Neckar-Baar-Jakobsweg
Der Neckar-Baar-Jakobsweg führt in 117,9 Kilometern von Horb am Neckar flussaufwärts nach Rottweil, der ältesten Stadt Baden-Württembergs, und weiter über Villingen, Donaueschingen und Hüfingen auf der Baar bis Blumberg an der Schweizer Grenze. Unterwegs wechselst du vom Neckar, der in den Rhein fließt, an Brigach und Breg, die die Donau bilden, und endest dort, wo der Rhein der Donau vor Jahrtausenden einen Fluss abgenommen hat. Sechs Etappen, 2.014 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt 887 Meter kurz vor dem Ziel. In Blumberg geht es auf dem Schaffhauser-Zürcher-Weg oder dem Thurgauer Klosterweg in die Schweiz, in Hüfingen zweigt der Himmelreich-Jakobsweg nach Freiburg ab.
- 01Auf einen Blick
- 02Überblick
- 03Andere Namen
- 04Für wen ideal – und für wen eher nicht
- 05Streckenverlauf & Landschaft
- 06Etappen, Gelände & Schwierigkeit
- 07Zwei Heilige als Wegweiser: Jakobus für Santiago, Verena für Zurzach
- 08Highlights am Weg
- 09Rhein oder Donau? Ein Weg über die Wasserscheide
- 10Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
- 11Weiterpilgern?
- 12Vorbereitung & Praktisches
- 13Was dich der Weg kostet
- 14Anreise
Auf einen Blick
- Start / Ziel: Horb am Neckar, Liebfrauenkirche / Blumberg im Schwarzwald-Baar-Kreis; die Camino-Ninja-Karte endet bei km 117,9 im Ort
- Länge: 117,9 km
- Dauer: 6 Etappen, Ø knapp 20 km; Sportliche fassen die ersten beiden Tage zu einem zusammen und sind in 5 Tagen in Blumberg
- Höhenmeter: ↗ 2.014 m / ↘ 1.727 m
- Höchster Punkt: 887 m bei km 114,3 zwischen Eschach und Blumberg, auf der letzten Etappe
- Landschaft: enges Neckartal mit Muschelkalkhängen, die Hochfläche zwischen Rottweil und Villingen, die weite Baar zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb, zuletzt die Hügel am Rand der Wutach
- Träger / Markierung: von vier Landkreisen 2007 ausgewiesen, kein eigener Verein; gelbe stilisierte Muschel auf blauem Grund, markiert nur Richtung Süden
- Jakobus-Spuren: Jakobuskirche Ihlingen mit Patrozinium seit 1400, Spitalverpflegung in Rottweil 1417, Skulptur „Jakobus krönt zwei Pilger“ im Villinger Münster, Verena-Patrozinium in Hüfingen
- Unterkunft: Pilgerherberge in Horb-Ihlingen, sonst Gasthöfe, Pensionen und Hotels; vorbuchen
- Anschlusswege: Schaffhauser-Zürcher-Weg und Thurgauer Klosterweg ab Blumberg, Himmelreich Jakobsweg ab Hüfingen, Rottenburg – Freiburg – Héricourt gemeinsam von Horb bis Dettingen
- Beste Zeit: Mai bis Oktober; die Baar liegt auf 700 Metern und ist im Frühjahr spät dran
Überblick
Der Neckar-Baar-Jakobsweg ist ein Weg zwischen zwei Meeren. Er beginnt in Horb am Neckar, dessen Wasser über den Rhein in die Nordsee läuft, steigt hinter Rottweil auf die Hochfläche und kommt in Villingen an der Brigach an, deren Wasser über die Donau ins Schwarze Meer fließt. In Donaueschingen vereinen sich Brigach und Breg zur Donau, und in Blumberg, am Ziel, liegt die Stelle, an der die Wutach gegen Ende der letzten Eiszeit von der Donau zum Rhein übergelaufen ist. Du gehst also eine Woche lang flussaufwärts, über die Europäische Wasserscheide und wieder hinab, und kommst an einem Fluss an, den der Rhein der Donau gestohlen hat.
Dass hier Pilger gingen, steht in den Akten einer Reichsstadt: 1417 ordnete Rottweil an, durchziehende Pilger in seinem Spital zu verpflegen. 2007 haben vier Landkreise die Route auf den alten Spuren neu ausgewiesen; einen Trägerverein oder eine eigene Website hat sie bis heute nicht. Dafür begleiten dich Gäubahn, Ringzug und Schwarzwaldbahn fast auf ganzer Länge, jede Etappe lässt sich einzeln gehen, abbrechen, nachholen. Ein Weg ohne Pressestelle, aber mit Aktenlage.
