Ulm – Pfullendorf auf der Karte

Ulm – Pfullendorf

Der Weg Ulm – Pfullendorf ist die Route E der Via Beuronensis, beim Träger auch Habsthaler Jakobsweg genannt: 96,6 Kilometer von Oberdischingen an der Donau über Munderkingen, den Bussen als Heiligen Berg Oberschwabens, Bad Saulgau und Kloster Sießen bis zum Kloster Habsthal und in die alte Reichsstadt Pfullendorf. Die ersten gut 21 Kilometer ab dem Ulmer Münster gehst du auf dem Oberschwäbischen Jakobsweg, in Oberdischingen biegst du nach Westen ab. Fünf Etappen, 864 Höhenmeter bergauf, höchster Punkt am Bussen. In Pfullendorf übernimmt der Linzgauer Jakobsweg Richtung Bodensee.

13. August 202613 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Oberdischingen bei Ulm / Stadtpfarrkirche St. Jakob in Pfullendorf; ab dem Ulmer Münster kommen gut 21 km auf dem Oberschwäbischen Jakobsweg dazu
  • Länge: 96,6 km
  • Dauer: 5 Etappen, Ø knapp 20 km; sportlich auch in 4 Tagen
  • Höhenmeter: ↗ 864 m / ↘ 716 m
  • Höchster Punkt: 737 m bei km 37,7 am Bussen; die Wallfahrtskirche auf dem Gipfel steht auf 767 m
  • Landschaft: Donautal mit Kanälen und Auwald, Waldwege am Bussen, offenes Ackerland, zuletzt Wälder, Weiher und Riedwiesen im oberschwäbischen Hügelland
  • Markierung: stilisierte gelbe Muschel auf blauem Grund, nur in Richtung Santiago markiert
  • Jakobus-Spuren: Haus St. Jakobus in Oberdischingen, Stadtpfarrkirche St. Jakob in Pfullendorf als Ziel und Stempelstelle, Jakobuskirche Grimmelfingen auf dem Zulauf ab Ulm
  • Unterkunft: Pilgerherberge im Haus St. Jakobus Oberdischingen, Pilgerzimmer im Kloster Sießen und im Kloster Habsthal auf Anfrage, sonst Gasthöfe und Privatzimmer
  • Anschlusswege: Oberschwäbischer Jakobsweg in Oberdischingen, Linzgauer Jakobsweg in Pfullendorf
  • Beste Zeit: Mai bis Oktober; Pilgerurkunde der Beuroner Jakobspilger-Gemeinschaft ab 100 km zwischen Tübingen und Konstanz, also erst mit dem Linzgauer

Überblick

Zwischen Donau und Bodensee hat die Via Beuronensis ein ganzes Netz gespannt, und dieser Weg ist ihr östlicher Zubringer. In Oberdischingen, wo das Haus St. Jakobus auf dem Kapellenberg steht, verlässt er den Oberschwäbischen Jakobsweg und zieht nach Westen: die Donau hinauf nach Munderkingen, auf den Bussen, durch die Thermalstadt Bad Saulgau und an zwei Frauenklöstern vorbei nach Pfullendorf. Der Weg ist erstaunlich jung. Die Projektgruppe um Bruder Jakobus Kaffanke markierte die Via Beuronensis ab 2004, seit 2009 ist sie in Santiago anerkannt; der Habsthaler Abschnitt begann damals erst in Bad Saulgau. Das Stück über den Bussen markierte der Träger während der Corona-Jahre neu, ab Bad Saulgau läuft es auf dem alten Weg weiter.

Was ihn trägt, sind die Orte: ein Berg, auf dem schon die Kelten opferten, ein Kloster mit rund 70 Franziskanerinnen und eines, in dem 2021 noch zwei Benediktinerinnen lebten. Und ein Ziel mit Pointe. In Habsthal schenkte 1259 Rudolf von Habsburg den Schwestern Land, in Pfullendorf saß sein Ururgroßvater: Graf Rudolf von Pfullendorf, dessen Tochter Ida 1164 in die Habsburger einheiratete. Der Weg endet also bei den Vorfahren des Mannes, der 1273 König wurde.

