Der Verein, der die österreichischen Jakobswege betreut, sitzt auf der letzten Etappe dieses Weges.
  • Basilika Maria Plain (km 231,6, direkt am Weg) — Wallfahrtsbasilika hoch über Salzburg, letzter Halt vor dem Ziel; Mozarts „Krönungsmesse“ wird traditionell mit der Krönung des Gnadenbildes hier verbunden — belegt ist die Verbindung nicht.
  • Salzburg (km 236,0) — das Ziel: der Dom (Patrone: Rupert und Virgil), die Erzabtei St. Peter und das Stift Nonnberg — drei der ältesten Kirchengründungen des deutschen Sprachraums in Rufweite des Ziels.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Der natürlichste Zulauf ist das Netz selbst: Die Wege gehen nahtlos ineinander über. Dieser Weg beginnt am Endpunkt des South Bohemian Way, der an der tschechisch-österreichischen Grenze im oberen Mühlviertel endet — die Grenze ist in unserem Netz keine Lücke, sondern eine Naht. Und die Kette reicht weiter zurück: Der South Bohemian Way beginnt genau dort, wo der East Bohemian Way endet. Wer sie komplett geht, hat von der polnischen Grenze bis Passau 566,9 Kilometer ohne eine einzige Lücke hinter sich — und bis Salzburg 714,4.

Wer nicht aus Böhmen kommt, reist über Linz an: Der Bahnhof Aigen-Schlägl liegt 1,2 Kilometer vom Weg bei Kilometer 7,6 — du startest also praktisch am Stift Schlägl und lässt die ersten sieben Kilometer weg, oder du fährst die kurze Strecke zur Grenze zurück und nimmst sie mit (die Bedienung der Regionalstrecke vor der Anreise prüfen). Der zweite große Einstieg ist Passau bei Kilometer 89: Hauptbahnhof zehn Gehminuten vom Weg, Fernverkehr auf der Achse Nürnberg–Wien. Wer nur die zweite Hälfte will, startet dort — Passau → Salzburg sind 147 Kilometer, sechs bis sieben Tage.

Weiterpilgern?

In Salzburg endet der Weg — aber gemeinsam gegangen wird schon vorher: Ab Eugendorf (km 222,4) ist die Trasse track-identisch mit dem Jakobsweg Österreich — 14 gemeinsame Kilometer bis zum Ziel. Du mündest nicht in Salzburg ins österreichische Netz — du mündest in Eugendorf; nach Salzburg hinein gehen beide Wege schon zusammen. Und der Jakobsweg Österreich läuft durch die Stadt einfach weiter: über Bad Reichenhall, das Saalachtal, Innsbruck und den Arlberg nach Rankweil, 853 Kilometer insgesamt.

In Salzburg selbst hast du die zweite Option: Genau hier beginnt der Voralpiner Jakobsweg und läuft in 255,7 Kilometern westwärts durchs bayerische Voralpenland zum Hohen Peißenberg, wo er an den Münchner Jakobsweg übergibt — Richtung Wieskirche, Kempten und Bodensee. Die ersten Kilometer Salzburg → Bad Reichenhall teilen sich Voralpiner und Jakobsweg Österreich noch; erst dort trennen sie sich. Und am Ende jeder dieser Ketten wartet über die Schweiz und Frankreich derselbe Weg auf dich, auf dem alle ankommen: der Camino Francés nach Santiago.

Vorbereitung & Praktisches

Übernachtung ist der Punkt, an dem dieser Weg Arbeit macht. Unsere Datenbank kennt auf den 127 Orten keine einzige Pilgerherberge — und Betten überhaupt nur in drei Orten: Eugendorf (fünf Häuser, 100–177 €), Radeck (ein Haus, 125 €) und Salzburg (126 Häuser, ab 24 € im Hostel). Zwei dieser drei Orte liegen in den letzten 14 Kilometern. Die einzige pilgerspezifische Adresse, die wir belegen können, liegt bei Kilometer 8: die Pilgerherberge des Stiftes Schlägl, 41 € mit Credencial. Alles dazwischen — Gasthöfe, Pensionen, Privatzimmer — suchst du selbst und buchst vorher, nicht unterwegs.

