Innviertler Jakobsweg
Der Innviertler Jakobsweg führt in 236,5 Kilometern von St. Oswald bei Haslach an der tschechischen Grenze über Passau und das Innviertel nach Salzburg. Er beginnt in einer Pfarre, deren Gründung auf den Jakobstag 1261 datiert ist, macht in Rohrbach und Obertrum an zwei Jakobuskirchen Station und ist dazwischen vor allem ein Marienweg: Mariahilf in Passau, Maria Schmolln, Maria Plain. Elf Etappen, 3.382 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 812 Meter im Kirchdorf Pfarrkirchen im Mühlkreis, unterwegs Stifte statt Pilgerherbergen. Ab Eugendorf läuft er auf derselben Trasse wie der Jakobsweg Österreich bis vor den Salzburger Dom.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Ein Marienweg, der am Jakobstag beginnt
- 08Bis 1779 Bayern: ein Weg über eine verschobene Grenze
- 09Highlights am Weg
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: St. Oswald bei Haslach im oberen Mühlviertel, 747 m, an der tschechischen Grenze / Salzburg, Altstadt am Dom (km 236,0)
- Länge: 236,5 km, davon rund 52 km in Bayern
- Dauer: 11 Etappen, realistisch 10 bis 11 Tage; Passau–Salzburg allein 6 bis 7 Tage
- Höhenmeter: ↗ 3.382 m / ↘ 3.697 m
- Höchster Punkt: 812 m bei km 44,5 im Kirchdorf Pfarrkirchen im Mühlkreis; tiefster Punkt 296 m am Inn in Passau
- Landschaft: Granitrücken des Mühlviertels, Donauhang des Passauer Landes, Auwald und Dämme am Inn, Innviertler Hügelland, Salzburger Seengebiet
- Träger / Markierung: kein gemeinsamer Träger; regional markierte Abschnitte mit der gelben Muschel auf blauem Grund, im Mühlviertel als Jakobsweg Oberes Mühlviertel, auf den bayerischen Kilometern mit wechselnder Beschilderung
- Jakobus-Spuren: Pfarre St. Oswald, gegründet am Jakobstag 1261; Stadtpfarrkirche hl. Jakobus in Rohrbach (km 20,5); Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere in Obertrum (km 211,1)
- Unterkunft: keine Pilgerherbergen; Pilgerzimmer im Stift Schlägl, sonst Gasthöfe, Pensionen und Privatzimmer, in Salzburg Hostels
- Anschlusswege: South Bohemian Way von Norden an der Grenze, Jakobsweg Österreich ab Eugendorf auf gleicher Trasse, Voralpiner Jakobsweg ab Salzburg
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; im April kann auf den Mühlviertler Höhen noch Schnee liegen
Überblick
Dieser Weg beginnt am Endpunkt eines anderen und endet an einem Dom. Dazwischen liegen 236,5 Kilometer mit drei Gesichtern, und die Trennlinien sind Flüsse: Die ersten 89 Kilometer durchs obere Mühlviertel und über den bayerischen Donauhang bringen rund 20 Höhenmeter pro Kilometer – mehr als der Camino Francés. Die 56 Kilometer am Inn danach sind mit knapp 7 Höhenmetern pro Kilometer fast eben, das Innviertler Hügelland und das Salzburger Seengebiet liegen dazwischen. Der höchste Punkt ist kein Pass, sondern ein Kirchdorf auf 812 Metern, der tiefste liegt am Inn-Ufer in Passau. Und der Name ist eine Untertreibung: Ein Weg, der „Innviertler“ heißt, verbringt rund 52 seiner Kilometer in Bayern.
Unterwegs kommen dir Klöster näher, als es auf Pilgerwegen üblich ist. Stift Schlägl liegt nach sieben Kilometern, Stift Reichersberg und das Kollegiatstift Mattsee stehen direkt am Weg, dazu drei Marienwallfahrten. Was es nicht gibt, sind Pilgerherbergen – du schläfst in Gasthöfen und buchst vorher. Dafür ist das Netz geschlossen: von Norden der Anschluss aus Böhmen, ab Eugendorf derselbe Track wie der Jakobsweg Österreich. Ein Weg, der am Jakobstag beginnt und dazwischen Maria gehört.