Andere Namen
Die Landkreise und die Beschilderung schreiben ihn Neckar-Baar-Jakobusweg, mit dem lateinischen Jakobus statt des eingedeutschten Jakob; beide Schreibweisen meinen denselben Weg. Der Name ist reine Geografie: Neckar für die ersten drei Tage im Flusstal, Baar für die Hochebene zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Im Faltblatt „5 Jakobuswege zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb“ läuft er als einer von fünf Wegen der Region, in internationalen Wegebeschreibungen auch als Neckar-Baar-Weg (Sulz–Schaffhausen). Viele Führer zählen die Grenzetappe über den Randen mit und kommen so auf rund 143 Kilometer. Auf Camino Ninja endet der Weg in Blumberg; die Strecke über den Randen gehört bei uns zum Schaffhauser-Zürcher-Weg, wie auf den Schweizer Schildern.
Für wen ideal – und für wen eher nicht
Ideal, wenn du eine knappe Woche hast und einen Weg willst, der dich nicht überfordert und trotzdem etwas zu erzählen hat: sechs Tage, kein Pass, höchster Punkt unter 900 Metern. Ideal für Etappensammler und Wochenendpilger, weil fast jeder Etappenort einen Bahnhof hat. Und ideal, wenn dich Geschichte mehr reizt als Panorama: eine Römerstadt, ein Ratsbeschluss von 1417, eine Pilgerskulptur aus dem 13. Jahrhundert.
Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Herbergsromantik und Pilgergemeinschaft suchst: Ein Herbergsnetz gibt es nicht, du schläfst in Gasthöfen und Pensionen und buchst sie vorher, und an manchen Tagen triffst du keinen einzigen anderen Pilger. Nichts für dich, wenn du Pfade über Grate erwartest: Im Neckartal und auf der Baar gehst du viel auf Feld- und Radwegen, streckenweise auf Asphalt. Und wer die Compostela im Blick hat, sollte die Rechnung kennen: Ab Blumberg liegt noch fast die ganze Strecke vor dir.
Streckenverlauf & Landschaft
Horb bis Rottweil (km 0–52,4): Der Weg beginnt an der Liebfrauenkirche in Horb, die einen heiligen Jakobus im Hauptaltar und einen Flügelaltar um 1520 hat, und erreicht nach drei Kilometern Ihlingen mit seiner Jakobuskirche. Bis Dettingen (km 6,0) teilst du die Trasse mit dem Weg Rottenburg – Freiburg – Héricourt, der dort nach Westen in den Schwarzwald abbiegt. Du bleibst im Tal: über Glatt (km 10,0) mit seinem Wasserschloss nach Sulz am Neckar (km 14,3), dann am Hang über dem Fluss nach Oberndorf (km 27,5); Sigmarswangen liegt dabei knapp einen Kilometer neben dem Weg. Hinter Epfendorf (km 37,3) verlässt der Weg das Tal und steigt nach Herrenzimmern (km 42,4) auf 641 Meter, bevor er über Villingendorf nach Rottweil (km 52,4) hinunterkommt.
Rottweil bis Blumberg (km 52,4–117,9): Hinter Rottweil wird es offen. Über Bühlingen und Wildenstein steigt der Weg auf die Hochfläche und erreicht bei Weilersbach (km 71,0) über 730 Meter. Der Kartenpunkt Villingen-Schwenningen (km 75,8) liegt rund zwei Kilometer neben der Trasse; plane den Weg zu Münster und Unterkunft ein. Über Marbach (km 82,3) geht es die Brigach entlang auf die Baar, eine fast baumlose Hochebene auf 700 Metern, nach Donaueschingen (km 94,3) zur Donauquelle und weiter nach Hüfingen (km 99,3) an der Breg. Die letzte Etappe ist die hügeligste: über Hausen vor Wald und Opferdingen (km 109,4) und Eschach (km 111,8) auf den höchsten Punkt von 887 Metern bei km 114,3 und hinunter nach Blumberg (km 117,6).
Etappen, Gelände & Schwierigkeit
Wir zeigen den Weg in 6 Etappen; die Kilometer stammen aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 117,9 km kalibriert. Ältere Führer rechnen 7 Etappen bis Schaffhausen, weil sie die Randen-Etappe mitzählen. Die ersten beiden Tage sind kurz; wer fit ist, geht Horb–Oberndorf in einem Tag.
