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Jakobsweg Nijmegen–Maastricht

Von der ältesten Stadt der Niederlande zum ältesten Kirchenbau des Landes: Der Jakobsweg Nijmegen–Maastricht — als Jacobspad Limburg getragen von der Stichting Pelgrimswegen naar St. Jacob — führt in rund 217 Kilometern und 11 Etappen durch drei Länder: über den Reichswald, am Marienwallfahrtsort Kevelaer vorbei und die Maas hinauf. Auf halber Strecke liegt in Roermond ein Unterarm des Apostels Jakobus, am Ziel wartet das Grab des heiligen Servatius — und dahinter beginnt die Via Mosana.

24. August 202614 Min. Lesezeit
Inhalt

Auf einen Blick

  • Start / Ziel: Nijmegen (Sint-Stevenskerk / Sint-Jacobskapel) → Maastricht (Sint-Servaasbasiliek)
  • Länge: ca. 217 km
  • Höhenmeter: ca. 630 m Aufstieg, 590 m Abstieg (GPS-Track der Route)
  • Etappen: 11 (10, wenn du die 9-km-Etappe Walbeck–Straelen anhängst)
  • Dauer: 10–11 Tage
  • Länder: Niederlande, Deutschland und Belgien — drei Länder auf einem Weg
  • Markierung: gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, in Zuid-Limburg auch auf Holzwegweisern
  • Beste Zeit: April bis Oktober
  • Träger: Stichting Pelgrimswegen naar St. Jacob (Roermond, seit 1996), deutscher Abschnitt mit dem Landschaftsverband Rheinland
  • Anschluss: ab Maastricht auf der Via Mosana über Visé und Lüttich nach Namur

Überblick

Der Jakobsweg Nijmegen–Maastricht — beim Träger heißt er Jacobspad Limburg — verbindet die älteste Stadt der Niederlande mit dem ältesten Kirchenbau des Landes: rund 217 Kilometer in 11 Etappen, von der Sint-Jacobskapel in Nijmegen durch den Reichswald und das Niersland zum Marienwallfahrtsort Kevelaer, an die Maas bei Venlo, durch die Bischofsstadt Roermond und zuletzt durchs Heuvelland — das einzige Hügelland der Niederlande — nach Maastricht ans Grab des heiligen Servatius. Drei Länder, ein Fluss, und ein Zwischenziel, das kein anderer Weg dieser Breite bietet: In Roermond passierst du einen Unterarm des Apostels, zu dessen Grab du unterwegs bist.

Getragen wird der Weg von der Stichting Pelgrimswegen naar St. Jacob, gegründet 1996 in Roermond, die den deutschen Abschnitt gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland eingerichtet hat; markiert ist er mit der gelben Muschel auf blauem Grund, dokumentiert mit Wanderführer, Kartenheft, GPS-Tracks und einer eigenen Stempelkarte — zwölf Stempel ergeben das Wegzertifikat. Und das historische Fundament ist älter, als die junge Stiftung vermuten lässt: In Nijmegen stand ab 1438 ein Jakobus-Pilgerhaus, in Roermond betete ab 1357 eine Jakobus-Bruderschaft, in Maastricht sind Gasthaus und Bruderschaft ab 1429 verbrieft. Der Faden war nie weg. Er war nur lange nicht beschildert.

1602 kam der Arm, 1786 fiel die Bruderschaft, 2013 stand die Kapelle wieder

Mitten auf diesem Weg, in der Sint-Jacobuskapel der Kathedrale von Roermond, liegt ein Unterarm des Apostels Jakobus — nach den Worten der örtlichen Bruderschaft „de grootste Jacobusreliek die zich buiten het graf van St. Jacobus in Santiago bevindt“, die größte Jakobus-Reliquie außerhalb des Grabes von Santiago. Ihre Herkunftskette liest sich wie eine europäische Diplomatengeschichte: von Papst Gregor IV. im 9. Jahrhundert einem Kloster geschenkt, 1596 im Reliquienschatz des Escorial, 1602 von Erzherzog Albrecht von Österreich der Stadt Roermond übergeben, 1876 von Bischof Paredis beurkundet. Die Pointe schreibt sich selbst: Du gehst nach Santiago, um ans Grab des Apostels zu kommen — und passierst auf diesem Weg seinen Arm. Von der Roermonder Voorstad Sint Jacob aus sind es noch 2.285 Kilometer.

