Héricourt
Das Mittelstück des Burgunderwegs von Basel nach Le Puy: 252 Kilometer in 11 Etappen, von der Burgundischen Pforte durch die stillen Hügel der Haute-Saône, über die bewohnte Zisterzienserabtei Acey und den Wallfahrtsberg Mont-Roland, an die Saône und zuletzt durch die Grand-Cru-Reihe der Côte bis vor das Hôtel-Dieu von Beaune. Ein Weg für Pilger, die Ruhe wirklich wollen — rund 500 Menschen gehen ihn im Jahr — und die Geschichte mögen, die man anfassen kann: Er beginnt auf dem Schlachtfeld, auf dem Burgund 1474 zu zerbrechen begann, und endet vor einem Palast, der 1443 für die Armen gebaut wurde.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 031474 bei Héricourt verloren, 1477 in Beaune französisch, 2004 wieder markiert
- 04Andere Namen
- 05Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 06Streckenverlauf & Landschaft
- 07Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 08Highlights am Weg
- 09Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 10Weiterpilgern?
- 11Vorbereitung & Praktisches
- 12Was dich der Weg kostet
- 13Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Héricourt (Burgundische Pforte) → Beaune (Hôtel-Dieu)
- Länge: ca. 252 km
- Etappen: 11 nach Trägereinteilung (14–33 km)
- Dauer: 10–12 Tage
- Regionen: Bourgogne-Franche-Comté — Haute-Saône, Ognon-Tal, Saône-Ebene, Côte de Nuits, Côte de Beaune
- Höhenlage: 175–406 m — kaum Steigungen, leicht bis mittel
- Markierung: europäische Jakobsmuschel, gelb auf blauem Grund — durchgehend seit 2004
- Träger: Association Franc-Comtoise du Chemin de Compostelle (Belfort, gegründet 2000) mit der burgundischen Bruderschaft
- Anschluss: ab Beaune über Chagny und Cluny nach Le Puy-en-Velay — dort beginnt die Via Podiensis
Überblick
Der Jakobsweg Héricourt–Beaune ist das Mittelstück des Burgunderwegs von Basel nach Le Puy — und die 252 Kilometer, auf denen aus der Franche-Comté Burgund wird: von der Burgundischen Pforte durch stille Kalksteinhügel und fünf „Petites Cités Comtoises de Caractère“, über die Zisterzienserabtei Acey und den Wallfahrtsberg Mont-Roland, hinunter an die Saône — und dann, hinter Cîteaux, durch die Grand-Cru-Reihe der Côte de Nuits und der Côte de Beaune bis vor die Stadtmauer von Beaune. Erst comtoiser Wald und Weide, dann burgundischer Wein: Zwei Landschaften, ein Weg.
Historisch trägt dieser Weg eine bittere Klammer: Er beginnt auf dem Feld, auf dem am 13. November 1474 die erste Schlacht der Burgunderkriege verloren ging, und endet in der Stadt, die 1477 aufhörte, burgundische Residenz zu sein. Der Pilgerweg selbst ist dagegen jung und ehrlich als solcher benannt: Die Association Franc-Comtoise, gegründet 2000 in Belfort, nennt ihn einen „chemin de liaison“ — einen Verbindungsweg —, markiert seit 2004 mit der europäischen Muschel, gepflegt im Ehrenamt. Rund 500 Pilger gehen ihn im Jahr. Auf dem Camino Francés ist das ein halber Vormittag.
1474 bei Héricourt verloren, 1477 in Beaune französisch, 2004 wieder markiert
Wer von Héricourt nach Beaune läuft, geht die letzten drei Jahre eines Staates ab. Am 13. November 1474 schlagen eidgenössisch-elsässische Truppen bei Héricourt das Heer Karls des Kühnen — der Auftakt der Burgunderkriege. Drei Jahre später fällt Karl bei Nancy, Truppen Ludwigs XI. verheeren die Abtei Acey am Weg, und Beaune hört auf, Stadt burgundischer Herzöge zu sein: 1477 kommt es an die französische Krone. 252 Kilometer, von der verlorenen Schlacht zur verlorenen Residenz — kein anderer Jakobsweg erzählt den Untergang Burgunds so wörtlich mit den Füßen.