- Horb am Neckar → Sulz am Neckar (14,3 km) — Auftakt im Tal: Liebfrauenkirche, Jakobuskirche Ihlingen, das Wasserschloss Glatt, ideal für den Anreisetag.
- Sulz am Neckar → Oberndorf am Neckar (13,2 km) — die kürzeste Etappe, am Hang über dem Neckar, mit Blick auf die Muschelkalkfelsen.
- Oberndorf am Neckar → Rottweil (24,9 km) — die Geschichtsetappe: hinauf nach Herrenzimmern, am Abend Rottweil mit Münster und Altstadt.
- Rottweil → Villingen-Schwenningen (23,4 km) — Aufstieg auf die Hochfläche, über Wildenstein und Weilersbach; der Kartenpunkt liegt 2 km neben der Trasse.
- Villingen-Schwenningen → Hüfingen (23,5 km) — die flachste Etappe, über Marbach an der Brigach entlang zur Donauquelle in Donaueschingen und weiter nach Hüfingen.
- Hüfingen → Blumberg (18,6 km) — die hügelige Schlussetappe über Hausen vor Wald, Opferdingen und Eschach, mit dem höchsten Punkt von 887 Metern kurz vor dem Ziel; wenig Einkehr.
Der Weg ist mittelschwer, technisch nirgends schwierig. Die 2.014 Höhenmeter bergauf verteilen sich auf viele kurze Anstiege aus dem Neckartal heraus und auf den Aufstieg hinter Rottweil; der Neckar fällt, der Weg steigt, von 409 auf 697 Meter. Auf der Baar gibt es kaum Schatten und viel Wind.
Zwei Heilige als Wegweiser: Jakobus für Santiago, Verena für Zurzach
Das schönste Zeugnis dieses Weges ist eine Kapelle, die ihre Richtung im Namen trug. Das Kirchlein im heutigen Nordstetten bei Villingen war Jakobus und Verena geweiht, und der Historiker Thomas H. T. Wieners liest genau das als Beschilderung: Die Patrone dienten den Pilgern „quasi als Wegweiser: einerseits zum erwünschten Endziel der großen Wallfahrt, dem Apostelgrab in Spanien, und andererseits zu einem wichtigen Etappenziel, nämlich der Grablege der heiligen Verena in Zurzach“. Wer hier stand, hatte zwei Ziele im Kopf, ein erreichbares am Hochrhein und ein fernes in Galicien. Die Kapelle verbrannte im Dreißigjährigen Krieg; ihre Sandsteinskulptur „Jakobus krönt zwei Pilger“ aus dem 13. Jahrhundert überlebte und steht heute im Villinger Münster. Der Wegweiser ist verbrannt, die Figur krönt weiter Pilger.
Die zweite Heilige begegnet dir noch einmal: Die Stadtpfarrkirche von Hüfingen ist St. Verena und Gallus geweiht. Und die Stärke des Stroms belegt ein Verwaltungsakt. Der Wegführer der Landkreise schreibt: „Wenn die Reichsstadt Rottweil 1417 anordnete, durchziehende Pilger in ihrem Spital zu verpflegen, dann zeigt dies die Stärke des Pilgerstroms, wie er zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald damals anzutreffen war.“ Der Wortlaut der Anordnung ist nicht digital erschlossen, aber Verpflegung beschließt eine Stadt nicht für Ausnahmen, sondern für Ströme. Dazu passen das Jakobus-Patrozinium in Ihlingen seit 1400, ein Jakobus-Schlussstein im Rottweiler Heilig-Kreuz-Münster von 1497 und der Horber Flügelaltar um 1520.
Und der Weg hat einen Pilger mit Jahreszahl: Hans Marx II. von Bubenhofen, aus einer Adelsfamilie mit Sitz in Leinstetten wenige Kilometer westlich von Dettingen, brach 1550 nach Santiago auf. Ob er ankam, behauptet niemand; überliefert ist ein Epitaph für den auf dem Weg nach Santiago verstorbenen Pilger. Welchen Weg er nahm, weiß ebenfalls niemand. Danach wurde es still, bis die Rückkehr in drei Schritten kam: 1994 der Jakobusstein in Ihlingen, 2007 die Ausweisung durch die vier Landkreise, 2009 der Förderverein des Himmelreich-Jakobswegs, der ab 2010 von Hüfingen aus nach Freiburg weiterführte. Erst der Stein, dann die Schilder, dann das Netz.