Um diese Reliquie herum liegt eine komplette Urkundenkette. Ab 1357 ist in Roermond die Confraternitas Sancti Jacobi Maioris bezeugt — Motto „PAX IUSTITIAE FRUCTUS“, rund zehn Mitglieder aus der reichen Kaufmannschaft, die selbst in Santiago gewesen waren oder Pilger unterstützten, Roggenbrot für die Armen inklusive. Dann der Bruch, doppelt datiert: Um 1580 zerschoss der Krieg die Jakobskapelle, nach der ein ganzer Stadtteil heißt, und 1786 hob Kaiser Joseph II. die Bruderschaft auf — der Restsaldo von 865 Gulden ging an den Staat. Im Kathedralarchiv liegt übrigens eine Compostela von 1604, die Urkunde eines Pilgers, der es bis Santiago geschafft hat. Nur sein Name ist verloren. Der Beweis ist da, der Mensch ist weg — ehrlicher kann ein Archiv die Zeit nicht erzählen.

Das Revival kam in Schüben, und es kam von genau hier: 1994 wurde Roermond wieder offizieller Etappenort auf dem Weg nach Santiago, 1996 gründete sich die Stichting Pelgrimswegen, die diesen Weg trassierte, 2000 kehrte die Bruderschaft zurück — und 2013 baute sie an der Stelle der zerstörten Kapelle eine neue: Backstein mit Sandsteinornamenten, ein Jakobsmuschel-Stein auf dem First, Glasfenster mit Brücken, Sternen und Fußspuren. Am Start des Weges steht das Gegenstück: Das „suncte Jacobs gasthuys tot Nymeegen geleegen in die Heesellstraat“, 1438 vom Priester Hendrick van Hovelwick gestiftet, wurde nach der Reformation Glasbläserei, Schule, Heulager und zuletzt Kuhstall — seit 2004 heißt es offiziell wieder Sint-Jacobskapel, mit Pilgergottesdienst am zweiten Sonntag im Monat. Ein Weg, an dessen beiden Enden Pilgerhäuser wieder zu Pilgerhäusern wurden: Das ist kein Zufall, das ist ein Programm.

Andere Namen

Auf Niederländisch heißt dieser Weg Jacobspad Limburg — so nennt ihn sein Träger in Roermond. Der deutsche Abschnitt derselben Trasse läuft beim Landschaftsverband Rheinland als Jakobsweg Rhein-Maas, und auf den Übersichtskarten des niederländischen Jakobusvereins findest du ihn als Route 5: „Jacobspad Limburg — Millingen über Maastricht bis Eijsden“. Drei Namen, ein Weg. Zwei Verwechslungen lohnt es auszuräumen: Der Jacobsweg Nieumeghen ist keine Konkurrenz, sondern der große Bruder — 512 Kilometer von St. Jacobiparochie in Friesland bis Eijsden, die südlich von Nijmegen mit diesem Weg identisch sind; nördlich der Stadt trägt derselbe Faden nur einen anderen Namen. Und das Pelgrimspad (LAW 7) ist ein anderer Weg: Amsterdam–Den Bosch–Maastricht, weiß-rot markiert, von Wandelnet betreut — Nijmegen liegt nicht daran. Ein Detail hält der Träger selbst offen: Offizieller Start ist Nijmegen oder Millingen aan de Rijn. Wer in Nijmegen anfängt, fängt richtig an.

Für wen ideal – und für wen eher nicht

Ideal, wenn du zehn oder elf Tage frei hast und einen Jakobsweg suchst, den du mit einem Zugticket erreichst: flach, bahnnah, gut erschlossen — und kulturhistorisch dichter, als 217 Kilometer vermuten lassen. Eine Pilgerkapelle von 1438 am Start, ein Marienwallfahrtsort von 1642 am dritten Tag, ein Apostelarm in Roermond, am Ende das Grab des heiligen Servatius. Drei Länder, ohne dass du je mehr brauchst als gute Schuhe.