Der Kontrapunkt steht am Ziel, und er ist die eigentliche Pilger-Pointe: Nur 31 Jahre vor dem Untergang, am 4. August 1443, stiften Kanzler Nicolas Rolin und seine Frau Guigone de Salins in Beaune das Hôtel-Dieu — einen „Palast für die Armen“ mit glasierten Ziegeldächern, der als Krankenhaus funktionierte, bis in die 1960er Jahre hinein. Das Gebäude, auf das du 252 Kilometer zuläufst, ist kein Schloss und keine Kathedrale: Es ist eine Herberge für die, die nichts hatten. Und die Gewalt-und-Gastfreundschaft-Bilanz dieses Weges beginnt viel früher — 843 wird bei Dampierre-sur-Linotte der irische Rompilger Maimbœuf an einer Quelle erschlagen; die Nachbardörfer nannten die Einwohner jahrhundertelang „Tue-saint“, Heiligentöter, und genau dieser Spottname gilt als Indiz, dass die Geschichte einen wahren Kern hat. 1636 hielten in Saint-Jean-de-Losne rund 650 Verteidiger dem 30.000-Mann-Heer des Matthias Gallas stand — die Stadt darf sich seither „Belle Défense“ nennen.
Und das Revival? Ist jünger als das Internet, und der Träger schmückt sich nicht mit falschen Federn: kein wiederentdeckter Codex-Weg, sondern ein „chemin de liaison“, 2000 von der Association Franc-Comtoise in Belfort begründet, 2004 durchgehend markiert, 2009 um den Besançon-Zubringer ergänzt, bis heute im Ehrenamt nachmarkiert. Die schönste Miniatur des Weges liegt in Acey: 1136 gegründet, 1791 als Nationalgut versteigert, seit 1872 wieder Trappistenkloster — 2023 lebten dort 13 Mönche, die einzige bewohnte Zisterzienserabtei der Franche-Comté. Ihr Geld verdienen sie seit 1962 mit einer Galvanik-Werkstatt, rund vier Millionen Euro Umsatz: Chorgebet und Oberflächenveredelung unter einem Dach. Du kannst dort übernachten. Ein namentlich belegter Santiago-Pilger des Mittelalters fehlt diesem Korridor übrigens — auch das sagen wir ehrlich. Er hat dafür einen Rompilger mit Quelle, Statue und Festtag.
Andere Namen
Auf Deutsch heißt dieser Weg Burgunderweg — so führen ihn die deutschen Portale und der Pilgerführer von Berthold Burkhardt und Hans-Jörg Bahmüller, der die Gesamtstrecke von Thann bis Taizé/Cluny beschreibt. Auf Französisch findest du ihn schlicht als chemin de Compostelle en Franche-Comté, in der Langform als voie de la Franche-Comté et de la Bourgogne. Ein historischer Eigenname fehlt, und das ist kein Zufall: Die Association Franc-Comtoise nennt ihren Weg selbst ursprünglich einen „chemin de liaison“ — einen Verbindungsweg zwischen Elsass und Burgund, der erst mit der Markierung ab 2004 ein eigenes Gesicht bekam. Diese Seite beschreibt sein Mittelstück von Héricourt nach Beaune. Und eine Verwechslung lohnt es auszuräumen: Der GR 145 ist die Via Francigena — er führt über Besançon nach Pontarlier und zielt auf Rom, nicht auf Santiago.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du Ruhe wirklich willst und nicht nur behauptest: Rund 500 Menschen gehen die Franche-Comté-Strecke pro Jahr, und es wird Tage geben, an denen du keinem einzigen Pilger begegnest — ein deutscher Pilger hielt 2016 genau das fest und traf stattdessen einen Pilzsammler und ein Vereinsmitglied, das ihn bewirtete. Ideal auch, wenn du Geschichte magst, die man anfassen kann: fünf „Petites Cités Comtoises de Caractère“ an einer Strecke, eine bewohnte Zisterzienserabtei mit Pilgerquartier, ein Wallfahrtsberg mit Papsturkunde von 1089 und am Ende das Hôtel-Dieu von Beaune.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du eine dichte Herbergskette brauchst oder Asphalt nicht erträgst. Die Zahlen schwanken heftig: Auf der Etappe Gy–Marnay läufst du zu 54 Prozent auf Naturwegen, zwischen Mont-Roland und Saint-Jean-de-Losne zu 52 Prozent auf Asphalt, hinter Beaune wird es noch mehr. Die Markierung ist Ehrenamt — im Februar 2022 zogen die Vereinspräsidentin und ihre Freiwilligen los, um Muscheln aufzufrischen, und die Nachmarkierung südlich der Saône ist ein laufendes Projekt. Rechne mit Lücken, lade die GPS-Tracks vorher herunter, und plane deine Betten vorab: Die Unterkünfte sind Einzelstücke, und solche Lücken plant man vorher weg, nicht unterwegs.