Andere Namen

Beim Träger heißt der Weg Strecke E oder Route E der Via Beuronensis, in der Liste der Wege auch Habsthaler Jakobsweg, nach dem Kloster kurz vor dem Ziel. Den neueren Abschnitt ab Oberdischingen nennt die Etappenbeschreibung Bussen-Jakobsweg, und das Haus St. Jakobus führt ihn als Beuroner Habsthaler Jakobsweg Ulm – Pfullendorf. Bei Camino Ninja steht er als Ulm – Pfullendorf auf der Karte. Namensgeber des ganzen Netzes ist der Beuroner Jakobsweg von Tübingen über die Erzabtei Beuron nach Meßkirch.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du in einer Woche von Ulm an den Bodensee pilgern willst und es dir auf Klöster, Kapellen und Stille ankommt: Mit dem Linzgauer Jakobsweg zusammen sind es von Oberdischingen bis Konstanz rund 140 Kilometer. Ideal auch für ein langes Wochenende mit Bahnanschluss an beiden Zwischenzielen Munderkingen und Bad Saulgau, und für alle, die gern allein gehen. Hier triffst du an manchen Tagen keinen anderen Pilger.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du dich auf durchgehende Markierung verlassen willst: Der Träger schreibt selbst, zwischen Rottenacker und Munderkingen sei der Weg „sehr schwer zu finden“, und warnt an der Gabelung Marbachergatter hinter dem Bussen, der Wegweiser zeige falsch. Nichts für dich, wenn du Herbergen in spanischer Dichte erwartest; außer in Oberdischingen schläfst du in Klosterzimmern auf Anfrage oder im Gasthof. Und nichts für dich, wenn du Berge suchst: Der Bussen ist der einzige echte Anstieg, der Rest ist Ackerland, Wald und rund um Ehingen auch Gewerbegebiet.

Streckenverlauf & Landschaft

Oberdischingen bis Bussen (km 0–38,0): Vom Kapellenberg in Oberdischingen geht es flach die Donau hinauf, bei Öpfingen (km 5,2) über die Brücke mit dem heiligen Nepomuk, über Gamerschwang und Nasgenstadt an Ehingen vorbei, das knapp einen Kilometer neben der Trasse liegt. Hinter Dettingen führt der Weg am Kanal entlang nach Rottenacker (km 18,6) und nach Munderkingen (km 24,1), das in einer Donauschleife hinter seiner Stadtmauer liegt. Danach wird es waldig: über Hausen am Bussen und Dietelhofen (km 34,7), an den Schwedenhöhlen vorbei, und auf den letzten 100 Metern steil hinauf zur Wallfahrtskirche auf dem Bussen. Den höchsten Punkt der Karte erreichst du bei km 37,7, kurz darauf liegt Offingen (km 38,0) am Fuß des Berges.

Bussen bis Pfullendorf (km 38,0–96,6): Vom Bussen geht es stetig bergab durch offenes Feld über Unlingen (km 40,1), Hailtingen und Burgau nach Dürmentingen (km 45,5) mit Lorettokapelle und Kreuzweg; Riedlingen an der Donau liegt rund 2,6 Kilometer westlich und gehört nicht zum Weg. Durch Wald über Kleintissen erreichst du Bad Saulgau (km 60,3). Dann reiht sich Kloster an Kloster: Sießen (km 63,3), Bolstern, Friedberg (km 70,9) mit seiner Wallfahrtskirche, Ursendorf und Rosna bis zum Kloster Habsthal (km 81,2). Über Levertsweiler und Mottschieß, an Weihern und einem Feuchtbiotop vorbei, führt die letzte Etappe nach Pfullendorf (km 96,6) zur Kirche St. Jakob.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Wir zeigen den Weg in 5 Etappen, nahe an der Einteilung des Trägers, der mit Ulm–Oberdischingen noch eine sechste davor setzt. Kilometer aus der Camino-Ninja-Karte, exakt auf 96,6 km kalibriert; die Angaben des Trägers sind wegen Abstechern nach Heratskirch und zum Kloster länger.