Ehrlich gesagt ist er aber nichts für dich, wenn du Berge willst: Zwischen Nijmegen und Sittard passiert höhenmäßig fast nichts, erst die letzten zwei Tage im Heuvelland liefern Hohlwege und echte Steigungen. Auch nichts für dich, wenn du Asphalt nicht erträgst — im Norden läufst du streckenweise auf schnurgeraden Wirtschaftsstraßen, und die schönen Reichswald-Stücke sind Belohnung, nicht Regel. Die Versorgung im deutschen Abschnitt ist dünn; ein Pilger notierte über ein Dorf zwischen Goch und Kevelaer trocken: „geen café, geen markt op maandagmorgen, niente nada“. Und die sonst zuverlässige Markierung hat in einzelnen Waldstücken Lücken — lade den GPX-Track des Trägers vorher herunter, nicht unterwegs.

Streckenverlauf & Landschaft

Du startest in Nijmegen, der ältesten Stadt der Niederlande, an Stevenskerk und Sint-Jacobskapel — und bist nach 17 Kilometern in Deutschland: in Kranenburg, wo seit dem 14. Jahrhundert zum Wundertätigen Heiligen Kreuz gepilgert wird. Dann kommt der Reichswald, das größte Waldgebiet am Niederrhein, dahinter die Niers, der der Weg über Goch bis Kevelaer folgt — für zwei Tage läufst du mitten durch das größte Marienwallfahrtszentrum Nordwesteuropas. Über Walbeck und die Gärtnerstadt Straelen erreichst du bei Steyl die Maas: den Fluss, der die zweite Hälfte bestimmt.

Ab Steyl ist es ein Flussweg — Deiche, Auen, Kiesseen, Fähranleger. In Roermond kreuzt du die Roer und gehst durch die Voorstad Sint Jacob, danach tragen dich die Maasplassen, ein Seengebiet aus alten Kiesgruben, über die Grenze nach Kessenich in Belgien und zurück nach Sittard. Erst dann kippt die Landschaft: Zwischen Sittard und Meerssen beginnt das Zuid-Limburgse Heuvelland — Hohlwege, die ein Pilger mit den galicischen Corredoiras verglich, Streuobst, Bruchsteinhöfe, Feldkreuze. In Meerssen zweigt der Aachener Arm ab; du gehst geradeaus, hinunter ins Geultal und über die Maas nach Maastricht. Höhenmeter veröffentlicht der Träger nicht, aber die Verteilung ist klar: neun flache Tage, zwei mit Profil.

Etappen, Gelände & Schwierigkeit

Der Träger gliedert den Weg in Etappen zwischen 9 und 27 Kilometern — bis Maastricht sind es elf Tage, wobei die Kurzetappe Walbeck–Straelen meist an den Vortag angehängt wird: dann zehn Tage mit einem 30-Kilometer-Block ab Kevelaer. Technisch ist nichts schwierig: keine Pässe, kaum Steigung nördlich von Sittard. Anspruchsvoll sind die langen Tage 9 und 10 und der Belag — Asphalt im Norden, ausgewaschene Hohlwege im Süden, die nach Regen rutschig werden. Zwölf Stempel ergeben das Wegzertifikat des Trägers; Kranenburg, Kloster Graefenthal, Kevelaer, Roermond und Maastricht sind gesetzt, dazwischen musst du fragen. Alle Etappenwerte sind gerundete Angaben — verbindlich ist die Gesamtlänge von 217 km.