Streckenverlauf & Landschaft
Du startest in Héricourt an der Burgundischen Pforte, dem breiten Tor zwischen Vogesen und Jura, und läufst nach Westen in die Haute-Saône. Die ersten fünf Etappen sind ein sanftes Auf und Ab zwischen 250 und 400 Metern: Hügel, Wiesen, Dörfer aus hellem Kalkstein, streckenweise der Ognon als Begleiter, bei Villersexel ein stillgelegter Bahndamm als Trasse. Fondremand, Gy und Marnay reihen sich als „Petites Cités Comtoises“ auf — Bergfried, Erzbischofsschloss, Schlossturm mit Pilgerherberge.
Ab Marnay kippt die Landschaft: Der Weg fällt zur Abtei Acey hinunter, zieht über den Wallfahrtsberg Mont-Roland hoch über Dole und erreicht bei Saint-Jean-de-Losne die Saône — flach, breit, kanalisiert, der tiefste Punkt der Strecke bei rund 175 Metern. Dann kommt der Wechsel, auf den alles zuläuft: Hinter der Saône steigt die Côte auf. Du gehst an Cîteaux vorbei, dem Mutterhaus des Zisterzienserordens, in den Clos de Vougeot — und von dort die Grand-Cru-Zeile der Côte de Nuits und der Côte de Beaune entlang, bis die vollständig erhaltene Stadtmauer von Beaune vor dir steht. Erst Wald und Weide, dann Wein: Der Weg spart sich das Beste nicht auf, aber er hebt es sich auf.
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Die Trägereinteilung gibt 11 Etappen vor — im Schnitt 22 Kilometer, mit einer echten Königsetappe (Saint-Jean-de-Losne–Vougeot, knapp 33 km) und zwei halben Tagen zum Einlaufen und Durchatmen. Höhenmeter sind kein Thema: Die Strecke bewegt sich zwischen 175 und 406 Metern, die Tagesanstiege bleiben moderat. Schwierig ist nicht das Gelände, sondern die Logistik — Etappenorte mit Bett und Laden liegen nicht immer dort, wo du gerade müde bist, und der Belag wechselt zwischen 21 und 67 Prozent Asphalt je Etappe. Alle Etappenwerte sind gerundete Angaben — verbindlich ist die Gesamtlänge von 252 km.
- Héricourt → Villers-sur-Saulnot (ca. 15 km) — kurzer Einstieg über Couthenans, ideal als Ankunftstag mit dem Zug.
- Villers-sur-Saulnot → Villersexel (ca. 25 km) — über Saulnot, Granges-le-Bourg, Secenans und Villers-la-Ville; erste Etappe mit Läden und Einkehr.
- Villersexel → Filain (ca. 25 km) — dem Ognon nach Westen, über Moimay, Marast und Dampierre-sur-Linotte, teils auf der voie verte „Châteaux et Villages de Haute-Saône“.
- Filain → Fondremand (ca. 17 km) — kurze Etappe in eine Petite Cité Comtoise mit Bergfried aus dem 11. Jahrhundert und der Quelle der Romaine.
- Fondremand → Gy (ca. 27 km) — längster Tag der Haute-Saône, über Bucey-lès-Gy zum Schloss der Erzbischöfe von Besançon.
- Gy → Marnay (ca. 17 km) — die schönste Etappe: 54 % Naturweg über Autoreille, den Mont Varin und den Bois des Prêtres.
- Marnay → Abbaye d'Acey (ca. 14 km) — halber Tag zur einzigen bewohnten Zisterzienserabtei der Franche-Comté, Nachtlager in der Hostellerie.
- Abbaye d'Acey → Mont-Roland (ca. 29 km) — lange Etappe zum Wallfahrtsberg über Dole, urkundlich seit 1089.
- Mont-Roland → Saint-Jean-de-Losne (ca. 20 km) — über Sampans und Saint-Seine-en-Bâche am linken Saône-Ufer entlang, flach, mit hohem Asphaltanteil.
- Saint-Jean-de-Losne → Vougeot (ca. 33 km) — die Königsetappe: aus der Saône-Ebene an Cîteaux vorbei bis in den Clos de Vougeot.
- Vougeot → Beaune (ca. 24 km) — durch die Grand-Cru-Zeile der Côte de Nuits und der Côte de Beaune bis vor das Hôtel-Dieu.
Wer von Besançon startet, nimmt den eigenen, seit 2009 markierten 23-Kilometer-Zubringer, der erst in Marnay auf den Hauptweg trifft — und überspringt damit die halbe Haute-Saône. Dole liegt knapp abseits der Etappe 8 und lohnt den Abstecher; die burgundische Bruderschaft führt zusätzlich eine Variante Dole–Saint-Jean-de-Losne.