Highlights am Weg
- Liebfrauenkirche Horb (km 0) — Startpunkt mit dem heiligen Jakobus im Hauptaltar und einem Flügelaltar um 1520; Horb kam 1381 mit der Grafschaft Hohenberg an Habsburg und blieb bis 1805 vorderösterreichisch.
- St. Jakobus in Ihlingen (km 3,0) — ehemalige Mutterkirche von Horb mit Bauteilen aus dem 12. Jahrhundert, Jakobus-Patrozinium seit 1400, daneben der Jakobusstein von 1994 und die Pilgerherberge.
- Wasserschloss Glatt (km 10,0) — eines der wenigen Renaissance-Wasserschlösser Süddeutschlands, heute Kultur- und Museumszentrum der Stadt Sulz.
- Oberndorf am Neckar (km 27,5) — 1811 richtete Württemberg im aufgehobenen Augustinerkloster eine Gewehrfabrik ein, aus der die Mauser-Werke hervorgingen; die Klosterkirche steht noch.
- Herrenzimmern (km 42,4) — Burgruine und Stammsitz der Herren von Zimmern, deren Familienchronik, die Zimmerische Chronik aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, zu den großen Quellen der Renaissance in Schwaben gehört.
- Rottweil (km 52,4) — als römisches Arae Flaviae um 73 nach Christus gegründet, älteste Stadt Baden-Württembergs, Reichsstadt und seit 1519 im Ewigen Bund mit der Eidgenossenschaft. Heilig-Kreuz-Münster mit Schlussstein von 1497, das Spital von 1417, ein Jakobus-Relief am Münsterplatz, und über allem der 246 Meter hohe Testturm von 2017.
- Villinger Münster (Villingen-Schwenningen, km 75,8, 2 km neben der Trasse) — Villingen erhielt 999 von Kaiser Otto III. das Marktrecht, seit 1972 bildet es mit Schwenningen eine Stadt; im Münster stehen die Skulptur „Jakobus krönt zwei Pilger“ und eine Jakobus-Glocke.
- Donauquelle in Donaueschingen (km 94,3) — der gefasste Quelltopf im Park der Fürsten zu Fürstenberg, die hier seit 1723 residieren; östlich der Stadt fließen Brigach und Breg zur Donau zusammen.
- Hüfingen (km 99,3) — Stadtpfarrkirche St. Verena und Gallus, eine römische Badruine aus dem 1. Jahrhundert und der Abzweig des Himmelreich-Jakobswegs nach Freiburg.
- Blumberg (km 117,6) — das Ziel über dem Wutachtal; am Bahnhof Blumberg-Zollhaus beginnt die Sauschwänzlebahn, 1890 als strategische Bahn um das Schweizer Gebiet herum gebaut, seit 1977 Museumsbahn.
Rhein oder Donau? Ein Weg über die Wasserscheide
Zwischen Rottweil und Villingen überquerst du ohne Schild die Europäische Hauptwasserscheide. Bis dahin fließt alles, was neben dir rinnt, in den Neckar und mit ihm über den Rhein in die Nordsee; danach in die Brigach und über die Donau ins Schwarze Meer. Am fünften Tag läufst du die Brigach entlang zu ihrem berühmtesten Zusammenfluss: In Donaueschingen kommen Brigach und Breg zusammen, und der alte Merkspruch dazu lautet „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“.
Am letzten Tag kippt die Geschichte. Die Wutach, die unterhalb von Blumberg fließt, war einst der Oberlauf der Donau. Gegen Ende der letzten Eiszeit grub sich ein Zufluss des Rheins rückwärts in ihr Tal und lenkte sie nach Süden ab; seitdem fließt die Wutach in den Rhein, und bei Blumberg liegt das trockene alte Tal, durch das sie früher zur Donau lief. Die Pilger gehen weiter wie das Wasser: nach Süden zum Rhein.
Wie Pilger auf diesen Weg gelangen
Wer zu Fuß kommt, kommt fast immer aus Rottenburg am Neckar. Dort laufen mehrere Wege zusammen, und der Weg Rottenburg – Freiburg – Héricourt bringt dich in 29,5 Kilometern über Seebronn und Mühlen nach Horb; bis Dettingen läufst du dann auf derselben Trasse weiter, erst dort trennen sich die Wege. Nach Rottenburg selbst führen unter anderem diese Wege:
- Jakobsweg Rothenburg – Rottenburg — quer durch Württemberg von Rothenburg ob der Tauber an den Neckar
- Beuroner Jakobsweg — der Weg der Via Beuronensis, der in Rottenburg seinen Knoten hat
Wer nicht pilgernd anreist, nimmt die Bahn: Horb liegt an der Gäubahn Stuttgart–Singen, von Stuttgart rund eine Stunde. Für Teilstrecken steigst du in Sulz, Oberndorf, Rottweil, Villingen oder Donaueschingen ein, alle mit Bahnhof am oder nahe dem Weg.