  1. Nijmegen → Kranenburg (ca. 17 km) — kurzer Auftakt aus der ältesten Stadt der Niederlande über die Grenze; Ziel ist die spätgotische Stifts- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul mit dem Wundertätigen Heiligen Kreuz und dem ersten deutschen Stempel.
  2. Kranenburg → Goch (ca. 25 km) — erst eine schnurgerade Asphaltstraße zwischen Äckern, dann hinein in den Reichswald, danach flussaufwärts an der Niers; unterwegs Kloster Graefenthal mit Stempel, am Ende die Pfarrkirche Maria Magdalena.
  3. Goch → Kevelaer (ca. 22 km) — Niederrhein in Reinform: Felder, Alleen, Kapellchen. Am Ziel der größte Marienwallfahrtsort Nordwesteuropas mit Gnadenkapelle von 1654; Quartier traditionell im Priesterhaus.
  4. Kevelaer → Walbeck (ca. 21 km) — durch die Niers-Niederung und den Walbecker Wald, eine der stilleren Etappen; Spargeldörfer, Bruchwald, kaum Steigung.
  5. Walbeck → Straelen (ca. 9 km) — die kürzeste Etappe des ganzen Weges, ideal als halber Tag oder als Anhängsel an Etappe 4; Straelen ist Blumen- und Gärtnerstadt an der niederländischen Grenze.
  6. Straelen → Steyl (ca. 20 km) — Grenzübertritt zurück in die Niederlande und hinunter an die Maas; Steyl ist Klosterdorf mit dem Missionshaus St. Michael, Tegelen liegt vorher am Weg.
  7. Steyl → Roermond (ca. 24 km) — am Maasufer über Swalmen ins Herz des Weges: Bischofsstadt mit der Munsterkerk von 1218, der Kathedrale mit der Jakobus-Armreliquie und der Voorstad Sint Jacob.
  8. Roermond → Kessenich (ca. 23 km) — durch das Maasplassen-Seengebiet und über die Grenze nach Belgien; Wasser, Deiche, weite Blicke, wenig Schatten.
  9. Kessenich → Sittard (ca. 27 km) — die belgische Maasschleife zurück nach Limburg; lange, flache Etappe mit dem Umschlag von Flussland zu Hügelland.
  10. Sittard → Meerssen (ca. 26 km) — jetzt beginnt das Heuvelland: Hohlwege, Streuobst, Bruchsteinhöfe. In Meerssen zweigt der Aachener Arm des Weges ab.
  11. Meerssen → Maastricht (ca. 10 km) — kurzer Schlusstag am Geultal entlang und über die Maas in die Stadt; Ziel ist die Sint-Servaasbasiliek über dem Grab des heiligen Servatius.

Der offizielle Alternativstart liegt in Millingen aan de Rijn, rund 20 Kilometer rheinabwärts — praktisch für alle, die von der Rheinschiene kommen. Und der Trägerweg selbst läuft hinter Maastricht noch bis Eijsden an der belgischen Grenze weiter; dort übernimmt endgültig die Via Mosana.

Highlights am Weg

  • Sint-Jacobskapel, Nijmegen — Rest des Pilgerhospizes, das Priester Hendrick van Hovelwick 1438 als „suncte Jacobs gasthuys tot Nymeegen“ stiftete. Nach 1591 Glasbläserei, Schule, Heulager, Kuhstall — seit 2004 wieder Sint-Jacobskapel, mit Pilgergottesdienst am zweiten Sonntag im Monat.
  • Grote of Sint-Stevenskerk, Nijmegen — 1272 von Albertus Magnus geweiht, 1591 protestantisch, 1944 vom stürzenden Turmhelm durchschlagen, 1969 wiedereröffnet.
  • St. Peter und Paul, Kranenburg — Wallfahrtskirche ab 1406 für das Wundertätige Heilige Kreuz: 1280 soll ein Hirte eine Hostie in einen hohlen Baum geworfen haben — 28 Jahre später kam beim Fällen ein Kruzifix zum Vorschein.
  • Gnadenkapelle Kevelaer — der Händler Hendrick Busman hörte 1641 dreimal „An diesem Ort sollst du mir ein Kapellchen bauen!“; am 31. Mai 1642 wurde das Gnadenbild eingesetzt, 1654 die sechseckige Kapelle darum gebaut. Busmans Name steht bis heute im Sockel.
  • Klosterdorf Steyl — ein ganzes Dorf aus Klöstern an der Maas, mit dem Missionshaus St. Michael; davor liegt Venlo mit der Sint-Martinusbasiliek, die Papst Franziskus 2019 zur Basilika erhob — auf tausend Jahre Kirchengeschichte gestützt.
  • Sint-Christoffelkathedraal, Roermond — hier liegt der Unterarm des Apostels Jakobus, laut Bruderschaft die größte Jakobus-Reliquie außerhalb des Grabes von Santiago: 1602/03 von Erzherzog Albrecht geschenkt, 1876 beurkundet.
  • Voorstad Sint Jacob, Roermond — ein Stadtteil, benannt nach einer um 1580 zerschossenen Jakobskapelle; 2013 baute die wiedergegründete Bruderschaft eine neue, mit Muschelstein auf dem Dach. Noch 2.285 Kilometer bis Santiago.
  • Zuid-Limburgse Heuvelland — die letzten zwei Tage: Hohlwege, Streuobst, Bruchsteinhöfe; in Houthem-Sint Gerlach von April bis Oktober ein Pilger-Refugio.
  • Sint-Servaasbasiliek, Maastricht — die älteste erhaltene Kirche der Niederlande, über dem Grab des heiligen Servatius († 384). Neubau-Weihe 1039 vor Kaiser Heinrich III. und zwölf Bischöfen; alle sieben Jahre zeigt die Heiligdomsvaart die Reliquien — erstmals belegt 1391, zuletzt 2025.