Markierung und Navigation: In Österreich und Bayern ist die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund der übliche Standard, und das Salzburger Ende läuft durch das seit 2005 markierte Gebiet des Salzburger Jakobswegs — aber auf den 51,7 bayerischen Kilometern wechselst du das Beschilderungssystem. Nimm die Camino Ninja App mit: Sie hat die komplette Route dieses Weges an Bord. Bei 127 Ortsnamen auf 236 Kilometern verläufst du dich nicht in der Wildnis, sondern in Streusiedlungen, und das ist genauso lästig. Verpflegung: Verlass dich auf die Marktgemeinden — Rohrbach (km 20,5), Untergriesbach (63,6), Passau (89), Schärding (105,9), Altheim (145), Mattighofen (177,1), Mattsee (207,2), Seekirchen (218,9) —, das ist ungefähr alle 20 bis 30 Kilometer ein Ort mit vollem Angebot.

Jahreszeit: April bis Oktober. Der Auftakt liegt zwischen 600 und 812 Metern im Mühlviertel, im April kann dort noch Nassschnee liegen; die 56 Inntal-Kilometer sind dafür im Hochsommer schattenlos heiß. Denk an den Ausweis — du überquerst zweimal eine EU-Binnengrenze, das ist unspektakulär, aber ein Dokument gehört ins Gepäck. Und plane deine Tagesetappen vorher durch, weil die Quartiere dünn gesät und nicht pilgerspezifisch sind — am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Was dich der Weg kostet

Das ist ein Weg in Österreich und Bayern, und das heißt: kein spanisches Preisniveau, sondern das Doppelte bis Dreifache. Aus unseren eigenen Preisdaten (Stand: August 2026): Eugendorf 100 bis 177 €, Radeck 125 €, Salzburg ab 24 € im Hostel und ab 62 € im Gästehaus — und die einzige belegte Pilgeradresse, Stift Schlägl, nimmt 41 € mit Credencial. Realistisch kalkulierst du 70 bis 95 € pro Tag für Übernachtung, Frühstück und zwei Mahlzeiten, bei Doppelzimmerbelegung eher 55 bis 70 € pro Person. Auf elf Tagen sind das rund 800 bis 1.050 € ohne An- und Abreise. Sparen kannst du an zwei Stellen: am Anfang im Stift Schlägl und am Ende in Salzburg, wo Hostelbetten ab 24 € die teuerste Stadt der Strecke zur billigsten Übernachtung machen — wer dagegen die Salzburger Vororte meidet und in Obertrum oder Mattsee schläft, entzerrt die letzte Etappe.

Anreise

Zum Start reist du über Linz an: Der Bahnhof Aigen-Schlägl liegt 1,2 Kilometer vom Weg bei Kilometer 7,6, praktisch am Stift Schlägl — die ersten sieben Kilometer ab der Grenze holst du per Bus oder zu Fuß nach, oder du lässt sie mit gutem Gewissen weg (die aktuelle Bedienung der Regionalstrecke vorab prüfen). Der Flughafen Linz liegt rund 39 Kilometer entfernt. Wer die erste Hälfte auslässt, steigt in Passau ein: Hauptbahnhof zehn Gehminuten vom Weg, internationaler Knoten auf der Achse Nürnberg–Regensburg–Wien.

Die Rückreise ist der Luxus dieses Weges: Salzburg ist ein internationaler Knoten — München in etwa eineinhalb, Wien in etwa zweieinhalb Stunden, und du läufst auf der letzten Etappe selbst am Hauptbahnhof vorbei (bei Kilometer 234,1); der Flughafen Salzburg liegt 3,1 Kilometer vom Weg. Unterwegs kannst du an ungewöhnlich vielen Stellen zu- oder aussteigen — die kürzeste Bahn-Weg-Distanz der Strecke hat Schärding —, und die letzte Etappe hängt am Salzburger S-Bahn-Korridor. Wer zu Fuß ankommt, kommt aus Böhmen: über den South Bohemian Way, der nahtlos in diesen Weg übergeht.

  • Anreise zum Start: über Linz (Bahn/Flughafen, ca. 39 km) zum Bahnhof Aigen-Schlägl, 1,2 km vom Weg bei km 7,6; alternativ Passau (Hbf zehn Gehminuten vom Weg, Fernverkehr Nürnberg–Wien) für den Einstieg bei km 89.
  • Zwischeneinstiege: Schärding (km 104,2), Altheim (km 146,4), Mattighofen (km 177,7), Seekirchen am Wallersee (km 218,9, S-Bahn Salzburg).
  • Rückreise: ab Salzburg Hauptbahnhof (du läufst daran vorbei) Fernverkehr nach München (~1:30 h) und Wien (~2:30 h); Flughafen Salzburg 3,1 km vom Weg.
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