  1. Oberdischingen → Munderkingen (24,1 km) — flach an der Donau, über Öpfingen und Rottenacker; ab Rottenacker gut auf die Zeichen achten.
  2. Munderkingen → Bussen / Offingen (13,9 km) — kurzer Tag mit fast allen Höhenmetern des Weges, viel Wald, zum Schluss der steile Aufstieg zur Wallfahrtskirche; Betten in Offingen am Fuß des Berges.
  3. Bussen / Offingen → Bad Saulgau (22,3 km) — fast nur bergab, über Göffingen und Dürmentingen mit dem Kreuzweg durch Feld und Wald.
  4. Bad Saulgau → Kloster Habsthal (20,9 km) — die Klosteretappe über Sießen, Bolstern und Friedberg; der Abstecher zur Josefskapelle Heratskirch mit Pilgerstempel kostet 6,8 km extra.
  5. Kloster Habsthal → Pfullendorf (15,4 km) — über Levertsweiler, durch Wald und Riedwiesen; in St. Jakob wartet der Stempel.

Technisch ist nichts schwierig: Feld- und Waldwege, Nebenstraßen, im Donautal Dämme und Uferpfade. Wer in vier Tagen gehen will, legt die Etappen 2 und 3 zusammen, das sind gut 36 Kilometer, oder übernachtet in Dürmentingen und geht dann bis Habsthal durch. Der Träger empfiehlt, den GPS-Track dabeizuhaben – am einfachsten in der Camino Ninja App.

Vom Heiligen Berg zu den letzten zwei Schwestern

Der Bussen ist 766,7 Meter hoch, und das reicht in Oberschwaben für einen Rundblick, den Wikipedia so beschreibt: „Bei guter Fernsicht lassen sich vom Berg aus sowohl das Ulmer Münster als auch die Alpenkette von den Bayerischen Voralpen bis zu den Berner Alpen erkennen.“ Heilig war der Berg lange vor dem Christentum, „bereits die Kelten brachten auf diesem Berg ihre Fruchtbarkeitsopfer dar“. Auf der Burg darüber saß als ältester bekannter Herr Graf Gerold, der Schwager Karls des Großen, gestorben 799; eine Kirche ist 805 erstmals erwähnt. Die heutige Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist stammt von 1516, die Wallfahrt zur Muttergottes ist seit 1521 bezeugt. Die Burg ging 1633 im Dreißigjährigen Krieg an die Schweden verloren, die Kirche blieb. Seit den 1950er Jahren gibt es am Pfingstmontag ein großes Pilgertreffen auf dem Gipfel.

Dann der Kontrast. Kloster Sießen bei Bad Saulgau begann 1251 als Dominikanerinnenkonvent, die Brüder Zimmermann bauten und schmückten die Kirche von 1726 bis 1729, und seit 1860 leben Franziskanerinnen hier – laut Wikipedia im November 2022 noch etwa 70. Kloster Habsthal dagegen, 1259 von Beginen aus Mengen bezogen, überstand Dreißigjährigen Krieg, Säkularisation 1806, Lehrerseminar und von 1856 bis 1875 eine Strafanstalt; seit 1892 wohnen Benediktinerinnen aus dem schweizerischen Hermetschwil darin. Die Stiftungsurkunde beginnt mit „Wir Hugo, von Gottes Gnaden Pfalzgraf von Tübingen“, die Barockkirche St. Stephan hat ein Deckenfresko von Gottfried Bernhard Göz und Stuck von Joseph Anton Feuchtmayer. 2021 lebten dort noch zwei Schwestern. Siebzig hier, zwei dort, und beide nehmen Pilger auf.

Praktisch heißt das: Plane den Bussen nicht als Durchgangsstation, sondern als Etappenende, damit du Abend- oder Morgenlicht oben hast; Föhn bringt die beste Fernsicht. Und melde dich in Sießen und Habsthal ein paar Tage vorher an, per Telefon in Sießen, per Mail in Habsthal.