Wie Pilger auf diesen Weg gelangen

Die meisten kommen mit dem Zug — Nijmegen ist aus Deutschland in wenigen Stunden erreichbar, und der Weg beginnt fußläufig vom Bahnhof. Wer schon länger unterwegs ist, kommt zu Fuß von Norden: über den Jacobsweg Nieumeghen, der von St. Jacobiparochie in Friesland über Zwolle nach Nijmegen läuft und südlich der Stadt mit diesem Weg identisch ist. Nijmegen ist auf ihm keine Zwischenstation, sondern eine Weiche: südwärts nach Maastricht — oder westwärts über Den Bosch nach Antwerpen. Wer aus den nördlichen Niederlanden kommt, wechselt hier also nicht den Weg, nur den Namen.

Die zweite Zugangsvariante ist der offizielle Alternativstart in Millingen aan de Rijn; und wer aus Nordrhein-Westfalen anreist, steigt einfach unterwegs ein — der deutsche Abschnitt zwischen Kranenburg und Straelen ist dieselbe Trasse, die der Landschaftsverband Rheinland als Jakobsweg Rhein-Maas führt. Goch und Kevelaer haben Bahnhöfe; den nördlichen Teil kannst du später nachholen.

Weiterpilgern?

In Maastricht endet dieser Weg nicht, er wird übergeben: Genau hier beginnt der niederländische Arm der Via Mosana, die über den Sint-Pietersberg und Visé ins Maastal läuft, in Lüttich den Aachener Arm aufnimmt und über das Condroz-Plateau nach Namur führt. Praktisch heißt das: Du gehst am Tag nach der Ankunft einfach weiter — mit demselben Pilgerausweis und derselben Flussrichtung. Die Maas, der du seit Steyl folgst, begleitet dich weiter nach Süden.

Es gibt sogar zwei Fortsetzungen zur Wahl: Wer den Umweg mag, biegt schon in Meerssen auf den Aachener Arm ab, nimmt Dom und St. Jakob in Aachen mit und läuft von dort auf der Via Mosana DE nach Lüttich, wo beide Arme zusammentreffen. Ab Namur geht es als Via Mosana 2 weiter nach Rocroi, dann über die Via Campaniensis nach Vézelay und die Via Lemovicensis an die Pyrenäen, wo in Saint-Jean-Pied-de-Port der Camino Francés übernimmt. Von der Voorstad Sint Jacob in Roermond aus sind es noch 2.285 Kilometer bis Santiago — dieser Weg hat davon gut hundert erledigt.