Andere Namen
In der Camino-Ninja-Karte heißt der Weg Innviertler Jakobsweg, benannt nach der Region in seiner Mitte, nicht nach Start oder Ziel. Rechnerisch trägt nur rund 41 Prozent der Strecke den Namen zu Recht, gut 99 Kilometer im Innviertel; der Rest ist Mühlviertel, Bayern und Salzburg. Der nördliche Abschnitt ist vor Ort als Jakobsweg Oberes Mühlviertel ausgeschildert, auf dem auch Stift Schlägl liegt; zwischen Eugendorf und Salzburg trägt dieselbe Trasse zusätzlich den Namen Jakobsweg Österreich. Der tschechische Betreiber des nördlichen Zulaufs beschreibt die Fortsetzung schlicht als Richtung: „from where it continues towards Santiago via Passau“ – von dort weiter Richtung Santiago, über Passau.
Und eine Klarstellung: Braunau am Inn liegt nicht am Weg, die Trasse quert den Bezirk 13 bis 20 Kilometer östlich der Stadt.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du zehn oder elf Tage hast und einen Weg willst, der in jeder Hälfte ein anderer ist: vorne die Granitrücken des Mühlviertels mit einem Prämonstratenserstift nach zwei Stunden, in der Mitte Passau – hier kein Etappenort, sondern ein Ereignis mit Dom und Dreiflüsseeck –, hinten Stifte, Seen und Wallfahrtskirchen bis Salzburg. Ideal auch, wenn du Klöster ohne Umwege magst: Die Stiftsbrauerei Schlägl braut seit 1580, länger als die meisten Jakobswege markiert sind. Und ideal, wenn du die Hälfte gehen willst: Passau–Salzburg sind 147 Kilometer, gut mit dem Zug zu erreichen.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Herbergsalltag suchst: Auf diesen 236 Kilometern gibt es keine einzige Pilgerherberge, abgesehen von den Pilgerzimmern im Stift Schlägl. Du übernachtest in Gasthöfen und Privatzimmern zu 60 bis 90 € und buchst vorher, nicht unterwegs. Nichts für dich ist er auch, wenn du gleichmäßige Tage magst oder Wildnis erwartest: 127 benannte Orte auf 236 Kilometern, im Schnitt alle 1,9 Kilometer einer – das ist Kulturlandschaft mit Güterwegen und Asphalt, besonders im Inntal. Und wer Pilgergemeinschaft sucht, findet hier eher Stille als Gruppen.
Streckenverlauf & Landschaft
Mühlviertel und Donauhang (km 0–89): Du startest 747 Meter hoch an der Grenze bei St. Oswald bei Haslach, auf der Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer, und erreichst nach sieben Kilometern Aigen im Mühlkreis mit Stift Schlägl. Dann geht es westwärts über Rohrbach in Oberösterreich (km 20,5) und Sarleinsbach (km 33,9) hinauf nach Pfarrkirchen im Mühlkreis (km 44,4) zum höchsten Punkt. Hinter Neustift im Mühlkreis (km 52,4) wechselst du nach Bayern und gehst hoch über der Donau über Untergriesbach (km 63,5) und Thyrnau (km 79,7) hinunter nach Passau (km 89,0), wo Donau, Inn und Ilz zusammenkommen.
Inn, Hügelland und Seen (km 89–236,5): Danach kosten 56 Kilometer fast nichts. Der Weg folgt dem bayerischen Innufer über Neuburg am Inn (km 98,4), quert bei Neuhaus den Fluss und steht in Schärding (km 105,9) wieder in Österreich. Südwärts geht es durchs Innviertel, an Suben knapp einen Kilometer neben dem Weg vorbei, über Reichersberg (km 129,2) und Obernberg am Inn (km 132,7) nach Altheim (km 145,0). Dort verlässt der Weg den Inn und steigt ins Hügelland nach Maria Schmolln (km 167,5), über Mattighofen (km 177,0) ins Seengebiet nach Mattsee (km 207,2) und Obertrum am See (km 211,1). In Eugendorf (km 222,5) trifft er auf den Jakobsweg Österreich und läuft mit ihm über Plain-Kemating mit der Basilika Maria Plain (km 231,5) nach Salzburg (km 236,0).
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Elf Etappen sind der richtige Rhythmus: Der zweite Tag ist der einzige echte Bergtag, die Tage 7 und 9 sind kurz, weil dort Reichersberg und Maria Schmolln liegen. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 236,5 km kalibriert; die Höhenmeter stammen aus unserem Track.
- St. Oswald bei Haslach → Rohrbach in Oberösterreich (20,5 km) — ↗ 426 m / ↘ 555 m. Sanfter Auftakt über die Granitrücken, nach sieben Kilometern Stift Schlägl, am Ziel die Jakobuskirche.