Highlights am Weg
- Héricourt — zweifaches Schlachtfeld: Am 13. November 1474 verlor Karl der Kühne hier die erste Schlacht der Burgunderkriege, 1871 tobte die Winterschlacht an der Lisaine.
- Dampierre-sur-Linotte — Quelle und Felsnischen-Statue des irischen Pilgers Maimbœuf, 843 auf dem Weg nach Rom erschlagen; die Nachbardörfer nannten die Einwohner „Tue-saint“.
- Fondremand — Bergfried und Ringmauer aus dem 11. Jahrhundert, die Quelle der Romaine unter einem Pavillon, dazu eine restaurierte Ölmühle.
- Gy — rund 700 Jahre Sommerresidenz der Erzbischöfe von Besançon; 1380 prägte Erzbischof Guillaume de Vergy hier unerlaubt Münzen — der Herzog von Burgund belagerte ihn dafür.
- Charcenne (Abstecher) — Oratoire Saint-Jacques an der Flur „Corne Jacques“ mit einer 88 Zentimeter hohen Pilgerstatue aus dem 16. Jahrhundert; über der Tür die halb verwitterte Inschrift „1847 : Érigée par Jacques …“.
- Marnay — Jakobus-Statue eines Bildhauers aus Le Puy-en-Velay mit deutsch-französischem Pilgergebet, Pilgerherberge im Schlossturm und das Wandbild „En chemin vers la lumière“ von 2008.
- Abbaye Notre-Dame d'Acey — 1136 gegründet, 1791 versteigert, seit 1872 wieder Trappistenkloster: die einzige bewohnte Zisterzienserabtei der Franche-Comté, mit Hostellerie für Pilger — und einer Galvanik-Werkstatt als Broterwerb.
- Mont-Roland — Wallfahrtsberg über Dole, 1089 in einer Bulle Urbans II. bezeugt, mit der ältesten bekannten Mariendarstellung des Jura.
- Saint-Jean-de-Losne — „Belle Défense“: Vom 25. Oktober bis 3. November 1636 hielten rund 650 Verteidiger dem 30.000-Mann-Heer des Matthias Gallas stand; Ludwig XIII. befreite die Stadt dafür von Steuern.
- Clos de Vougeot und Beaune — der Mauerweinberg der Mönche von Cîteaux mit dem Renaissance-Haus von 1551, die seit 2015 welterbegeschützten Climats — und am Ziel Beaunes komplette Stadtmauer, die Kollegiatkirche Notre-Dame nach dem Vorbild Clunys und das Hôtel-Dieu von 1443.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Héricourt ist kein Anfang, sondern ein Zusammenlauf — hier treffen drei markierte Stränge aufeinander: der Weg aus dem Elsass, der als Voie d'Alsace über Thann und Belfort herunterkommt, der Ast aus Basel über Oltingue und Delle, und der Schweizer Jurastrang von Delémont. Wer aus dem deutschsprachigen Raum kommt, ist fast sicher auf einem von zweien unterwegs: dem Jakobsweg Rottenburg–Freiburg–Héricourt oder dem Jakobsweg Lindau–Héricourt — beide enden genau hier, und dieser Weg ist ihre Fortsetzung.
Der zweite Klassiker ist der Zustieg per Bahn: Héricourt liegt an der Regionalstrecke Belfort–Montbéliard–Besançon, du kannst also mitten in einer Reise einsteigen. Von Besançon führt zusätzlich der eigene, seit 2009 markierte Zubringer von 23 Kilometern auf den Weg — allerdings erst in Marnay; wer dort startet, überspringt die halbe Haute-Saône. Ein weiterer Zubringer von Montbéliard war zuletzt in Prüfung.
Weiterpilgern?
Beaune ist eine Etappenstadt, kein Ziel: Der markierte Weg zieht über Chagny, Moroges und Saint-Gengoux weiter nach Cluny und von dort durchs Beaujolais bis Le Puy-en-Velay — gut 480 weitere Kilometer. In Le Puy stehst du am berühmtesten Ausgangspunkt Frankreichs: Dort beginnt die Via Podiensis, die dich über Conques und Moissac an die Pyrenäen bringt, und ab Saint-Jean-Pied-de-Port übernimmt der Camino Francés nach Santiago.
Und die Vézelay-Variante? Die gibt es — aber sie zweigt viel früher ab: in Gy, 108 Kilometer nach Héricourt und 137 vor Beaune. Von dort führt ein Ast westwärts über Gray nach Vézelay, den Startpunkt der Via Lemovicensis. Wenn du in Beaune ankommst, hast du diese Entscheidung längst getroffen: Dein Weg zeigt nach Cluny und Le Puy. Wer beides will, muss in Gy wählen — nicht in Beaune.