Vorbereitung & Praktisches

Die beste Zeit liegt zwischen April und Oktober. Der Weg ist ganzjährig begehbar — flach, tief liegend, keine Schneegefahr —, aber die Refugios öffnen saisonal, und die Hohlwege im Heuvelland sind nach nassen Wochen zäh. Rechne mit niederländischem Wetter: Wind, Regen ohne Vorwarnung, dafür kaum Hitze. Der offizielle Wanderführer „Jacobspad Limburg“ erschien 2004 auf Niederländisch und 2008 auf Deutsch, ergänzt um ein Kartenheft; der Träger stellt aktualisierte PDF-Etappenbeschreibungen und GPX-Tracks bereit. Auf Deutsch gibt es zusätzlich das Outdoor-Handbuch „Jakobsweg Rhein-Maas-Weg“ (Conrad Stein).

Unterkunft buchst du vor, besonders im deutschen Abschnitt: Klassische Pilgerherbergen sind die Ausnahme — es gibt Refugios in Roermond und Houthem-Sint Gerlach, das Priesterhaus in Kevelaer, dazu Klöster, Gästezimmer, kleine Hotels und Campingplätze. Den Pilgerausweis (Credencial) bestellst du vorab online, damit er rechtzeitig zum Start bei dir ist. Dazu kommt die Stempelkarte des Trägers: zwölf Stempel ergeben das Wegzertifikat.

Und lade die GPX-Tracks vor dem Start herunter — die Muschel führt zuverlässig, hat aber in einzelnen Waldstücken Lücken. Mit der Camino Ninja App bist du auf der sicheren Seite — sie hat die komplette Route an Bord, und du stellst dir deine Etappen zusammen und planst passende Unterkünfte gleich mit ein.

Was dich der Weg kostet

Drei Länder, aber ein Preisniveau: Rechne mit etwa 50 bis 80 Euro pro Tag für Übernachtung mit Frühstück, ein warmes Essen und Einkäufe unterwegs (Schätzung, Stand: August 2026 — feste Preise veröffentlicht der Träger nicht). Günstiger wird es, wo Refugios und Klosterquartiere liegen — vor allem südlich von Roermond; teurer im Kern von Maastricht, wo du den Ankunftstag früh buchst. Zwei kleine Posten kommen dazu: Wanderführer mit Kartenheft und die Stempelkarte, am Ende die Bahnfahrt zurück. Sparen kannst du beim Mittagessen — Bäckereien und Supermärkte liegen fast überall am Weg, nur im Reichswald und zwischen Goch und Kevelaer nicht: Dort ist Selbstversorgung Pflicht, und montags früh ist in manchen Dörfern buchstäblich nichts offen. Nicht sparen solltest du an der Vorausbuchung — wer im deutschen Abschnitt ohne Reservierung ankommt, zahlt am Ende mehr fürs Taxi als fürs Zimmer.

Anreise

Zum Start: Nijmegen Centraal liegt an den niederländischen Intercity-Achsen und ist aus Deutschland meist über Arnhem angebunden; vom Bahnhof sind es rund 15 Gehminuten zur Stevenskerk und zur Sint-Jacobskapel. Für den Alternativstart Millingen aan de Rijn nimmst du den Bus ab Nijmegen.

Vom Ziel zurück: Maastricht ist bestens angebunden — die NS-Intercitys fahren über Eindhoven und Utrecht nach Amsterdam, nach Aachen fährt die Arriva-Linie RE 18, und nach Lüttich bringt dich der belgische Zug der Linie S 43 über Visé — also genau entlang des Via-Mosana-Arms, den du zu Fuß nehmen würdest. Wer unterwegs abbrechen muss: Venlo, Roermond und Sittard liegen mit Bahnhof direkt am Weg.

  • Anreise zum Start: Bahn nach Nijmegen Centraal (aus Deutschland über Arnhem); Fahrpläne unter [bahn.de](https://www.bahn.de) und [ns.nl](https://www.ns.nl).
  • Unterwegs ein-/aussteigen: Bahnhöfe in Goch, Kevelaer, Venlo, Roermond und Sittard — der Weg zerlegt sich sauber in Wochenend-Stücke.
  • Rückreise: ab Maastricht per NS-Intercity, nach Aachen mit der RE 18, nach Lüttich mit der S 43; belgische Tickets unter [belgiantrain.be](https://www.belgiantrain.be).
  • Flughäfen: Düsseldorf und Eindhoven am Start, Maastricht-Aachen und Lüttich am Ziel.
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