- Rohrbach in Oberösterreich → Pfarrkirchen im Mühlkreis (23,9 km) — ↗ 758 m / ↘ 549 m. Der härteste Tag des Weges über Sarleinsbach und Putzleinsdorf; am Ziel der höchste Punkt, mitten im Dorf.
- Pfarrkirchen im Mühlkreis → Untergriesbach (19,1 km) — ↗ 313 m / ↘ 564 m. Hinter Neustift der Grenzübertritt nach Bayern, dann hoch über der Donau.
- Untergriesbach → Passau (25,5 km) — ↗ 271 m / ↘ 530 m. Durchs Tal der Aubachmühle, an Thyrnau vorbei und lang hinab zur Dreiflüssestadt.
- Passau → Schärding (16,9 km) — ↗ 106 m / ↘ 99 m. Flach am Inn; bei Neuburg der Mariensteg nach Wernstein, die Grenze querst du bei Neuhaus am Inn.
- Schärding → Reichersberg (23,3 km) — ↗ 167 m / ↘ 129 m. Am Inn entlang, vorbei am ehemaligen Stift Suben, am Ziel Stift Reichersberg.
- Reichersberg → Altheim (15,8 km) — ↗ 103 m / ↘ 84 m. Kurzer Kulturtag über den Marktplatz von Obernberg am Inn.
- Altheim → Maria Schmolln (22,5 km) — ↗ 458 m / ↘ 263 m. Raus aus dem Inntal, hinauf ins Hügelland bis zur Wallfahrtskirche.
- Maria Schmolln → Munderfing (16,3 km) — ↗ 192 m / ↘ 283 m. Bewusst kurz, durch Mattighofen, die Stadt hinter dem M in KTM.
- Munderfing → Obertrum am See (27,3 km) — ↗ 266 m / ↘ 225 m. Die längste Etappe, hinein ins Seengebiet, Stiftskirche Mattsee direkt am Weg.
- Obertrum am See → Salzburg (25,4 km) — ↗ 324 m / ↘ 401 m. Ab Eugendorf auf der Trasse des Jakobswegs Österreich, über Maria Plain hinunter zum Dom.
Technisch ist nichts schwierig; anstrengend sind das Mühlviertler Auf und Ab und der Abstieg nach Passau. Wer in zehn Tagen gehen will, legt hinten zusammen: rund 30 Kilometer nach Mattsee und 29 nach Salzburg.
Ein Marienweg, der am Jakobstag beginnt
„Urkundlich belegt ist die Gründung der Pfarre St. Oswald am 25. Juli 1261“, notiert die Ortschronik – der 25. Juli ist der Jakobstag. Der Weg beginnt also in einer Pfarre mit Jakobus-Datum, und nach dem ersten Tag steht er vor der Stadtpfarrkirche hl. Jakobus in Rohrbach, die Carlo Antonio Carlone zwischen 1697 und 1700 baute; der Linzer Bildhauer Leopold Mühl schnitzte 1710 den Apostel als Leuchterengel am Hochaltar, und die größte Glocke heißt Jakobus. Auf der letzten Etappe folgt die Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere in Obertrum, mit spätgotischem Westturm von 1499 und einer Jakobusfigur in der Apsis. Zwei Jakobuskirchen auf 236 Kilometern – die eine am ersten Abend, die andere am letzten.
Dazwischen gehört der Weg einer anderen: Maria, drei Mal. Über der Passauer Innstadt steht Mariahilf, 1624 bis 1627 erbaut, mit einer gedeckten Stiege von 1628 und 321 Stufen. Das Gnadenbild ist eine Kopie, die ein Passauer Maler 1620 nach dem Mariahilf-Bild von Lucas Cranach dem Älteren anfertigte. Als die Osmanen 1683 Wien belagerten, floh Kaiser Leopold I. nach Passau und betete hier; das Entsatzheer zog mit dem Ruf „Maria hilf!“ in die Schlacht, und das Bild wurde zum Gnadenbild der Habsburger. Das Cranach-Original hängt seit 1650 im Dom St. Jakob in Innsbruck – am Jakobsweg Österreich, der dich in Eugendorf einsammelt.
Maria Schmolln (km 167,5) beginnt 1735 mit einem Bauern, der ein Marienbild an einen Baum hängte, um für seinen vermissten Sohn zu beten; die heutige Wallfahrtskirche bauten die Leute 1860 bis 1863 selbst, 1864 kamen Franziskaner. Und Maria Plain über Salzburg, 1671 bis 1674 erbaut, hütet ein Bild, das 1633 einen Brand in einer Bäckerei in Regen überstand. Dass Mozart seine Krönungsmesse für Maria Plain schrieb, steht in vielen Führern – laut Forschung hat ein Mozart-Liebhaber das 1907 frei erfunden. Ehrlich gesagt ist das die schönste Legende des Weges, gerade weil sie keine ist.