Vorbereitung & Praktisches
Die beste Zeit ist April bis Oktober — im Hochsommer ist die Saône-Ebene heiß und schattenlos, im Winter sind viele Gastgeber der Haute-Saône geschlossen; September und Oktober sind besonders schön, weil du in der Côte die Weinlese mitbekommst. Nimm Schuhe mit guter Dämpfung: Bei Asphaltanteilen zwischen 21 und 67 Prozent zählt nicht das Profil, sondern die Sohle. Der deutsche Pilgerführer von Burkhardt/Bahmüller („Der Jakobsweg von Thann bis Taizé/Cluny“, Ausgabe 2025) deckt die Strecke komplett ab — mit kostenlosen GPS-Tracks.
Reserviere. Das ist hier keine Bequemlichkeit, sondern Pflicht: Die Unterkünfte sind Einzelstücke — die Hostellerie der Abtei Acey, ein Gîte im Schlossturm von Marnay, private Gastgeber in Dörfern mit 200 Einwohnern. Den Pilgerausweis (Credencial) gibt die Association Franc-Comtoise in Belfort aus, die auch die Gastgeberliste pflegt und monatliche Infoabende in Besançon, Belfort und Dole hält; ihr Wertekanon beruft sich auf die Europarats-Erklärung von 1987 — „tolérance, hospitalité et solidarité“. Bestell den Ausweis vorab online, damit er rechtzeitig zum Start bei dir ist.
Lade die GPS-Tracks vor dem Start herunter — die Markierung ist Ehrenamt und hat Lücken. Mit der Camino Ninja App bist du auf der sicheren Seite — sie hat die komplette Route an Bord, und du stellst dir deine Etappen zusammen und planst passende Unterkünfte gleich mit ein.
Was dich der Weg kostet
Frankreich ist teurer als Spanien, und dieser Weg hat keine kommunalen Zwei-Euro-Herbergen. Rechne mit 40 bis 60 Euro pro Tag, wenn du in Gîtes d'étape und bei privaten Gastgebern schläfst und dir mittags im Dorfladen etwas zusammenstellst (Schätzung, Stand: August 2026). Ein Bett im Gîte liegt meist bei 15 bis 25 Euro, das vereinsvermittelte accueil jacquaire oft darunter oder auf Spendenbasis, Chambres d'hôtes mit Frühstück deutlich darüber — und Halbpension ist in Dörfern mit 200 Einwohnern kein Luxus, sondern die einzige warme Mahlzeit. Zwei Posten plane extra: das Hôtel-Dieu in Beaune, das Eintritt kostet — und daran sparst du nicht, wenn du 252 Kilometer darauf zugelaufen bist —, und den Wein: Du gehst durch die Côte de Nuits und die Côte de Beaune, und was hier in der Flasche steckt, ist nicht das Preisniveau eines Pilgerbudgets. Ein Glas im Ort ist der vernünftige Kompromiss.
Anreise
Héricourt liegt an der Regionalstrecke Belfort–Montbéliard–Besançon; von Deutschland aus fährst du über Basel oder Straßburg nach Belfort oder Mulhouse und steigst in den TER um. Der TGV-Bahnhof Belfort-Montbéliard an der Schnellfahrstrecke Rhein–Rhône verbindet dich mit Paris, Lyon und Straßburg; der nächste Flughafen ist Basel-Mulhouse-Freiburg.
Beaune hat einen eigenen Bahnhof an der Linie Dijon–Chalon-sur-Saône–Lyon; Dijon ist der nächste TGV-Knoten mit Direktverbindungen nach Paris und Straßburg. Wer nicht heimfährt, sondern weitergeht, bucht gar nichts: Der markierte Weg führt aus Beaune direkt weiter nach Chagny.
- Anreise zum Start: über Basel oder Straßburg nach Belfort/Mulhouse, weiter mit dem TER nach Héricourt; Fahrpläne unter [bahn.de](https://www.bahn.de) und [sncf-connect.com](https://www.sncf-connect.com).
- Unterwegs ein-/aussteigen: Besançon-Zubringer nach Marnay (23 km, markiert seit 2009); Bahnhöfe u. a. in Héricourt und Beaune.
- Rückreise: ab Beaune über Dijon (TGV-Knoten) Richtung Paris, Straßburg oder Frankfurt.
- Trägerverein: Credencial, Gastgeberliste und Wegnachrichten unter [af-ccc.fr](https://www.af-ccc.fr).
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