Weiterpilgern?
In Blumberg endet die Karte, die Richtung nicht. Hier beginnen zwei Wege in die Schweiz, die die ersten Kilometer über den Randen und bis Schaffhausen gemeinsam gehen:
- Schaffhauser-Zürcher-Weg — 111,6 km über den Randen, Schaffhausen, den Rheinfall und Winterthur nach Rapperswil-Jona am Zürichsee, wo er auf die Via Jacobi trifft
- Thurgauer Klosterweg — 79,5 km über den Randen und Schaffhausen rheinaufwärts und quer durch den Thurgau zur Johanniterkommende Tobel
Die Etappe nach Schaffhausen führt über den Randen bis 919 Meter, ohne Einkehr. Und es gibt eine zweite Tür, mitten auf deinem Weg: In Hüfingen zweigt der Himmelreich Jakobsweg ab, 173,8 Kilometer durchs Höllental nach Freiburg und durchs Markgräflerland nach Weil am Rhein. Beide Türen führen am Ende nach Galicien.
Vorbereitung & Praktisches
Pilgerausweis und App. Wie auf allen deutschen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um unterwegs Stempel zu sammeln, in Pilgerherbergen zu übernachten und am Ende in Santiago die Compostela zu erhalten. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist; Stempel gibt es in Horb im Pfarramt und in der Tourist-Information, in den Pfarrämtern und Tourist-Informationen der Etappenorte. Mit der Camino Ninja App hast du die komplette Route offline dabei; am einfachsten planst du direkt in der App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.
Unterkunft und Markierung. Die einzige Pilgerherberge direkt am Weg steht in Horb-Ihlingen; eine weitere gibt es in Leinstetten, rund acht Kilometer westlich von Dettingen, aber nicht am Weg. Sonst übernachtest du in Gasthöfen, Pensionen und Hotels. In Deutschland folgst du der gelben stilisierten Muschel auf blauem Grund, deren Strahlen in Gehrichtung zusammenlaufen; markiert ist nur Richtung Süden.
Jahreszeit. Die gute Zeit reicht von Mai bis Oktober. Die Baar gilt als einer der kältesten Landstriche Deutschlands, im April kann auf 700 Metern noch Schnee liegen; im Hochsommer ist es dort dafür angenehmer als im Neckartal.
Was dich der Weg kostet
Rechne mit 70 bis 100 € pro Tag für Übernachtung mit Frühstück, Mittagsbrot aus der Bäckerei und ein Abendessen im Gasthof (Stand: Oktober 2026). Ein Bett in Pension oder Gasthof kostet im Doppelzimmer meist 45 bis 70 € pro Person, im Einzelzimmer 60 bis 90 €; gemeinsam pilgern spart hier echtes Geld.
Billig bleiben An- und Rückreise: Gäubahn, Ringzug und Schwarzwaldbahn sind Regionalverkehr, mit dem Deutschlandticket für 63 € im Monat fährst du zu jeder Etappe hin und von jeder zurück (Stand: Oktober 2026). Ehrlich gesagt ist das der eigentliche Luxus dieses Weges.
Anreise
Zum Start. Horb am Neckar liegt an der Gäubahn Stuttgart–Singen, von Stuttgart rund eine Stunde, aus der Schweiz über Singen. Der nächste Flughafen ist Stuttgart.
Unterwegs und vom Ziel. Sulz, Oberndorf und Rottweil liegen an der Gäubahn im Neckartal, Rottweil und Villingen am Ringzug, Villingen und Donaueschingen an der Schwarzwaldbahn, Hüfingen an der Bregtalbahn. Von Blumberg fährt der Ringzug ab Blumberg-Zollhaus über Donaueschingen oder Immendingen zurück ins Netz; aus Blumberg nach Schaffhausen kommst du mit dem Bus. Der nächste Flughafen am Ziel ist Zürich.
- Bahn: bahn.de — Gäubahn, Ringzug und Schwarzwaldbahn
- Ringzug: ringzug.de — Regionalzüge zwischen Rottweil, Villingen, Donaueschingen und Blumberg
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