Bis 1779 Bayern: ein Weg über eine verschobene Grenze
Dass der Innviertler Jakobsweg zweimal die Staatsgrenze quert, wirkt wie ein Planungsfehler – es ist Geschichte. Bis 1779 gehörte das Innviertel zu Bayern. Dann beendete der Frieden von Teschen den Bayerischen Erbfolgekrieg, und die Landesgeschichte hält es trocken fest: „Mit der Ratifizierung des Friedens von Teschen, der den Bayerischen Erbfolgekrieg beendete, kamen die östlich von Inn und Salzach gelegenen Gebiete des kurfürstlichen Rentamtes Burghausen 1779 zu Oberösterreich.“ Napoleon drehte das 1810 noch einmal um, erst am 1. Mai 1816 wurde das Innviertel endgültig österreichisch. Schärding hat davon Narben: Im Krieg brannte die Stadt am 26. April 1809 nieder; Stadtrecht hatte sie schon 1316 von den Wittelsbachern.
Die Grenzverschiebung entschied über das Schicksal der Klöster am Weg. Stift Reichersberg, um 1084 gegründet, unter Propst Gerhoch von 1132 bis 1169 zur Blüte gebracht, kam 1779 zu Österreich und entging damit der bayerischen Säkularisation; die Chorherren leben bis heute dort. Das Nachbarstift Suben dagegen hob Kaiser Joseph II. am 6. März 1784 auf, seit 1865 ist es eine Justizanstalt – das einzige Kloster am Weg, in das du nicht hineinkommst, und das einzige, aus dem man nicht einfach hinausgeht. Bei Neuburg am Inn trennte die Neuordnung von 1803 Neuburg und Wernstein auf zwei Staaten; seit 2006 verbindet sie wieder der Mariensteg, eine Fußgängerbrücke wenige Minuten neben dem Weg.
Highlights am Weg
- Stift Schlägl (bei Aigen, km 7,0) — 1218 als Prämonstratenserstift neu gegründet, nachdem die Zisterzienser um 1203 gescheitert waren; Stiftsbrauerei seit 1580, Pilgerzimmer mit Credencial.
- Stadtpfarrkirche hl. Jakobus, Rohrbach (km 20,5) — Barockbau von Carlo Antonio Carlone, 1697 bis 1700, mit 75 Meter hohem Turm; Rohrbach ist seit 1320 Markt.
- Pfarrkirchen im Mühlkreis (km 44,4) — höchster Punkt des Weges im Dorf; Marienkirche nach Bränden 1678 und 1682 von den Carlone barockisiert.
- Passau (km 89,0) — Bistum seit 739, Dom St. Stephan nach dem Stadtbrand von 1662 barock neu gebaut, mit der größten Domorgel der Welt; Dreiflüsseeck und, über dem Inn, Mariahilf mit 321 Stufen.
- Burg Neuburg am Inn (km 98,4) — um 1050 erbaut, 1310 zerstört, von den Habsburgern wiederaufgebaut; darunter der Mariensteg.
- Schärding (km 105,9) — Barockstadt mit der bunten Silberzeile am Oberen Stadtplatz.
- Stift Reichersberg (km 129,2) — aktives Augustiner-Chorherrenstift über dem Inn, nach dem Brand von 1624 barock wiederaufgebaut, direkt am Weg.
- Maria Schmolln (km 167,5) — Gnadenkapelle mit Glasboden über der Stelle des ersten Baums.
- Mattighofen (km 177,0) — KTM steht für Kronreif und Trunkenpolz Mattighofen: 1934 eine Schlosserwerkstatt, ab 1954 Motorräder, seit 2019 mit eigenem Museum.
- Stift Mattsee (km 207,2) — um 765 von Herzog Tassilo III. gegründet, seit etwa 1045 Kollegiatstift, die älteste bestehende Weltpriestergemeinschaft Österreichs; im Archiv eine Urkunde von 860.
- Pfarrkirche hl. Jakobus, Obertrum (km 211,1) — Jakobuskirche mit Turm von 1499, nach einem Brand ab 1917 im Jugendstil-Geist erneuert und 1925 wieder geweiht.