Highlights am Weg

  • Oberdischingen (km 0) — die barocke Herrengasse des „Malefizschenks“ Franz Ludwig Schenk von Castell, der hier ein Zuchthaus betrieb und 1788 Elisabetha Gaßner hinrichten ließ; Pfarrkirche von 1804, das „Schwäbische Pantheon“, und die Dreifaltigkeitskapelle von 1712.
  • Öpfingen (km 5,2) — Donaubrücke mit dem Brückenheiligen Johannes Nepomuk.
  • Munderkingen (km 24,1) — 792 erstmals erwähnt, Stadtrecht 1230, Stadtmauer und Stadtkirche St. Dionysius; die Donaubrücke von 1893 war ein früher Betonbogen, 1945 gesprengt, 1948 neu gebaut.
  • Bussen (km 37,7) — Wallfahrtskirche St. Johannes Baptist von 1516, Burgruine, Alpenblick und das Heimkehrerdenkmal von 1958.
  • Dürmentingen (km 45,5) — 811 erstmals erwähnt; Lorettokapelle mit einem Kreuzweg aus rund zwölf großen, rot gedeckten Stationen.
  • Bad Saulgau (km 60,3) — 819 erstmals erwähnt, Stadtrecht 1239, über 500 Jahre vorderösterreichisch; Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist, Kreuz- oder Schwedenkapelle um 1450 und eine Thermalquelle, 1977 erbohrt.
  • Kloster Sießen (km 63,3) — Zimmermann-Kirche, 1733 geweiht, und ein Saal für Schwester Maria Innocentia Hummel.
  • Kloster Habsthal (km 81,2) — Benediktinerinnen seit 1892, Barockkirche St. Stephan mit Fresko von Göz und Stuck von Feuchtmayer.
  • Pfullendorf (km 96,6) — Stadtrecht 1220 durch Friedrich II., Reichsstadt von 1282 bis 1803; St. Jakob, 1480/81 von Hans von Savoyen vollendet und 1750 barockisiert, dazu die Wallfahrtskapelle Maria Schray als kurzer Abstecher.

Die Nonne, deren Kinder die Nazis nicht leiden konnten

Wer an Sießen vorbeigeht, geht an einer Weltmarke vorbei. Berta Hummel, geboren am 21. Mai 1909 im niederbayerischen Massing, kam 1931 nach Sießen, wurde 1933 als Schwester Maria Innocentia eingekleidet und zeichnete pausbäckige Kinder. 1934 erhielt der Porzellanhersteller Franz Goebel die Lizenz, 1935 kamen die ersten Hummel-Figuren auf den Markt, am Ende waren es über 400 verschiedene. Die NS-Kunstkritik verhöhnte ihre Kinder als „wasserköpfige Wichtel und klumpfüßige Dreckspatzen“, und zwischen 1935 und 1938 verfügte das Regime die Schließung des Klosters und vertrieb die Schwestern; ab 1940 war es beschlagnahmt. Maria Innocentia starb am 6. November 1946 mit 37 Jahren in Sießen an Tuberkulose. Ein Ausstellungssaal im Kloster erinnert an sie. Die Pointe für Pilger: Die berühmteste Künstlerin am Weg zeichnete für ein Massenprodukt, und ihr Kloster liegt so still, dass du es bei km 63,3 fast verpasst.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Fast alle kommen über Ulm. Dort endet der Jakobsweg Nürnberg–Ulm am Münster, und dort beginnt der Oberschwäbische Jakobsweg, auf dem du über Grimmelfingen mit seiner Jakobuskirche und Erbach in gut 21 Kilometern nach Oberdischingen gehst. Am Haus St. Jakobus trennen sich die Wege: Der Oberschwäbische zieht nach Süden über Biberach und Weingarten zum Bodensee, dieser Weg nach Westen über den Bussen. Schon in Ulm hatte das Pilgern einen prominenten Lehrer: Der Dominikaner Felix Fabri, ab 1468 in Ulm, schrieb 1492 „Die Sionpilger“, eine geistliche Pilgerfahrt nach Jerusalem, Rom und Santiago für Nonnen, die ihr Kloster nicht verlassen durften.

Weiterpilgern?

In Pfullendorf beginnt nichts Neues, sondern es geht weiter: Der Linzgauer Jakobsweg kommt von Meßkirch und führt in zwei Tagen über Aftholderberg und den Ramsberg nach Überlingen und mit dem Schiff über den See nach Konstanz. Erst damit kommst du über die 100 Kilometer, die die Beuroner Jakobspilger-Gemeinschaft für ihre Urkunde verlangt – 96,6 Kilometer sind 3,4 zu wenig.

Ab Konstanz übernimmt die Via Jacobi durch die Schweiz über Einsiedeln nach Genf. Von dort führen die Wege über Le Puy und die Pyrenäen bis Santiago; der Camino-Ninja-Planer setzt sie dir in der App zusammen.