- Basilika Maria Plain (km 231,5) — Wallfahrtskirche hoch über Salzburg, 1674 geweiht, Gnadenbild 1751 gekrönt, seit 1952 Basilica minor.
- Salzburger Dom (km 236,0) — das Ziel, 1628 geweiht, den Heiligen Rupert und Virgil, nicht Jakobus; am 16. Oktober 1944 stürzte die Kuppel bei einem Bombenangriff ein.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Der natürlichste Zulauf kommt von Norden: Der South Bohemian Way läuft in 215,4 Kilometern von Vlašim durch Südböhmen an die Grenze zu Oberösterreich, an der dieser Weg beginnt. Wer ihn und davor den East Bohemian Way geht, hat von der polnischen Grenze bis Passau rund 567 Kilometer hinter sich und bis Salzburg gut 714.
Wer nicht aus Böhmen kommt, reist über Linz an und nimmt die Mühlkreisbahn nach Aigen-Schlägl; der Bahnhof liegt 1,2 Kilometer vom Weg bei Kilometer 7,6. Die ersten sieben Kilometer ab der Grenze holst du zu Fuß oder per Bus nach. Der zweite große Einstieg ist Passau bei Kilometer 89: Hauptbahnhof zehn Gehminuten vom Weg, Fernverkehr auf der Achse Nürnberg–Wien.
Weiterpilgern?
In Salzburg endet der Weg, aber gemeinsam gegangen wird schon vorher: Ab Eugendorf ist die Trasse identisch mit dem Jakobsweg Österreich, 14 gemeinsame Kilometer bis zum Ziel. In Salzburg hast du zwei Möglichkeiten:
- Jakobsweg Österreich — 853 Kilometer insgesamt, weiter über Innsbruck und den Arlberg nach Rankweil
- Voralpiner Jakobsweg — 255,7 Kilometer durchs bayerische Voralpenland bis Hohenpeißenberg, wo der Münchner Jakobsweg übernimmt
Bis Bad Reichenhall teilen sich beide Wege noch die Trasse, erst dort trennen sie sich.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen Jakobswegen in Österreich und Deutschland brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in Pilgerquartieren wie dem Stift Schlägl zu übernachten und deine Stempel auf dem Weg Richtung Santiago zu sammeln. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist. Weil die Quartiere dünn gesät und nicht pilgerspezifisch sind, planst du die Tage vorher durch – am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Übernachtung und Verpflegung. Hier macht der Weg Arbeit: keine Herbergen, sondern Gasthöfe, Pensionen und Privatzimmer, viele mit Ruhetag. Ruf vorher an. Verpflegung findest du verlässlich in den Marktorten Rohrbach, Untergriesbach, Passau, Schärding, Altheim, Mattighofen, Mattsee und Seekirchen, also etwa alle 20 bis 30 Kilometer.
Jahreszeit und Grenze. Gut geht der Weg von Mai bis Oktober. Der Auftakt liegt zwischen 600 und 812 Metern, im April kann dort Nassschnee liegen; die Inn-Kilometer sind im Hochsommer schattenlos heiß. Du überquerst zweimal eine EU-Binnengrenze – unspektakulär, aber ein Ausweis gehört ins Gepäck.
Was dich der Weg kostet
Das ist ein Weg in Österreich und Bayern, also kein spanisches Preisniveau. Gasthöfe und Pensionen kosten 60 bis 90 € pro Person mit Frühstück, das Pilgerzimmer im Stift Schlägl rund 41 € mit Credencial, in Salzburg gibt es Hostelbetten ab etwa 24 € (Stand: Oktober 2026).
Rechne mit 70 bis 95 € pro Tag für Übernachtung, Frühstück und zwei Mahlzeiten, bei Doppelzimmerbelegung eher 55 bis 70 € pro Person. Auf elf Tagen sind das rund 800 bis 1.050 € ohne An- und Abreise.
Anreise
Zum Start. Mit der Bahn nach Linz, weiter mit der Mühlkreisbahn nach Aigen-Schlägl, 1,2 Kilometer vom Weg; der Flughafen Linz liegt rund 39 Kilometer entfernt. Prüfe vor der Reise die aktuelle Bedienung der Regionalstrecke.
Vom Ziel. Salzburg ist ein internationaler Knoten: München in etwa eineinhalb, Wien in etwa zweieinhalb Stunden, und du läufst auf der letzten Etappe selbst am Hauptbahnhof vorbei.
Hol dir deinen Pilgerausweis und die Muschel
Alles, was du für den Innviertler Jakobsweg brauchst, direkt zu dir nach Hause.
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