Vorbereitung & Praktisches

Pilgerausweis und App. Wie auf allen deutschen Jakobswegen brauchst du einen Pilgerausweis (Credencial), um in den Pilgerherbergen zu übernachten und deine Stempel zu sammeln; in Santiago zählt er für die Compostela. Am besten bestellst du ihn schon vorab online, damit er rechtzeitig zum Start deiner Reise bei dir ist: beim Haus St. Jakobus in Oberdischingen kostenlos gegen Spende, mindestens fünf Tage vor dem Start, oder beim Pilgerbüro der Beuroner Jakobspilger-Gemeinschaft (Stand: Oktober 2026). Auch die Tourist-Info Pfullendorf gibt Pilgerausweise aus. Die Etappen lassen sich flexibel schneiden – am einfachsten gelingt das direkt in der Camino Ninja App, in der du deine Etappen zusammenstellst und passende Unterkünfte gleich mit einplanst.

Stempel und Urkunde. Stempel gibt es in Kirchen und Klöstern, sicher in Grimmelfingen, in der Josefskapelle Heratskirch und in St. Jakob Pfullendorf. Die Urkunde der Beuroner Gemeinschaft ist kostenlos, eine Spende ist willkommen; du schickst den Pilgerausweis mit Rückporto nach Beuron und brauchst mindestens 100 Kilometer zwischen Tübingen und Konstanz.

Unterkunft und Jahreszeit. Die einzige echte Pilgerherberge steht in Oberdischingen, mit bezogenen Betten, Handtüchern und Halbpension auf Wunsch. In Munderkingen, Offingen, Dürmentingen, Bad Saulgau und Pfullendorf gibt es Gasthöfe und Privatzimmer, Sießen und Habsthal nehmen Pilger auf Anfrage auf. Ruf überall vorher an, besonders am Wochenende und an Pfingsten, wenn auf dem Bussen gefeiert wird. Zwischen Munderkingen und Bad Saulgau gibt es wenig zu kaufen, nimm Proviant mit. Im Winter sind Wald- und Feldwege matschig.

Was dich der Weg kostet

Rechne mit 60 bis 100 € pro Tag (Stand: Oktober 2026). Im Haus St. Jakobus zahlst du als Pilger 25 € im Doppel- oder Dreibettzimmer, 35 € im Einzelzimmer und 10 € fürs Zelt, dazu Frühstück 7,50 € und warmes Abendessen 12,50 €; wer knapp ist, bekommt den Satz „Gemeinsam finden wir eine Lösung“ zu hören. Klosterzimmer in Sießen und Habsthal kosten nach Absprache, Gasthöfe und Pensionen liegen erfahrungsgemäß bei 55 bis 90 € fürs Zimmer. Pilgerausweis und Urkunde sind kostenlos, eine Spende ist erwünscht.

Anreise

Zum Start. Ulm Hauptbahnhof hat ICE-Anschluss. Wer am Münster beginnt, geht die 21 Kilometer auf dem Oberschwäbischen Jakobsweg nach Oberdischingen; der Turm, seit 1890 der höchste Kirchturm der Welt, hat diesen Titel am 30. Oktober 2025 an die Sagrada Família in Barcelona verloren. Wer direkt in Oberdischingen starten will, fährt mit der Donautalbahn nach Ehingen und von dort mit dem Bus. Munderkingen hat seit 1870 einen Bahnhof, Bad Saulgau seit 1869 – praktisch für Einstieg oder Abbruch.

Vom Ziel. Pfullendorf hat keinen regulären Bahnverkehr. Busse fahren unter anderem nach Überlingen, Mengen und Sigmaringen zu den nächsten Bahnhöfen; an Sommerwochenenden fährt seit 2011 die Räuberbahn Richtung Aulendorf, den Fahrplan prüfst du am besten vorher.

  • Bahn: bahn.de — Ulm, Donautalbahn nach Ehingen und Munderkingen, Rückreise ab Sigmaringen, Mengen oder Überlingen
  • Infos: via-beuronensis.de — Etappen E1 bis E6, Pilgerausweis und Urkunde
  • Herberge: haus-st-jakobus.de — Pilgerbett und Pilgerausweis in Oberdischingen

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